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Neues Testament

1. Petrus Kapitel 2

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Nun, abgelegt habend alles Üble und allen Trug und [alle] Heucheleien und Neidereien und alle üblen Nachreden ‹o.: Verleumdungen›,
2seid wie soeben geborene Säuglinge begierig ‹, sehnsüchtig,› nach der unverfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie wachst,1
3wenn ihr wirklich2 geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist,
4zu welchem hinkommend, einem lebenden Stein, von Menschen zwar verworfen, aber bei Gott erwählt, kostbar,
5ihr auch selbst als lebende Steine [auf]­gebaut werdet, ein geistliches Haus, eine heilige Priesterschaft, um darzubringen geistliche Opfer, Gott hochwillkommen durch Jesus, [den] Gesalbten,
6deshalb, weil [es] ja in [der] Schrift enthalten ist: „Siehe!, ich lege in Zion einen Eckstein, einen erwählten, kostbaren, und der an ihn Glaubende3 wird keinesfalls zuschanden werden4.“ – (Jes 28,16 LXX)
7euch nun, den Glaubenden5: die Kostbarkeit, den Ungehorsamen aber6: [der] Stein, den die Bauenden verwarfen7; dieser wurde zu[m] Haupt-Eckstein8
8und zu[m] Stein des Anstoßes9 und zu[m] Fels des Ärgernisses10, [ihnen,] die sich, [im Unglauben] ungehorsam seiend, [an] dem Wort stoßen [und zu Fall kommen], wozu sie auch gesetzt wurden;
9ihr aber [seid] ein erwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Volksgemeinschaft11, ein Volk zu einem erworbenen [Besitztum], auf dass ihr weithin verkündet die Tugenden ‹, die lobenswerten Wesenszüge,› dessen, der euch aus Finsternis rief in sein staunenswertes12 Licht,
10 die ihr einst „nicht Volk“ wart, jetzt aber Volk Gottes seid, die ihr „nicht Barmherzigkeit“ (Hos 1,8.9) erfahren hattet, jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt13.
11 Geliebte, ich rufe euch bittend auf als ‘Ausländer’ und sich vorübergehend aufhaltende [Fremde]: Enthaltet euch der fleischlichen Lüste, sie führen Krieg14 gegen die Seele,
12 unter den Völkern eine edle ‹, vortreffliche,› Lebensführung habend, damit sie in dem, worin sie gegen euch Übles reden als [angebliche] Übeltäter15, aufgrund der edlen Taten ‹und vortrefflichen Werke›, wenn sie [diese] beobachten16, Gott verherrlichen am Tag der Heimsuchung.
13 Ordnet euch also aller menschlichen Schöpfung unter ‹, aller menschlichen Ordnung bzw. Einrichtung›, des Herrn wegen, sei es [dem] König als [dem] Übergeordneten
14 oder [den] Statthaltern als [die] von jenem Geschickten zu[r] Bestrafung17 [der] Übeltäter, aber zu[m] Lob [der] Gutes Tuenden;
15 weil es so der Wille Gottes ist, dass [ihr] durch Gutestun18 die Unkenntnis der törichten Menschen zum Schweigen bringt19,
16 als Freie, und nicht als solche, die die Freiheit zum Deckmantel des Bösen haben, sondern als Sklavendiener Gottes;
17 gebt allen Ehre; liebt20 die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt21 den König;
18 die Haussklaven: in aller Furcht sich den Hausherren unterordnend ‹o.: den Hausherren untertan seiend›22, nicht allein den guten und milden, sondern auch den krummen ‹, launischen›;
19 denn das [ist] Gnade ‹, etwas Angenehmes›, wenn jemand wegen eines an Gott [gebundenen] Gewissens Traurigkeit ‹und Schmerz› erträgt [und] dabei ungerechterweise leidet;
20 denn was für ein Ruhm ‹o.: [guter] Ruf; Verdienst› [ist das], wenn ihr, weil ihr sündigt, mit Fäusten geschlagen werdet und [das] erduldet? Wenn ihr hingegen Gutes tut und leidet – und [das mit Ausdauer] erduldet, das [ist] Gnade ‹o.: das [ist] etwas Angenehmes› bei Gott,
21 denn hierzu wurdet ihr gerufen, weil auch Christus litt, zu unseren Gunsten, euch ein Muster ‹, eine Vorlage, eine Vorzeichnung,›23 hinterlassend, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt;
22 der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde gefunden,
23 der geschmäht werdend, nicht wiederschmähte, leidend, nicht drohte, es aber dem übergab, [der] gerecht richtet,
24 der unsere Sünden selbst hinauftrug – mit seinem Leibe – auf das Holz, damit wir, der Sünden entledigt ‹, von den Sünden befreit›24, der Gerechtigkeit leben, durch dessen „Strieme“ ihr geheilt wurdet;
25 ihr wart ja wie irrende Schafe, doch ihr seid jetzt umgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen;

Fußnoten

  1. 1 2,2 NA u. t. r.: wachst [hin] zu[m] Heil
  2. 2 2,3 NA: ohne wirklich
  3. 3 2,6 Partizip Präsens durativ: der beständig an ihn Glaubende
  4. 4 2,6 Der Mas. Text hat in Jes 28,16 „der Glaubende wird nicht fliehen“.
  5. 5 2,7 Partizip Präsens durativ: den beständig Glaubenden
  6. 6 2,7 eig.: den [im Unglauben] ungehorsam Seienden; apeithein bed.: „im Unglauben ungehorsam sein“; der Ungehorsam besteht im Unglauben; so a. V. 8
  7. 7 2,7 d. h.: ablehnten und für unbrauchbar erklärten
  8. 8 2,7 wörtl.: zum Haupt [der] Ecke; zu [dem] den Bau bestimmenden, an der äußeren Ecke liegenden Stein
  9. 9 2,8 d. h.: zu einem Stein, an dem man sich stößt, über den man stolpert und zu Fall kommt
  10. 10 2,8 o.: zu einem Fallstrick; zu einem Anlass zum Stolpern und Fallen
  11. 11 2,9 ethnos
  12. 12 2,9 thaumaston; vom Verb thaumadsein (staunen; sich verwundern)
  13. 13 2,10 im Griech. passiv
  14. 14 2,11 o.: tun Kriegsdienst; ziehen zu Felde
  15. 15 2,12 o.: euch als Übeltäter verleumden
  16. 16 2,12 effektiver Aorist; die Zeitkomponente tritt in den Hintergrund
  17. 17 2,14 o.: zu[m] Rechtsvollzug; zur Rache; eis ekdikeesin
  18. 18 2,15 Partizip Präsens durativ o. iterativ: beständig o. immer wieder Gutes tuend
  19. 19 2,15 eig.: verstummen macht
  20. 20 2,17 Imperativ Präsens durativ: liebt beständig
  21. 21 2,17 Imperativ Präsens beide Male durativ: fürchtet stets, ehrt fortwährend
  22. 22 2,18 Partizip Präsens Passiv; durativ
  23. 23 2,21 hypo-grammos, etwas unter die Augen gelegtes Geschriebenes bzw. Gezeichnetes
  24. 24 2,24 o.: den Sünden abgestorben; wörtl.: den Sünden weg-geworden