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Neues Testament

Johannes Kapitel 1

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott1, und Gott ‹o.: göttlich›2 war das Wort.
2Dieses war im Anfang bei Gott.
3Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.
4In ihm war Leben. Und das Leben war das Licht der Menschen.
5Und das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit ergriff es nicht. ‹o.: hielt es nicht auf; löschte es nicht aus; überwand es nicht.›
6Es war ‹o.: Es trat auf› ein Mensch, von Gott gesandt. Sein Name [war] Johannes.
7Dieser kam zu[m] Zeugnis, damit er Zeugnis gebe von dem Licht, damit alle durch es3 glaubten.
8Nicht war jener das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht. –
9Es war das Licht, das wahre, das jedem Menschen leuchtet, kommend4 in die Welt. ‹o.: Das wahre Licht war es, das jedem Menschen leuchtet, kommend in die Welt [war es].›5
10 In der Welt war es, und die Welt6 wurde seinetwegen ‹o.: infolge von ihm; o.: durch ihn›7. Und die Welt [er]­kannte ihn8 nicht.
11 In das Eigene kam er; und die Eigenen nahmen ihn9 nicht auf.
12 So viele ihn aber annahmen, denen gab er Autorität, Gottes Kinder zu werden, den an seinen Namen Glaubenden10,
13 die nicht aus Geblüt noch aus [dem] Willen [des] Fleisches noch aus [dem] Willen [eines] Mannes, sondern aus Gott ‹gezeugt und› geboren11 wurden.
14 Und das Wort wurde Fleisch und zeltete12 unter uns. Und wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als eines Einziggeborenen ‹o.: Einziggezeugten›13 vom Vater her, voll Gnade und Wahrheit.
15 Johannes gibt Zeugnis von ihm. Und er schrie: „Dieser war [es], von dem ich sagte: Der hinter mir Kommende ist mir voraus geworden, weil er Erster ‹, Ranghöherer,› war [im Vergleich zu] mir14.“
16 Und aus seiner Fülle empfingen wir alle, und [zwar]15 Gnade über Gnade,
17 da das Gesetz durch Mose ‹, in Verbindung mit Mose, via Mose,› gegeben wurde, die Gnade und die Wahrheit durch ‹o.: in Verbindung mit; via› Jesus Christus geworden ‹, entstanden, gekommen,› ist.
18 Niemand hat Gott je gesehen. Der einziggeborene Sohn16, der zum Gewandbausch ‹, zur Brust,› des Vaters [geneigt] ist, ‹wörtl.: der zum Gewandbausch hin Seiende›17 der hat [ihn] dargestellt ‹, kundgetan›.
19 Und das ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten sandten, dass sie ihn befragen sollten: „Wer bist du?“
20 Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: „Nicht ich bin der Gesalbte.“
21 Sie fragten ihn: „Was also? Bist du Elia?“ Und er sagt: „Bin ich nicht.“ „Bist du der Prophet?“ Und er antwortete: „Nein.“
22 Da sagten sie zu ihm: „Wer bist du? – damit wir Antwort geben [können] denen, die uns schickten. Was sagst du über dich selbst?“
23 Er sagte: „Ich bin die Stimme eines Rufenden in der Wüste: ‘Bahnt ‹o.: Macht gerade; o.: Macht bereit› den Weg des Herrn’, wie Jesaja, der Prophet, sagte.“ (Jes 40,3)
24 Und die Gesandten waren von den Pharisäern.
25 Und sie befragten ihn: „Was taufst du also“, sagten sie zu ihm, „wenn du nicht der Gesalbte bist und nicht Elia und nicht der Prophet?“
26 Johannes antwortete ihnen: „Ich taufe in ‹und mit› Wasser, aber mitten unter euch steht einer, den ihr nicht [wirklich] kennt.
27 Er ist der hinter mir Kommende, der mir voraus geworden ist,18 dessen ich nicht würdig bin, ihm seinen Schuhriemen zu lösen.“
28 Dieses geschah in Bethabara19, jenseits des Jordans, wo Johannes taufend [tätig] war.
29 Am folgenden [Tag] sieht er20 Jesus auf sich zukommen und sagt: „Sieh!, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt ‹eig.: hochhebt und fortträgt›!
30 Der ist [es], von dem ich sagte: ‘Hinter mir kommt ein Mann, der mir voraus geworden ist’, weil er Erster ‹, Ranghöherer,› war [im Vergleich zu] mir.
31 Und ich kannte ihn nicht [wirklich], doch damit er Israel offenbar gemacht werde, deswegen kam ich, taufend in ‹und mit› dem Wasser.“
32 Und Johannes gab Zeugnis; er sagte: „Ich schaute den Geist wie eine Taube aus [dem] Himmel niedersteigen, und er blieb auf ihm.
33 Und ich kannte ihn nicht [wirklich]. Der jedoch, der mich schickte, in Wasser zu taufen, derjenige sagte zu mir: ‘Auf wen du sehen wirst den Geist niedersteigen und auf ihm bleiben, dieser ist es, der in ‹o.: mit› Heiligem Geist tauft.’
34 Und ich habe gesehen und Zeugnis gegeben ‹und bezeuge›: Dieser ist der Sohn Gottes21.“
35 Am folgenden [Tag] stand Johannes wieder [da] – und zwei von seinen Jüngern ‹o.: Schülern›.
36 Und er blickte zu Jesus, der [dort] einherging. Und er sagt: „Sieh!, das Lamm Gottes!“
37 Und die zwei Jünger hörten ihn reden; und sie folgten Jesus.
38 Jesus wandte sich um und schaute [auf] die [ihm] Folgenden, und er sagt zu ihnen: „Was sucht ihr?“ Sie sagten zu ihm: „Rabbi“, – was übersetzt heißt: ‘Lehrer’ – „wo ist deine Bleibe ‹, wo hältst du dich auf›?“
39 Er sagt zu ihnen: „Kommt und seht!“22 Sie kamen und sahen, wo er seine Bleibe hatte. Und sie blieben jenen Tag über bei ihm. Es war ungefähr die zehnte Stunde.
40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm gefolgt waren.
41 Es findet ‹o.: trifft› dieser, als Erster,23 den eigenen Bruder, Simon. Und er sagt zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden!“ Das heißt übersetzt: ‘der Gesalbte’.
42 Und er führte ihn hin zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: „Du bist Simon, der Sohn [des] Jona24. Du wirst Kephas25 heißen.“ Das wird übersetzt mit ‘Felsstück’.
43 Am folgenden [Tag] wollte er hinausgehen nach Galiläa. Und er findet Philippus. Und Jesus sagt zu ihm: „Folge mir!“
44 Philippus war von Bethsaida, aus der Stadt von Andreas und Petrus.
45 Philippus findet ‹o.: trifft› Nathanael und sagt zu ihm: „Den, von dem Mose in dem Gesetz schrieb und die Propheten, [den] haben wir gefunden, Jesus, den Sohn des Josef, von Nazaret.“
46 Und Nathanael sagte zu ihm: „Aus Nazaret kann etwas Gutes sein?“ Philippus sagt zu ihm: „Komm und sieh!“
47 Jesus sah Nathanael auf sich zukommen, und er sagt von ihm: „Sieh! Wahrlich ein Israelit, in dem kein Trug ist26.“
48 Nathanael sagt zu ihm: „Woher kennst du mich?“ Jesus antwortete ihm: „Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.“
49 Nathanael antwortete ihm: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes. Du bist der König Israels!“
50 Jesus antwortete ihm: „Weil ich dir sagte: ‘Ich sah dich unter dem Feigenbaum’, glaubst du? Größeres als das wirst du sehen.“
51 Und er sagt zu ihm: „Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Von nun an27 werdet ihr den Himmel geöffnet sehen und die Boten Gottes aufsteigend und niedersteigend auf den Sohn des Menschen.“

Fußnoten

  1. 1 1,1 pros i. S. v. „bei“, vgl. Mt 13,56; Mk 6,3; 9,19; 14,49; Lk 9,41; 1Kor 16,6.7; 1Thes 3,4; 2Thes 2,5; 3,10 u. a.; andere: zu Gott hin
  2. 2 1,1 im Griech. kein Artikel vor „Gott“; „Gott“ ist Prädikatsnomen („Gott sein“; „göttlich sein“); „Gott“ wird im Griech. zwecks Betonung vorangestellt: göttlichen [Wesens] war das Wort; o.: göttlicher [Qualität] war das Wort; d. h.: das Wort war qualitativ das, was Gott war
  3. 3 1,7 o.: in Verbindung mit ihm; evtl.: seinetwegen (s. Anm. zu V. 10); dia
  4. 4 1,9 Een to phooserchomenon, Partizip Präsens durativ: das Licht … war kommend
  5. 5 1,9 Die Übersetzungsvariante „Das war das wahre Licht, das jedem in die Welt kommenden Menschen leuchtet.“ scheidet aus; es würde ein Demonstrativ- o. Personalpronomen am Anfang („Dieses/Dasselbe“) erfordern.
  6. 6 1,10 kosmos, wie Joh 12,19; 15,18.19; 16,20; 1Joh 3,1.13
  7. 7 1,10 dia, üblicherweise mit „durch“ übersetzt; andere Möglichkeiten: „via; über; mittels; in Verbindung mit; im Zusammenhang mit; aufgrund von; infolge von“; dia (mit Genitiv) hat hier möglicherweise (wie in Röm 8,3) kausale Bed.: „wegen“ (W. Bauer, Griechisch-Deutsches Wörterbuch, dia, Punkt IV).
  8. 8 1,10 ihn, d. i. das Licht; für das „Licht“ (to phoos, im Griech. neutrum) wird hier ein männliches Fürwort (auton) verwendet (vgl. Joh 3,19; 8,12; 9,5; 12,35.36, wo das Licht als männliche Person aufgefasst wird); oder es liegt ein Bezug auf „das Wort“ (ho logos, im Griech. männlich) von V. 1 vor.
  9. 9 1,11 auton (männlich); s. zu V. 10
  10. 10 1,12 Partizip Präsens durativ: den beständig an seinen Namen Glaubenden
  11. 11 1,13 gennaoo kann „zeugen“ u. „gebären“ bed.; so a. V. 14
  12. 12 1,14 eskeenoosen von skeenee, Zelt; vgl. das „Zelt der Zusammenkunft“ im AT
  13. 13 1,14 monogenous (einzig in seiner Art; o.: einzig geboren) von gennaoo, zeugen, gebären; Ps 2,7; Apg 13,33
  14. 14 1,15 wörtl.: mein Erster; genitivus obiectivus
  15. 15 1,16 kai („und“) kann explikativ aufgefasst werden: und zwar; und nämlich
  16. 16 1,18 Sohn: so mit 99% der griech. Hss. – NA (mit der schwachen Bezeugung von Papyrus 66 u. 75, Alef, B, C*, L, 33): [Der] einziggeborene Gottbzw. Ein einziggeborener Gott
  17. 17 1,18 griech. eis ton kolpon; der Platz am Schoß/Gewandbausch des Gastgebers ist der Ehrenplatz beim Festmahl; s. Joh 13,23
  18. 18 1,27 NA: ohne der mir voraus geworden ist
  19. 19 1,28 bed. Haus der Furt bzw. des Übergangs (vgl. Ri 7,24). Bethabara hat der textus receptus (t. r.), eine große Zahl von Minuskeln sowie C, K, T, Psi, 083, ƒ1, 13, 33; ebenso die syrischen u. z. T. die sahidischen Hss sowie Origenes. Die Lesart Beethania (Bethanien) haben Papyrus 66, Alef u. altlatein. Üsgn.; der Mehrheitstext ist geteilt. Bethabara ist historisch im Mosaik in Medaba bezeugt, ein Bethanien dort war damals Ortskennern unbekannt (vgl. Origenes, Commentarii in evangelium Joannis 6.40, 205 und Joannes Chrysostomus, In Joannem 59.107, 19).
  20. 20 1,29 M (teilw.): Johannes
  21. 21 1,34 vereinzelte Hss: der Erwählte Gottes
  22. 22 1,39 NA: und ihr werdet sehen!
  23. 23 1,41 NA: zuerst
  24. 24 1,42 NA: [des] Johannes
  25. 25 1,42 aram. für petros
  26. 26 1,47 Trug (Hinterlist, Falschheit) ist die Übersetzung des heb. Wortes ja-akob; daher kann Jesus (aramäisch) gesagt haben: „in dem kein Jakob ist“.
  27. 27 1,51 NA: ohne Von nun an