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Neues Testament

Lukas Kapitel 1

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Nachdem nun viele es unternahmen, eine Erzählung der Reihe nach wiederzugeben über die Ereignisse ‹und Angelegenheiten›, die unter uns zur Erfüllung gekommen sind,
2so wie es uns die überlieferten, die von Anfang an Augenzeugen und verantwortliche Diener des Wortes wurden,
3schien es auch mir angebracht, nachdem ich allem von Grund auf ‹und von Anfang an› [mit Sorgfalt] nachgegangen war, es für dich, hochedler Theophilus, in der richtigen Reihenfolge zu schreiben,
4damit du [vollends] erkennst die Zuverlässigkeit der Worte, über die du unterwiesen wurdest.
5Es geschah in den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, da [war] ein gewisser Priester mit [dem] Namen Zacharias, aus der Tagesabteilung1 [des] Abia, und seine Frau [war] von den Töchtern Aarons, und ihr Name [war] Elisabet.
6Beide waren gerecht vor Gott; in allen Geboten und gerechten [verordneten] Auflagen ‹o.: Gerechtigkeitsforderungen› des Herrn wandelten sie ohne Tadel.
7Und sie hatten kein Kind, deshalb, weil Elisabet unfruchtbar war; und beide waren an ihren Tagen [weit] vorgeschritten.
8Es geschah nun, als er in der Ordnung seiner Tagesabteilung vor Gott den priesterlichen Dienst versah,
9dass ihn nach dem Brauch des Priesteramtes das Los traf, in das Tempelheiligtum des Herrn zu gehen, um zu räuchern.
10 Und die ganze Menge des Volkes war betend draußen zur Stunde des Räucheropfers.
11 Und es erschien ihm ein Bote [des] Herrn, der zu[r] Rechten des Altars des Räucheropfers stand.
12 Und als Zacharias [ihn] sah, wurde er in Unruhe ‹und Schrecken› versetzt, und Furcht fiel auf ihn.
13 Aber der Bote sagte zu ihm: „Fürchte dich nicht [länger] ‹o.: Höre auf, dich zu fürchten›2, Zacharias, weil ja dein flehendes [Gebet] erhört wurde. Und deine Frau, Elisabet, wird dir einen Sohn gebären. Und du sollst seinen Namen Johannes nennen.
14 Und er wird dir Freude und Jubel sein; und viele werden sich über seine Geburt freuen,
15 denn er wird groß sein vor dem Herrn. Und Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken. Und noch im Schoß seiner Mutter wird er mit Heiligem Geist erfüllt werden.
16 Und viele von den Söhnen Israels wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, kehren.
17 Und er wird vor ihm hergehen in Geist und Kraft des Elia, um [die] Herzen von Vätern zu [den] Kindern zu kehren und [im Unglauben] Ungehorsame3 zur einsichtigen Gesinnung [der] Gerechten, um [dem] Herrn ein hergestelltes Volk zu bereiten.“
18 Und Zacharias sagte zu dem Boten: „Woran soll ich das [er]­kennen?, denn ich bin ein alter Mann, und meine Frau ist an ihren Tagen [weit] vorgeschritten.“
19 Und der Bote antwortete ihm: „Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich wurde gesandt, zu dir zu reden und dir diese [Dinge] als gute Botschaft zu verkündigen.
20 Und siehe!, du wirst schweigend sein und nicht reden können bis zu dem Tag, da diese [Dinge] geschehen sein werden, dafür dass du nicht glaubtest meinen Worten, welche werden erfüllt werden zu ihrem [bestimmten] Zeitpunkt.“
21 Und das Volk war am Warten auf Zacharias, und sie wunderten sich bei seinem Verziehen im Tempelheiligtum.
22 Als er aber herauskam, konnte er nicht [zu] ihnen reden. Und sie erkannten, dass er im Tempelheiligtum eine Erscheinung gesehen hatte. Und er gab ihnen [mehrmals] [Hand]­zeichen, und er blieb stumm.
23 Und es geschah, als die Tage seiner [heiligen] Dienstleistung4 erfüllt waren, ging er weg in sein Haus.
24 Nach diesen Tagen empfing Elisabet, seine Frau. Und sie hielt sich fünf Monate verborgen. Sie sagte:
25 „So hat mir der Herr getan in den Tagen, in denen er darauf sah, meine Schmach unter [den] Menschen [von] mir wegzunehmen.“
26 Im sechsten Monat nun wurde der Bote Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas gesandt, [die] den Namen Nazaret [hatte],
27 zu einer Jungfrau, die einem Mann verlobt war, [der] den Namen Josef [hatte], aus dem Hause Davids. Und der Name der Jungfrau [war] Maria.
28 Und der Bote kam herein, [trat] zu ihr hin und sagte: „Freue dich ‹, sei gegrüßt›, Begnadete ‹o.: in Gnaden Beschenkte›! Der Herr mit dir, du Gesegnete unter [den] Frauen!“5
29 Sie aber, als sie ihn sah, wurde sehr beunruhigt über sein Wort und überlegte, was für eine Art von Gruß das wohl sei.
30 Und der Bote sagte zu ihr: „Fürchte dich nicht [länger], Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
31 Und siehe!, du wirst im [Mutter]­leib empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen.
32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Und Gott, der Herr, wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben.
33 Und er wird [königlich] herrschen über das Haus Jakobs in die Äonen, und seiner Königsherrschaft ‹, seines Königreiches,› wird kein Ende sein.“
34 Maria sagte zu dem Boten: „Wie wird das sein, da ich einen Mann nicht kenne?“
35 Und der Bote antwortete ihr: „Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft [des] Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das geborene Heilige Sohn Gottes genannt werden.
36 Und siehe!, Elisabet, deine Verwandte, auch sie hat einen Sohn empfangen in ihrem Alter. Und dieser Monat ist der sechste [Monat] für sie, die unfruchtbar genannt wird,
37 – weil bei Gott keine Sache6 ‹, kein Ausspruch, kein Wort,› unmöglich sein wird.“
38 Maria sagte: „Siehe!, die Magd [des] Herrn [bin ich]! Es möge mir geschehen nach dem von dir [gesprochenen] Wort.“ Und der Bote ging von ihr weg.
39 Maria stand in diesen Tagen auf und zog mit Eile in das Bergland, in eine Stadt Judas.
40 Und sie ging in das Haus von Zacharias ein, und begrüßte Elisabet.
41 Und es geschah, als Elisabet den Gruß der Maria hörte, hüpfte der Säugling in ihrem Schoß; und Elisabet wurde mit Heiligem Geist erfüllt
42 und rief mit lauter ‹, großer› Stimme und sagte: „Gesegnet [bist] du unter [den] Frauen, und gesegnet [ist] die Frucht deines [Mutter]­schoßes.
43 Und woher [ist] mir dieses, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?,
44 denn, siehe!, wie die Stimme deines Grußes in meine Ohren kam, hüpfte der Säugling vor Jubelfreude in meinem Schoß.
45 Und eine Selige [ist sie], die geglaubt hat, denn die von [dem] Herrn zu ihr geredeten [Dinge] werden eine Erfüllung haben!“
46 Und Maria sagte: „Meine Seele macht den Herrn groß,
47 und mein Geist jubelt7 Gott, meinem Retter, zu,
48 weil er hingeblickt hat auf die Niedrigkeit seiner Magd, denn, siehe!, von jetzt an werden mich eine Selige nennen alle Geschlechter ‹, alle Generationen›,
49 da mir der Mächtige große [Dinge] tat. Und heilig ist sein Name.
50 Und seine Barmherzigkeit [währt] [bis] in [die] Geschlechter [der] Geschlechter hin ‹o.: hin [bis] in Generationen von Generationen› für die, die ihn fürchten.
51 Er übt Macht mit seinem Arm, zerstreut Hochmütige [in der] Denkart ihres Herzens.
52 Mächtige holt er von [den] Thronsitzen herunter, und Niedrige erhöht er.
53 Hungrige füllt er mit guten Dingen, und Reiche sendet er leer weg.
54 Er nahm sich Israels, seines Dienstknechtes, an, um [der] Barmherzigkeit zu gedenken,
55 so wie er zu unseren Vätern redete, zu Abraham und seinem Samen, in den Äon ‹, in Ewigkeit›.“
56 Maria blieb etwa drei Monate bei ihr und kehrte in ihr Haus zurück.
57 Für Elisabet wurde die Zeit erfüllt, dass sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn.
58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, und sie freuten sich mit ihr.
59 Und es geschah: Am achten Tag kamen sie, das Kindlein zu beschneiden. Und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias.
60 Und seine Mutter antwortete: „Nein, sondern er soll Johannes genannt werden.“
61 Und sie sagten zu ihr: „Es gibt nicht einen in deiner Verwandtschaft, der mit diesem Namen genannt wird.“
62 Und sie gaben seinem Vater Handzeichen: wie er wolle, dass er genannt werde.
63 Und er erbat sich ein Täfelchen und schrieb die Worte: „Johannes ist sein Name.“ Und alle wunderten sich.
64 Auf der Stelle wurde nun sein Mund aufgetan, und seine Zunge, und er redete und lobte Gott.
65 Und es kam Furcht auf alle um sie Herumwohnenden und im ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Aussprüche8 besprochen.
66 Und alle, die es hörten, nahmen [es] sich zu Herzen ‹wörtl.: setzten es in ihrem Herzen fest› und sagten „Was wird dieses Kindlein wohl sein?“ Und die Hand [des] Herrn war mit ihm.
67 Und Zacharias, sein Vater, wurde mit Heiligem Geist erfüllt und prophezeite. Er sagte:
68 „Gelobt [sei der] Herr, der Gott Israels, dass er sein Volk heimgesucht und [ihm] eine Erlösung bereitet hat
69 und uns ein Rettungshorn aufgerichtet hat im Haus Davids, seines Dienstknechtes,
70 so wie er geredet hat durch [den] Mund seiner heiligen Propheten, die von jeher ‹wörtl.: vom Äon her› [waren]:
71 Rettung von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen,
72 um Barmherzigkeit zu erweisen an unseren Vätern und seines heiligen Bundes zu gedenken,
73 des Eides, den er Abraham, unserem Vater, schwor, uns zu geben,
74 dass wir, aus der Hand unserer Feinde befreit ‹, herausgerissen›, ihm furchtlos [den aufgetragenen verehrenden] Dienst erweisen [sollten]
75 in Reinheit ‹und Gottergebenheit› und Gerechtigkeit vor ihm alle Tage unseres Lebens.
76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Angesicht [des] Herrn hergehen, um seine Wege zu bereiten,
77 um seinem Volk Kenntnis [des] Heils zu geben in Vergebung9 ihrer Sünden,
78 wegen [der] herzlichen Regungen10 der Barmherzigkeit unseres Gottes, mit denen uns heimsuchte [der] Aufgang aus [den höchsten] Höhen,
79 um denen zu scheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, um unsere Füße zu lenken auf [den] Weg [des] Friedens.“
80 Das Kindlein nun wuchs und wurde mächtig kraft [des] Geistes ‹o.: mächtig, was [den] Geist betrifft›. Und er war in den einsamen ‹, öden,› Gegenden bis zu[m] Tag seines [öffentlichen] Auftretens vor Israel.

Fußnoten

  1. 1 1,5 Tagesabteilung: D. i. eine der 24 Priestergruppen, die im wöchentlichen Turnus zweimal pro Jahr den Tempeldienst versahen, 1Chr 24,7–19.
  2. 2 1,13 Imperativ Präsens durativ
  3. 3 1,17 apeithees; der Ungehorsam besteht im Unglauben
  4. 4 1,23 leitourgia; der heilige, für Gott dargebrachte Dienst
  5. 5 1,28 NA: ohne du Gesegnete unter [den] Frauen
  6. 6 1,37 hreema, das gesprochene Wort
  7. 7 1,47 wörtl.: jubelte; gnomischer Aorist mit Präsensbedeutung, so a. V. 51–53
  8. 8 1,65 hreema, das gesprochene Wort
  9. 9 1,77 eig.: Erlassung
  10. 10 1,78 wörtl.: Innereien, splangchna, im übertragenen Sinn für den Sitz der Gefühle