Zum Inhalt springen

Neues Testament

Jakobus Kapitel 1

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Jakobus, Gottes und [des] Herrn, Jesu, [des] Gesalbten, Sklavendiener – Den zwölf Stämmen in der Zerstreuung: Freut euch!1
2Als lauter2 Freude achtet es, meine Brüder, wann [immer] ihr in verschiedenartige3 Prüfungen ‹und Versuchungen› geratet4;
3[dabei] [er]­kennend5, dass die Erprobung eures Glaubens ‹o.: die Bewährtheit eures Glaubens; das Prüfungsmittel, [das] euren Glauben [auf Echtheit prüft]› Ausdauer ‹, standhaftes Erdulden,› bewirkt.
4Es soll aber die Ausdauer ‹, das standhafte Erdulden,› ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen ‹und reif› und ganz6 seid und in keinerlei [Hinsicht] Mangel habt.
5Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, erbitte er [sie] von Gott, der allen mit Einfalt ‹, ohne Hintergedanken, gern, rückhaltlos,› gibt und nicht Vorwürfe ‹o.: Vorhaltungen› macht, und sie wird ihm gegeben werden.
6Er bitte aber im7 Glauben!, in keiner Weise zweifelnd, denn der Zweifelnde gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und [hin und her] geblasen wird.
7Jener Mensch soll nämlich nicht meinen, dass er von dem Herrn etwas empfangen werde,
8ein Mann mit „zwei Seelen“ ‹, ein wankelmütiger Mann›, unbeständig in allen seinen Wegen.
9Der niedrig gestellte Bruder rühme sich seiner Hoheit ‹o.: in seiner Hoheit›,
10 der reiche seiner Niedrigkeit ‹o.: in seiner Niedrigkeit›, weil er, wie eine Blume [des] Grases, vergehen wird.
11 Denn „die Sonne geht auf, zusammen mit dem heißen [Wind], und verdorrt das Gras, und seine Blume fällt ab, und die Schönheit ihres Aussehens kommt um.“8 Auf diese Weise wird auch der Reiche in seinen Wegen ‹o.: bei seinen Unternehmungen› verwelken ‹o.: hinschwinden›.
12 Selig [der] Mann, der in [der] Prüfung ‹und Versuchung› Ausdauer bewahrt!, weil er – wenn er sich bewährt hat – den [Sieges]­kranz des Lebens ‹o.: den [Sieges]kranz (o.: die Krone), [nämlich] das Leben; o.: als [Sieges]kranz das Leben› empfangen wird, den der Herr9 denen, die ihn lieben,10 verheißen hat.
13 Niemand sage, wenn er versucht ‹und [somit] geprüft›11 wird: „Ich werde von Gott her versucht“, denn Gott ist unversuchbar in ‹oder zu› Üblem12, und selbst versucht er niemanden.
14 Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust weggezogen und gelockt wird.
15 Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie Sünde. Die Sünde aber, wenn sie ausgereift ‹und vollendet› ist, bringt Tod hervor.
16 Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder!
17 Alles gute Geben und jede vollkommene Gabe ist von oben, herabkommend von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch wechselndes Schattenwerfen13.
18 Nach [seinem] Willensentschluss14 brachte er uns hervor durch [das] Wort [der] Wahrheit, damit wir gewissermaßen ein Erstling ‹o.: eine Erstlingsfrucht› seiner Geschöpfe seien.
19 Daher,15 meine geliebten Brüder, jeder Mensch sei schnell zu[m] Hinhören, langsam zum Reden, langsam zu[m] Zorn,
20 denn Zorn16 eines Mannes bewirkt nicht Gerechtigkeit Gottes ‹o.: führt nicht Gerechtigkeit Gottes aus›.
21 Deshalb, allen Schmutz und [alles] Überfließen von Übel ablegend ‹o.: abgelegt habend›, nehmt in Sanftmut das eingepflanzte Wort in euch auf, das Kraft hat, eure Seelen zu retten ‹o.: das eure Seelen zu retten vermag›.
22 Werdet aber Täter [des] Wortes und nicht allein Hörer, sich selbst betrügend ‹o.: [durch falsche Schlussfolgerung] sich selbst täuschend›.
23 Denn wenn jemand ein Hörer [des] Wortes ist und nicht ein Täter, gleicht dieser einem Mann, der sein natürliches Gesicht17 in einem Spiegel betrachtet.
24 Er hat sich nämlich angeschaut und ist weggegangen und hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war.
25 Aber der, der in das vollkommene Gesetz, das der Freiheit, hineingeschaut hat und bei [dieser Haltung] bleibt, dieser – nicht ein vergesslicher Hörer18 geworden, sondern ein Täter des Werkes –, dieser wird selig sein in seinem Tun.
26 Wenn jemand unter euch19 meint, [gott]­verehrend zu sein, und führt seine Zunge nicht am Zaum, sondern täuscht sein Herz, dessen [Gottes]­verehrung [ist] nichtig ‹und wertlos›.
27 Eine reine und unbefleckte [Gottes]­verehrung bei [dem] Gott und Vater ist diese: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis aufsuchen ‹und versorgen›, sich selbst von der Welt fleckenlos bewahren.

Fußnoten

  1. 1 1,1 d. h.: Seid gegrüßt; chairein; damals ein allgemein üblicher Gruß
  2. 2 1,2 wörtl.: Als jede; o.: Als ganze
  3. 3 1,2 eig.: vielfarbige
  4. 4 1,2 wörtl.: herum fallt
  5. 5 1,3 Partizip Präsens durativ; hier modal
  6. 6 1,4 d. h.: in jedem Teilbereich ganz; holo­kleeroi
  7. 7 1,6 o.: mit; eig.: in; im Griech. kein Artikel vor „Glauben“
  8. 8 1,11 wörtl.: ging auf … verdorrte … fiel ab … kam um; alle Verben im Zitat: gnomischer Aorist mit präsentischer, zeitloser Bed.
  9. 9 1,12 NA: den er
  10. 10 1,12 Partizip Präsens durativ: den ihn [beständig] Liebenden
  11. 11 1,13 Partizip Präsens durativ o. iterativ: für eine längere Zeit o. mehrfach; peiradsomenos; versucht [und somit geprüft] werdend; das Griech. gebraucht für „versuchen“ und „prüfen“ dasselbe Wort
  12. 12 1,13 unversuchbar in Üblem; der Genitiv der Trennung gibt an, von woher etwas kommt; o.: unversuchbar zu Üblem; Genitiv der Richtung u./o. Absicht
  13. 13 1,17 d. h.: Wechselhaftigkeit; eig.: Schatten von Wechsel; von Wechsel [hervorgerufener] Schatten
  14. 14 1,18 wörtl.: [Dies] beschlossen habend; o.: [Dies] gewollt habend
  15. 15 1,19 NA: Ihr wisst,
  16. 16 1,20 im Griech. kein Artikel vor „Zorn“
  17. 17 1,23 eig.: das Gesicht seines Entstehens/Werdens
  18. 18 1,25 wörtl.: Hörer der Vergesslichkeit; genitivus qualitatis
  19. 19 1,26 NA: ohne unter euch