Zum Inhalt springen

Neues Testament

2. Korinther Kapitel 10

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Ich selbst, Paulus, rufe euch nun bittend auf durch die ‹o.: mit der› Sanftmut und Milde des Gesalbten, der ich, dem Angesicht nach, bescheiden unter euch [bin], abwesend aber kühn gegen euch.
2Ich bitte [inständig], dass ich als Anwesender nicht kühn sein [muss] in der Entschlossenheit, mit der ich gegenüber einigen aufzutreten gedenke, die [damit] rechnen ‹und uns als solche einschätzen›, dass wir nach [dem] Fleisch wandeln,
3denn obgleich wir im Fleisch wandeln, tun wir Kriegsdienst nicht nach [dem] Fleisch,
4denn die Waffen unserer Kriegführung1 [sind] nicht fleischlich, sondern kräftig [durch] ‹o.: für› Gott zum Niederreißen von Festungen.
5Dabei stürzen wir Vernunftschlüsse und jede Höhe, die sich gegen die [Er]­kenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen zum Gehorsam ‹o.: zum Gehorchen› gegenüber Christus,
6und wir halten uns in Bereitschaft, jedes Nichtgehorchen zu rächen, sobald euer Gehorsam vollständig gemacht ‹o.: zur Vollendung gebracht› worden ist.
7Blickt ihr auf die [Dinge], die vor Augen [sind]? Wenn jemand von sich selbst überzeugt ist, er sei Christi, soll er wiederum von sich selbst her dieses bedenken ‹und rechnen›: So, wie er Christi ist, so [sind] auch wir Christi!
8Wenn ich mich nämlich auch etwas übermäßiger unserer Vollmacht rühme ‹o.: auf unsere Vollmacht poche›, die der Herr uns gab zu [eurem] [Auf]­bauen und nicht zu eurem Niederreißen, werde ich nicht beschämt werden,
9damit ich nicht den Eindruck erwecke, als [wollte ich] euch irgendwie schrecken mit den Briefen,
10 weil die Briefe, sagt man, gewichtig und stark sind, die leibliche Gegenwart2 aber schwach und die Rede verachtenswert ‹o.: gering zu schätzen›.
11 Ein solcher bedenke ‹und rechne› dieses: Welcherart wir, wenn abwesend, mit dem Wort durch Briefe sind, solcherart [sind wir] auch, wenn anwesend, mit der Tat.
12 Wir wagen es ja nicht, uns selbst zu etlichen von denen zu zählen, die sich selbst empfehlen, oder uns mit ihnen zu vergleichen. Doch sie, sich an sich selbst messend und sich mit sich selbst vergleichend, sind nicht verständig.
13 wir aber werden uns nicht ins Maßlose rühmen, sondern nach dem Maß des zugemessenen [Wirkungskreises], den uns der Gott [des] Maßes zugemessen hat, [um] auch bis zu euch zu gelangen.
14 Denn wir strecken uns selbst nicht zu weit aus, als ob wir nicht bis zu euch gelangt wären, sind wir doch bis zu euch gelangt mit dem Evangelium des Gesalbten.
15 Dabei rühmen wir uns nicht ins Maßlose mit fremdem Mühen ‹o.: mit [den] Arbeiten anderer›, wir haben aber [die] Hoffnung, wenn euer Glaube wächst, im Rahmen unseres zugemessenen [Wirkungskreises] bei euch ins überreiche Maß vergrößert zu werden,
16 um [die] gute Botschaft über euch hinaus zu tragen, und uns nicht [innerhalb] des zugemessenen [Wirkungsbereiches] anderer zu rühmen – an dem, was [dort schon von anderen] fertig[gestellt] ist3.
17 Der sich Rühmende rühme sich hingegen [des] Herrn!,
18 denn nicht derjenige, der sich selbst empfiehlt, ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt.

Fußnoten

  1. 1 10,4 strateia, Feldzug; nur noch in 1Tim 1,18
  2. 2 10,10 wörtl.: die Gegenwart des Leibes; die Leibesgegenwart; genitivus qualitatis
  3. 3 10,16 d. h.: uns nicht … einer Arbeit zu rühmen, die dort andere schon vor uns getan haben