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Neues Testament

2. Korinther Kapitel 11

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Möchtet ihr doch ein wenig Torheit von mir ertragen! Aber ihr ertragt mich ja.
2Ich eifere nämlich um euch mit Gottes Eifer, denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine reine ‹und keusche, geweihte› Jungfrau dem Gesalbten an die Seite zu stellen.
3Ich fürchte aber, es möchten, wie die Schlange in ihrer Verschlagenheit ‹o.: in ihrer Arglist; in ihrer üblen Schlauheit› Eva täuschte, so eure Gedanken verderbt werden, weg von der Einfalt1 gegenüber dem Gesalbten.
4Wenn nämlich ein2 [zu euch] Kommender einen anderen Jesus verkündet, den wir nicht verkündet haben, oder ihr einen andersartigen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein andersartiges Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, – fein ‹o.: prächtig› ertrugt ihr es!
5Ich denke ‹o.: erachte; rechne› nämlich, den ‘Über-Aposteln’ ‹eig.: den Über-sehr-Aposteln› in nichts nachzustehen.
6Bin ich auch ein Gewöhnlicher in der Rede, so doch nicht in [der] [Er]­kenntnis, sondern in allem sind wir bei euch allen offenbar geworden.
7Oder beging ich Sünde, indem ich mich selbst erniedrigte, damit ihr erhöht würdet, weil ich euch das Evangelium Gottes ohne Entgelt verkündigte?
8Andere Gemeinden ‘erleichterte ich um einiges’ ‹o.: beraubte ich; plünderte ich›, als ich Lohn nahm für den Dienst an euch.
9Und als ich bei euch anwesend war und in Mangel geriet, fiel ich niemandem zur Last, denn meinen Mangel füllten erneut die Brüder aus, als sie von Mazedonien kamen. Und in allem hielt ich mich selbst euch unbeschwerlich. Und ich werde mich [auch weiterhin so] halten.
10 Es ist [die] Wahrheit Christi in mir: Dieses Rühmen in Bezug auf mich soll nicht zum Schweigen gebracht werden ‹eig.: verstopft werden› in den Gegenden Achaias.
11 Weshalb? Weil ich euch nicht liebe? Gott weiß [es].
12 Aber was ich tue, werde ich auch [weiterhin] tun, damit ich denen, die einen Anlass wollen, den Anlass abschneide, damit sie in dem, worin sie sich rühmen, befunden werden so wie auch wir.
13 Solche [sind] nämlich Lügenapostel ‹, Pseudoapostel›, trügerische Arbeiter: Sie verwandeln sich zu ‘Aposteln Christi’.
14 Und nicht verwunderlich!, denn der Widersacher ‹, der Satan,› selbst verwandelt sich zu einem ‘Boten des Lichts’.
15 [Es ist] also nichts Großes, wenn auch seine Diener sich verwandeln ‹und sich ausgeben› als ‘Diener der Gerechtigkeit’; deren Ende wird sein nach ihren Werken.
16 Ich sage wieder: Keiner soll meinen, ich sei ein Törichter, und wenn nicht, nehmt mich wenigstens als einen Törichten an, damit auch ich mich ein wenig rühme.
17 Was ich [im Folgenden] rede, rede ich nicht gemäß [dem] Herrn, sondern wie in Torheit, in dieser [festen] Zuversicht des Rühmens.
18 Da viele sich nach dem Fleisch rühmen, will auch ich mich rühmen.
19 Ihr ertragt die Törichten ja gern, da ihr [so] klug seid.
20 Ihr ertragt es ja, wenn jemand euch versklavt, wenn jemand [euch] aufzehrt, wenn jemand sich [etwas von euch] nimmt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch ins Angesicht schlägt.
21 Zu [meiner] Unehre sage ich es, dass wir [da] schwach waren. Worin einer sich wagt – ich spreche in Torheit –, wage ich mich auch.
22 Hebräer sind sie? Ich auch. Israeliten sind sie? Ich auch. Same Abrahams sind sie? Ich auch.
23 Diener Christi sind sie? Ich rede wie von Sinnen: Ich noch mehr – in Mühen ‹und Arbeiten› reichlicher, in Schlägen über die Maßen, in Gefangenschaften reichlicher, in Todes[situationen] oft.
24 Von Juden erhielt ich fünfmal die „Vierzig-weniger-einen“.
25 Dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen. Einmal wurde ich gesteinigt. Dreimal erlitt ich Schiffbruch. Eine Nacht und einen Tag verbrachte ich in der [Meeres]­tiefe.
26 Ich war oft auf Reisen, [in] Gefahren auf Flüssen3, [in] Gefahren von Räubern, [in] Gefahren von [meinem] Geschlecht, [in] Gefahren [von den] Völkern ‹, [den] Heiden›, [in] Gefahren in [der] Stadt, [in] Gefahren in [der] Wüste, [in] Gefahren auf [dem] Meer, [in] Gefahren unter falschen Brüdern,
27 [in] Mühe und Anstrengung, in häufigem Wachen, in Hunger und Durst, in häufigem Fasten, in Kälte und Blöße.
28 Abgesehen von dem, was ich ungesagt lasse: das tägliche auf mich Eindringen, die Sorge um all die Gemeinden.
29 Wer ist schwach, und ich bin nicht schwach? Wem wird ein Fallstrick gelegt ‹, ein Anlass zum Anstoßen und Fallen›, und ich werde nicht in Brand gesetzt?
30 Wenn gerühmt werden muss, will ich mich der [Dinge] meiner Schwachheit rühmen.
31 Der Gott und Vater des Herrn, Jesu, [des] Gesalbten4, der gelobt ist in die Äonen, weiß, dass ich nicht lüge.
32 In Damaskus bewachte der Ethnarch ‹, der Landpfleger,›5 des Königs Aretas die Stadt [der] Damaszener, weil er mich festnehmen wollte.
33 Und durch ein Türchen wurde ich in einem Korb an der Mauer hinabgelassen und entfloh seinen Händen.

Fußnoten

  1. 1 11,3 NA: plus und Lauterkeit
  2. 2 11,4 wörtl.: der Kommende; hier im allgemeinen Sinne, also unbestimmt
  3. 3 11,26 wörtl.: Gefahren von Flüssen; genitivus obiectivus; so a. i. Folg.
  4. 4 11,31 NA: ohne [des] Gesalbten
  5. 5 11,32 ethnarchees; wörtl.: Volksherrscher