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Neues Testament

Hebräer Kapitel 11

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es ist aber [der] Glaube [die] standhafte Zuversicht von dem, was man hofft, ein Überzeugtsein von nicht gesehenen Dingen.
2Durch diesen nämlich wurde den Alten Zeugnis abgelegt.
3Durch Glauben nehmen wir [mit dem Denksinn] wahr, dass die Äonen ‹o.: die Weltzeiten; die Welt mit ihren Zeiten›1 durch [gesprochenes] Wort Gottes bereitet ‹o.: zugerüstet› worden sind, sodass die sichtbaren [Dinge]2 nicht aus in Erscheinung Tretendem ‹eig.: nicht aus mit äußeren Sinnen Wahrnehmbarem› geworden sind.
4Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer3 dar als Kain, aufgrund von welchem [Glauben]4 ihm bezeugt wurde, ein Gerechter zu sein, wobei Gott Zeugnis ablegte über seine Gaben. Und durch ihn5 wird, obschon er gestorben ist, [immer] noch geredet.6
5Durch Glauben wurde Henoch weggenommen ‹o.: versetzt›, sodass er [den] Tod nicht sah, und er wurde nicht gefunden, da Gott ihn ja weggenommen ‹o.: versetzt› hatte; denn vor seiner7 Wegnahme ‹o.: Versetzung; Beseitigung› wurde ihm bezeugt, dass er Gott wohlgefallen habe.
6Ohne Glauben aber [ist es] unmöglich, wohlgefällig zu werden, denn der zu Gott Kommende ‹o.: Hinzutretende› muss glauben, dass er ist und den ihn [mit Fleiß] Suchenden ein Vergelter ‹o.: Belohner›8 wird.
7Durch Glauben bereitete Noah, als ihm über die noch nicht sichtbaren [Dinge] Weisung erteilt wurde, in gewissenhafter Einstellung eine Arche9 zu, zu[r] Rettung seines Hauses; durch welchen10 er die Welt verurteilte, und er wurde Erbe [der] Gerechtigkeit, [die] gemäß [des] Glaubens [ist].
8Durch Glauben gehorchte Abraham, als er gerufen wurde, auszuziehen an den Ort, den er zu[m] Erbe empfangen sollte, und er zog aus, ohne dass ihm bekannt war, wohin er kommen [würde].
9Durch Glauben übersiedelte er [als Fremder] ins Land der Verheißung wie [in] ein fremdes [Land], in Zelten wohnend mit Isaak und Jakob, den Miterben ebendieser Verheißung,
10 denn er wartete auf die Stadt, die die Fundamente hat, deren Planer ‹o.: Meister; Künstler; Verfertiger› und Erbauer ‹o.: Handwerker, Schöpfer› Gott ist.
11 Durch Glauben erhielt auch Sara selbst Kraft11 zu[r] Begründung ‹o.: zur Empfängnis; wörtl.: zur Niederlegung› eines Samens ‹d. h.: einer Nachkommenschaft›, und über den Zeitpunkt des [entsprechenden] Alters hinaus gebar sie12, da sie den Verheißung Gebenden für treu ‹o.: glaubwürdig; zuverlässig› erachtete.
12 Deshalb wurden auch von einem, und dies von einem Erstorbenen, [viele] geboren, so zahlreich wie die Sterne des Himmels und wie der unzählbare Sand am Ufer des Meeres.
13 [Im] Glauben ‹o.: [Als Menschen] des Glaubens› starben diese alle: Sie hatten die Verheißungen ‹d. h.: die verheißenen Güter› nicht erhalten, sondern sie aus [der] Ferne gesehen13 und hatten sie gegrüßt und hatten bekannt, dass sie Fremde und sich vorübergehend Aufhaltende waren in dem Lande14.
14 Denn die solches sagen, machen offenbar, dass sie ein Vaterland suchen;
15 und wenn sie an jenes gedacht hätten, von dem sie ausgezogen waren, hätten sie [gelegene] Zeitfrist gehabt, umzukehren.
16 Jetzt strecken sie sich aber nach einem besseren aus, das ist, einem himmlischen. Deshalb schämt Gott sich ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereit gemacht.
17 Durch Glauben hat Abraham, als er geprüft wurde, den Isaak dargebracht15, und er, der die Verheißungen in Empfang genommen hatte, brachte den Einziggeborenen dar16,
18 auf den hin gesagt worden war: „In Isaak wird dir ein Same genannt werden“ (1Mo 21,12),
19 da er rechnete ‹und schlussfolgerte›, dass Gott mächtig sei, auch aus [den] Toten aufzuerwecken, von wo er ihn auch im Gleichnis zurückerhielt.
20 Durch Glauben segnete Isaak in Bezug auf bevorstehende [Dinge] den Jakob und den Esau.
21 Durch Glauben segnete Jakob, als er im Sterben lag, einen jeden der Söhne Josefs. Und er huldigte, über die Spitze seines Stabes [gebeugt] ‹o.: auf das obere Ende seines Stabes [gestützt]›.
22 Durch Glauben gedachte Josef, [das Leben] beendend, des Auszugs ‹o.: Exodus› der Söhne Israels und gab Anweisung bezüglich seiner Gebeine.
23 Durch Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate von seinen Eltern versteckt, deshalb, weil sie sahen, dass es ein feines Kind ‹eig.: ein städtisches Kind›17 [war], und sie fürchteten nicht die Verordnung des Königs.
24 Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, Sohn [der] Tochter Pharaos genannt zu werden:
25 Er wählte ‹und zog es vor›, lieber übel behandelt zu werden, zusammen mit dem Volk Gottes, als für beschränkte Zeit ‹o.: für einen Zeitpunkt› Genuss von Sünde zu haben,
26 da er die Schmach des Gesalbten ‹o.: die Schmach für den Gesalbten›18 für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens, denn er blickte weg [und hin]19 auf die Vergeltung ‹o.: Belohnung›20.
27 Durch Glauben verließ er Ägypten, den Wutausbruch des Königs nicht fürchtend21, denn er hielt stand, als sähe er [stetig] den Unsichtbaren22.
28 Durch Glauben hat er das Passa vollzogen23 und das Bestreichen mit dem Blut24, damit der die Erstgeburten Vernichtende sie nicht antaste.
29 Durch Glauben zogen sie wie auf dem Trockenen durchs Rote Meer, von dem die Ägypter, als sie [den] Versuch unternahmen, verschlungen wurden.
30 Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage umkreist worden waren.
31 Durch Glauben ging die Hure Rahab nicht zusammen mit den [im Unglauben] Ungehorsamen25 zugrunde, da sie die Kundschafter mit Frieden aufgenommen hatte.
32 Und was soll ich noch sagen? – denn die Zeit würde mir fehlen, zu erzählen von Gideon, Barak und auch Simson und Jefta, David und auch Samuel und den Propheten,
33 die infolge [des] Glaubens26 Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, Löwenmäuler verschlossen,
34 Feuerskraft löschten, Schwertschneiden entkamen, aus Schwachheiten Kraft bekamen, im Krieg Starke wurden, Heerlager ‹o.: Schlachtordnungen› von Fremden zum Weichen brachten.
35 Frauen erhielten durch Auferstehung ihre Toten [zurück]. Andere aber wurden gefoltert ‹eig.: [auf der Folterbank] gestreckt›, da sie, um eine bessere Auferstehung zu erlangen, die Erlösung nicht annahmen ‹d. h.: die Befreiung (wörtl.: die Auslösung) ablehnten›.
36 Andere nahmen Prüfung hin27 durch Verspottungen und Geißelungen, dazu noch durch Fesseln und Gefängnis.
37 Sie wurden gesteinigt, zersägt28, versucht,29 starben durch Tötung mit dem Schwert; zogen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, Mangel leidend, bedrängt werdend, übel behandelt werdend,
38 deren die Welt nicht würdig war, umherirrend in Wüsten und auf Berggegenden und [in] Höhlen und den Erdlöchern des Landes.
39 Und diese alle, obwohl ‹o.: nachdem› ihnen infolge des Glaubens [ein gutes] Zeugnis ausgestellt worden war, trugen die Verheißung nicht davon ‹o.: erlangten das Verheißene nicht›,
40 da Gott in Bezug auf uns etwas Besseres vorgesehen hatte, damit sie nicht ohne uns vollendet ‹und zum Ziel gebracht› würden.

Fußnoten

  1. 1 11,3 aioon (Äon) kann – in der Mehrzahl wie in der Einzahl – auch „Welt“ bed.; ebenso 1,2
  2. 2 11,3 NA: das Sichtbare (o.: Erblickbare); Einzahl
  3. 3 11,4 eig.: ein Opfer [das] mehr [war]
  4. 4 11,4 o.: infolge von welchem [Glauben]; im Zusammenhang mit welchem [Glauben]; dia
  5. 5 11,4 o.: in Verbindung mit ihm (d. h.: in Verbindung mit seinem Glauben); dia
  6. 6 11,4 NA: und durch ihn, obschon er gestorben ist, redet er noch.
  7. 7 11,5 NA: der
  8. 8 11,6 wörtl.: Lohnabgeber
  9. 9 11,7 eig.: einen Kasten
  10. 10 11,7 o.: mittels welchen [Glaubens]; im Zusammenhang mit welchem [Glauben]; dia
  11. 11 11,11 NA (mit wenigen Hss): auch Sara, selbst unfruchtbar, Kraft; die Üsg. „empfing er mit Sara… Kraft“ entspricht nicht dem griech. Wortlaut.
  12. 12 11,11 NA: ohne gebar sie
  13. 13 11,13 t. r.: plus und waren überzeugt worden
  14. 14 11,13 gee; das Land war für sie „die Erde“, irdisch, im Gegensatz zu „himmlisch“ (V. 16)
  15. 15 11,17 Perfekt resultativ; das Ergebnis der Handlung wird betont
  16. 16 11,17 Imperfekt konativ: war drauf und dran, den Einziggeborenen darzubringen
  17. 17 11,23 d. h.: fein und zierlich gestaltet, im Gegensatz zu „bäurisch“
  18. 18 11,26 o.: die Christusschmach; genitivus obiectivus
  19. 19 11,26 Imperfekt durativ: blickte stetig weg [und hin]
  20. 20 11,26 wörtl.: Lohnabgabe
  21. 21 11,27 Partizip Aorist komplexiv
  22. 22 11,27 Partizip Präsens durativ; wörtl.: wie den Unsichtbaren [stets] sehend
  23. 23 11,28 wörtl.: gemacht
  24. 24 11,28 wörtl.: das Bestreichen des Blutes; das Blutbestreichen; genitivus obiectivus
  25. 25 11,31 wörtl.: den ungehorsam Seienden; apeithein bed.: „im Unglauben ungehorsam sein“; der Ungehorsam besteht im Unglauben
  26. 26 11,33 über [den] Glauben; via Glauben; durch Glauben; dia
  27. 27 11,36 peiran elabon kann zwar „einen Versuch machen“ bed., wie in Hebr 11,29; hier aber: „Prüfung (o.: Erprobung; Erfahrung) hinnehmen“
  28. 28 11,37 vgl. das verwandte Wort in Apg 5,33 u. 7,54
  29. 29 11,37 NA: ohne versucht