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Neues Testament

Hebräer Kapitel 9

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es hatte also auch der erste [Bund]1 [die] Rechtsordnungen [des heiligen] Dienstes2 und das Heilige3, ein weltliches4.
2Denn es wurde ein Zelt zubereitet, das erste ‹, das vordere›, in welchem sowohl der Leuchter [war] als auch der Tisch und die Schaubrote5, welches „[die] heiligen [Bereiche]“ genannt wird.
3Nach dem zweiten Vorhang aber ein Zelt, welches „[die] heiligsten [Bereiche]‹o.: [das] „[Aller]heiligste“›6 genannt wird,
4das den goldenen Räucher[altar] hatte7 und die Lade8 des Bundes, rundum mit Gold bedeckt, in der der goldene Krug [war], der das Manna hatte, und der Stab Aarons, der gesprosst hatte, und die Tafeln des Bundes;
5oben über ihr aber die Cherubim der Herrlichkeit, den Sühnedeckel9 überschattend, worüber jetzt nicht im Einzelnen zu reden ist.
6Seit nun diese [Dinge] so zubereitet sind, gehen die Priester allezeit in das erste Zelt und verrichten die [heiligen] Dienste10,
7in das zweite aber [geht] einmal im Jahr alleine der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er darbringt für sich selbst und die Unwissenheits[sünden] des Volkes,
8womit der Heilige Geist dieses deutlich macht, dass der Weg in das Heilige11 noch nicht offenbar gemacht ist, während das erste Zelt noch Bestand hat,
9welches ein Gleichnis [ist] auf die gegenwärtige Zeitfrist, während welcher Gaben und auch Opfer dargebracht werden, die den [aufgetragenen] Dienst Tuenden dem Gewissen nach12 nicht zur Vollendung bringen ‹, vollkommen machen,› können,
10 [welche] lediglich auf Speisen und Getränken und verschiedenen Tauchwaschungen [beruhende] Rechtsordnungen [des] Fleisches [sind], auferlegt bis zu dem [bestimmten] Zeitpunkt [des Herstellens der] richtigen Ordnung ‹o.: Richtigstellung; Zurechtbringung›.
11 Aber [der] Gesalbte, gekommen als Hoherpriester der bevorstehenden guten [Dinge] ‹o.: der Güter, die im Begriff stehen zu kommen›13, ging durch ein größeres und vollkommeneres Zelt ein, nicht in ein mit Händen gemachtes, das heißt, [das] nicht von dieser Schöpfung [ist],
12 auch nicht durch ‹o.: in Verbindung mit› Blut von Ziegenböcken und Stieren, sondern durch das eigene Blut ‹o.: kraft des eigenen Blutes›, ein für alle Mal, in das Heilige ‹eig.: in die heiligen [Bereiche]› und brachte [so] eine ewige14 Erlösung zuwege15.
13 Denn wenn das Blut von Stieren und Ziegenböcken und die Asche einer jungen Kuh, auf Verunreinigte gesprengt, zur Reinheit des Fleisches heiligt,
14 wie viel mehr wird das Blut des Gesalbten, der kraft [des] ewigen Geistes16 sich selbst ohne Tadel Gott darbrachte, euer Gewissen reinigen von toten Werken, um [dem] lebenden Gott [verehrenden] Dienst zu tun.
15 Und deswegen ist er Mittler eines neuen Bundes, auf dass, nachdem ein Tod geschehen ist zu[r] Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Gerufenen die Verheißung des ewigen Erbes ‹d. h.: das Verheißene, [nämlich] das äonische Erbe,›17 empfangen möchten.
16 Denn wo ein Bund [vorliegt], ist es notwendig, dass [der] Tod[esbeweis] dessen, der sich verbündet, erbracht wird,
17 denn ein Bund wird über Toten ‹d. h.: getöteten Opfern› bestätigt, da er niemals in Kraft ist, wenn der sich Verbündende ‘lebt’18.
18 Daher ist auch der erste [Bund] nicht ohne Blut eingeweiht ‹und bestätigt› worden.
19 Denn nachdem von Mose das ganze Gebot, gemäß dem Gesetz, zum ganzen Volk geredet worden war, nahm er das Blut der Stiere und Ziegenböcke mit Wasser und Scharlachwolle und Ysop und besprengte sowohl die Buchrolle selbst als auch das ganze Volk,
20 wobei er sagte: „Dies ist das Blut des Bundes, den Gott für euch angeordnet hat.“ (2Mo 24,8)
21 Auch das Zelt und alle Geräte des [heiligen] Dienstes besprengte er gleicherweise mit dem Blut.
22 Und fast alles wird mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen geschieht keine Erlassung ‹d. h.: keine Erlassung [eines Bundes]; o.: keine Vergebung›19.
23 [Es war] also notwendig, dass die [bildhaften] Darstellungen der [Dinge] in den Himmeln durch diese [Mittel] gereinigt werden [sollten], die himmlischen [Dinge] selbst aber durch bessere Opfer als diese.
24 Denn der Gesalbte ist nicht eingegangen in ein von Hand gemachtes Heiliges20, ein entsprechendes Abbild des wahren, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen ‹i. S. v.: vorstellig zu werden›21 zu unseren Gunsten,
25 auch nicht, damit er sich selbst oftmals darbringe, gleichwie der Hohepriester jährlich in das Heilige ‹eig.: in die heiligen [Bereiche]› eingeht mit fremdem Blut,
26 da es [in dem Fall] für ihn nötig gewesen wäre, oftmals zu leiden, seit Gründung [der] Welt. Aber jetzt ist er einmal gegen [die] Vollendung der Äonen [hin] offenbar geworden zu[r] Aufhebung ‹o.: Außerkraftsetzung; Beiseitesetzung› [der] Sünde durch sein Opfer22.
27 Und insofern dem Menschen vorgesehen ‹o.: aufbehalten; bestimmt› ist, einmal zu sterben, nach diesem aber Gericht [stattfindet],
28 so wird auch der Gesalbte, nachdem er einmal dargebracht wurde, um [die] Sünden Vieler zu tragen, zum zweiten Mal ohne [Bezug zur] Sünde gesehen werden von den [sehnlich] auf ihn Wartenden zu[r] Rettung.

Fußnoten

  1. 1 9,1 t. r. und einige Hss: das erste Zelt
  2. 2 9,1 d. h.: die gottesdienstlichen Rechtsordnungen; latreias; genitivus qualitatis
  3. 3 9,1 d. h.: den heiligen [Bereich]
  4. 4 9,1 d. h.: ein diesseitiges; kosmikon
  5. 5 9,2 eig.: die Schaustellung der Brote; die Brotschaustellung
  6. 6 9,3 eig.: [die] heiligen [Bereiche der] heiligen [Bereiche]; so wird im Heb. der Superlativ ausgedrückt
  7. 7 9,4 Der Räucheraltar gehörte zum Allerheiligsten, auch wenn er davor stand: 2Mo 40,5; 1Kön 6,22.
  8. 8 9,4 eig.: den Kasten
  9. 9 9,5 hilasteerion, in der LXX für den Deckel der Bundeslade; 2Mo 25,18-22
  10. 10 9,6 d. h.: die aufgetragenen Gottesdiensthandlungen; latreias
  11. 11 9,8 o.: der Weg in die heiligen [Bereiche]; wörtl.: der Weg der heiligen [Bereiche]; Genitiv der Richtung
  12. 12 9,9 o.: was das Gewissen anbelangt
  13. 13 9,11 mellontoon; NA: genomenoon (gewordenen; gekommenen)
  14. 14 9,12 aioonios; äonische
  15. 15 9,12 wörtl.: eine äonische Erlösung gefunden habend
  16. 16 9,14 o.: in Verbindung mit (dia) [dem] äonischen Geist
  17. 17 9,15 genitivus epexegeticus bzw. explicativus
  18. 18 9,17 o.: wenn kein Opfer für den sich Verbündenden dargebracht wird; wenn also gleichsam kein Todesbeweis des sich Verbündenden vorliegt
  19. 19 9,22 das Wort aphesis kann eine Entlassung o. ein Erlassen und Eröffnen bed.; s. Wilhelm Pape, Handwörterbuch; s. Liddell & Scott: „letting go, release; dismissal“
  20. 20 9,24 eig.: heilige [Bereiche]
  21. 21 9,24 wie Apg 23,15; 24,1; 25,2.15
  22. 22 9,26 o.: auf dem Wege (dia) seines Selbstopfers