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Neues Testament

1. Korinther Kapitel 9

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei?1 Habe ich nicht Jesus, [den] Gesalbten2, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn?
2Wenn ich für andere nicht ein Apostel bin, bin ich es doch immerhin [für] euch, denn das Siegel meiner Apostelschaft seid ihr im Herrn.
3Meine Verteidigung denen [gegenüber], die mich beurteilen, ist diese:
4Haben wir nicht Vollmacht ‹o.: Handlungsbefugnis; Berechtigung›, zu essen und zu trinken?
5Haben wir nicht Vollmacht, eine Schwester als Frau [mit] umherzuführen wie auch die anderen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas?
6Oder haben nur ich und Barnabas keine Vollmacht ‹o.: Handlungsbefugnis; Berechtigung›, nicht zu arbeiten?
7Wer dient als Soldat ‹o.: Kriegsdienender; zu Felde Ziehender› je auf eigene Kosten? Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von dessen Frucht? Oder wer weidet ‹und hütet› eine Herde und genießt nicht von der Milch der Herde?
8Rede ich diese [Dinge] nach Menschen[weise]? Oder sagt nicht das Gesetz diese [Dinge] auch?
9Im Gesetz Moses ist ja geschrieben: „Einem dreschenden Rind sollst du nicht das Maul zubinden!“ (5Mo 25,4) Ist Gott etwa um Rinder bekümmert?
10 Oder sagt er das nicht gänzlich unsertwegen? Denn es wurde unsertwegen geschrieben: „Der Pflügende soll auf Hoffnung pflügen und der Dreschende auf die Hoffnung, Anteil zu haben an seiner Hoffnung ‹d. h.: an dem von ihm Erhofften›3.“
11 Wenn wir euch die geistlichen [Güter] säten, [ist es] ein Großes, wenn wir eure fleischlichen [Güter] ernten?
12 Wenn andere an dieser Vollmacht ‹, an diesem Recht,› auf euch4 Anteil haben, nicht viel mehr wir? Wir haben jedoch von dieser Vollmacht ‹, von diesem Recht,› nicht Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles, damit wir dem Evangelium des Gesalbten nicht irgendein Hindernis geben.
13 Wisst ihr nicht, dass die an der Tempelstätte Wirkenden von der Tempelstätte essen?, [und dass] die am Altar Dienenden Mitanteil am Altar haben?
14 Auf diese Weise auch hat der Herr den das Evangelium Verkündenden angeordnet, vom Evangelium zu leben.
15 Ich habe aber von keinem dieser [Dinge] Gebrauch gemacht. Dieses habe ich aber nicht geschrieben, damit es mit mir so geschehen sollte, denn besser [wäre es] für mich, zu sterben5, als dass jemand mein Rühmen zunichte ‹o.: nutzlos; eig.: leer› machen sollte6.
16 Denn wenn ich [die] gute Botschaft verkündige, steht mir das Rühmen nicht zu, denn mir ist eine Notwendigkeit auferlegt: Wehe mir, wenn ich [die] gute Botschaft nicht verkündige!
17 Denn wenn ich dies freiwillig tue, habe ich Lohn, wenn hingegen unfreiwillig, bin ich mit einer Verwalterschaft betraut.
18 Worin also besteht mein Lohn? Dass ich beim Verkünden der guten Botschaft das Evangelium des Gesalbten7 unentgeltlich darlege, um von meiner Vollmacht ‹, meinem Recht,› im Evangelium keinen vollen Gebrauch zu machen.
19 Denn als einer, der frei von allen ist, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich möglichst viele8 gewinne.
20 Und [so] wurde ich den Juden wie ein Jude, damit ich Juden gewinne, denen unter Gesetz wie unter Gesetz, damit ich die unter Gesetz gewinne,
21 denen ohne Gesetz wie ohne Gesetz – obwohl ich Gott gegenüber nicht ohne Gesetz bin, sondern unter [dem] Gesetz Christi –, damit ich die ohne Gesetz gewinne.
22 Ich wurde den Schwachen wie9 ein Schwacher, damit ich die Schwachen gewinne. Allen bin ich alles geworden, damit ich auf alle [Weise] etliche rette.
23 Dieses10 tue ich des Evangeliums wegen, damit ich Mitteilhaber an ihm werde ‹d. h.: an seinen verheißenen Gütern mit Anteil habe›.
24 Wisst ihr nicht, dass die im Stadion Laufenden zwar alle laufen, aber einer den Siegespreis bekommt? Lauft so, dass ihr [ihn] erlangt.
25 Jeder Kämpfende ist enthaltsam [in] allem; jene nun, damit sie einen vergänglichen [Sieges]­kranz bekommen, wir aber einen unvergänglichen.
26 Ich laufe daher so: nicht wie ins Ungewisse ‹, nicht wie einer ohne festes Ziel›. Ich führe den Faustkampf so: nicht wie ein [in] die Luft Schlagender,
27 sondern ich behandle meinen Leib mit Gewalt ‹o.: wörtl.: ich schlage mich ins Gesicht›11 und mache ihn zum Sklaven ‹o.: führe ihn als Sklaven [umher]›, damit ich nicht, nachdem ich anderen verkündet habe, selbst verwerflich ‹o.: ein Unbewährter; ein Unbrauchbarer› werde.

Fußnoten

  1. 1 9,1 NA: Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel?
  2. 2 9,1 NA: ohne [den] Gesalbten
  3. 3 9,10 genitivus obiectivus; d. i.: an der Ernte; elpis (Hoffnung) steht oft für „das Erhoffte“ – NA: ohne an dem von ihm Erhofften
  4. 4 9,12 wörtl.: an diesem eurem Recht; an dieser eurer Vollmacht; genitivus obiectivus
  5. 5 9,15 wörtl.: es wäre für mich trefflich, lieber zu sterben
  6. 6 9,15 modales Futur
  7. 7 9,18 NA: ohne des Gesalbten
  8. 8 9,19 wörtl.: die Mehreren; der Komparativ steht oft für den Superlativ
  9. 9 9,22 NA: ohne wie
  10. 10 9,23 NA: Alles
  11. 11 9,27 hypoopiadsein bed.: ins Angesicht schlagen; unter das Auge schlagen