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Neues Testament

Markus Kapitel 14

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es war nach zwei Tagen das Passa und [das Fest] der ungesäuerten [Brote]. Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List greifen und töten [könnten].
2Und sie sagten: „Nicht am Fest, damit nicht etwa ein Tumult des Volkes sein wird.“
3Und als er in Bethanien war, im Haus Simons, des Aussätzigen, kam, während er [zu Tisch] lag, eine Frau, die ein Alabaster[fläschchen] mit Salböl von echter, sehr wertvoller Narde hatte. Und sie zerbrach das Alabaster[fläschchen] und goss es über sein Haupt.
4Es waren aber einige bei sich selbst unwillig; sie sagten: „Wozu ist diese Vergeudung ‹, dieses Umkommen,› des Salböls geschehen?
5Dieses hätte nämlich für mehr als dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben werden können.“ Und sie fuhren sie ergrimmt an.
6Aber Jesus sagte: „Lasst sie! Was bereitet ihr ihr Mühe? Sie tat eine edle Tat an mir.
7Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wann immer ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun. Mich habt ihr aber nicht allezeit.
8Was diese hatte ‹und vermochte›, tat sie: Sie salbte im Voraus meinen Leib zum Begräbnis.
9Wahrlich!, ich sage euch: Wo immer dieses Evangelium ‹, diese gute Botschaft,› in die ganze Welt [getragen und] verkündet werden wird, wird auch von dem geredet werden, was diese tat, zu ihrem Gedenken.“
10 Und Judas, der Iskariot, einer der Zwölf, ging fort zu den Hohenpriestern, damit er ihn an sie ausliefere.
11 Sie nun, als sie es hörten, freuten sich und versprachen, ihm Silber[geld] zu geben. Und er suchte, wie er ihn zu gelegener Zeit ausliefern [könnte].
12 Und am ersten Tag der ungesäuerten [Brote], als man das Passa schlachtete, sagen seine Jünger zu ihm: „Wohin willst du, dass wir gehen und Vorbereitung treffen, damit du das Passa essen kannst?“
13 Und er sendet zwei seiner Jünger und sagt zu ihnen: „Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Tonkrug Wasser trägt, folgt ihm!
14 Und wo irgend er hineingehen mag, [dort] sprecht zu dem Hausherrn: ‘Der Lehrer sagt: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passa essen kann?’
15 Und er selbst wird euch einen großen, mit Polstern belegten bereitstehenden [Raum im] Obergeschoss zeigen. Dort bereitet für uns zu.“
16 Und seine Jünger gingen hinaus und kamen in die Stadt und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte. Und sie bereiteten das Passa.
17 Und als es Abend wurde, kommt er mit den Zwölf.
18 Und als sie [zu Tisch] lagen und aßen, sagte Jesus: „Wahrlich!, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir isst, wird mich ‹verraten und› ausliefern.“
19 Sie nun begannen, traurig zu werden und einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: „Doch nicht etwa ich?“, und ein anderer: „Doch nicht etwa ich?“
20 Er antwortete ihnen: „Einer von den Zwölf, der mit mir in die Schüssel eintaucht.
21 In der Tat, der Sohn des Menschen geht dahin, so wie über ihn geschrieben ist, aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen ‹verraten und› ausgeliefert wird! Es wäre für jenen Menschen besser1, wenn er nicht geboren worden wäre.“
22 Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, und, als er gelobt hatte, brach er [es] und gab ihnen und sagte: „Nehmt, esst! Dieses ist mein Leib.“
23 Und er nahm den Becher, dankte und gab ihnen. Und sie tranken alle daraus.
24 Und er sagte zu ihnen: „Dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele2 vergossen wird.
25 Wahrlich!, ich sage euch, dass ich keinesfalls mehr trinken werde von dem Erzeugnis des Weinstocks, bis zu jenem Tag, da ich es neu trinke in der Königsherrschaft Gottes ‹o.: im Königreich Gottes›.“
26 Und als sie Lob gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
27 Und Jesus sagt zu ihnen: „Alle werdet ihr an mir Anstoß nehmen ‹, zu Fall kommen,› in dieser Nacht3, denn es ist geschrieben: ‘Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.’ (Sach 13,7)
28 Doch nachdem ich auferweckt worden bin, ‹wörtl.: nach meinem Auferwecktwerden› werde ich euch voran nach Galiläa gehen.“
29 Aber Petrus sagte zu ihm: „Wenn auch alle Anstoß nehmen werden, so doch nicht ich!“
30 Und Jesus sagt zu ihm: „Wahrlich!, ich sage dir: Du wirst heute, in dieser Nacht, ehe ein Hahn zweimal die Stimme ertönen lässt, mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›.“4
31 Aber er sagte in sehr überschwänglicher Weise [noch] mehr: „Wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich keinesfalls verleugnen.“ Ebenso redeten auch alle.
32 Und sie kommen zu einem Grundstück, dessen Name Gethsemane5 [ist], und er sagt zu seinen Jüngern: „Setzt euch hier, bis ich gebetet habe!“
33 Und er nimmt Petrus und Jakobus und Johannes mit sich. Und er fing an, entsetzt und in [ängstlicher] Unruhe zu sein.
34 Und er sagt zu ihnen: „Meine Seele ist tieftraurig, bis zu[m] Tod. Bleibt hier und wacht [anhaltend]!“
35 Und er ging ein wenig weiter und fiel auf die Erde. Und er betete [wiederholt], dass, wenn es möglich sei, die Stunde an ihm vorübergehe.
36 Und er sagte: „Abba! Vater! Alle [Dinge] [sind] dir möglich. Trage diesen Becher von mir weg [und an mir] vorbei. Doch nicht, was ich will, sondern was du [willst].“
37 Und er kommt und findet sie schlafend. Und er sagt zu Petrus: „Simon, du schläfst? Warst du nicht imstande, eine Stunde zu wachen?
38 Wacht [stets] und betet [beharrlich]!, damit ihr nicht in ‹Prüfung und› Versuchung hineingeratet. Der Geist ist willig, ja, aber das Fleisch ist schwach.“
39 Und wieder ging er weg und betete und sagte dasselbe Wort.
40 Und als er zurückkehrte, fand er sie wieder schlafend; es waren nämlich ihre Augen schwer geworden. Und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
41 Und er kommt das dritte Mal. Und er sagt zu ihnen: „Ihr schlaft vollends, und ihr ruht euch aus! ‹o.: So schlaft denn weiter und ruht euch aus!; o.: Ihr schlaft weiter und ruht euch aus?› – Das Erwartete ist da. Die Stunde ist gekommen. Siehe!, der Sohn des Menschen wird in die Hände der Sünder ausgeliefert.
42 Erhebt euch! Lasst uns gehen! Siehe!, der mich Ausliefernde ‹, der, der mich ausliefern wird,›6 ist nahe gekommen.“
43 Und sogleich, während er noch redet, kommt Judas, [der] einer der Zwölf war, und mit ihm eine zahlreiche Menge mit Schwertern und Holz[stöcken], von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten her.
44 Es hatte nun der ihn Ausliefernde ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: „Der, den ich küsse, der ist’s. Greift ihn und führt ihn sicher ab!“
45 Und er kommt, geht sogleich hin zu ihm und sagt: „Rabbi! Rabbi!“, und er küsste ihn sehr.
46 Sie legten ihre Hände an ihn und griffen ihn.
47 Einer nun, ein bestimmter der Dabeistehenden, zog das Schwert und schlug den Sklaven des Hohenpriesters und hieb sein Ohr ab.
48 Und Jesus antwortete ihnen: „Wie gegen einen Räuber zogt ihr aus, mit Schwertern und Holz[stöcken], um mich festzunehmen.
49 Täglich war ich bei euch in der Tempelstätte lehrend, und ihr ergrifft mich nicht. Jedoch, damit die Schriften erfüllt werden.“
50 Und sie verließen ihn alle und flohen.
51 Und einer, ein gewisser junger Mann, folgte ihm, ein Leinen um den bloßen [Leib] geworfen. Und es greifen7 ihn die jungen Männer.8
52 Aber er ließ das Leinen zurück und floh unbekleidet von ihnen.
53 Und sie führten Jesus ab, hin zum Hohenpriester. Und es kommen mit ihm all die Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten zusammen.
54 Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof ‹o.: in den Palast› des Hohenpriesters. Und er saß mit den verantwortlichen Dienern zusammen und wärmte sich, zum Licht hin[gewandt].
55 Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen. Und sie fanden keines,
56 denn viele legten falsches Zeugnis gegen ihn ab, und die Zeugnisse waren nicht gleich ‹, nicht übereinstimmend›.
57 Und einige standen auf, legten falsches Zeugnis gegen ihn ab, sagend:
58 „Wir hörten ihn sagen: ‘Ich werde dieses mit Händen gemachte Tempelheiligtum abreißen, und innerhalb von drei Tagen werde ich ein anderes, nicht mit Händen gemachtes, [auf]­bauen.’“
59 Und auch so war ihr Zeugnis nicht gleich.
60 Und der Hohepriester stand auf, [trat] in die Mitte, und er befragte Jesus: „Antwortest du nicht [auf] das, was diese gegen dich zeugen?“
61 Aber er [blieb] schweigend und antwortete nichts. Der Hohepriester befragte ihn wieder und sagt zu ihm: „Bist du der Gesalbte, der Sohn des Gelobten?“
62 Jesus sagte: „Ich bin’s. Und ihr werdet den Sohn des Menschen sehen, sitzend zu[r] Rechten der Kraft und kommend mit den Wolken des Himmels ‹o.: sehen als den zu[r] Rechten der Kraft Sitzenden und mit den Wolken des Himmels Kommenden›.“
63 Der Hohepriester nun, seine Kleider entzweigerissen habend, sagt: „Was brauchen wir noch Zeugen?
64 Ihr habt die Lästerung gehört. Was meint ihr?“ Sie verurteilten ihn alle: Er sei des Todes schuldig.
65 Und etliche fingen an, ihn anzuspucken und sein Angesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: „Prophezeie!“ Und die verantwortlichen Diener ‹, die Gerichtsdiener,› gaben ihm Ohrfeigen.9
66 Und während Petrus unten im Hof ist, kommt eine von den Dienstmägden des Hohenpriesters
67 und sieht Petrus sich wärmen. Und sie blickt ihn an und sagt: „Auch du warst mit dem Nazarener Jesus.“
68 Er leugnete: „Ich weiß nicht, noch ist mir bekannt, was du sagst.“ Und er ging nach draußen, hinaus in den Vorhof. Und ein Hahn krähte.10
69 Und als die Dienstmagd ihn wieder sah, fing sie an, zu den Dabeistehenden zu sagen: „Der ist [einer] von ihnen.“
70 Aber er leugnete wieder. Und nach kurzem sagten wieder die Dabeistehenden zu Petrus: „Wahrlich!, du bist einer von ihnen, denn du bist auch ein Galiläer, und dein Reden ‹, deine Aussprache,› ist gleich ‹bzw.: ähnlich›.“
71 Aber er fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich weiß nicht [von] diesem Menschen, von dem ihr redet!“
72 Und11 zum zweiten Mal krähte ein Hahn. Und Petrus erinnerte sich an den Ausspruch, den Jesus ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›“. Und als er daran dachte12, weinte er.

Fußnoten

  1. 1 14,21 eig.: edel; schön
  2. 2 14,24 o.: in Bezug auf viele; im Blick auf viele; peripolloon – NA: hyper polloon (zugunsten vieler)
  3. 3 14,27 NA: ohne in dieser Nacht
  4. 4 14,30 NA (mit wenigen Hss): ohne zweimal
  5. 5 14,32 bed. „Ölkelter“
  6. 6 14,42 Partizip Präsens mit Zukunftsbed.
  7. 7 14,51 im Griech. Präsens
  8. 8 14,51 NA: ohne die jungen Männer
  9. 9 14,65 o.: versetzten ihm Schläge – NA: empfingen ihn mit Ohrfeigen
  10. 10 14,68 NA mit wenigen Hss: ohne Und ein Hahn krähte.“
  11. 11 14,72 NA: Und sogleich
  12. 12 14,72 epiballein kann auch „schlagen“ bed. (Mk 4,37); daher evtl.: als [das] (näml. die Erinnerung an Jesu Worte) ihn schlug, weinte er