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Neues Testament

Markus Kapitel 15

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und sogleich, am frühen Morgen, nachdem die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat eine Ratssitzung gehalten ‹und einen Beschluss gefasst› und Jesus gebunden hatten, führten sie ihn ab und lieferten [ihn] an Pilatus aus.
2Und Pilatus befragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Er antwortete ihm: „Du sagst [es].“
3Und die Hohenpriester klagten ihn vieler [Dinge] an.
4Pilatus nun fragte ihn wieder: „Antwortest du nichts? Sieh, wie vieles sie gegen dich zeugen!“
5Aber Jesus antwortete gar nichts mehr, sodass sich Pilatus wunderte.
6Jeweils zu[m] Fest pflegte er ihnen einen [von den] Gefangenen ‹eig.: einen Gebundenen› freizulassen, wen immer sie sich erbaten.
7Es war da [einer], genannt Barabbas, gebunden mit den Mitaufrührern, welche in dem Aufruhr einen Mord begangen hatten.
8Und die Menge rief hinauf und fing an, sich zu erbitten, [dass er tue], so wie er ihnen [bisher] immer zu tun pflegte.
9Pilatus aber antwortete ihnen: „Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse?“
10 Denn er [er]­kannte [allmählich]1, dass die Hohenpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten.
11 Aber die Hohenpriester wiegelten die Menge auf, dass er ihnen vielmehr den Barabbas freilassen solle.
12 Pilatus nun antwortete ihnen wieder: „Was wollt ihr also, dass ich mit dem tue, den ihr ‘König der Juden’ nennt?“
13 Aber sie schrien wieder: „Kreuzige ihn!“
14 Pilatus sagte zu ihnen: „Was hat er denn Übles getan?“ Aber sie schrien noch viel mehr: „Kreuzige ihn!“
15 Pilatus nun beschloss, der Menge Genüge zu tun, und ließ ihnen Barabbas frei. Und Jesus, nachdem er ihn gegeißelt hatte, überlieferte er, dass er gekreuzigt werde.
16 Die Soldaten führten ihn ab in das Innere des Hofes ‹o.: Palastes› – das ist das Prätorium ‹, das Richthaus›. Und sie rufen die ganze Kohorte zusammen.
17 Und sie ziehen ihm einen Purpur[mantel] an und flechten einen Dornenkranz ‹o.: eine Dornenkrone› und legen ihn ihm herum.
18 Und sie fingen an, ihn zu grüßen: „Freue dich ‹, sei gegrüßt›, König der Juden!“
19 Und sie schlugen ihn [mehrmals] mit einem Rohrstab auf das Haupt und spuckten [immer wieder] auf ihn, beugten die Knie und huldigten ihm [wiederholt].
20 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur[mantel] aus und zogen ihm die eigenen Obergewänder an. Und sie führen ihn hinaus, damit sie ihn kreuzigen.
21 Und sie zwingen einen Vorübergehenden, einen gewissen Simon, einen Kyrenier, der [gerade] von einer ländlichen Gegend2 kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er [ihm] sein Kreuz ‹eig.: seinen Pfahl› trage.
22 Und sie bringen ihn zu der Stätte Golgotha – das ist übersetzt: ‘Schädelstätte’.
23 Und sie gaben ihm mit Myrrhe gewürzten Wein zu trinken, aber er nahm ihn nicht.
24 Und sie kreuzigen3 ihn und verteilen seine Obergewänder unter sich, und sie werfen das Los über sie, um zu [bestimmen], wer was nehmen dürfe.
25 Es war aber die dritte Stunde; und sie hatten ihn gekreuzigt.
26 Und es war die Aufschrift seiner Anklage angeschrieben: „Der König der Juden“.
27 Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.
28 Und es wurde die Schrift erfüllt, die sagt: „Und zu Gesetzlosen wurde er gerechnet.“ (Jes 53,12)4
29 Und die Vorübergehenden lästerten ihn, ihre Köpfe schüttelnd und sagend: „Ha!, der du das Tempelheiligtum abreißt und in drei Tagen aufbaust,
30 rette dich selbst und steig herab vom Kreuz ‹eig.: vom Pfahl›!“
31 Ebenso spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten untereinander und sagten: „Andere rettete er. Sich selbst kann er nicht retten!
32 Der Gesalbte, der König Israels, soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Auch die, die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
33 Als die sechste Stunde gekommen war, kam ‹o.: wurde; entstand; geschah› Finsternis über das ganze Land [hin], bis zur neunten Stunde.
34 Und zur neunten Stunde rief Jesus mit großer Stimme: „Eloi! Eloi! Lemá sabachthani?“ Das ist übersetzt: „Mein Gott! Mein Gott! Weshalb ‹o.: Wozu; o.: Im Hinblick auf was› hast du mich verlassen?“ –
35 Und einige von den Dabeistehenden, die es hörten, sagten: „Siehe!, er ruft Elia.“
36 Und einer lief, füllte einen Schwamm mit saurem Wein, tat ihn um einen Rohrstab und gab ihm zu trinken; er sagte: „Lasst [das]! Wir wollen sehen, ob Elia kommt, ihn herabzunehmen!“
37 Aber Jesus entließ einen lauten ‹, großen› Ruf und hauchte aus ‹, verschied›.
38 Und der Vorhang des Tempelheiligtums wurde in zwei [Stücke] gerissen, von oben her, bis unten.
39 Als der Zenturio ‹, der Hundertschaftsführer›5, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er so rief und aushauchte ‹, verschied›, sagte er: „Wahrlich! Dieser Mensch war Gottes Sohn!“
40 Es waren [da] auch Frauen, von ferne zuschauend, unter ihnen waren auch Maria, die Magdalenerin, und Maria, des Jakobus, des Kleinen ‹, des Jüngeren›, und Joses Mutter, und Salome,
41 die ihm auch, als er in Galiläa war, gefolgt waren und ihm gedient hatten, und viele weitere, die mit ihm nach Jerusalem heraufgezogen waren.
42 Und als es schon Abend geworden war – es war nämlich Rüsttag, das ist der Vorsabbat –,
43 kam Josef, der von Arimathäa, ein vornehmer Ratsherr ‹, ein Mitglied des Synedriums›, der auch selbst auf die Königsherrschaft ‹, das Königreich,› Gottes wartete. Und er wagte [es] und ging zu Pilatus hinein und erbat sich den Leib Jesu.
44 Pilatus wunderte sich, dass er bereits tot sei. Und er rief den Zenturio herbei und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei.
45 Und als er es von dem Zenturio erfahren hatte, schenkte er Josef den Leib.6
46 Und [der] kaufte Leinen, nahm ihn herab, wickelte ihn in das Leinen und legte ihn nieder in einem Grab, das aus [dem] Felsen gehauen war. Und er wälzte einen Stein hin an die Tür des Grabes.
47 Maria, die Magdalenerin, und Maria, die [Mutter] des Joses, schauten zu, wohin er gelegt wurde.

Fußnoten

  1. 1 15,10 Imperfekt durativ
  2. 2 15,21 agros bed. Feld, Gehöft
  3. 3 15,24 Markus verwendet hier die Gegenwartsform.
  4. 4 15,28 NA: ohne V. 28
  5. 5 15,39 in Mk 15,39.44.45 nach der griech. Schreibweise: kentyrioon
  6. 6 15,45 NA: den Leichnam