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Neues Testament

Römer Kapitel 15

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Aber wir, die Kräftigen, sind schuldig, die Schwachheiten der Kraftlosen zu tragen und uns nicht selbst zu gefallen.
2Ein jeder von uns gefalle dem Nächsten ‹eig.: Nahen› zum Guten, zum [Auf]­bauen,
3denn auch der Gesalbte gefiel nicht sich selbst, sondern, wie geschrieben ist: „Die Schmähungen der dich Schmähenden fielen auf mich.“ (Ps 69,10)
4Alles nämlich, was zuvor geschrieben wurde, wurde zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch die Ausdauer ‹, das standhafte Erdulden,› und durch den Trost ‹o.: den Zuspruch; die Ermutigung› der Schriften die Hoffnung haben ‹und behalten› mögen.
5Aber der Gott der Ausdauer ‹, des standhaften Erduldens,› und des Trostes ‹o.: des Zuspruchs; der Ermutigung› gebe euch, dasselbe zu sinnen ‹o.: gleichgesinnt zu sein› untereinander, Christus Jesus gemäß,
6damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn, Jesu Christi, verherrlicht.
7Darum nehmt einander auf, so wie auch der Gesalbte euch aufnahm, zu Gottes Herrlichkeit ‹und Verherrlichung›.
8Aber1 ich sage: Jesus Christus ist ein Diener [der] Beschneidung geworden für [die] ‹o.: zugunsten [der]; zum Erweis [der]› Wahrhaftigkeit Gottes, um die Verheißungen [an] die Väter2 zu bestätigen ‹o.: festzumachen›,
9aber die Völker ‹o.: die aus den Völkern› sollen Gott verherrlichen für [die] Barmherzigkeit, so wie geschrieben ist: „Deshalb will ich dir [das Lob] bekennen unter den Völkern und deinem Namen singspielen3.“ (Ps 18,50)
10 Und er sagt wieder: „Seid fröhlich, Völker, mit seinem Volk“ (5Mo 32,43),
11 und wieder: „Preist den Herrn, alle Völker, und preist ihn, alle Volksscharen.“ (Ps 117,1)
12 Und Jesaja sagt wieder: „[Da] wird sein der Wurzelspross ‹o.: der entsprossene Wurzelstamm›4 Jesses, nämlich5 der, der aufsteht6, um zu herrschen über die Völker, auf ihn werden die Völker ‹o.: die aus den Völkern› hoffen.“ (Jes 11,10)
13 Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und [allem] Frieden auf [euer] Glauben ‹und Vertrauen› hin ‹o.: durch das Glauben; im Vertrauen-Ausüben›, damit ihr überreich seid in der Hoffnung, in [der] Kraft [des] Heiligen Geistes.
14 Ich bin überzeugt, auch ich selbst, meine Brüder, euch bezüglich, dass auch ihr voll Gütigkeit seid, erfüllt ‹o.: vollständig gemacht› mit aller [Er]­kenntnis, fähig, auch andere7 zu mahnen ‹o.: den Denksinn zurechtzusetzen›.
15 Aber ich habe euch zum Teil recht gewagt geschrieben, Brüder, als einer, der euch wieder erinnert, wegen der mir von Gott gegebenen Gnade,
16 ein Dienstleistender Jesu, [des] Gesalbten, für die Völker zu sein, der priesterlich wirkt am Evangelium Gottes, damit die Weihegabe, [nämlich] die Völker ‹o.: die aus den Völkern›, hochwillkommen werde, geheiligt in [dem] Heiligen Geist.
17 Ich habe also, in den [Dingen], die Gott betreffen, [Grund zum] Rühmen in Christus Jesus.
18 Ich werde nämlich nicht wagen, von etwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat zu[m] Gehorsam [der] Völker, mittels Wort und Werk,
19 in [der] Kraft von Zeichen und Wundern, in [der] Kraft [des] Geistes Gottes, sodass ich von Jerusalem an und in einem Umkreis bis Illyrien das Evangelium des Gesalbten8 völlig erfüllt ‹o.: voll gemacht; voll und ganz ausgerichtet› habe,
20 auf diese Weise aber, dass ich meine Ehre darein setze, [die] gute Botschaft zu verkündigen, nicht [da], wo Christus [bereits] genannt war, damit ich nicht auf fremdem Grund baute,
21 sondern, wie geschrieben ist: „Die, denen nicht über ihn berichtet war, sollen9 sehen; und die, die nicht gehört haben, sollen10 verstehen.“ (Jes 52,15)
22 Deshalb war ich auch viele Male daran gehindert ‹o.: aufgehalten›, zu euch zu kommen.
23 Doch jetzt, da ich keinen Raum mehr habe in diesen Gegenden [und] seit vielen Jahren Sehnsucht habe, zu euch zu kommen,
24 werde ich, wenn es [so weit ist], dass ich nach Spanien reise, zu euch kommen. Ich hoffe nämlich, beim Durchreisen euch zu schauen und von euch dorthin weitergeleitet ‹und für die Weiterreise ausgestattet› zu werden, wenn ich zunächst an euch einigermaßen gesättigt ‹eig.: angefüllt› worden bin.
25 Aber jetzt reise ich nach Jerusalem, den Heiligen zu dienen11.
26 Es gefiel nämlich Mazedonien und Achaia, eine gewisse Beisteuer ‹o.: ein [Zeichen der] Gemeinschaft; eig.: eine Gemeinschaftsgabe›12 zusammenzustellen für die Armen unter den Heiligen, die in Jerusalem [sind].
27 Ja, es gefiel ihnen, und sie sind ihre Schuldner; denn wenn die Völker ‹o.: die aus den Völkern› an ihren geistlichen [Gütern] Anteil bekommen haben, sind sie schuldig, auch in den fleischlichen [Gütern] ihnen [heiligen] Dienst zu leisten.
28 Sobald ich also diese [Aufgabe] zu Ende geführt und ihnen diese Frucht besiegelt habe, werde ich über euch nach Spanien abreisen.
29 Ich weiß aber, dass, wenn ich zu euch komme, ich in der Segensfülle des Evangeliums ‹o.: der guten Botschaft›13 des Gesalbten kommen werde.
30 Ich rufe euch nun bittend auf, Brüder, durch unseren Herrn, Jesus Christus, und durch die Liebe des Geistes, zusammen mit mir zu ringen in den Gebeten für mich zu Gott,
31 dass ich befreit ‹und herausgerissen› werde von den [im Unglauben] nicht Gehorchenden14 in Judäa und dass mein Dienst, der für Jerusalem [ist], den Heiligen hochwillkommen werde,
32 damit ich mit Freude zu euch komme durch [den] Willen Gottes ‹o.: in Einklang mit [dem] Willen Gottes› und mich erquicke zusammen mit euch.
33 Der Gott des Friedens [ist] mit euch allen! Amen!

Fußnoten

  1. 1 15,8 NA: Denn
  2. 2 15,8 wörtl.: die Väterverheißungen; genitivus obiectivus
  3. 3 15,9 d. h.: singen zum Spiel auf Saiteninstrument
  4. 4 15,12 ridsa; „Wurzel [mitsamt Stamm]; Wurzelspross“; vgl. Röm 11,13–24; Jes 11,1.10
  5. 5 15,12 wörtl.: und (erklärendes kai)
  6. 6 15,12 wörtl.: der Aufstehende
  7. 7 15,14 NA (mit vielen Hss): auch einander
  8. 8 15,19 genitivus obiectivus; das Evangelium betreffend den Gesalbten
  9. 9 15,21 modales Futur
  10. 10 15,21 modales Futur
  11. 11 15,25 finales Part. Präsens
  12. 12 15,26 Das Abstraktum steht für das Konkretum, die Gabe.
  13. 13 15,29 NA: ohne des Evangeliums
  14. 14 15,31 apeithein bed.: „im Unglauben ungehorsam sein“; der Ungehorsam besteht im Unglauben; substantiviert: „die im Unglauben nicht Gehorchenden“