Neues Testament
Römer Kapitel 9
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Ich sage [die] Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wobei mein Gewissen Zeugnis gibt, zusammen mit mir, im Heiligen Geist:
2dass ich große Traurigkeit habe und unablässigen Schmerz [in] meinem Herzen;
3denn ich wünschte mir, ich selbst wäre ein Verbannter, von dem Gesalbten [getrennt] ‹eig.: weg von dem Gesalbten›, zugunsten1 meiner Brüder, meiner Verwandten nach [dem] Fleisch,
4welche Israeliten sind, deren die Sohnesstellung [ist] und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der [heilige] Dienst2 und die Verheißungen,
5deren die Väter [sind] und aus denen der Gesalbte [ist], [dem] Fleische nach, der über allem ‹o.: allen› Seiende. Gott – gelobt in die Äonen! ‹o.: Gott [sei] gelobt in die Äonen!; o.: der über allen Seiende, Gott, gelobt in die Äonen!› Amen!
6[Es ist] aber nicht so, dass das Wort Gottes hinfällig geworden3 wäre; denn nicht alle, die aus Israel [sind], diese [sind] Israel.
7Auch [sind] sie nicht alle Kinder, [bloß] weil sie Same Abrahams sind. Sondern: „In Isaak wird dir ein Same genannt werden“. (1Mo 21,12)
8Das ist: Nicht die Kinder des Fleisches, [nicht] diese [sind] Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet ‹o.: erachtet›.
9Denn ein [Wort der] Verheißung [ist] dieses Wort: „Zu diesem [bestimmten] Zeitpunkt werde ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben.“ (1Mo 18,10.14)
10 Aber nicht nur [da], sondern auch als Rebekka schwanger war, von einem, von Isaak, unserem Vater,
11 denn als sie noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Übles getan hatten, – damit der Vorsatz Gottes gemäß Erwählung [bestehen] bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Rufenden, –
12 wurde zu ihr gesagt: „Der Größere ‹o.: Ältere› wird dem Kleineren Knecht sein.“ (1Mo 25,23)
13 So wie geschrieben ist: „Jakob liebte ich, aber Esau hasste ich ‹o.: von Esau nahm ich Abstand›.“ (Mal 1,2.3)
14 Was sollen4 wir also sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne!
15 Denn zu Mose sagt er: „Ich werde barmherzig sein, gegen wen immer ich barmherzig bin, und werde mich erbarmen, über wen immer ich mich erbarme.“ (2Mo 33,19)
16 Folglich [ist es] nicht [eine Sache] des Wollenden noch des Laufenden, sondern des barmherzig seienden Gottes.
17 Es sagt ja die Schrift zum Pharao: „Eben hierzu weckte ich dich auf5 ‹eig.: weckte ich dich [gleichsam vom Tode] auf [anstatt dich strafbar sterben zu lassen]; LXX: bewahrte ich dich; Mas. T.: ließ ich dich bestehen›, damit ich an dir meine Kraft erzeige und damit mein Name [weithin] verkündet werde im ganzen Land6.“ (2Mo 9,16)
18 Folglich: Gegen wen er will, ist er barmherzig; und wen er will, verhärtet er.
19 Du wirst nun zu mir sagen: „Was tadelt er noch? Denn wer hat seinem Entschluss widerstanden?“
20 So?! Wer bist du, o Mensch, der du Gott entgegentrittst ‹o.: gegen Gott redest; wörtl.: gegen-antwortest›? Wird ‹o.: Sollte›7 etwa das Geformte zum Formenden sagen: „Warum hast du mich so gemacht?“
21 Oder hat der Töpfer nicht Vollmacht ‹o.: Autorität› über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zu ‹o.: für› Ehre zu machen und das andere zu ‹o.: für› Unehre?
22 Wenn nun Gott, obwohl er Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, in viel Geduld [die] Gefäße [des] Zorns getragen hat, [die] zu[m] Umkommen ‹, zu[m] Untergang,› zugerichtet ‹, zugerüstet, fertig geworden,›8 [waren]?
23 – und damit er bekannt mache den Reichtum seiner Herrlichkeit an [den] Gefäßen [der] Barmherzigkeit, die er zu ‹o.: für› Herrlichkeit vorherbereitete,
24 [an uns,] die er auch rief, nicht nur aus [den] Juden, sondern auch aus [den] Völkern ‹o.: [den] Heiden› –?9
25 Wie er auch in Hosea sagt: „Ich werde das Nicht-Mein-Volk ‘mein Volk’ nennen und die Nicht-Geliebte ‘Geliebte’“ (Hos 2,25)
26 und: „Es wird geschehen, an dem Ort, an dem zu ihnen gesagt wurde: ‘Ihr [seid] nicht mein Volk’, dort werden sie ‘Söhne [des] lebenden Gottes’ genannt werden.“ (Hos 2,1)
27 Aber Jesaja schreit über Israel: „Wäre [auch] die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres ‹, der Sand der Meeresküste›, [nur] der Überrest wird gerettet werden,
28 denn er vollendet ‹eig.: [ist] vollendend› [die] Sache in Gerechtigkeit und kürzt [sie] ab ‹eig.: [ist sie] abkürzend; wird [sie] rasch abschließen›, weil [der] Herr eine abgekürzte ‹o.: rasch abgeschlossene› Sache tun wird in dem Lande.“ (Jes 10,22.23)10
29 Und wie Jesaja zuvor sagte: „Wenn der Herr Zebaoth ‹, der Herr der Heere,› uns nicht einen Samen übrig gelassen hätte, wären wir wie Sodom geworden und Gomorra gleichgemacht worden.“ (Jes 1,9)
30 Was sollen11 wir also sagen? Dass [die] Völker ‹, [die] Heiden›, die nicht [der] Gerechtigkeit nachjagten, Gerechtigkeit erlangten, eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben ‹o.: aufgrund von Glauben; auf der Basis von Glauben› [ist],
31 [dass] Israel aber, [dem] Gesetz [der] Gerechtigkeit nachjagend, nicht zu[m] Gesetz [der] Gerechtigkeit gelangt ist.12
32 Weshalb [nicht]? Weil es nicht aus Glauben ‹o.: auf der Basis von Glauben› [geschah], sondern gewissermaßen aus Gesetzeswerken ‹o.: auf der Basis von Gesetzeswerken›!, denn sie stießen sich an dem Stein des Anstoßes ‹d. h.: an dem Stein, an dem man sich stößt, über den man stolpert und zu Fall kommt›13,
33 so wie geschrieben ist: „Siehe!, ich lege in Zion einen Stein [des] Anstoßes14 und einen Fels [des] Ärgernisses15. Und jeder16 an ihn Glaubende17 wird nicht zuschanden werden18.“ (Jes 8,14; 28,16 LXX)19
2dass ich große Traurigkeit habe und unablässigen Schmerz [in] meinem Herzen;
3denn ich wünschte mir, ich selbst wäre ein Verbannter, von dem Gesalbten [getrennt] ‹eig.: weg von dem Gesalbten›, zugunsten1 meiner Brüder, meiner Verwandten nach [dem] Fleisch,
4welche Israeliten sind, deren die Sohnesstellung [ist] und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der [heilige] Dienst2 und die Verheißungen,
5deren die Väter [sind] und aus denen der Gesalbte [ist], [dem] Fleische nach, der über allem ‹o.: allen› Seiende. Gott – gelobt in die Äonen! ‹o.: Gott [sei] gelobt in die Äonen!; o.: der über allen Seiende, Gott, gelobt in die Äonen!› Amen!
6[Es ist] aber nicht so, dass das Wort Gottes hinfällig geworden3 wäre; denn nicht alle, die aus Israel [sind], diese [sind] Israel.
7Auch [sind] sie nicht alle Kinder, [bloß] weil sie Same Abrahams sind. Sondern: „In Isaak wird dir ein Same genannt werden“. (1Mo 21,12)
8Das ist: Nicht die Kinder des Fleisches, [nicht] diese [sind] Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet ‹o.: erachtet›.
9Denn ein [Wort der] Verheißung [ist] dieses Wort: „Zu diesem [bestimmten] Zeitpunkt werde ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben.“ (1Mo 18,10.14)
10 Aber nicht nur [da], sondern auch als Rebekka schwanger war, von einem, von Isaak, unserem Vater,
11 denn als sie noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Übles getan hatten, – damit der Vorsatz Gottes gemäß Erwählung [bestehen] bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Rufenden, –
12 wurde zu ihr gesagt: „Der Größere ‹o.: Ältere› wird dem Kleineren Knecht sein.“ (1Mo 25,23)
13 So wie geschrieben ist: „Jakob liebte ich, aber Esau hasste ich ‹o.: von Esau nahm ich Abstand›.“ (Mal 1,2.3)
14 Was sollen4 wir also sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Das sei ferne!
15 Denn zu Mose sagt er: „Ich werde barmherzig sein, gegen wen immer ich barmherzig bin, und werde mich erbarmen, über wen immer ich mich erbarme.“ (2Mo 33,19)
16 Folglich [ist es] nicht [eine Sache] des Wollenden noch des Laufenden, sondern des barmherzig seienden Gottes.
17 Es sagt ja die Schrift zum Pharao: „Eben hierzu weckte ich dich auf5 ‹eig.: weckte ich dich [gleichsam vom Tode] auf [anstatt dich strafbar sterben zu lassen]; LXX: bewahrte ich dich; Mas. T.: ließ ich dich bestehen›, damit ich an dir meine Kraft erzeige und damit mein Name [weithin] verkündet werde im ganzen Land6.“ (2Mo 9,16)
18 Folglich: Gegen wen er will, ist er barmherzig; und wen er will, verhärtet er.
19 Du wirst nun zu mir sagen: „Was tadelt er noch? Denn wer hat seinem Entschluss widerstanden?“
20 So?! Wer bist du, o Mensch, der du Gott entgegentrittst ‹o.: gegen Gott redest; wörtl.: gegen-antwortest›? Wird ‹o.: Sollte›7 etwa das Geformte zum Formenden sagen: „Warum hast du mich so gemacht?“
21 Oder hat der Töpfer nicht Vollmacht ‹o.: Autorität› über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zu ‹o.: für› Ehre zu machen und das andere zu ‹o.: für› Unehre?
22 Wenn nun Gott, obwohl er Zorn erzeigen und seine Macht kundtun wollte, in viel Geduld [die] Gefäße [des] Zorns getragen hat, [die] zu[m] Umkommen ‹, zu[m] Untergang,› zugerichtet ‹, zugerüstet, fertig geworden,›8 [waren]?
23 – und damit er bekannt mache den Reichtum seiner Herrlichkeit an [den] Gefäßen [der] Barmherzigkeit, die er zu ‹o.: für› Herrlichkeit vorherbereitete,
24 [an uns,] die er auch rief, nicht nur aus [den] Juden, sondern auch aus [den] Völkern ‹o.: [den] Heiden› –?9
25 Wie er auch in Hosea sagt: „Ich werde das Nicht-Mein-Volk ‘mein Volk’ nennen und die Nicht-Geliebte ‘Geliebte’“ (Hos 2,25)
26 und: „Es wird geschehen, an dem Ort, an dem zu ihnen gesagt wurde: ‘Ihr [seid] nicht mein Volk’, dort werden sie ‘Söhne [des] lebenden Gottes’ genannt werden.“ (Hos 2,1)
27 Aber Jesaja schreit über Israel: „Wäre [auch] die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres ‹, der Sand der Meeresküste›, [nur] der Überrest wird gerettet werden,
28 denn er vollendet ‹eig.: [ist] vollendend› [die] Sache in Gerechtigkeit und kürzt [sie] ab ‹eig.: [ist sie] abkürzend; wird [sie] rasch abschließen›, weil [der] Herr eine abgekürzte ‹o.: rasch abgeschlossene› Sache tun wird in dem Lande.“ (Jes 10,22.23)10
29 Und wie Jesaja zuvor sagte: „Wenn der Herr Zebaoth ‹, der Herr der Heere,› uns nicht einen Samen übrig gelassen hätte, wären wir wie Sodom geworden und Gomorra gleichgemacht worden.“ (Jes 1,9)
30 Was sollen11 wir also sagen? Dass [die] Völker ‹, [die] Heiden›, die nicht [der] Gerechtigkeit nachjagten, Gerechtigkeit erlangten, eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben ‹o.: aufgrund von Glauben; auf der Basis von Glauben› [ist],
31 [dass] Israel aber, [dem] Gesetz [der] Gerechtigkeit nachjagend, nicht zu[m] Gesetz [der] Gerechtigkeit gelangt ist.12
32 Weshalb [nicht]? Weil es nicht aus Glauben ‹o.: auf der Basis von Glauben› [geschah], sondern gewissermaßen aus Gesetzeswerken ‹o.: auf der Basis von Gesetzeswerken›!, denn sie stießen sich an dem Stein des Anstoßes ‹d. h.: an dem Stein, an dem man sich stößt, über den man stolpert und zu Fall kommt›13,
33 so wie geschrieben ist: „Siehe!, ich lege in Zion einen Stein [des] Anstoßes14 und einen Fels [des] Ärgernisses15. Und jeder16 an ihn Glaubende17 wird nicht zuschanden werden18.“ (Jes 8,14; 28,16 LXX)19
Fußnoten
- 1 9,3 hyper
- 2 9,4 d. h.: der kultische Gottesdienst; latreia
- 3 9,6 wörtl.: hingefallen; vgl. Jos 21,45; 23,14
- 4 9,14 modales Futur
- 5 9,17 exeegeira se
- 6 9,17 o.: in der ganzen [umliegenden] Länderregion; gee (heb. äräz); „Erde, Erdboden, Land, [umliegende] Länderregion“
- 7 9,20 modales Futur
- 8 9,22 kateertismena; nicht dasselbe Wort wie 9,23 (proeetoimasen)
- 9 9,24 Der Satz wird nicht zu Ende geführt.
- 10 9,28 Wort [2x]: logos; NA: denn [das] Wort vollendend und abrupt abschließend wird der Herr im Lande handeln.
- 11 9,30 modales Futur
- 12 9,31 NA: ist zu[m] Gesetz nicht gelangt.
- 13 9,32 genitivus obiectivus
- 14 9,33 d. h.: einen Stein, an dem man sich stößt, über den man stolpert und zu Fall kommt
- 15 9,33 o.: einen Fallstrick; einen Anlass zum Stolpern und Fallen
- 16 9,33 NA: der
- 17 9,33 Partizip Präsens durativ: jeder beständig an ihn Glaubende
- 18 9,33 Der Mas. Text hat in Jes 28,16 „der Glaubende wird nicht fliehen“.
- 19 9,33 Röm 9,33 ist ein interpretatives Zitat von Jes 8,14 u. 28,16 (LXX), wobei ptooma (Leib) durch skandalon (Anstoß) interpretiert wurde.