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Neues Testament

Römer Kapitel 3

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Was [ist] also der Vorteil des Juden oder was der Nutzen der Beschneidung?
2Viel, in jeder Hinsicht. Zuerst nämlich, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut wurden.
3Was [ist] nämlich, wenn etliche untreu waren ‹und ungläubig waren; o.: sich als untreu erwiesen›? Wird ihre Untreue ‹und ihr Unglaube› die Treue ‹und Glaubwürdigkeit› Gottes zunichte machen ‹, außer Wirksamkeit setzen›?
4Das sei ferne! ‹o.: Niemals!; eig.: Möge es nicht sein!› Gott erweise sich als wahrhaftig, jeder Mensch aber als Lügner, so wie geschrieben ist: „Auf dass du als gerecht erfunden werdest ‹o.: als gerecht dastehst; Freispruch erhältst› in deinen Worten und siegreich seist, wenn du gerichtet wirst ‹o.: wenn man mit dir rechtet›.“ (Ps 51,6)
5Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit hervorhebt, was sollen1 wir sagen? [Ist] Gott etwa ungerecht, der da Zorn ‹bzw. Zorngericht› verhängt? – Ich rede nach Menschen[weise]. –
6Das sei ferne! Wie sollte2 Gott sonst die Welt richten [können]?
7Wenn nämlich3 die Wahrhaftigkeit Gottes durch meine Lüge reicher wurde zu seiner Herrlichkeit, warum werde ich auch noch als Sünder gerichtet?
8Und [ist es] etwa so, wie wir gelästert werden und wie etliche behaupten, dass wir sagen: „Lasst uns das Üble tun, damit Gutes komme“? – Deren Gericht ist gerecht.
9Was also? Haben wir [etwas] voraus? ‹Haben wir einen Vorzug?› Ganz und gar nicht!, wir beschuldigten ja vorhin Juden und auch Griechen, dass sie alle unter [der] Sünde sind,
10 wie geschrieben ist: „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer.
11 Da ist kein Verständiger. Da ist kein [stetig] nach Gott Suchender4.
12 Alle sind abgewichen, alle zusammen sind untauglich geworden. Da ist kein [stetig] Freundlichkeit Übender.5 Es ist nicht so viel wie einer.“ (V. 12-18: Ps 13,3 LXX; s. Ps 14,1–3; 53,2–4)
13 „Ihr Schlund [ist] ein geöffnetes Grab. Mit ihren Zungen handeln6 sie trügerisch.“ (Ps 5,10; 14,3) „Otterngift [ist] unter ihren Lippen.“ (Ps 140,4)
14 „Deren Mund [ist] mit Fluch und Bitterkeit gefüllt.“ (Ps 10,7)
15 „Ihre Füße [sind] schnell, Blut zu vergießen.
16 Zerstörung und Elend [sind] auf ihren Wegen,
17 und den Weg [des] Friedens kennen7 sie nicht.“ (Jes 59,7.8)
18 „Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.“8 (Ps 36,2; V. 12-18: Ps 13,3 LXX)
19 Wir wissen aber: Alles, was auch immer das Gesetz sagt, redet es für die, die im Gesetz sind; damit jeder Mund gestopft werde und die gesamte Welt unter den Rechtsspruch ‹o.: gerechten Richterspruch› vor Gott komme.
20 Daher: Aus Werken [des] Gesetzes wird kein Fleisch vor ihm gerechtgemacht werden, denn durch [das] Gesetz [kommt] Erkenntnis der Sünde.
21 Jetzt ist aber ohne Gesetz [die] Gottesgerechtigkeit offenbar geworden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten,
22 eine Gottesgerechtigkeit aber durch ‹o.: über; via› Glauben [an] Jesus Christus9 für alle und auf alle Glaubenden10. Es ist nämlich kein Unterschied,
23 denn alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes ‹, erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, reichen nicht an sie heran›,
24 [und] sie werden geschenkweise gerechtgemacht [durch] seine Gnade, durch die Erlösung ‹o.: Befreiung›, die in Christus Jesus [ist],
25 den Gott hinstellte als Sühnegabe ‹o.: als eine versöhnlich-stimmende Gabe; o.: als einen Sühneort›11 durch den Glauben, in seinem Blut ‹o.: durch sein Blut›, zu[m] Erweis ‹o.: zur Demonstration› seiner Gerechtigkeit wegen des Hinweggehens über die ‹o.: wegen des Vorbeilassens (o.: Ungestraftlassens) der› zuvor geschehenen Versündigungen,
26 in der Nachsicht ‹eig.: in dem Ansichhalten› Gottes, im Hinblick auf den Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeitfrist, dazu, dass er gerecht sei und gerechtmache den, [der] aus Glauben [an] Jesus [ist].
27 Wo [ist] nun das Rühmen? Es wurde ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein!, sondern durch [das] Gesetz [des] Glaubens.
28 Wir rechnen ‹und folgern, ziehen den Schluss,› also, dass ein Mensch durch Glauben gerechtgemacht wird, unabhängig von Werken [des] Gesetzes ‹eig.: ohne Gesetzeswerke›.
29 Oder [ist er] Gott [der] Juden allein? Nicht auch [der] Völker ‹o.: Heiden›? Ja, auch [der] Völker,
30 da es doch ein Gott ist, der gerechtmachen wird [die] Beschnittenen12 aus Glauben und [die] Unbeschnittenen13 durch den Glauben.
31 Machen wir also [das] Gesetz zunichte ‹o.: Setzen wir das Gesetz außer Wirksamkeit› durch den Glauben? Das sei ferne! ‹Niemals!›, sondern wir richten das Gesetz auf.

Fußnoten

  1. 1 3,5 modales Futur
  2. 2 3,6 modales Futur
  3. 3 3,7 NA: Wenn aber
  4. 4 3,11 Partizip Präsens durativ
  5. 5 3,12 Partizip Präsens durativ
  6. 6 3,13 vmtl. gnomischer (zeitloser) Aorist
  7. 7 3,17 gnomischer Aorist
  8. 8 3,18 Die Verse 3,12-18 sind ein wörtliches Zitat des Verses Ps 13,3 der griech. Üs.
  9. 9 3,22 wörtl.: Glauben Jesu Christi; Genitiv des Objekts (genitivus obiectivus)
  10. 10 3,22 Partizip Präsens durativ: beständig Glaubenden – NA: ohneauf alle Glaubenden
  11. 11 3,25 hilasteerion, in der LXX für den Deckel der Bundeslade, dem Ort der Begegnung mit Gott (2Mo 25,18–22; 3Mo 16,15), ebenso in Hebr 9,5
  12. 12 3,30 eig.: [die] Beschneidung
  13. 13 3,30 eig.: [die] Unbeschnittenen; Grundbed.: Vorhaut