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Neues Testament

Johannes Kapitel 6

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Danach ging Jesus weg ans jenseitige [Ufer] des Meeres von Galiläa, [des Meeres] von Tiberias.
2Und es folgte ihm eine zahlreiche Menge, weil sie seine Zeichen sahen, die er an den Kranken ‹und Kraftlosen› tat.
3Jesus ging an den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern.
4Es war aber nahe das Passa, das Fest der Juden.
5Als Jesus nun die Augen erhob und schaute ‹und sah›, dass eine zahlreiche Menge zu ihm kommt, sagt er, zu Philippus [gewandt]: „Woher werden wir Brote kaufen, damit diese essen können?“
6Das sagte er aber, um ihn zu prüfen, denn er selbst wusste, was er im Begriff war zu tun.
7Philippus antwortete ihm: „Brote für zweihundert Denare reichen nicht aus für sie, damit ein jeder von ihnen [auch nur] ein wenig bekomme.“
8Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagt zu ihm:
9„Es ist ein kleines Kindchen hier, das fünf Gerstenbrote und zwei Fische1 hat. Was ist das jedoch für so viele?“
10 Jesus sagte: „Macht, dass sich die Menschen lagern.“ Es gab viel Gras an dem Ort; sie lagerten sich also, die Männer an Zahl etwa fünftausend.
11 Jesus nahm die Brote, und als er gedankt hatte, teilte er sie den Jüngern aus. Die Jünger aber [teilten] sie denen aus,2 die sich [zu Tisch] gelagert hatten, ebenso auch von den Fischen3, so viel sie wollten.
12 Als sie [an]­gefüllt ‹und satt› waren, sagt er zu seinen Jüngern: „Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts umkomme.“
13 Da sammelten sie, und sie füllten zwölf [große] Tragkörbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen, die gegessen hatten, übrig blieben.
14 Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus4 tat, sagten sie: „Dieser ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommende ‹o.: der in die Welt kommen soll›5.“
15 Jesus nun, als er zur Kenntnis nahm, dass sie im Begriff standen, zu kommen und ihn wegzureißen, damit sie ihn zu[m] König machten, entwich ‹und zog sich zurück› auf den Berg, er allein.
16 Als es Abend geworden war, waren seine Jünger ans Meer hinabgestiegen
17 und ins Boot gestiegen. Und sie fuhren auf die andere Seite des Meeres in Richtung Kapernaum. Und es war schon dunkel geworden, und Jesus war nicht6 zu ihnen gekommen.
18 Und das Meer war aufgewühlt ‹eig.: geweckt›, weil ein starker Wind wehte.
19 Als sie daraufhin etwa fünfundzwanzig bis dreißig Stadien ‹d. h.: 4,6–5,5 km› gerudert sind, schauen sie [und sehen] Jesus auf dem Meer wandeln und nahe ans Boot gelangen. Und sie gerieten in Furcht.
20 Aber er sagt zu ihnen: „Ich bin’s! Fürchtet euch nicht!“
21 Da wollten sie ihn ins Boot nehmen. Und sogleich gelangte das Boot an das Land, wohin sie unterwegs gewesen waren.
22 Am folgenden [Tag], als die Menge, die jenseits des Meeres stand, sah, dass kein weiteres kleines Boot dort war, außer dem einen, in welches seine Jünger gestiegen waren,7 und dass Jesus nicht gemeinsam mit seinen Jüngern in das kleine Boot gestiegen war, sondern seine Jünger allein abgefahren waren
23 – es kamen aber andere kleine Boote aus Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten, nachdem der Herr gedankt hatte.
24 Als nun die Menge sah, dass Jesus nicht da war, noch seine Jünger, stiegen sie in die Boote und kamen nach Kapernaum hinein und suchten Jesus.
25 Und als sie ihn jenseits des Meeres gefunden hatten, sagten sie zu ihm: „Rabbi, wann bist du hierher gelangt?“
26 Jesus antwortete ihnen: „Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Ihr sucht mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
27 Wirkt nicht für die Speise, die umkommt, sondern für die Speise, die in[s] ewige8 Leben bleibt, die der Sohn des Menschen euch geben wird, denn diesen besiegelte ‹und bestätigte› der Vater, Gott.“
28 Darauf sagten sie zu ihm: „Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes ‹, die gottgefälligen Tätigkeiten, die von Gott geforderten bzw. gewünschten Tätigkeiten,›9 wirken?“
29 Jesus antwortete ihnen: „Dies ‹o.: Folgendes› ist das Werk Gottes ‹o.: die gottgefällige Tätigkeit›: dass10 ihr an den glaubt, den er sandte.“
30 Da sagten sie zu ihm: „Was tust du also für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?
31 Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben ist: ‘Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.’“
32 Da sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das Brot aus dem Himmel, das wahrhafte,
33 denn das Brot Gottes ist das, das aus dem Himmel niederkommt und der Welt Leben gibt.“
34 Darauf sagten sie zu ihm: „Herr, gib uns allezeit dieses Brot!“
35 Jesus sagte zu ihnen: „Ich bin das Brot des Lebens: Der, der [beständig] zu mir kommt,11 [den] wird gewiss nicht hungern, und der, der an mich glaubt,12 [den] wird gewiss niemals dürsten.
36 Jedoch, ich sagte euch [schon], dass ihr mich wohl gesehen habt und [doch] nicht glaubt.
37 Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und den zu mir Kommenden werde ich keinesfalls hinaustun ‹Grundbed.: hinauswerfen›,
38 weil ich aus dem Himmel niedergestiegen bin, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich schickte.
39 Dies nun ist der Wille des Vaters13, der mich schickte: dass ich nichts umkommen lasse von dem, was er mir gegeben hat, sondern es auferstehen lasse ‹eig.: auferstehen mache› am letzten Tag.
40 Dies nun ist der Wille dessen, der mich schickte: dass jeder, der auf den Sohn schaut und an ihn glaubt14, ewiges15 Leben habe. Und ich werde ihn auferstehen lassen am letzten Tag.“
41 Da murrten die Juden über ihn, da er sagte: ‘Ich bin das Brot, das aus dem Himmel niedergestiegen ist.’
42 Und sie sagten: „Ist dieser nicht Jesus, Josefs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt er jetzt: ‘Ich bin aus dem Himmel niedergestiegen’?“
43 Darauf antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Murrt nicht untereinander!
44 Niemand kann zu mir hin kommen, wenn nicht der Vater, der mich schickte, ihn ziehe, und ich werde ihn auferstehen lassen am letzten Tag.
45 Es ist geschrieben in den Propheten: ‘Sie werden alle von Gott gelehrt sein.’ (Jes 54,13) Jeder nun, der vom Vater hört16 und [von ihm] gelernt hat, kommt zu mir.
46 Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte. Nur der von Gott Seiende, der hat den Vater gesehen.
47 Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Der an mich17 Glaubende18 hat ewiges19 Leben.
48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter aßen das Manna in der Wüste und starben.
50 Dieses ist das Brot, das aus dem Himmel niedersteigende, damit man von ihm esse und nicht sterbe.
51 Ich bin das lebende Brot, das aus dem Himmel niedersteigende. Wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in den Äon ‹, in Ewigkeit›. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben ‹o.: zugunsten des Lebens›20 der Welt.“21
52 Es hatten nun die Juden Streit untereinander: „Wie kann dieser uns das Fleisch zu essen geben?“, sagten sie.
53 Da sagte Jesus zu ihnen: „Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, habt ihr nicht Leben in euch.
54 Der, der mein Fleisch kaut ‹und isst› und mein Blut trinkt22, hat ewiges23 Leben, und ich werde ihn auferstehen lassen am letzten Tag,
55 denn mein Fleisch ist wahrlich Speise, und mein Blut ist wahrlich Trank.
56 Der mein Fleisch Kauende ‹und Essende› und mein Blut Trinkende bleibt ‹und weilt› in mir, und ich in ihm.
57 So wie der lebende Vater mich sandte und ich des Vaters wegen lebe, [so] auch der, der mich kaut ‹und isst›,24 auch jener wird leben meinetwegen.
58 Dieses ist das Brot, das aus dem Himmel niederstieg. Nicht wie eure25 Väter das Manna aßen und starben: Der, der dieses Brot kaut ‹und isst›,26 wird leben in den Äon ‹, in Ewigkeit›.“
59 Diese [Dinge] sagte er, als er in Kapernaum in einer Synagoge lehrte.
60 Viele von seinen Jüngern nun, als sie [es] hörten, sagten: „Dieses Wort ist hart. Wer kann es hören?“
61 Jesus aber, in sich selbst wissend, dass seine Jünger hierüber murrten, sagte zu ihnen: „Nehmt ihr an diesem Anstoß?
62 [Was], wenn ihr nun den Sohn des Menschen aufsteigen schaut, [dahin], wo er zuvor war?
63 Der Geist ist es, der lebend macht. Das Fleisch nützt nichts. Die Aussprüche27, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.
64 Es sind jedoch einige unter euch, die nicht glauben.“ Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche die sind, die nicht glaubten, und wer der ist, der ihn ‹verraten und› ausliefern werde.
65 Und er sagte: „Deshalb habe ich euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, wenn es ihm nicht von meinem28 Vater her gegeben ist.“
66 Wegen dieses [Wortes] gingen viele seiner Jünger weg, zurück, und wandelten nicht mehr mit ihm.
67 Da sagte Jesus zu den Zwölf: „Wollt etwa auch ihr hingehen?“
68 Darauf antwortete ihm Simon Petrus: „Herr, zu wem hin sollen wir weggehen? Du hast Aussprüche29 ewigen30 Lebens.
69 Und wir haben geglaubt und [er]­kannt, dass du der Gesalbte bist, der Sohn des lebenden Gottes.“31
70 Jesus antwortete ihnen: „Erwählte ich nicht euch, die Zwölf? Und von euch ist einer ein Teufel ‹, ein Verleumder›.“
71 Er sprach aber von Judas, dem [Sohn] des Simon, dem Iskariot, denn dieser hatte vor, ihn ‹zu verraten und› auszuliefern32. Er war einer von den Zwölf.

Fußnoten

  1. 1 6,9 opsarion, Fisch als Zukost zum Brot; so a. V. 11; 21,9.10.13
  2. 2 6,11 NA: teilte er sie denen aus, die sich [zu Tisch] gelagert hatten (ohne den Jüngern aus. Die Jünger aber)
  3. 3 6,11 eig.: von der Zukost (im Griech. Mehrzahl); opsarion, gemeint ist Fisch als Zukost zum Brot
  4. 4 6,14 NA: ohne Jesus
  5. 5 6,14 Partizip Präsens mit Zukunftsbedeutung; wie Mt 11,3; 23,39; Joh 11,27
  6. 6 6,17 NA: noch nicht
  7. 7 6,22 NA: ohne in welches seine Jünger gestiegen waren
  8. 8 6,27 aioonios; äonische
  9. 9 6,28 Genitiv des Objekts (genitivus obiectivus); so a. V. 29
  10. 10 6,29 o.: [es zielt darauf hin], dass; hina
  11. 11 6,35 Partizip Präsens durativ: der fortwährend zu mir Kommende
  12. 12 6,35 Partizip Präsens durativ: der beständig an mich Glaubende
  13. 13 6,39 NA: ohne Vaters
  14. 14 6,40 zweimal Partizip Präsens durativ: der stetig Schauende und … Glaubende
  15. 15 6,40 aioonios; äonisches
  16. 16 6,45 Partizip Präsens durativ: Jeder nun stetig vom Vater Hörende
  17. 17 6,47 NA: ohne an mich
  18. 18 6,47 Partizip Präsens durativ: Der beständig an mich Glaubende
  19. 19 6,47 aioonios; äonisches
  20. 20 6,51 hyper
  21. 21 6,51 NA: ohne das zweite das ich geben werde
  22. 22 6,54 Partizip Präsens durativ: der stetig mein Fleisch Kauende [und Essende] und mein Blut Trinkende
  23. 23 6,54 aioonios; äonisches
  24. 24 6,57 Partizip Präsens durativ: der stetig mich Kauende [und Essende]
  25. 25 6,58 NA: ohne eure
  26. 26 6,58 Partizip Präsens durativ: Der stetig dieses Brot Kauende [und Essende]
  27. 27 6,63 hreema, das gesprochene Wort
  28. 28 6,65 NA: ohne meinem
  29. 29 6,68 hreema, das gesprochene Wort
  30. 30 6,68 aioonios; äonischen
  31. 31 6,69 NA: dass du der Heilige Gottes bist.
  32. 32 6,71 o.: stand im Begriff … auszuliefern; emellen