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Neues Testament

Johannes Kapitel 8

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Jesus aber ging an den Ölberg.
2Aber früh am Morgen kam er wieder zur Tempelstätte. Und alles Volk begann zu kommen1. Und er setzte sich und lehrte sie.
3Da führen die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine beim Ehebruch ergriffene Frau zu ihm. Und sie stellen sie in [die] Mitte
4und sagen, [ihn] versuchend ‹, [ihn] auf die Probe stellend›, zu ihm: „Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen.
5Im Gesetz gebot uns Mose, dass solche gesteinigt werden sollten. Du nun, was sagst du?“
6Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen ‹, auf die Probe zu stellen›, damit sie [etwas] hätten, um ihn anzuklagen. Aber Jesus, sich niedergebückt habend, schrieb, ohne Notiz zu nehmen,2 mit dem Finger in die Erde.
7Als sie aber dabei blieben, ihn zu befragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: „Der von euch Sündlose werfe als Erster den Stein auf sie.“
8Und, sich wieder niedergebückt habend, schrieb er in die Erde.
9Sie nun, [es] gehört habend und vom Gewissen überführt3, gingen hinaus, einer nach dem anderen, angefangen von den Ältesten bis zu den Letzten4. Und Jesus blieb allein zurück – und die Frau, die in [der] Mitte war.
10 Als sich Jesus nun aufrichtete und niemanden schaute, außer der Frau, sagte er zu ihr: „Wo sind jene, deine Ankläger? Keiner hat dich verurteilt?“
11 Sie sagte: „Keiner, Herr.“ Jesus sagte: „Auch ich verurteile dich nicht. Gehe hin und sündige nicht mehr!“5
12 Darauf redete Jesus wieder zu ihnen; er sagte: „Ich bin das Licht der Welt. Der mir Nachfolgende6 wird nicht in der Dunkelheit wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
13 Daraufhin sagten zu ihm die Pharisäer: „Du gibst Zeugnis über dich selbst. Dein Zeugnis ist nicht wahr ‹, nicht zuverlässig›.“
14 Jesus antwortete ihnen: „Selbst wenn ich über mich selbst Zeugnis gebe, ist mein Zeugnis wahr ‹, zuverlässig›, weil ich weiß, woher ich kam und wo ich hingehe. Aber ihr wisst nicht [wirklich], woher ich komme und wo ich hingehe.
15 Ihr urteilt ‹o.: richtet› nach dem Fleisch. Ich urteile ‹o.: richte› über niemanden.
16 Wenn aber auch ich urteile ‹o.: richte›, ist mein Urteil ‹o.: Gericht› wahr ‹und zuverlässig›, weil ich nicht alleine bin, sondern ich und der Vater, der mich schickte.
17 Es ist aber auch in eurem Gesetz geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.
18 Ich bin’s, der [ich] über mich selbst Zeugnis gebe, und der Vater, der mich schickte, gibt Zeugnis über mich.“
19 Darauf sagten sie zu ihm: „Wo ist dein Vater?“ Jesus antwortete: „Weder mich noch meinen Vater kennt ihr [wirklich]. Wenn ihr mich [wirklich] gekannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater [wirklich] gekannt haben.“
20 Diese Aussprüche redete Jesus im Schatzhaus, als er in der Tempelstätte lehrte. Und niemand nahm ihn fest, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
21 Daraufhin sagte Jesus7 wieder zu ihnen: „ich gehe hin. Und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, [dahin] könnt ihr nicht kommen.“
22 Da sagten die Juden: „Will er denn etwa gar sich selbst töten, weil er sagt: ‘Wohin ich gehe, [dahin] könnt ihr nicht kommen’?“
23 Und er sagte zu ihnen: „Ihr seid aus den unteren [Bereichen]. Ich bin aus den oberen [Bereichen]. Ihr seid von dieser Welt. Ich bin nicht von dieser Welt.
24 Also sagte ich zu euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet. Wenn ihr nämlich nicht glaubt, dass ich [es] bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.“
25 Darauf sagten sie zu ihm: „Wer bist du?“ Und Jesus sagte zu ihnen: „Zuerst einmal das, was ich euch auch sage.
26 Vieles habe ich euch bezüglich zu sagen und zu urteilen ‹o.: zu richten›. Der jedoch, der mich schickte, ist wahrhaftig, und [genau] das, was ich von ihm gehört habe, das sage ich zur Welt.“
27 Sie [er]­kannten nicht, dass er zu ihnen [vom] Vater sagte.
28 Also sagte Jesus zu ihnen: „Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht habt, dann werdet ihr [er]­kennen, dass ich [es] bin und ich nicht von mir selbst aus handle, sondern so, wie mich mein8 Vater lehrte, das rede ich.
29 Und der, der mich schickte, ist bei mir. Der Vater9 lässt mich nicht allein, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue.“
30 Als er diese [Dinge] redete, glaubten viele an ihn.
31 Jesus sagte also zu den Juden, die ihm geglaubt hatten ‹und glaubten›10: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrlich meine Jünger.
32 Und ihr werdet die Wahrheit [er]­kennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“
33 Sie antworteten ihm: „Wir sind Same Abrahams und sind niemandem je versklavt gewesen. Wie sagst du: ‘Ihr sollt frei werden’?“
34 Jesus antwortete ihnen: „Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Jeder die Sünde Tuende ist ein Sklave der Sünde.
35 Aber der Sklave bleibt nicht ‹und weilt nicht› im Haus, in den Äon [nicht] ‹, in Ewigkeit [nicht]›. Der Sohn bleibt in den Äon ‹, in Ewigkeit›.
36 Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.
37 Ich weiß, dass ihr Abrahams Same seid, doch ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort in euch nicht Raum gewinnt ‹o.: nicht vorankommt; o.: keinen Platz hat›.
38 Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe ‹und sehe›11. Auch ihr nun tut, was ihr bei eurem Vater gesehen habt ‹und seht›.“12
39 Sie antworteten ihm: „Unser Vater ist Abraham!“ Jesus sagt zu ihnen: „Wenn ihr Kinder Abrahams wäret, würdet ihr die Taten ‹und Werke› Abrahams tun.
40 Jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der zu euch die Wahrheit geredet hat, die ich von Gott hörte. Das tat Abraham nicht.
41 Ihr tut die Taten ‹und Werke› eures Vaters.“ Darauf sagten sie zu ihm: „Wir sind nicht aus Unzucht geboren ‹o.: gezeugt›. Wir haben einen [einzigen] Vater, Gott!“
42 Darauf sagte Jesus zu ihnen: „Wäre Gott euer Vater, würdet ihr mich lieben. Denn ich, von Gott ging ich aus und bin ich gekommen. Ich bin ja nicht von mir selbst gekommen, sondern er sandte mich.
43 Warum [er]­kennt ‹und versteht› ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!
44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel ‹, dem Verleumder›, und das Begehren eures Vaters wollt ihr tun. Der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht in der Wahrheit gestanden, weil Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, [dann] redet er aus seinem Eigenen, weil er ein Lügner ist und der Vater derselben.
45 Aber weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.
46 Wer von euch überführt mich [der] Sünde?13 Wenn ich aber Wahrheit rede, warum glaubt ihr mir nicht?
47 Wer aus Gott14 ist, hört die Aussprüche Gottes. Deswegen hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“
48 Darauf antworteten die Juden und sagten zu ihm: „Sagen wir nicht zu Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?“
49 Jesus antwortete: „Ich habe keinen Dämon, sondern ehre meinen Vater. Und ihr verunehrt mich.
50 Aber ich suche nicht meine Herrlichkeit. Es ist einer [da], der [sie] sucht und der urteilt ‹o.: richtet›.
51 Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort hält ‹und bewahrt›, wird er den Tod nicht schauen, in den Äon ‹, in Ewigkeit›.“
52 Da sagten die Juden zu ihm: „Jetzt [er]­kennen wir, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: ‘Wenn jemand mein Wort hält ‹und bewahrt›, wird er den Tod nicht schmecken in den Äon ‹, in Ewigkeit›.’
53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Zu wem machst du dich selbst?“
54 Jesus antwortete: „Wenn ich mich selbst verherrliche, ist meine Herrlichkeit nichts. Mein Vater ist es, der mich verherrlicht, der, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
55 Und ihr habt ihn nicht [er]­kannt. Aber ich kenne ihn [wirklich]. Und wenn ich sagen sollte: ‘Ich kenne ihn nicht’, würde ich gleich wie ihr ein Lügner sein. Ich kenne ihn jedoch [wirklich], und sein Wort halte ‹und bewahre› ich.
56 Abraham, euer Vater, war hoch erfreut, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah [ihn] und freute sich.“
57 Darauf sagten die Juden zu ihm: „Noch keine fünfzig Jahre bist du und hast Abraham gesehen?“
58 Jesus sagte zu ihnen: „Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.“
59 Da hoben sie Steine auf, um [sie] auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging aus der Tempelstätte hinaus, indem er mitten durch sie hindurchging. Und auf diese Weise ging er weg.15

Fußnoten

  1. 1 8,2 ingressiver Aorist
  2. 2 8,6 NA: ohne ohne Notiz zu nehmen
  3. 3 8,9 NA: ohne und vom Gewissen überführt
  4. 4 8,9 NA: ohne bis zu den Letzten
  5. 5 8,11 NA: 7,53–8,11 ist bei NA als nicht original doppelt eingeklammert. Der Text ist hingegen gut bezeugt; s. Ergänzungsband
  6. 6 8,12 Partizip Präsens durativ: beständig; fortwährend
  7. 7 8,21 NA: ohne Jesus
  8. 8 8,28 NA: der
  9. 9 8,29 NA: ohne Der Vater
  10. 10 8,31 Partizip Perfekt resultativ, das Ergebnis der Handlung anzeigend
  11. 11 8,38 Perfekt resultativ
  12. 12 8,38 NA: was ich beim Vater gesehen habewas ihr beim Vater gehört habt.
  13. 13 8,46 peri; bezüglich Sünde; betreffs Sünde
  14. 14 8,47 o.: von Gott her; mit ek (aus; von) wird die innere Richtung wiedergegeben, das, wovon man bestimmt ist.
  15. 15 8,59 NA: ohne indem er mitten durch sie hindurchging. Und auf diese Weise ging er weg.“