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Neues Testament

Johannes Kapitel 9

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und als er weg ging, sah er einen Menschen, blind von Geburt.
2Und seine Jünger fragten ihn: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“
3Jesus antwortete: „Weder dieser sündigte noch seine Eltern, sondern damit die Taten ‹und Werke› Gottes an ihm offenbart werden.
4Ich muss1 die Taten ‹und Werke› dessen wirken, der mich schickte, solange es Tag ist. Es kommt [eine] Nacht, da niemand wirken kann.
5Solange ich in der Welt bin, bin ich [das] Licht der Welt.“
6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf den Boden und machte aus dem Speichel einen Lehm und strich den Lehm auf die Augen des Blinden2.
7Und er sagte zu ihm: „Gehe hin. Wasche dich im Teich Siloah3!“ – was übersetzt wird [mit]: ‘Gesandter’. Da ging er weg und wusch sich und kam sehend.
8Da sagten die Nachbarn und die, die ihn früher beobachtet [und gesehen] hatten, dass er blind4 war: „Ist dieser nicht der Dasitzende und Bettelnde?“
9Einige sagten: „Der ist’s“, aber andere: „Er5 ist ihm ähnlich.“ Jener sagte: „Ich bin’s.“
10 Darauf sagten sie zu ihm: „Wie wurden deine Augen geöffnet?“
11 Jener antwortete: „Ein Mensch, genannt Jesus, machte Lehm und bestrich meine Augen und sagte zu mir: ‘Gehe hin zum Teich Siloah6 und wasche dich.’ Und als ich hinging und mich wusch, wurde ich sehend7.“
12 Sie sagten also zu ihm: „Wo ist der?“ Er sagt: „Ich weiß [es] nicht.“
13 Sie führen ihn zu den Pharisäern – den einst Blinden.
14 Es war aber Sabbat, als8 Jesus den Lehm machte und seine Augen öffnete.
15 Wieder befragten ihn nun auch die Pharisäer, wie er sehend geworden sei. Er sagte zu ihnen: „Lehm legte er auf meine Augen, und ich wusch mich, und ich sehe.“
16 Darauf sagten [einige] von den Pharisäern: „Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält.“ Andere sagten: „Wie kann ein sündiger Mensch derartige Zeichen tun?“ Und es war eine Spaltung unter ihnen.
17 Sie sagen wieder zu dem Blinden: „Was sagst du von ihm, weil er deine Augen öffnete?“ Er sagte: „Er ist ein Prophet.“
18 Die Juden nun, sie glaubten nicht über ihn, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern des Sehendgewordenen riefen.
19 Und sie fragten sie: „Ist dieser euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wieso also sieht er jetzt?“
20 Seine Eltern antworteten ihnen: „Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.
21 Wie er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, oder wer seine Augen geöffnet hat, wir wissen es nicht. Er ist alt genug ‹wörtl.: Er hat das Alter›, fragt ihn! Er soll ‹o.: kann›9 selber von sich reden.“
22 Das sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten, denn die Juden waren schon übereingekommen, dass, falls ihn jemand als [den] Gesalbten bekennen würde, er aus der Synagogengemeinschaft getan werden sollte.
23 Deshalb sagten seine Eltern: „Er hat [das] Alter. Fragt ihn!“
24 Da riefen sie den Menschen, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: „Gib Gott Herrlichkeit. Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.“
25 Darauf antwortete jener: „Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eines weiß ich, dass ich, blind seiend, jetzt sehe.“
26 Da sagten sie wieder zu ihm: „Was machte er [mit] dir? Wie öffnete er deine Augen?“
27 Er antwortete ihnen: „Ich sagte es euch bereits und ihr hörtet nicht. Was? Wollt ihr es wieder hören? Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden?“
28 Sie beschimpften ihn und sagten: „Du bist ein Jünger von jenem! Aber wir sind Jünger des Mose.
29 Wir wissen, dass Gott zu Mose gesprochen hat. Aber dieser [da], wir wissen nicht, woher er ist.“
30 Der Mensch antwortete ihnen: „Hierin allerdings ist [das] Erstaunliche: dass ihr nicht wisst, woher er ist, und [doch] öffnete er meine Augen!
31 Wir nun wissen, dass Gott Sünder nicht hört, doch wenn einer gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.
32 Von jeher ‹wörtl.: Vom Äon her› ist nicht gehört worden, dass jemand [die] Augen eines Blindgeborenen öffnete.
33 Wenn dieser nicht von Gott wäre, könnte er nichts tun.“
34 Sie antworteten ihm: „Ganz in Sünden wurdest du geboren, und du belehrst uns?“ Und sie warfen ihn hinaus.
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten. Und als er ihn fand ‹o.: antraf›, sagte er zu ihm: „Glaubst du an den Sohn Gottes?“10
36 Jener antwortete: „Und wer ist er, Herr, damit ich an ihn glaube?“
37 Jesus sagte zu ihm: „Du hast ihn sogar gesehen.“ Und: „Der mit dir Redende, der ist [es].“
38 Er aber sagte: „Ich glaube, Herr!“ und huldigte ihm.
39 Und Jesus sagte: „Zum Gericht ‹, zur gerichtlichen Scheidung und Sichtung,› kam ich in diese Welt: damit die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind würden.“
40 Das hörten auch einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sie sagten zu ihm: „Sind etwa auch wir blind?“
41 Jesus sagte zu ihnen: „Wenn ihr blind wäret, hättet ihr nicht Sünde. Jetzt aber sagt ihr: ‘Wir sind sehend.’ Also bleibt eure Sünde.

Fußnoten

  1. 1 9,4 NA (mit nur 3 griech. Hss): Wir müssen
  2. 2 9,6 NA: ohne des Blinden
  3. 3 9,7 heb. schiloach
  4. 4 9,8 NA: bettelnd
  5. 5 9,9 NA: Nein, sondern er
  6. 6 9,11 NA: Gehe hin zum Siloah
  7. 7 9,11 ingressiver Aorist
  8. 8 9,14 NA: an dem Tag, [da]
  9. 9 9,21 modales Futur
  10. 10 9,35 NA: Sohn des Menschen