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Neues Testament

Johannes Kapitel 18

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Als Jesus diese [Dinge] gesagt hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus jenseits des Winterbaches Kidron, wo ein Garten war, in den er hineinging, er und seine Jünger.
2Aber auch Judas, der ihn Ausliefernde1, wusste um den Ort, weil Jesus oft dort mit seinen Jüngern zusammengekommen war.
3Der Judas also, nachdem er die Kohorte, auch Gerichtsdiener von den Hohenpriestern und Pharisäern, bekommen hatte, kommt dorthin mit Laternen und Fackeln und Waffen.
4Jesus nun, all das auf ihn Kommende wissend, ging hinaus und sagte zu ihnen: „Wen sucht ihr?“
5Sie antworteten ihm: „Jesus, den Nazarener2.“ Jesus3 sagt zu ihnen: „Ich bin’s.“ Es stand auch Judas, der ihn Ausliefernde, bei ihnen.
6Als er nun zu ihnen sagte: „Ich bin’s“, wichen sie zurück und fielen zu Boden.
7[So] fragte er sie wieder: „Wen sucht ihr?“ Sie aber sagten: „Jesus, den Nazarener.“
8Jesus antwortete: „Ich sagte euch: Ich bin’s. Wenn ihr also mich sucht, lasst diese gehen!“
9– damit das Wort erfüllt werde, das er gesagt hatte: „Von denen, die du mir gegeben hast, ließ ich nicht einen umkommen.“
10 Simon Petrus nun, der ein Schwert hatte, zog es und schlug nach dem Sklaven des Hohenpriesters. Und er haute ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Sklaven war Malchus.
11 Darauf sagte Jesus zu Petrus: „Stecke dein Schwert in die Scheide! Den Becher, den der Vater mir gegeben hat, soll ich den nicht trinken?“
12 Daraufhin nahmen die Kohorte und der Chiliarch ‹, Anführer der Tausendschaft,› und die Gerichtsdiener der Juden Jesus fest und banden ihn.
13 Und sie führten ihn ab, zuerst hin zu Annas, denn er war Schwiegervater des Kajaphas, der [der] Hohepriester jenes Jahres war.
14 Es war Kajaphas gewesen, der den Juden geraten hatte: „Es ist nützlich ‹o.: förderlich›, dass ein Mensch zugunsten des Volkes umkomme4.“
15 Simon Petrus aber folgte Jesus, auch der andere5 Jünger. Jener Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof ‹o.: Palast› des Hohenpriesters.
16 Aber Petrus stand draußen bei der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und sagte der Türhüterin [etwas] und führte Petrus hinein.
17 Da sagt die Dienstmagd, die Türhüterin, zu Petrus: „Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen?“ Der sagt: „Ich bin’s nicht.“
18 Und es standen [da] die Sklaven und die Gerichtsdiener, die ein Kohlenfeuer gemacht hatten, weil es kalt war, und wärmten sich. Petrus war bei ihnen, stand und wärmte sich.
19 Der Hohepriester nun befragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
20 Jesus antwortete ihm: „Ich habe frei heraus zur Welt geredet. Ich habe allezeit in der Synagoge und in der Tempelstätte gelehrt, wo die Juden allezeit6 zusammenkommen. Und im Verborgenen redete ich nichts.
21 Was befragst du mich? Befrage die, die gehört haben, was ich zu ihnen redete. Sieh: Die wissen, was ich sagte.“
22 Als er das sagte, gab einer der Gerichtsdiener, der dabeistand, Jesus eine Ohrfeige und sagte: „Antwortest du so dem Hohenpriester?“
23 Jesus antwortete ihm: „Wenn ich übel redete, gib Zeugnis von dem Üblen. Wenn aber recht, was schlägst du mich?“
24 Annas sandte ihn gebunden zu Kajaphas, dem Hohenpriester.
25 Aber Simon Petrus stand und wärmte sich. Da sagten sie zu ihm: „Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern?“ Der leugnete und sagte: „Ich bin’s nicht.“
26 Es sagt einer von den Sklaven des Hohenpriesters, der ein Verwandter dessen war, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: „Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?“
27 Da leugnete Petrus wieder. Und sogleich krähte [der] Hahn.
28 Daraufhin führen sie Jesus von Kajaphas ins Prätorium. Es war früher Morgen. Und sie selbst gingen nicht hinein ins Prätorium, damit sie nicht unrein gemacht würden, sondern damit sie das Passa7 essen könnten.
29 Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und sagte: „Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen vor?“
30 Sie antworteten ihm: „Wenn dieser kein Übeltäter wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert.“
31 Darauf sagte Pilatus zu ihnen: „Nehmt ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz!“ Da sagten die Juden zu ihm: „Uns ist es nicht gestattet, jemanden zu töten.“
32 – sodass sich das Wort Jesu erfüllte, das er gesagt hatte, als er andeutete, durch welchen Tod er im Begriff war zu sterben.
33 Pilatus ging nun wieder in das Prätorium, rief Jesus und sagte zu ihm: „Bist du der König der Juden?“
34 Jesus antwortete ihm: „Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?“
35 Pilatus antwortete: „Bin ich ein Jude?! Deine Volksgemeinschaft8 und die Hohenpriester lieferten dich mir aus. Was hast du getan?“
36 Jesus antwortete: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königreich von dieser Welt wäre, hätten meine verantwortlichen Diener gekämpft ‹und gerungen›, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Jetzt ist aber mein Königreich nicht von hier.“
37 Daraufhin sagte Pilatus zu ihm: „Also bist du doch ein König?“ Jesus antwortete: „Du sagst es. Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich von der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört [auf] meine Stimme.“
38 Pilatus sagt zu ihm: „Was ist Wahrheit?!“ Und nachdem er dieses gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden. Und er sagt zu ihnen: „Ich finde an ihm keine Ursache ‹für eine Verurteilung›.
39 Ihr habt aber eine Gewohnheit, dass ich euch einen freilasse am Passa. Wollt ihr also, dass ich euch den König der Juden freilasse?“
40 Da schrien wieder alle9: „Nicht den da, sondern den Barabbas!“ Aber Barabbas war ein Räuber.

Fußnoten

  1. 1 18,2 o.: der ihn ausliefern sollte; Partizip Präsens mit Zukunftsbed.; so a. V. 5
  2. 2 18,5 eig.: Nazoräer; ebenso V. 7
  3. 3 18,5 NA: Er
  4. 4 18,14 NA: sterbe
  5. 5 18,15 NA: ein anderer
  6. 6 18,20 NA: wo all die Juden
  7. 7 18,28 Passa: hier: das chagiga, ein festliches Opfermahl, das am ersten Festtag gegessen wurde.
  8. 8 18,35 ethnos
  9. 9 18,40 NA: ohne alle