Neues Testament
Johannes Kapitel 12
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Jesus nun, sechs Tage vor dem Passa, kam nach Bethanien, wo Lazarus war, der Gestorbene, den er1 aus [den] Toten [auf]erweckt hatte.
2Sie machten ihm nun dort ein Mahl. Und die Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die zusammen mit ihm [zu Tisch] lagen.
3Die Maria nun hatte ein Pfund2 Salböl von echter ‹, reiner,› sehr teurer Narde genommen und ölte die Füße Jesu ein; und sie wischte seine Füße mit ihrem Haar ab. Und das Haus wurde von dem Geruch des Salböls gefüllt.
4Es sagt daraufhin einer von seinen Jüngern, Judas, [der Sohn] Simons, der Iskariot, der vorhatte, ihn auszuliefern3:
5„Weshalb wurde dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und [den] Armen gegeben?“
6Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern weil er ein Dieb war; und er hatte das Geldkästchen und trug das Hineingeworfene.
7Darauf sagte Jesus: „Lass sie!, für den Tag meines Begräbnisses hat sie es aufbewahrt.
8Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich habt ihr aber nicht allezeit.“4
9Da erfuhr eine zahlreiche Menge von den Juden, dass er dort sei, und sie kamen, nicht wegen Jesus allein, sondern damit sie auch Lazarus sähen, den er aus [den] Toten [auf]erweckt hatte.
10 Es fassten nun die Hohenpriester den Beschluss, auch Lazarus zu töten,
11 weil viele von den Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.
12 Am folgenden [Tag], als eine zahlreiche Menge, die zu dem Fest kam, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme,
13 nahmen sie die Palmzweige und gingen hinaus, ihm zu begegnen, und schrien: „Hosanna!5 Gelobt6 [sei] der im Namen des Herrn Kommende, [der] König Israels!“
14 Jesus hatte einen jungen Esel [vor]gefunden und setzte sich darauf, so wie geschrieben ist:
15 „Fürchte dich nicht [länger]7, Tochter Zion! Siehe!, dein König kommt, sitzend auf dem Fohlen einer Eselin.“ (Sach 9,9)
16 Diese [Zusammenhänge] [er]kannten seine Jünger zunächst nicht. Aber als Jesus verherrlicht worden war, da dachten sie daran, dass diese [Dinge] über ihn geschrieben waren und man ihm dieses getan hatte.
17 Es begann daraufhin die Menge, die bei ihm gewesen war, als er Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn aus [den] Toten [auf]erweckt hatte, [davon] Zeugnis zu geben8.
18 Deshalb war ihm auch die Menge entgegengegangen, weil sie gehört hatte, dass er dieses Zeichen getan hatte.
19 Daraufhin sagten die Pharisäer zu einander: [Da], schaut [selbst], dass ihr nichts ausrichtet! Seht!, die Welt läuft hinter ihm her.“
20 Unter denen aber, die hinaufkamen, um am Fest zu huldigen, waren einige Griechen.
21 Diese nun kamen zu Philippus von Bethsaida in Galiläa und baten ihn; sie sagten: „Herr, wir wünschten, Jesus zu sehen.“
22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Andreas und Philippus wiederum sagen es Jesus9.
23 Jesus antwortete ihnen; er sagte: „Es ist die Stunde gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.
24 Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn, [das] in die Erde gefallen ist, nicht stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, trägt es viel Frucht.
25 Wer seine Seele ‹, sein Leben,› lieb hat,10 wird sie verlieren11. Und wer seine Seele in dieser Welt hasst,12 wird sie bewahren zu ewigem13 Leben.
26 Wenn jemand mir dient, folge er mir. Und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Und wenn jemand mir dient, wird der Vater ihn ehren.
27 Jetzt ist meine Seele in Unruhe ‹und Erschütterung› versetzt; und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch deswegen kam ich in diese Stunde!
28 Vater, verherrliche deinen Namen!“ Da kam eine Stimme aus dem Himmel: „Sowohl verherrlichte ich ihn, als auch werde ich ihn wieder verherrlichen!“
29 Die Menge aber, die dastand und hörte, sagte, ein Donner sei geschehen. Andere sagten: „Ein Bote ‹, ein Engel,› hat mit ihm geredet.“
30 Jesus antwortete: „Nicht meinetwegen ist diese Stimme geschehen, sondern euretwegen.
31 Jetzt ist Gericht14 dieser Welt. ‹o.: Jetzt [ergeht] Gericht über diese Welt.› Jetzt wird der Oberste ‹, der Fürst,› dieser Welt hinausgeworfen werden.
32 Und ich, wenn ich erhöht worden bin von der Erde, werde alle zu mir ziehen.“
33 Das aber sagte er, um [zeichenhaft] anzudeuten, durch welchen Tod er im Begriff war zu sterben.
34 Darauf antwortete ihm die Menge: „Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Gesalbte bleibe in den Äon ‹, in Ewigkeit›, und wie sagst du: ‘Der Sohn des Menschen muss erhöht werden?’ Wer ist dieser, der Sohn des Menschen?“
35 Da sagte Jesus zu ihnen: „Noch eine kleine ‹, eine kurze,› Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit nicht Dunkelheit euch erfasse ‹und in ihre Gewalt bringe›. Und der in der Dunkelheit Wandelnde15 weiß nicht, wohin er geht.
36 Solange ihr das Licht habt, glaubt [stets] an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet.“ Diese [Dinge] redete Jesus und, als er weggegangen war, wurde er vor ihnen verborgen, von ihnen weg.
37 Aber obwohl er so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, sie glaubten nicht an ihn,
38 auf dass das Wort Jesajas, des Propheten, erfüllt werde, das er sagte: „Herr, wer glaubte unserer Kunde? Und der Arm des Herrn, wem wurde er enthüllt?“ (Jes 53,1)
39 Deshalb konnten sie nicht glauben, weil – wiederum – Jesaja gesagt hatte:
40 „Blind gemacht hat er ihre Augen, und verhärtet hat er ihr Herz, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen, und umkehren und ich sie heile.“ (Jes 6,9.10)
41 Das sagte Jesaja, als16 er seine Herrlichkeit sah, und er redete über ihn.
42 Trotzdem glaubten tatsächlich auch von den Oberen viele an ihn. Aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagogengemeinschaft getan würden,
43 denn sie liebten die Herrlichkeit ‹und Verherrlichung› der Menschen mehr als die Herrlichkeit ‹und Verherrlichung› Gottes.
44 Jesus nun schrie und sagte: „Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich schickte.
45 Und wer mich anschaut,17 schaut den an, der mich schickte.
46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder an mich Glaubende18 nicht in der Dunkelheit weile ‹o.: bleibe›.
47 Und wenn jemand meine Aussprüche hört und nicht glaubt19, richte ich ihn nicht. Ich bin nämlich nicht gekommen, damit ich die Welt richte, sondern damit ich die Welt rette.
48 Wer mich zurückweist20 und meine Aussprüche nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich redete, das wird ihn richten am letzten Tag;
49 denn ich redete nicht von mir selbst aus, sondern der Vater, der mich schickte, er gab mir Gebot, was ich sagen und was ich reden soll.
50 Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges21 Leben ist. Was ich also rede, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat.“
2Sie machten ihm nun dort ein Mahl. Und die Martha diente. Lazarus aber war einer von denen, die zusammen mit ihm [zu Tisch] lagen.
3Die Maria nun hatte ein Pfund2 Salböl von echter ‹, reiner,› sehr teurer Narde genommen und ölte die Füße Jesu ein; und sie wischte seine Füße mit ihrem Haar ab. Und das Haus wurde von dem Geruch des Salböls gefüllt.
4Es sagt daraufhin einer von seinen Jüngern, Judas, [der Sohn] Simons, der Iskariot, der vorhatte, ihn auszuliefern3:
5„Weshalb wurde dieses Salböl nicht für dreihundert Denare verkauft und [den] Armen gegeben?“
6Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern weil er ein Dieb war; und er hatte das Geldkästchen und trug das Hineingeworfene.
7Darauf sagte Jesus: „Lass sie!, für den Tag meines Begräbnisses hat sie es aufbewahrt.
8Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich habt ihr aber nicht allezeit.“4
9Da erfuhr eine zahlreiche Menge von den Juden, dass er dort sei, und sie kamen, nicht wegen Jesus allein, sondern damit sie auch Lazarus sähen, den er aus [den] Toten [auf]erweckt hatte.
10 Es fassten nun die Hohenpriester den Beschluss, auch Lazarus zu töten,
11 weil viele von den Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.
12 Am folgenden [Tag], als eine zahlreiche Menge, die zu dem Fest kam, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme,
13 nahmen sie die Palmzweige und gingen hinaus, ihm zu begegnen, und schrien: „Hosanna!5 Gelobt6 [sei] der im Namen des Herrn Kommende, [der] König Israels!“
14 Jesus hatte einen jungen Esel [vor]gefunden und setzte sich darauf, so wie geschrieben ist:
15 „Fürchte dich nicht [länger]7, Tochter Zion! Siehe!, dein König kommt, sitzend auf dem Fohlen einer Eselin.“ (Sach 9,9)
16 Diese [Zusammenhänge] [er]kannten seine Jünger zunächst nicht. Aber als Jesus verherrlicht worden war, da dachten sie daran, dass diese [Dinge] über ihn geschrieben waren und man ihm dieses getan hatte.
17 Es begann daraufhin die Menge, die bei ihm gewesen war, als er Lazarus aus dem Grabe gerufen und ihn aus [den] Toten [auf]erweckt hatte, [davon] Zeugnis zu geben8.
18 Deshalb war ihm auch die Menge entgegengegangen, weil sie gehört hatte, dass er dieses Zeichen getan hatte.
19 Daraufhin sagten die Pharisäer zu einander: [Da], schaut [selbst], dass ihr nichts ausrichtet! Seht!, die Welt läuft hinter ihm her.“
20 Unter denen aber, die hinaufkamen, um am Fest zu huldigen, waren einige Griechen.
21 Diese nun kamen zu Philippus von Bethsaida in Galiläa und baten ihn; sie sagten: „Herr, wir wünschten, Jesus zu sehen.“
22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Andreas und Philippus wiederum sagen es Jesus9.
23 Jesus antwortete ihnen; er sagte: „Es ist die Stunde gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.
24 Wahrlich!, wahrlich!, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn, [das] in die Erde gefallen ist, nicht stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, trägt es viel Frucht.
25 Wer seine Seele ‹, sein Leben,› lieb hat,10 wird sie verlieren11. Und wer seine Seele in dieser Welt hasst,12 wird sie bewahren zu ewigem13 Leben.
26 Wenn jemand mir dient, folge er mir. Und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Und wenn jemand mir dient, wird der Vater ihn ehren.
27 Jetzt ist meine Seele in Unruhe ‹und Erschütterung› versetzt; und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch deswegen kam ich in diese Stunde!
28 Vater, verherrliche deinen Namen!“ Da kam eine Stimme aus dem Himmel: „Sowohl verherrlichte ich ihn, als auch werde ich ihn wieder verherrlichen!“
29 Die Menge aber, die dastand und hörte, sagte, ein Donner sei geschehen. Andere sagten: „Ein Bote ‹, ein Engel,› hat mit ihm geredet.“
30 Jesus antwortete: „Nicht meinetwegen ist diese Stimme geschehen, sondern euretwegen.
31 Jetzt ist Gericht14 dieser Welt. ‹o.: Jetzt [ergeht] Gericht über diese Welt.› Jetzt wird der Oberste ‹, der Fürst,› dieser Welt hinausgeworfen werden.
32 Und ich, wenn ich erhöht worden bin von der Erde, werde alle zu mir ziehen.“
33 Das aber sagte er, um [zeichenhaft] anzudeuten, durch welchen Tod er im Begriff war zu sterben.
34 Darauf antwortete ihm die Menge: „Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Gesalbte bleibe in den Äon ‹, in Ewigkeit›, und wie sagst du: ‘Der Sohn des Menschen muss erhöht werden?’ Wer ist dieser, der Sohn des Menschen?“
35 Da sagte Jesus zu ihnen: „Noch eine kleine ‹, eine kurze,› Zeit ist das Licht bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit nicht Dunkelheit euch erfasse ‹und in ihre Gewalt bringe›. Und der in der Dunkelheit Wandelnde15 weiß nicht, wohin er geht.
36 Solange ihr das Licht habt, glaubt [stets] an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet.“ Diese [Dinge] redete Jesus und, als er weggegangen war, wurde er vor ihnen verborgen, von ihnen weg.
37 Aber obwohl er so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, sie glaubten nicht an ihn,
38 auf dass das Wort Jesajas, des Propheten, erfüllt werde, das er sagte: „Herr, wer glaubte unserer Kunde? Und der Arm des Herrn, wem wurde er enthüllt?“ (Jes 53,1)
39 Deshalb konnten sie nicht glauben, weil – wiederum – Jesaja gesagt hatte:
40 „Blind gemacht hat er ihre Augen, und verhärtet hat er ihr Herz, damit sie nicht mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen, und umkehren und ich sie heile.“ (Jes 6,9.10)
41 Das sagte Jesaja, als16 er seine Herrlichkeit sah, und er redete über ihn.
42 Trotzdem glaubten tatsächlich auch von den Oberen viele an ihn. Aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagogengemeinschaft getan würden,
43 denn sie liebten die Herrlichkeit ‹und Verherrlichung› der Menschen mehr als die Herrlichkeit ‹und Verherrlichung› Gottes.
44 Jesus nun schrie und sagte: „Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich schickte.
45 Und wer mich anschaut,17 schaut den an, der mich schickte.
46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder an mich Glaubende18 nicht in der Dunkelheit weile ‹o.: bleibe›.
47 Und wenn jemand meine Aussprüche hört und nicht glaubt19, richte ich ihn nicht. Ich bin nämlich nicht gekommen, damit ich die Welt richte, sondern damit ich die Welt rette.
48 Wer mich zurückweist20 und meine Aussprüche nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich redete, das wird ihn richten am letzten Tag;
49 denn ich redete nicht von mir selbst aus, sondern der Vater, der mich schickte, er gab mir Gebot, was ich sagen und was ich reden soll.
50 Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges21 Leben ist. Was ich also rede, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat.“
Fußnoten
- 1 12,1 NA: Jesus
- 2 12,3 d. i.: 327 Gramm
- 3 12,4 o.: der beabsichtigte, ihn [in absehbarer Zeit zu verraten und] auszuliefern
- 4 12,8 Die Salbung (12,2–8) fand am Mittwoch statt (vgl. Mt, Mk, Lk). Johannes erzählt nicht streng chronologisch.
- 5 12,13 Hosanna: heb. für „Hilf doch!“, später ein Lobpreis
- 6 12,13 im Griech. dasselbe Wort wie „gesegnet“ (engl.: blessed)
- 7 12,15 o.: Höre auf, dich zu fürchten; Imperativ Präsens durativ
- 8 12,17 ingressiver Aorist
- 9 12,22 NA: es kommt Andreas – und Philippus –, und sie sagen es Jesus.
- 10 12,25 o.: mit Zuneigung liebt; Partizip Präsens durativ; ho philoon; wörtl.: der fortwährend Lieb-Habende; der [wie einen Freund] Liebende
- 11 12,25 o.: umkommen lassen
- 12 12,25 Partizip Präsens durativ: der fortwährend Hassende; „hassen“ i. S. v. „zurückstellen“; vgl. 1Mo 29, 31; 5Mo 21,15
- 13 12,25 aioonios; äonischem
- 14 12,31 im Gr. kein Artikel vor „Gericht“
- 15 12,35 Partizip Präsens durativ o. iterativ: fortwährend o. immer wieder
- 16 12,41 NA: weil
- 17 12,45 Partizip Präsens durativ: Der – im fortwährenden Sinne – mich Anschauende
- 18 12,46 Partizip Präsens durativ: jeder beständig an mich Glaubende
- 19 12,47 NA: nicht bewahrt/nicht befolgt
- 20 12,48 Partizip Präsens durativ: Der mich im fortgesetzten Sinne Zurückweisende
- 21 12,50 aioonios; äonisches