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Neues Testament

Lukas Kapitel 22

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es nahte das Fest der ungesäuerten [Brote], das Passa genannt wird.
2Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn beseitigen könnten, denn sie fürchteten das Volk.
3Es fuhr aber ein Widersacher ‹, ein Satan,›1 in Judas, der zusätzlich Iskariot genannt wurde, der aus der Zahl der Zwölf war.
4Und er ging weg und unterredete sich mit den Hohenpriestern und [Tempel]­hauptleuten ‹, Sicherheitsverantwortlichen [der Tempelstätte]›, wie er ihn an sie ausliefern würde.
5Und sie freuten sich und kamen überein, ihm Silber[geld] zu geben.
6Und er war einverstanden und suchte eine gelegene Zeit, ihn an sie auszuliefern ohne [Auflauf] einer [Volks]­menge.
7Es kam nun der Tag der ungesäuerten [Brote], an dem das Passa geschlachtet werden musste.
8Und er sandte Petrus und Johannes und sagte: „Geht hin. Bereitet uns das Passa vor, damit wir essen können.“
9Sie nun sagten zu ihm: „Wo willst du, dass wir es vorbereiten?“
10 Er sagte zu ihnen: „Siehe!, wenn ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Tonkrug mit Wasser trägt. Folgt ihm in das Haus, wo er hineingeht.
11 Und ihr sollt dem Hausherrn des Hauses sagen: ‘Der Lehrer sagt dir: Wo ist das Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passa essen kann?’
12 Und jener wird euch einen großen, mit Polstern belegten [Raum im] Obergeschoss zeigen. Dort bereitet es vor.“
13 Sie gingen weg und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passa vor.
14 Und als die Stunde kam, legte er sich [zu Tisch] – und die zwölf Apostel mit ihm.
15 Und er sagte zu ihnen: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passa mit euch zu essen, ehe ich leide.
16 Ich sage euch nämlich: Ich werde davon keinesfalls mehr essen, bis es erfüllt sein wird in der Königsherrschaft ‹, im Königreich,› Gottes.“
17 Und er nahm einen Becher in Empfang, dankte und sagte: „Nehmt diesen und teilt [ihn] unter euch!
18 Ich sage euch nämlich: Ich werde keinesfalls von dem Erzeugnis des Weinstocks trinken, bis die Königsherrschaft ‹, das Königreich,› Gottes gekommen ist.“
19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab ihnen und sagte: „Dies ist2 mein Leib, der zu euren Gunsten gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedenken!“,
20 ebenso auch den Becher nach dem Mahl; er sagte: „Dieser Becher [ist] der neue Bund in meinem Blut, das zu euren Gunsten vergossen wird.
21 Doch, siehe!, die Hand dessen, der mich ausliefert, [ist] mit mir auf dem Tisch.
22 Und in der Tat, der Sohn des Menschen geht hin gemäß dem, das festgesetzt ist. Doch wehe jenem Menschen, durch den er ausgeliefert wird!“
23 Und sie fingen an, bei sich selbst zu disputieren, wer von ihnen es dann wohl sein möge, der im Begriff steht, dieses auszuführen.
24 Es entstand nun unter ihnen auch ein [eigennütziger] Wettstreit3 im Hinblick darauf, wer von ihnen als Größter4 gelte.
25 Aber er sagte zu ihnen: „Die Könige der Völker beherrschen sie, und die, die über sie Autorität ausüben, werden Wohltäter genannt.
26 Ihr aber [sollt] nicht so [sein]!, sondern [der] Größte unter euch werde wie der Jüngste und der Leitende wie der Dienende.
27 Denn wer [ist] größer: der [zu Tisch] Liegende oder der Dienende? Nicht der [zu Tisch] Liegende? Ich nun bin in eurer Mitte wie der Dienende.
28 Ihr aber seid es, die in meinen Versuchungen ‹und Prüfungen› bei mir geblieben sind ‹und› durch[gehalten haben].
29 Und ich übertrage euch, so wie mir mein Vater übertrug, eine Königsherrschaft ‹, ein Königreich›,
30 damit ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meiner Königsherrschaft und auf Thronen sitzt, richtend die zwölf Stämme Israels.“
31 Und der Herr sagte:5 „Simon, Simon, sieh!, der Widersacher ‹, der Satan,› bat sich euch aus, um [euch im Sieb] zu schütteln wie den Weizen.
32 Ich aber habe für dich [inständig] gebetet, dass dein Glaube ‹, deine Treue,› nicht zu Ende gehe ‹, nicht nachlasse, nicht aufhöre›. Und du, [nachdem du] einst umgekehrt [bist], festige deine Brüder.“
33 Aber er sagte zu ihm: „Herr, mit dir bin ich bereit, auch in [das] Gefängnis und in [den] Tod zu gehen.“
34 Er sagte: „Ich sage dir, Petrus, [der] Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet haben wirst, mich zu kennen.“
35 Und er sagte zu ihnen: „Als ich euch sandte ohne Geldbeutel und Tasche und Schuhe, mangelte euch etwas?“ Sie sagten: „Nichts.“
36 Er sagte also zu ihnen: „Doch jetzt: Wer einen Geldbeutel hat, nehme ihn, ebenso auch eine Tasche. Und wer [es] nicht hat, verkaufe sein Obergewand und kaufe ein Schwert!
37 Ich sage euch nämlich, dass noch dieses Geschriebene an mir ‹erfüllt und› vollendet werden muss: ‘Und zu Gesetzlosen wurde er gerechnet’ (Jes 53,12). Denn auch das, was mich betrifft, hat eine ‹Erfüllung und› Vollendung.“
38 Sie sagten: „Herr, siehe! Hier [sind] zwei Schwerter.“ Aber er sagte zu ihnen: „Es ist genug.“
39 Und er ging hinaus; und er ging nach [seiner] Gewohnheit in Richtung Ölberg. Es folgten ihm auch seine Jünger.
40 Als er an den Ort gekommen war, sagte er zu ihnen: „Betet6 [inständig]!, um nicht in ‹Prüfung und› Versuchung hineinzugeraten.“
41 Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf [weit], und, die Knie gebeugt, betete er7.
42 „Vater!“, sagte er. „Wenn es dein Wille ist, diesen Becher von mir weg [und an mir] vorbei zu tragen; doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!“
43 Und es erschien ihm ein Bote vom Himmel, der ihn stärkte.
44 Und als er in Angst ‹und Ringen› geriet, betete er inbrünstiger. Und sein Schweiß wurde wie [große] Blutstropfen, die auf die Erde niederfielen.8
45 Und er stand vom Gebet auf, kam zu den Jüngern hin und fand sie schlafend vor Traurigkeit.
46 Und er sagte zu ihnen: „Was schlaft ihr? Steht auf und betet [inständig]9!, damit ihr nicht in ‹Prüfung und› Versuchung geratet.“
47 Während er noch redete, siehe!, eine Menge; und der, der Judas hieß, einer der Zwölf, ging ihnen voran. Und er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.
48 Jesus sagte zu ihm: „Judas, mit einem Kuss lieferst du den Sohn des Menschen aus?“
49 Als die, welche um ihn [waren], sahen, was werden würde, sagten sie zu ihm: „Herr, sollen wir mit [dem] Schwert zuschlagen?“
50 Und einer, jemand von ihnen, schlug den Sklaven des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.
51 Aber Jesus antwortete: „Lasst [das] soweit!“ Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn.
52 Jesus sagte zu denen, die gegen ihn hergekommen waren, [den] Hohenpriestern und [den] Tempelhauptleuten ‹, den Sicherheitsverantwortlichen der Tempelstätte,› und [den] Ältesten: „Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgegangen, mit Schwertern und Holz[stöcken].
53 Als ich täglich bei euch in der Tempelstätte war, strecktet ihr die Hände nicht nach mir aus. Doch diese ist eure Stunde und die Autorität der Finsternis.“
54 Und sie nahmen ihn fest und führten ihn ab. Und sie führten ihn hinein in das Haus des Hohenpriesters. Aber Petrus folgte von ferne.
55 Als sie nun in der Mitte des Hofes ein Feuer anzündeten und sich zusammensetzten, saß Petrus in ihrer Mitte.
56 Aber eine gewisse Dienstmagd sah ihn zum Licht hin sitzen und blickte ihn fest an und sagte: „Auch dieser war mit ihm.“
57 Aber er verleugnete ihn, sagte: „Frau, ich weiß nichts von ihm!“
58 Und nach kurzer [Zeit] sah ihn ein weiterer und sagte: „Auch du bist [einer] von ihnen.“ Aber Petrus sagte: „Mensch, ich bin’s nicht!“
59 Und nach Verlauf von etwa einer Stunde behauptete ein weiterer fest und steif: „In Wahrheit, auch dieser war bei ihm, denn er ist auch ein Galiläer.“
60 Aber Petrus sagte: „Mensch, ich weiß nicht, was du sagst!“ Und auf der Stelle, während er noch redete, krähte ein Hahn.
61 Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort10 des Herrn, wie er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›.“
62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
63 Und die Männer, die Jesus in Gewahrsam hielten, trieben Spott mit ihm und schlugen ihn.
64 Und sie verhüllten ihn, schlugen ihn ins Angesicht und11 befragten ihn; sie sagten: „Prophezeie, wer ist’s, der dich schlug?“
65 Und vieles Weitere sagten sie lästernd gegen ihn.
66 Und wie es Tag wurde, kam die Ältestenschaft des Volkes zusammen, sowohl Hohepriester wie auch Schriftgelehrte, und sie führten ihn hinauf in ihren Hohen Rat und sagten:
67 „Wenn du der Gesalbte bist, sage es uns.“ Er aber sagte zu ihnen: „Wenn ich es euch sage, werdet ihr mir nicht glauben.
68 Wenn ich aber auch fragte, würdet ihr mir keinesfalls antworten oder [mich] freilassen.12
69 Von jetzt an wird der Sohn des Menschen sitzend sein zu[r] Rechten der Kraft Gottes.“
70 Da sagten sie alle: „Du bist also der Sohn Gottes?“ Er nun sagte zu ihnen: „Ihr sagt [es]. Ich bin’s.“
71 Sie aber sagten: „Was brauchen wir noch Zeugnis? Wir haben es ja selber aus seinem Mund gehört!“

Fußnoten

  1. 1 22,3 Im Griech. steht kein Artikel vor „Widersacher“ („Satan“).
  2. 2 22,19 „ist“ =„bedeutet“; s. Lk 8,9; 22,20; Joh 10,6; 16,17; Apg 10,17; 17,20; 1Kor 10,16; Gal 4,25
  3. 3 22,24 o.: eine Rechthaberei; das Wort setzt sich zusammen aus „Streit“ und „Zuneigung haben“
  4. 4 22,24 wörtl.: größer; der Komparativ steht oft im Sinne des Superlativs, so a. V. 26
  5. 5 22,31 NA: ohne Und der Herr sagte:“
  6. 6 22,40 Imperativ Präsens durativ o. iterativ o. intensivierend: Betet stets und immer wieder!
  7. 7 22,41 Imperfekt durativ: für eine längere Zeit
  8. 8 22,44 NA: Die V. 43.44 werden im NA-Text als nicht orginal betrachtet, da er in zwei ägyptischen Hss (Codex Vaticanus, 5. Jhdt., und Codex L, 8. Jhdt.) sowie in Papyrus 75 (3. Jhdt.) und einigen altägyptischen (sahidischen und teilw. bohairischen) Üsgn. nicht steht. Der Text ist hingegen sehr gut bezeugt (Alef, D, K, L, Q, Gamma, Delta, Theta, Psi, ƒ1, 565, 700, 892, 1241, 1424, 2542 und in der überwältigenden Mehrheit der griech. Textzeugen; ebenso in den lateinischen, syrischen, teilw. bohairische Üsgn. und bei Justin, Irenäus, Hippolitus, Eusebius, Hieronymus).
  9. 9 22,46 Imperativ Präsens intensivierend
  10. 10 22,61 NA hat hreema (Ausspruch) anstelle von logos (Wort)
  11. 11 22,64 NA: ohne schlugen ihn ins Angesicht und
  12. 12 22,68 NA: ohne oder [mich] freilassen