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Neues Testament

Lukas Kapitel 13

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Zum selben Zeitpunkt waren etliche zugegen, die ihm Bericht gaben von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.
2Und Jesus antwortete ihnen: „Meint ihr, dass diese Galiläer Sünder geworden waren, mehr als alle [anderen] Galiläer, weil sie solches erlitten haben?
3Nein, sage ich euch!, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.
4Oder jene, die Achtzehn, auf die der Turm in Siloam fiel und sie tötete, meint ihr, dass diese Schuldige geworden waren, mehr als all die [anderen] in Jerusalem wohnenden Menschen?
5Nein, sage ich euch!, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“
6Er sagte dieses Gleichnis: „Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war, und er kam und suchte an ihm Frucht und fand keine.
7Er [richtete sich] an den Weingärtner und sagte: ‘Siehe!, drei Jahre komme ich und suche an diesem Feigenbaum Frucht, und ich finde keine. Haue ihn ab ‹und nimm ihn heraus›. Wozu auch entkräftet er das Land?’
8Er antwortet ihm: ‘Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis dass ich um ihn herum gegraben und ihn gedüngt habe,
9falls er tatsächlich noch Frucht bringt; wenn aber nicht, magst du ihn in absehbarer [Zeit] abhauen.’“
10 Und er war in einer der Synagogen am Lehren, am Sabbat.
11 Und siehe!, [da] war eine Frau, [die seit] achtzehn Jahren einen Geist [der] Schwachheit hatte. Und sie war zusammengekrümmt ‹, gebückt›, konnte sich nicht vollständig aufrichten.
12 Als Jesus sie sah, rief er ihr zu und sagte zu ihr: „Frau, du bist entlassen ‹und befreit› von deiner Schwachheit!“
13 Und er legte ihr die Hände auf. Und auf der Stelle wurde sie aufgerichtet. Und sie verherrlichte Gott.
14 Aber der Synagogenvorsteher, unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, antwortete der Menge: „Sechs Tage gibt es, an denen man zu arbeiten hat. Kommt also an diesen und lasst euch heilen, und nicht am Tag des Sabbats.“
15 Also antwortete ihm der Herr: „Schauspieler! ‹Heuchler!› Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder den Esel von der Krippe los und führt ihn weg und tränkt ihn?
16 Aber diese, die eine Tochter Abrahams ist, die der Widersacher ‹, der Satan,› band, siehe!, achtzehn Jahre, sollte sie nicht von dieser Fessel gelöst werden am Tag des Sabbats?“
17 Und als er diese [Worte] sagte, wurden alle seine Gegner beschämt. Und die ganze Menge freute sich über all die herrlichen [Dinge], die durch ihn geschahen.
18 Er sagte: „Wem ist die Königsherrschaft Gottes gleich, und womit soll ich sie vergleichen?
19 Es ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten warf. Und es wuchs und wurde zu einem großen Baum. Und die Vögel des Himmels ließen sich nieder in seinen Zweigen.“
20 Und wieder sagte er: „Womit soll ich die Königsherrschaft Gottes vergleichen?
21 Es ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl verbarg, bis es ganz [durch]­säuert wurde.“
22 Und er durchzog nacheinander Städte und Dörfer, lehrte und machte [seine] Reise nach Jerusalem.
23 Es sagte zu ihm nun einer: „Herr, ob es wenige sind, die gerettet werden?“ Aber er sagte zu ihnen [gewandt]:
24 „Ringt [danach], durch das enge Tor einzugehen!, da viele, sage ich euch, suchen werden einzugehen und es nicht vermögen.
25 Von da an, da der Hausherr sich erheben wird und die Tür verschlossen haben wird und ihr anfangen werdet, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: ‘Herr, Herr, tu uns auf!’, und er euch antworten wird: ‘Ich weiß nicht von euch, [weiß nicht,] woher ihr seid’,
26 dann werdet ihr anfangen zu sagen: ‘Wir aßen und tranken vor dir, und auf unseren Straßen lehrtest du.’
27 Und er wird sagen: ‘Ich sage euch: Ich weiß nicht von euch, [weiß nicht,] woher ihr seid. Lasst ab von mir, alle [ihr] Täter der Ungerechtigkeit!’
28 Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr [dann] Abraham und Isaak und Jakob und all die Propheten in der Königsherrschaft ‹, im Königreich,› Gottes seht, euch aber draußen, [als] Hinausgeworfene.
29 Und sie werden kommen von Osten ‹eig.: vom Aufgang her› und Westen und von Norden und Süden. Und sie werden sich [zu Tisch] lagern in der Königsherrschaft Gottes.
30 Und siehe!, es gibt Letzte, die Erste sein werden, und es gibt Erste, die Letzte sein werden.“
31 Am selben Tag kamen einige Pharisäer heran: Sie sagten zu ihm: „Geh hinaus und zieh von hier fort, weil Herodes dich töten will.“
32 Und er sagte zu ihnen: „Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe!, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten [Tag] werde ich ans Ziel ‹und zur Vollendung› gebracht.
33 Doch muss ich heute und morgen und am [Tag] darauf voranziehen, denn es ist nicht möglich, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkomme.“
34 „Jerusalem, Jerusalem, die [da] tötet die Propheten und steinigt, die hin zu ihr gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder zusammenführen in der Weise, wie eine Henne ihre eigene Brut unter die Flügel [zusammenführt], und ihr wolltet nicht!
35 Siehe!, euer Haus wird euch öde gelassen werden.1 Ich sage euch aber: Auf keinen Fall werdet ihr mich sehen, bis [die Zeit] kommt, da ihr sagt: ‘Gelobt2 [sei] der im Namen [des] Herrn Kommende!’“ (Ps 118,26)

Fußnoten

  1. 1 13,35 NA: wird euch [über]lassen werden
  2. 2 13,35 im Griech. dasselbe Wort wie „gesegnet“ (engl.: blessed)