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Neues Testament

Lukas Kapitel 5

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und es geschah nun, als die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, und er selbst stand am See ‹eig.: Sumpf› Genezaret,
2[da] sah er zwei Boote am See ‹eig.: Sumpf› liegen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze ab.
3Er stieg nun in eines der Boote, das Simon gehörte, und er ersuchte ihn, ein wenig vom Land weg hinauszufahren. Und er setzte sich und lehrte vom Boot aus die Mengen.
4Als er zu reden aufgehört hatte, [richtete er sich] an Simon und sagte: „Fahre zur Tiefe hinaus, und lasst eure Netze zu[m] Fang hinab!“
5Und Simon antwortete ihm: „Meister, die ganze Nacht hindurch haben wir uns abgemüht und haben nichts bekommen. Aber auf deinen Ausspruch hin werde ich das Netz hinablassen.“
6Und als sie das getan hatten, umschlossen sie eine zahlreiche Menge von Fischen, und ihr Netz wollte reißen.
7Und sie winkten den Teilhabern im anderen Boot, zu kommen und mit anzufassen. Sie kamen, und sie füllten beide Boote, sodass sie zu sinken [drohten].
8Als Simon Petrus [das] sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sagte: „Geh hinaus, weg von mir, weil ich ein sündiger Mann bin, Herr.“
9Denn Schrecken hatte ihn umfasst und alle, die mit ihm waren, über dem Fischfang, den sie zusammenbekommen hatten,
10 ebenso auch Jakobus und Johannes, [die] Söhne [des] Zebedäus, die Simons Gefährten waren. Und Jesus sagte, zu Simon [gewandt]: „Fürchte dich nicht [länger]! Von jetzt an wirst du einer sein, der Menschen [lebend] fängt.“
11 Und sie brachten die Boote ans Land [und] verließen alles und ‹wörtl.: alles verlassen habend› folgten ihm.
12 Es geschah, als er in einer der Städte war, siehe!, [da war] ein Mann voll Aussatz. Und als er Jesus sah, fiel er nieder auf [das] Angesicht, und bat ihn sehr: „Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen!“
13 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sagte: „Ich will. Sei gereinigt!“ Und sogleich wich der Aussatz von ihm.
14 Und er gab ihm Anweisung, es niemandem zu sagen: „Sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und bringe in Verbindung mit deiner Reinigung [das Opfer] dar, so wie Mose es anordnete, ihnen zu einem Zeugnis.“
15 Doch das Wort über ihn breitete sich mehr aus, und es kamen zahlreiche Mengen zusammen, um zu hören und von ihm geheilt zu werden von ihren Schwachheiten.
16 Aber er selbst pflegte die Zurückgezogenheit in den einsamen ‹und öden› Gegenden und war im Gebet.
17 Und es geschah an einem der Tage, da war er am Lehren. Und es saßen da Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf von Galiläa und Judäa und aus Jerusalem gekommen waren. Und Kraft [des] Herrn war [da], sie zu heilen.
18 Und siehe!, [da waren] Männer, einen auf einer Bahre [liegenden] Menschen tragend, der gelähmt ‹eig.: entkräftet; geschwächt› war. Und sie suchten ihn hineinzutragen und vor ihn zu legen.
19 Und da sie wegen der Menge nicht fanden, auf welchem [Weg] sie ihn hineinbringen sollten, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn mit dem Tragbett durch die Ziegel hinab in die Mitte vor Jesus.
20 Und als er ihren Glauben sah, sagte er zu ihm: „Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.“
21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer fingen an, zu überlegen; sie sagten: „Wer ist dieser, der Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben als nur Gott allein?“
22 Aber Jesus erkannte ihre Überlegungen und antwortete, zu ihnen [gewandt]: „Was überlegt ihr in euren Herzen?
23 Was ist leichter, zu sagen: ‘Dir sind deine Sünden vergeben’, oder zu sagen: ‘Erhebe dich und wandle!’?
24 Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Autorität hat, auf der Erde ‹o.: in dem Lande› Sünden zu vergeben“, sagte er zu dem Gelähmten ‹eig.: Entkräfteten; Geschwächten›: „Dir sage ich: Erhebe dich! Nimm dein Tragbett auf und gehe hin in dein Haus.“
25 Und auf der Stelle stand er vor ihnen auf, hob auf, worauf er gelegen hatte, und ging weg in sein Haus, Gott verherrlichend.
26 Und Entsetzen1 ergriff alle, und sie verherrlichten Gott. Und sie wurden mit Furcht erfüllt und sagten: „Wir haben heute außerordentliche ‹, unglaubliche,› [Dinge] gesehen!“
27 Nach diesem ging er hinaus. Und er sah sich einen Zolleinnehmer an, mit Namen Levi, der an der Zollstätte saß. Und er sagte zu ihm: „Folge mir!2
28 Und er ließ alles zurück3, stand auf und folgte ihm.
29 Und Levi machte ihm ein großes Mahl in seinem Haus. Und es war eine zahlreiche Menge von Zolleinnehmern und anderen, die mit ihnen [zu Tisch] lagen.
30 Und es murrten ihre Schriftgelehrten und die Pharisäer gegen seine Jünger: „Weshalb esst und trinkt ihr mit den Zolleinnehmern und Sündern?“, sagten sie.
31 Und Jesus [richtete sich] an sie und antwortete: „Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die, denen es übel geht.
32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zu[r] Buße ‹, zu einer Sinnesänderung›.“
33 Sie [wandten sich] an ihn und sagten: „Weshalb fasten die Jünger des Johannes oft und verrichten flehende [Gebete], ebenso auch die der Pharisäer, aber die deinigen essen und trinken?“
34 Er sagte zu ihnen: „Könnt ihr etwa die Gefährten des Bräutigams ‹eig.: die Söhne des Brautgemachs; die Söhne des Hochzeitshauses›4 zu[m] Fasten anhalten, solange der Bräutigam bei ihnen ist?
35 Es werden aber Tage kommen, und [zwar]5, wenn der Bräutigam ihnen entrissen sein wird, dann, in jenen Tagen, werden sie fasten.“
36 Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: „Niemand setzt ein Stück Stoff ‹, einen Flicklappen,› von einem neuen Obergewand auf ein altes Obergewand. Sonst wird auch das neue reißen, und zu dem alten [Stoffstück] wird [das] von dem neuen nicht passen.
37 Und niemand tut neuen ‹, frischen,› Wein in alte Schläuche. Sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen ‹, zum Platzen bringen,› und er selbst wird verschüttet werden, und die Schläuche werden umkommen.
38 Sondern neuen Wein muss man in neuartige Schläuche tun, und [so] werden beide zusammen erhalten.6
39 Und niemand, der alten getrunken hat, will sogleich neuen, denn er sagt: ‘Der alte ist bekömmlicher’.“

Fußnoten

  1. 1 5,26 o.: ein [Zustand des] Außersichseins
  2. 2 5,27 Imperativ Präsens durativ: Komm in meine beständige Nachfolge
  3. 3 5,28 wörtl.: alles zurückgelassen
  4. 4 5,34 d. h.: die begleitenden Freunde des Bräutigams bzw. die dem Bräutigam Nahestehenden; auch allgemein: die Hochzeitsgesellschaft
  5. 5 5,35 kai (und) kann als explikatives kai aufgefasst werden: und zwar
  6. 6 5,38 NA: ohne und [so] werden beide zusammen erhalten