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Neues Testament

Lukas Kapitel 11

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und es geschah, als er an einem gewissen Ort am Beten war1: Als er aufhörte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: „Herr, lehre uns beten, so wie auch Johannes seine Jünger lehrte.“
2Er sagte nun zu ihnen: „Wann [immer] ihr betet, sagt: ‘Unser Vater, der [du] in den Himmeln [bist]2: Geheiligt werde dein Name. Deine Königsherrschaft komme. Dein Wille geschehe, wie [er] im Himmel [geschieht], auch in dem Lande ‹o.: auf der Erde›.3
3Unser nötiges Brot gib uns täglich.
4Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist. Und bringe uns nicht in eine Prüfung ‹und Versuchung› hinein ‹, gib uns nicht einer Versuchung [und Prüfung] preis›, sondern befreie uns von dem Bösen.’“4
5Und er sagte zu ihnen: „Wer von euch wird einen Freund haben und um Mitternacht zu ihm hingehen, und er würde zu ihm sagen: ‘Freund, leihe mir drei Brote,
6da ein Freund von mir von einer Reise zu mir gekommen ist und ich nichts habe, was ich ihm vorsetzen sollte.’?
7Und jener wird von innen antworten: ‘Mache mir nicht Mühe! Die Tür ist schon verschlossen, und meine Kindlein sind bei mir im Ehebett: Ich kann nicht aufstehen, dir zu geben.’
8Ich sage euch: Wenn er auch nicht deswegen sich erheben und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch, wegen seiner Dreistigkeit ‹, wegen seiner Unverschämtheit,› sich erheben und ihm geben, so viel er benötigt.
9Und ich sage euch: Bittet [immer wieder]!, und es wird euch gegeben werden. Sucht [fortwährend]!, und ihr werdet finden. Klopft [beständig] an!, und es wird euch geöffnet werden.
10 Denn jeder [so] Bittende empfängt, und der [so] Suchende findet, und dem [so] Anklopfenden wird geöffnet werden.
11 Welchen Vater von euch wird der Sohn um Brot bitten, und er wird ihm einen Stein reichen? – oder auch [um] einen Fisch, wird er ihm anstatt [des] Fisches eine Schlange reichen?5
12 Oder auch, wenn er um ein Ei bitten sollte, wird er ihm einen Skorpion reichen?
13 Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der aus [dem] Himmel, Heiligen Geist geben denen, die ihn [beständig] bitten?“
14 Und er trieb einen Dämon aus, und der war stumm. Und es geschah, als der Dämon ausgefahren war, redete der Stumme. Und die Mengen wunderten sich.
15 Aber etliche von ihnen sagten: „Durch Be-elzebul, [den] Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.“
16 Andere nun, [ihn] versuchend ‹, auf die Probe stellend›, forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
17 Da er aber um ihre Gedanken wusste, sagte er zu ihnen: „Jedes Königreich, das [einmal] mit sich selbst entzweit ist, wird [nach und nach] verwüstet, und [wenn] Haus gegen Haus [ist], fällt [es].
18 Wenn auch der Widersacher ‹, der Satan,› mit sich selbst entzweit ist, wie wird sein Königreich bestehen? – weil ihr sagt, ich treibe durch Be-elzebul die Dämonen aus.
19 Wenn ich aber durch Be-elzebul die Dämonen austreiben sollte, durch wen treiben eure Söhne [sie] aus? Deswegen werden sie eure Richter sein.
20 Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, dann ist die Königsherrschaft Gottes zu euch hingekommen.
21 Wann immer der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, ist seine Habe in Frieden.
22 Sobald aber der, der stärker ist als er, über ihn kommt und ihn besiegt, nimmt er seine ganze Rüstung weg, auf die er sich verlassen hatte, und verteilt seine Beutestücke.
23 Wer nicht mit mir ist, ‹o.: Der nicht mit mir Seiende› ist gegen mich. Und wer nicht mit mir sammelt, ‹o.: der nicht mit mir Sammelnde› zerstreut.
24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausfährt, [dann] durchwandert er wasserlose Stätten und sucht Ruhe. Und wenn er sie nicht findet, spricht er: ‘Ich werde zurückkehren in mein Haus, von wo ich ausging.’
25 Und wenn er kommt, findet er es gefegt und geschmückt vor.
26 Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister zu sich, die böser sind als er, und sie kommen und wohnen dort. Und es wird das Letzte jenes Menschen [nach und nach] schlimmer als das Erste.“
27 Es geschah nun, als er diese [Worte] sagte, [da] erhob eine Frau aus der Menge die Stimme und sagte zu ihm: „Selig der [Mutter]­schoß, der dich getragen, und [die] Brüste, die du gesogen hast!“
28 Aber er sagte: „In der Tat; ja. Selig, die das Wort Gottes hören und bewahren ‹, befolgen›!“
29 Als die Mengen sich [noch dazu] ansammelten, fing er an zu sagen: „Dieses ist ein böses Geschlecht ‹, eine böse Generation›. Nach einem Zeichen trachtet es, und ein Zeichen wird ihm nicht gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten.
30 Gleichwie Jona nämlich den Niniviten ein Zeichen wurde, so wird es auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht6 sein.
31 Eine Königin [des] Südens wird im Gericht auftreten mit den Männern dieses Geschlechts ‹, dieser Generation,› und wird sie verurteilen, weil sie von den jenseitigen Teilen der Erde kam, zu hören die Weisheit Salomos. Und siehe!, mehr als Salomo ist hier.
32 Männer von Ninive werden im Gericht aufstehen mit diesem Geschlecht ‹, mit dieser Generation,› und werden es verurteilen, weil sie Buße taten auf die Verkündigung Jonas hin. Und siehe!, mehr als Jona ist hier.
33 Niemand, der eine Lampe angezündet hat, stellt [sie] ins Verborgene oder unter ein Getreidegefäß7, sondern auf das Lampengestell, damit die Hereinkommenden den Schein sehen.
34 Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wann immer also dein Auge einfach ‹o.: klar, ungeteilt, auf eines ausgerichtet› ist, ist auch dein ganzer Leib licht ‹, hell leuchtend›. Wenn es aber böse ist, [dann ist] auch dein Leib dunkel.
35 Sieh also zu, dass nicht das Licht in dir Dunkelheit ist.
36 Wenn also dein ganzer Leib licht ‹, hell leuchtend,› ist und gar keinen dunklen Teil hat, wird er ganz licht sein, wie [dann], wenn die Lampe mit [ihrem] blitzenden [Schein] dich beleuchtet.“
37 Als er redete, ersuchte ihn ein gewisser Pharisäer, dass er bei ihm ein [leichtes] Mahl einnehme. Und er ging hinein und legte sich [zu Tisch].
38 Als es der Pharisäer sah, wunderte er sich, dass er sich vor dem Mahl nicht zuerst wusch ‹wörtl.: eintauchte›.
39 Aber der Herr sagte zu ihm: „Jetzt, ihr Pharisäer: Ihr reinigt [jeweils] das Äußere des Bechers und des Tellers, euer Inneres aber ist voll von Raub und Bosheit.
40 Törichte! Der das Innere machte, machte er nicht auch das Äußere?
41 Doch die inwendigen [Dinge] gebt [als] Almosen!, und siehe, alles ist euch rein.
42 Jedoch wehe euch Pharisäern!, weil ihr die Minze und das Gewürzkraut und alles Gartengewächs verzehntet; und das Gericht ‹, die Rechtsausübung,› und die Liebe Gottes übergeht ihr. Diese [Dinge] sollte man tun und jene nicht lassen.
43 Wehe euch Pharisäern!, weil ihr den ersten Sitz ‹, den Ehrenplatz,› in den Synagogen liebt und die Begrüßungen auf den Märkten.
44 Wehe euch Schriftgelehrten und Pharisäern, Schauspielern ‹, Heuchlern›!, weil ihr wie die unkenntlichen Gräber seid; und die Menschen, die darauf einhergehen, wissen es nicht.“
45 Einer von den Gesetzesgelehrten antwortet ihm: „Lehrer, wenn du diese [Dinge] sagst, verhöhnst du auch uns.“
46 Aber er sagte: „Wehe auch euch Gesetzesgelehrten!, weil ihr die Menschen mit schwer zu tragenden Lasten belastet, und ihr selbst rührt die Lasten nicht mit einem eurer Finger an.
47 Wehe euch!, weil ihr die Gräber der Propheten baut, und eure Väter töteten sie.
48 Folglich legt ihr Zeugnis ab und stimmt so den Taten ‹und Werken› eurer Väter bei, weil einerseits jene sie töteten, andererseits ihr aber deren Gräber baut.8
49 Deshalb sagte auch die Weisheit Gottes: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden [welche] von ihnen töten und verfolgen,
50 damit von diesem Geschlecht ‹, von dieser Generation,›9 eingefordert werde das Blut aller Propheten, das vergossen wurde von Gründung [der] Welt an,
51 vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der zwischen dem Altar und dem Hause umkam. Ja, ich sage euch: Es wird eingefordert werden von diesem Geschlecht ‹, von dieser Generation›.
52 Wehe euch Gesetzesgelehrten!, weil ihr den Schlüssel der [Er]­kenntnis weggenommen habt. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die Hineingehenden habt ihr gehindert.“
53 Als er diese [Worte] zu ihnen sagte, fingen10 die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, hart [auf ihn] einzudringen und ihn über mehreres auszufragen;
54 und sie lauerten ihm auf und suchten, etwas aus seinem Mund zu erhaschen, damit sie ihn anklagen könnten.11

Fußnoten

  1. 1 11,1 wörtl.: betend war; Partizip Präsens durativ
  2. 2 11,2 NA: Vater(ohne der [du] in den Himmeln [bist])
  3. 3 11,2 NA: ohne Dein Wille geschehe, wie [er] im Himmel [geschieht], auch in dem Lande [o.: auf der Erde].“
  4. 4 11,4 NA: ohne sondern befreie uns von dem Bösen
  5. 5 11,11 NA: Wen von euch, der ein Vater ist, wird der Sohn um einen Fisch bitten? Wird er ihm anstatt eines Fisches eine Schlange reichen?
  6. 6 11,30 gemeint ist die zeitgenössische Generation von Juden; vgl. Mt 11,16; 12,39-45; 16,4; 23,36
  7. 7 11,33 modion; ca. 9 Liter fassend
  8. 8 11,48 NA: ohne deren Gräber
  9. 9 11,50 gemeint ist das zeitgenössische Geschlecht von Juden; vgl. Mt 11,16; 12,39-45; 16,4; 23,36
  10. 10 11,53 NA: Als er von dort wegging, fingen
  11. 11 11,54 NA: ohne damit sie ihn anklagen könnten