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Neues Testament

Lukas Kapitel 14

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und es geschah, als er am Sabbat in das Haus eines der Oberen der Pharisäer kam, um Brot zu essen, da waren sie dabei, ihn zu beobachten.
2Und siehe!, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm.
3Und Jesus antwortete, zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern [gewandt]: „Ist es gestattet, am Sabbat zu heilen?“
4Aber sie wurden still. Und er fasste ihn an, heilte ihn und entließ ihn.
5Und er antwortete ihnen: „Wer von euch, dessen Sohn1 oder Ochse in den Brunnen fällt, wird ihn nicht sogleich herausziehen am Tag des Sabbats?“
6Und sie vermochten ihm nicht darauf zu antworten.
7Zu den Gerufenen [gewandt], sagte er, als er darauf achtgab, wie sie die ersten Plätze auswählten, ein Gleichnis:
8Er sagte zu ihnen: „Wenn du von jemandem zu einer Hochzeit gerufen wirst, lege dich nicht am ersten Platz [zu Tisch], damit nicht etwa ein Geehrterer als du von ihm gerufen sei
9und der, der dich und ihn lud, kommen und zu dir sagen werde: ‘Gib diesem [den] Platz!’ Und dann wirst du anfangen, mit Schande den letzten Platz einzunehmen.
10 Sondern, wenn du gerufen bist, gehe hin und lege dich an den letzten Platz, damit dann, wenn der, der dich gerufen hat, kommt, er zu dir sagen wird: ‘Freund, rücke weiter herauf.’ Dann wirst du Herrlichkeit haben vor denen, die mit dir [zu Tisch] liegen.
11 Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
12 Und zu dem, der ihn gerufen hatte, sagte er: „Wenn du ein leichtes Mahl veranstaltest oder ein Gastmahl, [dann] rufe nicht deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn, damit nicht etwa auch sie dich wieder rufen und dir Vergeltung [zuteil] werde,
13 sondern wenn du ein Mahl mit Gästen veranstaltest, [dann] lade ein ‹o.: rufe› Arme, Krüppel, Gelähmte, Blinde.
14 Und ein Seliger wirst du sein, da sie nichts haben, um [es] dir zu vergelten. Es wird dir nämlich vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten.“
15 Als einer von denen, die mit [zu Tisch] lagen, das hörte, sagte er zu ihm: „Selig der, der ein Mahl essen wird in der Königsherrschaft ‹, im Königreich,› Gottes!“
16 Er sagte zu ihm: „Ein gewisser Mensch machte ein großes Mahl und lud ‹o.: rief› viele.
17 Und er sandte seinen Sklaven zur Stunde des Mahls, zu den Gerufenen zu sagen: ‘Kommt, denn es ist schon alles bereit.’
18 Und ohne Ausnahme ‹o.: vom ersten an› fingen sie alle an, sich zu entschuldigen ‹o.: abzusagen; eig.: sich auszubitten›. Der erste sagte zu ihm: ‘Ich habe ein Feld gekauft, und es ist notwendig, dass ich hinausgehe und es ansehe. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.’
19 Und ein anderer sagte: ‘Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, sie zu erproben. Ich bitte dich, halte mich für entschuldigt.’
20 Und ein anderer sagte: ‘Ich habe eine Frau geheiratet, und deshalb kann ich nicht kommen.’
21 Und jener Sklave kam herbei und berichtete seinem Herrn diese [Dinge]. Dann wurde der Gebieter des Hauses zornig und sagte zu seinem Sklaven: ‘Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Gelähmten und Blinden hier herein.’
22 Und der Sklave sagte: ‘Herr, es ist geschehen, wie du angeordnet hast, und es ist noch Platz.’
23 Und der Herr sagte zu dem Sklaven: ‘Gehe hinaus auf die Landstraßen und [an die] Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit sich mein Haus fülle.’
24 Ich sage euch nämlich: Nicht einer von jenen Männern, die gerufen waren, wird mein Mahl schmecken! Denn viele sind gerufen, aber wenige erwählt.“2
25 Und zahlreiche Mengen zogen mit ihm. Und er wandte sich um und sagte zu ihnen:
26 „Wenn jemand zu mir kommt und nicht hasst ‹i. S. v.: zurückstellt›3 seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern und dazu auch seine eigene Seele ‹, sein eigenes Leben›, kann er nicht mein Jünger sein.
27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir her kommt, kann nicht mein Jünger sein.
28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet den Kostenaufwand, ob er die [Mittel] zur Fertigstellung habe?,
29 damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht imstande ist, es fertigzustellen, alle Zuschauenden anfangen, ihn zu verspotten,
30 und sagen: ‘Dieser Mensch fing an, zu bauen und war nicht imstande, es fertigzustellen.’
31 Oder welcher König, der hinzieht, um mit einem anderen König zu[m] Krieg zusammenzustoßen, setzt sich nicht zuvor hin und berät, ob er imstande ist, mit Zehntausend dem entgegenzutreten, der mit Zwanzigtausend gegen ihn kommt?
32 Wenn aber nicht, so sendet er, solange der noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die [Bedingungen] zu[m] Frieden.
33 Auf diese Weise nun kann keiner von euch, der nicht allem entsagt ‹eig.: von allem Abschied nimmt›, was er hat, mein Jünger sein.
34 Das Salz [ist] edel ‹und vortrefflich›. Wenn das Salz aber fade ‹o.: geschmacklos, kraftlos; wörtl.: töricht› geworden ist, womit soll gesalzen ‹o.: gewürzt› werden?
35 Es ist weder für [das] Land noch für [den] Dünger brauchbar. Man wirft es hinaus. Wer Ohren zu[m] Hören hat, höre [immerfort]!“

Fußnoten

  1. 1 14,5 t. r.: Esel
  2. 2 14,24 NA: ohne Denn viele sind gerufen, aber wenige erwählt.“
  3. 3 14,26 Vgl. Joh 12,25; 1Mo 29,31; 5Mo 21,15