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Neues Testament

Lukas Kapitel 9

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Er rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Autorität über alle Dämonen und [um] Krankheiten zu heilen.
2Und er sandte sie, die Königsherrschaft ‹bzw.: das Königreich› Gottes zu verkünden und die von Schwachheit Befallenen zu heilen,
3und er sagte: „Nehmt nichts [mit] auf den Weg, weder Stäbe noch Tasche noch Brot noch Silber[geld]. Auch soll keiner zwei Untergewänder haben.
4Und in welches Haus auch immer ihr hineingeht, dort bleibt und von dort zieht [jeweils] aus.
5Und wie viele euch etwa nicht aufnehmen werden – geht hinaus aus jener Stadt und schüttelt den Staub ab von euren Füßen, zu[m] Zeugnis gegen dieselben.“
6Sie gingen aus, durchzogen [Dorf] um Dorf, verkündigten überall gute Botschaft und heilten.
7Es hörte Herodes, der Tetrarch ‹, der Vierfürst,› alles, was von ihm geschah, und er war in Verlegenheit, weil von einigen gesagt wurde, Johannes sei aus [den] Toten [auf]­erweckt worden,
8von einigen, Elia sei erschienen, [von] anderen, einer von den alten Propheten sei auferstanden.
9Und Herodes sagte: „Johannes ließ ich enthaupten. Aber wer ist dieser, von dem ich solche [Dinge] höre?“ Und er suchte, ihn zu sehen.
10 Und als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie ihm [alles], was sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich zurück, für sich [allein], an einen einsamen [öden] Ort einer Stadt1, genannt Bethsaida.
11 Die Mengen nun, als sie [es] [er]­kannten, folgten ihm. Und er nahm sie in Empfang und redete zu ihnen über die Königsherrschaft Gottes. Und die, die Bedarf an Heilung ‹und Pflege› hatten, heilte er.
12 Aber der Tag fing an, sich zu neigen. Es kamen nun die Zwölf herbei und sagten zu ihm: „Entlasse die Menge, damit sie weggehen in die Dörfer und Höfe ringsum, sich ausspannen und Verköstigung finden, weil wir hier an einem einsamen Ort sind.“
13 Aber er sagte zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen.“ Sie sagten: „Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische. Es sei denn, dass wir hingehen und für dieses ganze Volk Speise kaufen.“
14 Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Aber er sagte zu seinen Jüngern: „Lasst sie sich lagern in Lagergruppen zu je fünfzig.“
15 Und sie taten es so und ließen alle sich lagern.
16 Er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf in den Himmel, lobte [über] ihnen ‹o.: lobte bezüglich ihrer› und brach [sie]. Und er gab [jeweils] den Jüngern, dass sie [sie] der Menge vorlegten.
17 Und sie aßen und wurden alle gesättigt. Und es wurde aufgehoben das ihnen an Brocken Übriggebliebene: zwölf [große] Tragkörbe [voll].
18 Und es geschah, als er allein betete, waren die Jünger mit ihm zusammen. Und er fragte sie: „Wer, sagen die Mengen, dass ich sei?“
19 Sie antworteten: „‘Johannes der Täufer’, andere: ‘Elia’, andere, dass irgendeiner der alten Propheten auferstanden sei.“
20 Er sagte zu ihnen: „Und ihr, wer sagt ihr, dass ich sei?“ Petrus antwortete: „Der Gesalbte Gottes.“
21 Aber er gebot ihnen nachdrücklich und gab ihnen Anweisung, das niemandem zu sagen,
22 und sagte: „Der Sohn des Menschen muss vieles leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und am dritten Tag auferstehen.“
23 Er sagte2 nun zu allen: „Wenn jemand hinter mir her kommen will, verleugne er sich selbst und hebe3 sein Kreuz ‹eig.: seinen Pfahl› auf und folge mir [beständig]4.
24 Wer nämlich seine Seele ‹, sein Leben,› retten ‹und bewahren› will, wird sie verlieren ‹, umkommen lassen›; aber wer seine Seele verliert um meinetwillen, der wird sie retten.
25 Denn was für einen Nutzen ‹auf Dauer› hat ein Mensch, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert ‹, umkommen lässt,› oder sich Schaden zufügt5?
26 Wer sich nämlich meiner und meiner Worte schämen sollte, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, [dann], wenn er kommt in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der der heiligen Boten.
27 Ich sage euch aber: Wahrlich, es sind einige der hier Stehenden, die keinesfalls [den] Tod schmecken werden, bis sie die Königsherrschaft ‹o.: das Königreich› Gottes gesehen haben.“
28 Es geschah nun etwa acht6 Tage nach diesen Worten, da nahm er Petrus und Johannes und Jakobus zu sich und stieg den Berg hinauf, um zu beten.
29 Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts ein anderes, und sein Gewand wurde weißleuchtend, strahlend ‹, blitzend›.
30 Und siehe!, zwei Männer unterredeten sich zusammen mit ihm, welche Mose und Elia waren.
31 Die, in Herrlichkeit erschienen, redeten von seinem Ausgang ‹o.: Exodus›, den er im Begriff war, in Jerusalem zu erfüllen.
32 Aber Petrus und die, die zusammen mit ihm waren, waren schwer vom Schlaf; aber da sie sich wach gehalten hatten ‹o.: aber als sie ganz wach geworden waren›7, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.
33 Und es geschah, als sie von ihm schieden, sagte Petrus, zu Jesus [gewandt]: „Meister, es ist schön ‹, vortrefflich,› für uns, hier zu sein“, und: „Wir wollen drei Zelthütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine“ – nicht wissend, was er sagt.
34 Während er diese [Worte] sagte, entstand eine Wolke und überschattete sie. Sie gerieten nun in Furcht, als jene in die Wolke hineingingen.
35 Und eine Stimme geschah aus der Wolke; die sagte: „Dieser ist mein geliebter8 Sohn. Hört [stets] auf ihn!“
36 Und während die Stimme geschah, wurde Jesus alleine gefunden. Und sie selbst schwiegen und gaben in jenen Tagen niemandem Bericht von dem, was sie gesehen hatten.
37 Es geschah nun am folgenden Tag, als sie vom Berg herabkamen, [da] kam ihm eine zahlreiche Menge entgegen.
38 Und siehe!, ein Mann schrie auf von der Menge her: „Lehrer, ich bitte dich sehr! Blicke hin auf meinen Sohn! – weil er mein einziggeborener ist.
39 Und siehe!, ein Geist ergreift ihn [jeweils] und plötzlich schreit er, und er zerrt ihn unter Schäumen, und er entfernt sich kaum von ihm ‹o.: lässt nur widerwillig von ihm ab›; dabei reibt er ihn auf.
40 Und ich bat deine Jünger sehr, dass sie ihn austrieben, und sie konnten es nicht.“
41 Jesus antwortete: „O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht ‹o.: verkehrte Generation›9, bis wann soll ich bei euch ‹und euch zugewandt› sein und euch ertragen? Führe deinen Sohn her.“
42 Noch während er herbeikam, riss ihn der Dämon nieder und krampfte ihn zusammen ‹, schüttelte ihn in Krämpfen›. Aber Jesus gebot dem unreinen Geist nachdrücklich und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück.
43 Alle waren sehr bestürzt ‹und außer sich› über die Majestät Gottes. Als sich alle wunderten über alles, was Jesus tat, [richtete] er [sich] an seine Jünger und sagte:
44 „Legt ihr diese Worte in eure Ohren. Der Sohn des Menschen ist nämlich im Begriff, in die Hände von Menschen ausgeliefert zu werden.“
45 Aber sie verstanden diesen Ausspruch nicht, und es war vor ihnen verhüllt, sodass sie es nicht begriffen. Und sie fürchteten sich, ihn über diesen Ausspruch zu befragen.
46 Es kam unter ihnen eine Überlegung auf ‹, ein Gedanke,› darüber, wer von ihnen wohl der Größte10 sei.
47 Aber Jesus sah die Überlegung ihres Herzens, fasste ein kleines Kind [und nahm es] zu sich und stellte es neben sich selbst
48 und sagte zu ihnen: „Wer immer dieses Kindlein auf meinen Namen hin aufnimmt, nimmt mich auf; und wer immer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich sandte; denn der, welcher der Kleinste ist unter euch allen, der wird groß sein.“
49 Johannes antwortete: „Meister, wir sahen jemanden, der mit deinem Namen ‹, unter Berufung auf deinen Namen,› Dämonen austrieb, und wir wehrten ihm, weil er nicht mit uns [dir] folgt.“
50 Und Jesus sagte, zu ihm [gewandt]: „Wehrt nicht!, denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.“
51 Es geschah nun, als die Tage seiner Aufnahme nahten, erfüllt zu werden, da machte er sein Angesicht fest ‹o.: da stärkte er sein Angesicht›, nach Jerusalem zu ziehen.
52 Und er sandte Boten vor seinem Angesicht her. Und sie zogen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, um für ihn Vorbereitungen zu treffen.
53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht [gerichtet] war, nach Jerusalem zu ziehen.
54 Als seine Jünger Jakobus und Johannes es sahen, sagten sie: „Herr, willst du, dass wir sagen, es soll Feuer vom Himmel herniederkommen und sie verzehren, wie auch Elia tat?“11
55 Aber er wandte sich um, gebot ihnen nachdrücklich und sagte: „Wisst ihr nicht, welches Geistes ihr seid?12
56 Der Sohn des Menschen kam nämlich nicht, Seelen von Menschen umkommen zu lassen, sondern zu retten.“ Und sie zogen hin in ein anderes Dorf.13
57 Es geschah nun, während sie auf dem Weg dahinzogen, [da] sagte einer zu ihm: „Ich werde dir folgen, wohin immer du gehst, Herr.“
58 Und Jesus sagte zu ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels [Nester als] Wohnplätze, aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt neige.“
59 Er sagte nun zu einem anderen: „Folge mir!“ Aber der sagte: „Herr, erlaube mir, zuerst hinzugehen, meinen Vater zu begraben.“
60 Jesus14 sagte zu ihm: „Lass die Toten ihre [eigenen] Toten begraben. Du aber gehe hin und mache die Königsherrschaft Gottes [weithin] bekannt!“
61 Es sagte auch ein anderer: „Ich werde dir folgen, Herr. Zuerst aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die in meinem Haus sind.“
62 Aber Jesus sagte zu ihm: „Keiner, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und nach hinten blickt, ist brauchbar für die Königsherrschaft ‹bzw.: das Königreich› Gottes.“

Fußnoten

  1. 1 9,10 NA: für sich [allein], zu einer Stadt
  2. 2 9,23 Imperfekt durativ o. bekräftigend: mit Nachdruck
  3. 3 9,23 NA, t. r.: plus täglich
  4. 4 9,23 Imperativ Präsens durativ
  5. 5 9,25 zweimal effektiver Aorist
  6. 6 9,28 möglicherweise zählt Lk den ersten u. letzten Tag mit; s. Mt 17,1; Mk 9,1
  7. 7 9,32 beide Üsg. sind möglich
  8. 8 9,35 NA: erwählter
  9. 9 9,41 genea; gemeint ist das Geschlecht der jüdischen Zeitgenossen Jesu
  10. 10 9,46 wörtl.: der Größere; Komparativ kann für Superlativ stehen; so a. V. 48; Mt 11,11; 18,1; 1Kor 13,13
  11. 11 9,54 NA: ohne wie auch Elia tat
  12. 12 9,55 NA: ohne und sagte: Wisst ihr nicht, welches Geistes ihr seid?
  13. 13 9,56 NA hat als V. 56 nur: Und sie zogen hin in ein anderes Dorf.“
  14. 14 9,60 NA: ohne Jesus