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Neues Testament

Lukas Kapitel 16

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Er [richtete sich] aber auch an seine Jünger und sagte: „Es war ein gewisser reicher Mensch, der einen Verwalter hatte. Und dieser wurde bei ihm beschuldigt ‹o.: verklagt›, dass er [nach und nach] seine Habe vergeude.
2Und er rief ihn und sagte zu ihm: ‘Was ist das, das ich [da] über dich höre? Lege Rechenschaft ab über deine Verwaltung, denn du kannst nicht länger [meinen Besitz] verwalten.’
3Der Verwalter sagte bei sich selbst: ‘Was soll ich tun?, da mein Herr die Verwaltung von mir wegnimmt. Zu graben vermag ich nicht, zu betteln schäme ich mich.
4Ich weiß1, was ich tun werde, damit [dann], wenn ich der Verwaltung enthoben bin, sie mich in ihre Häuser aufnehmen.’
5Und er rief jeden einzelnen von den Schuldnern seines Herrn herbei. Und er sagte zum ersten: ‘Wie viel schuldest du meinem Herrn?’
6Er sagte: ‘Hundert Bat2 Öl.’ Und er sagte zu ihm: ‘Nimm deine [Schuld]­schrift, setze dich und schreibe schnell: fünfzig.’
7Danach sagte er zu einem anderen: ‘Und du, wie viel schuldest du?’ Er sagte: ‘Hundert Kor3 Weizen.’ Und er sagt zu ihm: ‘Nimm deine [Schuld]­schrift und schreibe: achtzig.’
8Und es lobte der Herr den ungerechten Verwalter4, da er klug gehandelt hatte. Die Söhne dieses Äons sind nämlich klüger als die Söhne des Lichts gegen das eigene Geschlecht ‹o.: im Umgang mit dem eigenen Geschlecht›.
9Auch ich sage euch: Macht euch selbst Freunde vom ungerechten Mammon5, damit [dann], wenn es [mit euch] zu Ende gegangen ist, man euch aufnehme in die ewigen ‹, äonischen,› Zeltwohnungen6.
10 Wer im ganz Geringen treu ‹und zuverlässig› ist, ist auch im Vielen treu, und wer im ganz Geringen ungerecht ist, ist auch im Vielen ungerecht.
11 Wenn ihr also in dem ungerechten Mammon nicht treu geworden seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen?
12 Und wenn ihr in dem Fremden nicht treu geworden seid, wer wird euch das Eure geben?
13 Kein Haussklave kann zwei Herren Sklavendienst tun, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich zu dem einen halten und den anderen gering achten. Ihr könnt nicht Gott Sklavendienst tun und dem Mammon.“
14 Alles dieses nun hörten auch die Pharisäer, die geldliebend waren, und sie rümpften [höhnend die Nase] über ihn.
15 Und er sagte zu ihnen: „Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen ‹o.: sich als gerecht darstellen› vor den [Augen der] Menschen. Aber Gott kennt eure Herzen; weil das, was bei Menschen hoch [ist], ein Gräuel [ist] vor [den Augen] Gott[es].
16 Das Gesetz und die Propheten [gehen] bis zu Johannes. Von dann ab wird als gute Botschaft die Königsherrschaft ‹, das Königreich,› Gottes verkündigt, und jeder drängt sich mit Gewalt in sie ‹bzw.: in es› hinein.
17 Leichter aber ist es, dass der Himmel und das Land vergehen, als dass vom Gesetz ein Strichlein falle.
18 Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Und jeder, der eine vom Mann Entlassene7 heiratet, begeht Ehebruch.“
19 „Es8 war ein gewisser Mensch, ein reicher, und er kleidete sich in Purpur und Byssus und [war] Tag für Tag fröhlich, in Glanz ‹, prächtig›.
20 Und es war ein gewisser Armer, mit Namen Lazarus, der vor seinen Toreingang gelegt worden war; der war behaftet mit Geschwüren,
21 und begehrte, sich von den Krümeln zu sättigen, die vom Tisch des Reichen fielen. Es kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre ab.
22 Es geschah nun, dass der Arme starb. Und er wurde von den Boten ‹, den Engeln,› weggetragen an den Gewandbausch9 ‹, an die Brust,› Abrahams. Es starb aber auch der Reiche, und er wurde begraben.
23 Und im Hades ‹, im Bereich der Toten›, als er seine Augen erhebt, sieht er, während er in Qualen ist, Abraham von ferne und Lazarus an10 seinem Gewandbausch.
24 Und er rief: ‘Vater Abraham, erbarme dich meiner und schicke Lazarus, dass er das obere Ende seines Fingers in Wasser tauche und meine Zunge kühle, da ich in dieser Flamme Schmerzen leide!’
25 Aber Abraham sagte: ‘Kind, gedenke, dass du dein Gutes [in Fülle] empfingst in deinem Leben und Lazarus in gleicher Weise das Üble. Aber jetzt wird er hier getröstet. Aber du leidest Schmerzen.
26 Und zu all dem hinzu ist zwischen uns und euch eine große Kluft festgelegt, dass die, die von hier zu euch hinübergehen wollen, [es] nicht können, noch [können] die von dort zu uns herüberkommen.’
27 Aber er sagte: ‘Ich bitte dich also, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters schickst
28 – ich habe nämlich fünf Brüder –, dass er ihnen ernstlich Zeugnis gebe, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen!’
29 Abraham sagt zu ihm: ‘Sie haben Mose und die Propheten. Auf die sollen sie hören.’
30 Aber er sagte: ‘Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von [den] Toten zu ihnen hingeht, werden sie Buße tun.’
31 Aber er sagte zu ihm: ‘Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn einer aus [den] Toten aufersteht.’“

Fußnoten

  1. 1 16,4 wörtl.: ich habe gekannt; gnomischer Aorist
  2. 2 16,6 1 Bat = 22-36 l
  3. 3 16,7 1 Kor = 275 kg
  4. 4 16,8 wörtl.: den Verwalter der Ungerechtigkeit; Genitiv der Eigenschaft bzw. der Qualität (genitivus qualitatis)
  5. 5 16,9 wörtl.: dem Mammon der Ungerechtigkeit; genitivus qualitatis; von aram. mamona, Besitz
  6. 6 16,9 NA: damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Zeltwohnungen
  7. 7 16,18 o.: [die]; „Entlassene“ kann im Griech. bestimmt sein, auch wenn kein Artikel davor steht
  8. 8 16,19 So alle griech. Hss. Nur Codex D hat: Und er sagte ihnen auch ein anderes Gleichnis: Es
  9. 9 16,22 eig.: in den Gewandbausch hinein; eis ton kolpon; formelhaft für den Ehrenplatz beim Essen; Joh 1,18; 13,23
  10. 10 16,23 o.: in; griech. en tois kolpois; der Platz am Gewandbausch (im Griech. Mehrzahl) des Gastgebers ist der Ehrenplatz beim Essen