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Neues Testament

Lukas Kapitel 6

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es geschah nun am zweiten1 ‘ersten2 Sabbat’, dass er durch die Saat[felder] zog, und seine Jünger rupften die Ähren, rieben [sie] mit den Händen und aßen.
2Aber einige von den Pharisäern sagten zu ihnen: „Was tut ihr, was nicht gestattet ist, am Sabbat zu tun?“
3Und Jesus antwortete ihnen: „Habt ihr denn das nicht gelesen, was David tat, als [ihn] hungerte, ihn und die, die bei ihm waren?
4– wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote3 nahm und aß und auch denen gab, die bei ihm waren?, – die doch nicht gestattet sind zu essen als nur den Priestern allein?“
5Und er sagte zu ihnen: „Der Sohn des Menschen ist Herr auch des Sabbats.“
6Es geschah nun auch – an einem anderen Sabbat –, dass er in die Synagoge hineinging und lehrte. Und dort war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war.
7Aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer beobachteten ihn, ob er am Sabbat heilen werde, damit sie eine Anklage [gegen] ihn fänden.
8Aber er wusste um ihre Überlegungen. Und er sagte zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: „Erhebe dich und stelle [dich] in die Mitte!“ Und er stand auf und stellte sich [hin].
9Es sagte nun Jesus zu ihnen: „Ich will euch etwas fragen: Ist es gestattet, am Sabbat Gutes zu tun oder Übles zu tun, eine Seele ‹, ein Leben,› zu retten oder zu töten?“4
10 Und nachdem er sie sich alle ringsum angesehen hatte, sagte er zu ihm: „Strecke deine Hand aus!“ Er nun tat es. Und seine Hand wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere.
11 Aber sie wurden mit Unverstand erfüllt und besprachen sich miteinander, was sie wohl Jesus [an]­tun könnten.
12 Es geschah nun in diesen Tagen, [da] ging er hinaus an den Berg, um zu beten, und brachte die Nacht zu im Gebet [zu] Gott5.
13 Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herzu. Und er wählte von ihnen zwölf, die er auch „Apostel“ ‹, Sendboten,› nannte:
14 Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, dessen Bruder, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
15 Matthäus und Thomas, Jakobus, den [Sohn] des Alphäus, und Simon, genannt Eiferer ‹, Zelot›,
16 Judas, den [Sohn] des Jakobus, und Judas Iskariot, der auch [zum] Verräter wurde.
17 Und als er mit ihnen niedergestiegen war, stellte er sich auf einen ebenen Platz; auch eine Menge seiner Jünger und eine große Anzahl des Volkes [war da] von ganz Judäa und Jerusalem und von der Küste von Tyrus und Sidon, die kamen, ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten,
18 auch die von unreinen Geistern Geplagten, und sie wurden geheilt.
19 Und die ganze Menge suchte ihn anzurühren, weil Kraft von ihm ausging und alle heilte.
20 Und er erhob seine Augen, über seine Jünger hin, und sagte: „Selige [seid ihr] Armen!, denn euer ist die Königsherrschaft Gottes.
21 Selige [seid ihr], die [ihr] jetzt hungert!, denn ihr werdet gesättigt werden. Selige [seid ihr], die [ihr] jetzt weint!, denn ihr werdet lachen.
22 Selige seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und sie euch absondern ‹und ausgrenzen› und beschimpfen ‹und Vorwürfe machen› und euren Namen als böse verwerfen wegen des Sohnes des Menschen.
23 Freut euch über jenen Tag und hüpft, denn, siehe!, euer Lohn ist groß im Himmel!, denn ebenso taten ihre Väter den Propheten.
24 Doch wehe euch, den Reichen! Ihr habt [bereits] euren Trost.
25 Wehe euch, die [ihr] angefüllt ‹und satt› seid!, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht!, denn ihr werdet trauern und weinen.
26 Wehe [euch], wenn alle Menschen von euch wohl reden!, denn ebenso taten ihre Väter den Lügenpropheten ‹, den Falschpropheten›.
27 Euch jedoch, den Hörenden, sage ich: Liebt eure Feinde! Tut wohl6 denen, die euch hassen!
28 Segnet [stets] die euch Fluchenden! Betet [beharrlich] für die, die euch in Misskredit bringen ‹o.: diffamieren; schlechtmachen›!
29 Dem, der dich auf die Wange schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir das Obergewand nimmt, verwehre auch das Untergewand nicht.
30 Jedem dich Bittendem gib; und von dem, der [dir] das Deine nimmt7, fordere es nicht zurück.
31 Und so, wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollten, ebenso tut auch ihr ihnen.
32 Und wenn ihr die euch [beständig] Liebenden liebt, was für Gnade ‹und Gunst› fällt euch zu? Denn auch die Sünder lieben die sie [beständig] Liebenden.
33 Und wenn ihr Gutes tut den euch [stets] Gutes Tuenden, was für Gnade ‹und Gunst› fällt euch zu? Denn auch die Sünder tun dasselbe.
34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr hofft, es zurückzubekommen, was für Gnade ‹und Gunst› fällt euch zu? Denn auch [die] Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche zurückbekommen.
35 Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht8, nichts zurück erhoffend. Und es wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist freundlich gegenüber den Undankbaren und Bösen.
36 Werdet also [stetig] erbarmend, so wie auch euer Vater erbarmend ist.
37 Und richtet nicht, und ihr werdet keinesfalls gerichtet werden. Verurteilt nicht, und ihr werdet keinesfalls verurteilt werden. Lasst frei, und ihr werdet freigelassen werden.
38 Gebt [immer wieder] und es wird euch gegeben werden: Ein edles ‹und vortreffliches›, festgedrücktes, geschütteltes, überlaufendes Maß wird man euch in euren Gewandbausch ‹, in euren Schoß,› geben; denn mit eben dem Maß, mit dem ihr zumesst, wird euch wieder zugemessen werden.“
39 Er sagte ihnen nun ein Sprichwort, ‹ein Gleichnis›: „Kann ein Blinder einen Blinden leiten? Werden nicht beide in [die] Grube fallen?
40 Ein Jünger ist nicht über seinem Lehrer. Jeder fertig Zugerüstete ‹, jeder Ausgebildete,› wird sein wie sein Lehrer.
41 Was aber siehst du auf den Splitter, der im Auge deines Bruders [ist], aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr?
42 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‘Bruder, lass!, ich will den Splitter, der in deinem Auge [ist], herausnehmen’, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Schauspieler! ‹Heuchler!› Nimm zuerst den Balken aus deinem Auge!, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszunehmen, der im Auge deines Bruders [ist].
43 Denn ein edler ‹, vortrefflicher,› Baum bringt nicht faule Frucht, noch bringt ein fauler Baum edle ‹, vortreffliche,› Frucht,
44 denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht [er]­kannt; denn von Dornengewächsen liest man nicht Feigen zusammen, noch liest man von einem Dornstrauch Trauben.
45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor, denn aus der Überfülle des Herzens redet sein Mund.
46 Was nennt ihr mich: ‘Herr! Herr!’ und tut nicht, was ich sage?
47 Jeder, der zu mir kommt und auf meine Worte hört und sie tut – ich werde euch zeigen, wem er gleich ist:
48 Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute: Er grub und vertiefte und legte den Grundstein auf den Felsen. Als nun Hochwasser ‹o.: eine Überschwemmung› kam, schlug der Strom an jenes Haus, und er vermochte es nicht zu erschüttern ‹o.: ins Wanken zu bringen›, denn es war auf den Felsen gegründet worden.9
49 Aber der, der [meine Worte] gehört und nicht getan hat, ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf den Erdboden baute – ohne Grundstein –, an das der Strom schlug, und sogleich fiel es; und es wurde der Einsturz jenes Hauses groß.“

Fußnoten

  1. 1 6,1 Der „erste Sabbat“ wird vom Passafest an gerechnet (3Mo 23,15–21); „zweiten“: hier möglicherw. im zweiten Jahr des öffentlichen Dienstes Jesu.
  2. 2 6,1 NA: ohne zweiten ersten
  3. 3 6,4 eig.: die Brote der Schaustellung; die zur Schau gestellten Brote; genitivus obiectivus
  4. 4 6,9 NA, t. r.: oder umkommen zu lassen
  5. 5 6,12 wörtl.: im Gottesgebet; Genitiv der Richtung, wie Apg 10,2
  6. 6 6,27 zweimal Imperativ Präsens durativ: fortwährend
  7. 7 6,30 zweimal Partizip Präsens durativ: dem fortwährend Bittenden; dem immer wieder das Deine Nehmenden
  8. 8 6,35 3-mal Imperativ Präsens durativ o. iterativ: beständig; fortwährend; stets; immer wieder
  9. 9 6,48 NA: weil es gut gebaut war.