Neues Testament
Lukas Kapitel 20
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Und es geschah an einem jener Tage, als er das Volk in der Tempelstätte lehrte und gute Botschaft verkündigte, da traten die Priester1 und die Schriftgelehrten zusammen mit den Ältesten herzu
2und [wandten sich] an ihn, sagten: „Sage uns, mit welcher Autorität ‹und Befugnis› tust du diese [Dinge]? Oder wer ist es, der dir diese Autorität gab?“
3Aber er antwortete ihnen: „Auch ich will euch ein Wort fragen, und [ihr] sagt mir:
4Die Taufe des Johannes, war [sie] vom Himmel oder von Menschen?“
5Sie aber überlegten ‹und besprachen sich› miteinander; sie sagten: „Wenn wir sagen: ‘Vom Himmel’, wird er sagen: ‘Weshalb glaubtet ihr ihm nicht?’
6Wenn wir aber sagen: ‘Von Menschen’, wird uns das ganze Volk steinigen, denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.“
7Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher.
8Und Jesus sagte zu ihnen: „Auch ich sage euch nicht, in welcher Autorität ich diese [Dinge] tue.“
9Und er fing an, zum Volk [gewandt], dieses Gleichnis zu sagen: „Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und gab ihn ‹, verpachtete ihn,› an [Wein]bauern und verreiste für geraume Zeiten.
10 Und zum [bestimmten] Zeitpunkt sandte er einen Sklaven zu den [Wein]bauern, damit sie ihm von der Frucht des Weinberges gäben. Aber die [Wein]bauern schlugen ihn und sandten ihn leer fort.
11 Und er fuhr fort und schickte einen anderen Sklaven. Aber auch den schlugen sie und verunehrten ihn ‹, behandelten ihn verächtlich,› und sandten ihn leer fort.
12 Und er fuhr fort und schickte einen dritten. Aber auch diesen verwundeten sie und warfen ihn hinaus.
13 Aber der Herr des Weinberges sagte: ‘Was soll ich tun? Ich werde meinen Sohn schicken, den geliebten. Vielleicht werden sie sich vor diesem scheuen, wenn sie ihn sehen.’
14 Aber als die [Wein]bauern ihn sahen, überlegten sie miteinander; sie sagten: ‘Dieser ist der Erbe! Auf, kommt! Wir wollen ihn töten, damit das Erbe unser werde!’
15 Und sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten [ihn]. Was wird also der Herr des Weinberges ihnen tun?
16 Er wird kommen und diese [Wein]bauern umbringen. Und er wird den Weinberg anderen geben.“ Als sie [es] aber hörten, sagten sie: „Das sei ferne!“‹eig.: Es darf [solches] nicht geschehen!›
17 Er blickte sie aber an und sagte: „Was ist also dieses, das geschrieben ist?: ‘Der Stein, den die Bauenden verwarfen2, dieser wurde zu[m] Haupt-Eckstein3. (Ps 118,22.23)
18 Jeder, der auf jenen Stein fällt ‹o.: gefallen ist›, wird zerschmettert werden. Aber auf wen er fällt, den wird er zermalmen ‹, zerstäuben, worfeln›.“
19 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten zu eben der Stunde, Hand an ihn zu legen – und es überkam sie Furcht4, denn sie hatten [er]kannt, dass er dieses Gleichnis auf sie hin gesagt hatte.
20 Und sie beobachteten [ihn] genau und sandten Auflauernde aus, die sich stellen sollten ‹o.: die heucheln sollten›, als wären sie gerecht, damit sie ihn bei einem Wort fassen [könnten], um ihn der Oberhoheit5 und der Autorität des Statthalters auszuliefern.
21 Und sie fragten ihn: „Lehrer, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und [das] Angesicht nicht annimmst6, sondern den Weg Gottes in Wahrheit lehrst.
22 Ist es uns gestattet, dass wir einem Kaiser Steuer geben, oder nicht?“
23 Da er aber ihre Verschlagenheit ‹, ihre Arglist, ihre üble Schlauheit,› erkannte, sagte er zu ihnen: „Was versucht ihr mich ‹und stellt mich auf die Probe›?7
24 Zeigt mir einen Denar. Wessen Bild und Aufschrift hat er?“ Sie antworteten: „Des Kaisers.“
25 Er sagte zu ihnen: „Demnach gebt [dem] Kaiser ab, was [des] Kaisers [ist], und Gott, was Gottes [ist] ‹eig.: erstattet [dem] Kaiser die [Dinge] des Kaisers und Gott die [Dinge] Gottes›.“
26 Und sie vermochten nicht, ihn bei seiner Aussage8 zu fassen vor dem Volk, und verwundert über seine Antwort, schwiegen sie.
27 Es kamen etliche Sadduzäer herzu, die einwendeten ‹wörtl.: widersprechend›, es gäbe keine Auferstehung. Sie befragten ihn:
28 „Lehrer“, sagten sie, „Mose schrieb uns, dass, wenn jemandes Bruder, der eine Frau hatte, stirbt, und zwar kinderlos stirbt, dass sein Bruder die Frau nehmen solle und seinem Bruder Samen heraus-auferstehen lassen solle9 ‹d. h.: gleichsam aus den Toten heraus auferstehen lassen›.
29 Es waren nun sieben Brüder. Und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
30 Und es nahm der zweite die Frau, auch dieser starb kinderlos.
31 Und der dritte nahm sie. Ebenso auch die sieben: Sie hinterließen keine Kinder, und sie starben.
32 Zuletzt aber von allen starb auch die Frau.
33 In der Auferstehung also, wessen Frau unter ihnen wird sie?, denn die sieben hatten sie [zur] Frau.“
34 Und Jesus antwortete ihnen: „Die Söhne dieses Äons heiraten und werden verheiratet;
35 aber die, die würdig geachtet sind, jenen Äon und die Auferstehung aus [den] Toten zu erlangen, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet.
36 Sie können nämlich auch nicht mehr sterben, denn sie sind engelsgleich, und sie sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
37 Aber, dass die Toten [auf]erweckt werden, zeigte auch Mose beim Dornstrauch an, wie er [den] Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
38 Aber Gott ist nicht [ein Gott] von Toten, sondern von Lebenden, denn ihm leben sie alle.“
39 Etliche von den Schriftgelehrten antworteten und sagten: „Lehrer, [das] hast du trefflich gesagt.“
40 Und sie wagten nicht mehr, ihn etwas zu fragen.
41 Aber er [wandte sich] an sie und sagte: „Wieso sagen sie, der Gesalbte sei Davids Sohn?
42 Und David selbst sagt in einer Buchrolle [der] Psalmen: ‘Es sagte der Herr zu meinem Herrn:10 Setze dich11 zu meiner Rechten,
43 bis ich deine Feinde lege ‹o.: hingelegt habe› [zum] Schemel deiner Füße.’ (Ps 110,1)
44 David also nennt ihn ‘Herrn’. Und wie ist er sein Sohn?“
45 Und während das ganze Volk [zu]hörte, sagte er zu seinen Jüngern:
46 „Nehmt euch [stets] in Acht vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern wandeln wollen und Begrüßungen auf den Marktplätzen lieb haben und erste Sitze ‹, die Ehrenplätze,› in den Synagogen und erste Plätze bei den Gastmählern,
47 die die Häuser der Witwen verzehren und zum Vorwand ‹, zum Schein,› lange beten. Diese werden ein schwereres ‹o.: härteres; strengeres; reichlicheres› Gericht empfangen.“
2und [wandten sich] an ihn, sagten: „Sage uns, mit welcher Autorität ‹und Befugnis› tust du diese [Dinge]? Oder wer ist es, der dir diese Autorität gab?“
3Aber er antwortete ihnen: „Auch ich will euch ein Wort fragen, und [ihr] sagt mir:
4Die Taufe des Johannes, war [sie] vom Himmel oder von Menschen?“
5Sie aber überlegten ‹und besprachen sich› miteinander; sie sagten: „Wenn wir sagen: ‘Vom Himmel’, wird er sagen: ‘Weshalb glaubtet ihr ihm nicht?’
6Wenn wir aber sagen: ‘Von Menschen’, wird uns das ganze Volk steinigen, denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.“
7Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher.
8Und Jesus sagte zu ihnen: „Auch ich sage euch nicht, in welcher Autorität ich diese [Dinge] tue.“
9Und er fing an, zum Volk [gewandt], dieses Gleichnis zu sagen: „Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und gab ihn ‹, verpachtete ihn,› an [Wein]bauern und verreiste für geraume Zeiten.
10 Und zum [bestimmten] Zeitpunkt sandte er einen Sklaven zu den [Wein]bauern, damit sie ihm von der Frucht des Weinberges gäben. Aber die [Wein]bauern schlugen ihn und sandten ihn leer fort.
11 Und er fuhr fort und schickte einen anderen Sklaven. Aber auch den schlugen sie und verunehrten ihn ‹, behandelten ihn verächtlich,› und sandten ihn leer fort.
12 Und er fuhr fort und schickte einen dritten. Aber auch diesen verwundeten sie und warfen ihn hinaus.
13 Aber der Herr des Weinberges sagte: ‘Was soll ich tun? Ich werde meinen Sohn schicken, den geliebten. Vielleicht werden sie sich vor diesem scheuen, wenn sie ihn sehen.’
14 Aber als die [Wein]bauern ihn sahen, überlegten sie miteinander; sie sagten: ‘Dieser ist der Erbe! Auf, kommt! Wir wollen ihn töten, damit das Erbe unser werde!’
15 Und sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten [ihn]. Was wird also der Herr des Weinberges ihnen tun?
16 Er wird kommen und diese [Wein]bauern umbringen. Und er wird den Weinberg anderen geben.“ Als sie [es] aber hörten, sagten sie: „Das sei ferne!“‹eig.: Es darf [solches] nicht geschehen!›
17 Er blickte sie aber an und sagte: „Was ist also dieses, das geschrieben ist?: ‘Der Stein, den die Bauenden verwarfen2, dieser wurde zu[m] Haupt-Eckstein3. (Ps 118,22.23)
18 Jeder, der auf jenen Stein fällt ‹o.: gefallen ist›, wird zerschmettert werden. Aber auf wen er fällt, den wird er zermalmen ‹, zerstäuben, worfeln›.“
19 Und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten suchten zu eben der Stunde, Hand an ihn zu legen – und es überkam sie Furcht4, denn sie hatten [er]kannt, dass er dieses Gleichnis auf sie hin gesagt hatte.
20 Und sie beobachteten [ihn] genau und sandten Auflauernde aus, die sich stellen sollten ‹o.: die heucheln sollten›, als wären sie gerecht, damit sie ihn bei einem Wort fassen [könnten], um ihn der Oberhoheit5 und der Autorität des Statthalters auszuliefern.
21 Und sie fragten ihn: „Lehrer, wir wissen, dass du recht redest und lehrst und [das] Angesicht nicht annimmst6, sondern den Weg Gottes in Wahrheit lehrst.
22 Ist es uns gestattet, dass wir einem Kaiser Steuer geben, oder nicht?“
23 Da er aber ihre Verschlagenheit ‹, ihre Arglist, ihre üble Schlauheit,› erkannte, sagte er zu ihnen: „Was versucht ihr mich ‹und stellt mich auf die Probe›?7
24 Zeigt mir einen Denar. Wessen Bild und Aufschrift hat er?“ Sie antworteten: „Des Kaisers.“
25 Er sagte zu ihnen: „Demnach gebt [dem] Kaiser ab, was [des] Kaisers [ist], und Gott, was Gottes [ist] ‹eig.: erstattet [dem] Kaiser die [Dinge] des Kaisers und Gott die [Dinge] Gottes›.“
26 Und sie vermochten nicht, ihn bei seiner Aussage8 zu fassen vor dem Volk, und verwundert über seine Antwort, schwiegen sie.
27 Es kamen etliche Sadduzäer herzu, die einwendeten ‹wörtl.: widersprechend›, es gäbe keine Auferstehung. Sie befragten ihn:
28 „Lehrer“, sagten sie, „Mose schrieb uns, dass, wenn jemandes Bruder, der eine Frau hatte, stirbt, und zwar kinderlos stirbt, dass sein Bruder die Frau nehmen solle und seinem Bruder Samen heraus-auferstehen lassen solle9 ‹d. h.: gleichsam aus den Toten heraus auferstehen lassen›.
29 Es waren nun sieben Brüder. Und der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.
30 Und es nahm der zweite die Frau, auch dieser starb kinderlos.
31 Und der dritte nahm sie. Ebenso auch die sieben: Sie hinterließen keine Kinder, und sie starben.
32 Zuletzt aber von allen starb auch die Frau.
33 In der Auferstehung also, wessen Frau unter ihnen wird sie?, denn die sieben hatten sie [zur] Frau.“
34 Und Jesus antwortete ihnen: „Die Söhne dieses Äons heiraten und werden verheiratet;
35 aber die, die würdig geachtet sind, jenen Äon und die Auferstehung aus [den] Toten zu erlangen, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet.
36 Sie können nämlich auch nicht mehr sterben, denn sie sind engelsgleich, und sie sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.
37 Aber, dass die Toten [auf]erweckt werden, zeigte auch Mose beim Dornstrauch an, wie er [den] Herrn den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
38 Aber Gott ist nicht [ein Gott] von Toten, sondern von Lebenden, denn ihm leben sie alle.“
39 Etliche von den Schriftgelehrten antworteten und sagten: „Lehrer, [das] hast du trefflich gesagt.“
40 Und sie wagten nicht mehr, ihn etwas zu fragen.
41 Aber er [wandte sich] an sie und sagte: „Wieso sagen sie, der Gesalbte sei Davids Sohn?
42 Und David selbst sagt in einer Buchrolle [der] Psalmen: ‘Es sagte der Herr zu meinem Herrn:10 Setze dich11 zu meiner Rechten,
43 bis ich deine Feinde lege ‹o.: hingelegt habe› [zum] Schemel deiner Füße.’ (Ps 110,1)
44 David also nennt ihn ‘Herrn’. Und wie ist er sein Sohn?“
45 Und während das ganze Volk [zu]hörte, sagte er zu seinen Jüngern:
46 „Nehmt euch [stets] in Acht vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern wandeln wollen und Begrüßungen auf den Marktplätzen lieb haben und erste Sitze ‹, die Ehrenplätze,› in den Synagogen und erste Plätze bei den Gastmählern,
47 die die Häuser der Witwen verzehren und zum Vorwand ‹, zum Schein,› lange beten. Diese werden ein schwereres ‹o.: härteres; strengeres; reichlicheres› Gericht empfangen.“
Fußnoten
- 1 20,1 NA, t. r.: die Hohenpriester
- 2 20,17 d. h.: [nach erfolgter Prüfung] ablehnten und für unbrauchbar erklärten
- 3 20,17 wörtl.: zu[m] Haupt [der] Ecke; zu [dem] den Bau bestimmenden, an der äußeren Ecke liegenden Stein
- 4 20,19 NA, t. r.: Furcht vor dem Volk
- 5 20,20 o.: der obrigkeitlichen Behörde
- 6 20,21 d. h.: nicht Rücksicht nimmst auf das Ansehen von Menschen
- 7 20,23 NA: ohne „Was versucht ihr mich?“
- 8 20,26 o.: Ausspruch; hreema, das gesprochene Wort
- 9 20,28 exanisteemi bed. heraus-auferstehen; vgl. das Nomen exanastasis (Herausauferstehung), das nur in Phil 3,11 vorkommt
- 10 20,42 „der Herr“ entspricht in Ps 110 Jahweh; „meinem Herrn“ entspricht in Ps 110 adoni, nicht: adonai. In der LXX des AT werden beide Wörter mit kyrios übersetzt.
- 11 20,42 „Setze dich“; kathēmai bed. meist „sitzen“; in der Koine (im NT) und in frühchristlichen Schriften auch „sich setzen“, vgl. Ps 110,1; jaschab; „sitzen“ o. „sich setzen“; mit der Präposition le: „hin“ o. „zu“