Zum Inhalt springen

Neues Testament

Lukas Kapitel 8

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und es geschah in der Folge, da reiste er selbst [von Stadt zu] Stadt und [von Dorf zu] Dorf, kündend und als gute Botschaft die Königsherrschaft Gottes verkündigend. Und die Zwölf waren mit ihm,
2auch einige Frauen, die von bösen Geistern und Schwachheiten geheilt waren: Maria, genannt ‘die Magdalenerin’, von der sieben Dämonen ausgefahren waren,
3und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, welche ihnen1 von ihrer Habe zu dienen pflegten.
4Als eine zahlreiche Menge zusammen war und [Leute] aus verschiedenen Städten hin zu ihm zogen, sagte er durch ein Gleichnis:
5„Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Und als er säte, fiel das eine an den Weg entlang und wurde zertreten; und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
6Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufgegangen war, verdorrte es, weil es nicht Feuchtigkeit hatte.
7Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen wuchsen mit und erstickten es.
8Und anderes fiel in die gute Erde, und als es aufgegangen war, brachte es hundertfältige Frucht.“ Als er diese [Dinge] sagte, rief er: „Wer Ohren zu[m] Hören hat, höre [immerfort]!“
9Aber seine Jünger stellten ihm Fragen; sie sagten: „Was mag dieses Gleichnis wohl bedeuten?“
10 Er sagte: „Euch ist gegeben, zu [er]­kennen die Geheimnisse der Königsherrschaft Gottes ‹o.: des Königreiches Gottes›, aber den Übrigen [wird es gesagt] in Gleichnissen, damit sie ‘hinsehend nicht hinsehen und hörend nicht verstehen ‹o.: zur Einsicht kommen›.’ (Jes 6,9.10)
11 Dieses ist das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes.
12 Die nun am Weg entlang sind die, die hören, sodann kommt der Teufel ‹, der Verleumder,› und nimmt das Wort von ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden.
13 Die auf dem Felsen sind die, die das Wort, wann immer sie es hören, mit Freude aufnehmen, und diese haben keine Wurzel; [sie sind die,] die für eine [gewisse] Zeitfrist glauben, und zu[m] Zeitpunkt der Prüfung ‹und Versuchung› wenden sie sich ab ‹o.: fallen sie ab›.
14 Aber das in die Dornen Gefallene sind diese, die gehört haben, und sie gehen hin, und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des [irdischen] Lebens erstickt und reifen nicht aus.
15 Aber das in der edlen Erde, diese sind die, welche in einem edlen und guten Herzen das Wort, wenn sie es gehört haben, festhalten und in Ausdauer ‹, in standhaftem Erdulden,› Frucht tragen.“
16 „Niemand zündet eine Lampe an und bedeckt sie mit einem Gefäß oder stellt sie unter eine Bahre, sondern er stellt [sie] auf einen Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht erblicken,
17 denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird, und nichts Verdecktes, das nicht bekannt werden wird und zum Vorschein kommt.
18 Seht also [stets] zu, wie ihr hört, denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, dem wird auch [das], was er zu haben meint, abgenommen werden.“
19 Es kamen nun zu ihm seine Mutter und seine Brüder herbei. Und wegen der Menge konnten sie nicht mit ihm zusammentreffen.
20 Und es wurde ihm Bericht gegeben: „Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, sie wollen dich sehen.“
21 Aber er antwortete ihnen: „Meine Mutter und meine Brüder sind die das Wort Gottes [immerfort] Hörenden und es Tuenden.“
22 Und es geschah an einem der Tage, da stieg er in ein Boot, er und seine Jünger, und er sagte zu ihnen: „Lasst uns hinüberfahren ans jenseitige [Ufer] des Sumpfes.“ Und sie fuhren ab.
23 Während sie segelten, schlief er ein. Und es ging ein Sturmwind nieder auf den Sumpf, und sie drohten vollzulaufen, und sie waren in Gefahr.
24 Sie traten hinzu und weckten ihn auf, sagend: „Meister, Meister, wir kommen um!“ Und er erhob sich, gebot dem Wind und dem Gewoge des Wassers nachdrücklich. Und sie legten sich, und es entstand eine Stille.
25 Und er sagte zu ihnen: „Wo ist euer Glaube?“ Sie fürchteten sich und wunderten sich und sagten zu einander: „Wer ist dann dieser, dass er auch den Winden befiehlt und dem Wasser, und sie gehorchen ihm?“
26 Und sie fuhren hinab in das Landgebiet der Gadarener, welches gegenüber von Galiläa ist.
27 Als er nun ausstieg, auf das Land, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der geraume Zeit Dämonen hatte. Und Obergewand zog er keines an. Und er verblieb nicht in einem Haus, sondern in den Grabstätten.
28 Er sah Jesus und schrie auf, fiel vor ihm nieder und sagte mit lauter ‹, großer› Stimme: „Was [habe] ich mir dir [zu tun], Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich sehr, quäle mich nicht!“
29 Denn er hatte dem unreinen Geist [mit Nachdruck] die Anweisung gegeben, von dem Menschen auszufahren; denn oftmals hatte er ihn mit sich fortgerissen, und er war [wiederholt] mit Ketten und Fußfesseln gebunden und bewacht worden, und er hatte [dabei jeweils] die Fesseln zerrissen und war von dem Dämon in die Wüsteneien getrieben worden.
30 Jesus fragte ihn: „Wie ist dein Name?“ Er sagte: „Legion“ – denn es waren viele Dämonen in ihn hineingefahren.
31 Und er rief ihm bittend zu, dass er ihnen nicht befehle, in den Abgrund2 fortzugehen.
32 Es war dort eine Herde von zahlreichen Schweinen, die an dem Berg weideten. Und sie riefen ihm bittend zu, dass er ihnen erlaube, in jene zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.
33 Die Dämonen fuhren von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürmte den Abhang hinab ins Wasser ‹eig.: in den Sumpf› und ertrank ‹eig.: erstickte›.
34 Als die Hüter das Geschehene sahen, flohen sie und meldeten es an die Stadt und an die Gehöfte ‹und Felder›.
35 Und sie gingen hinaus, das Geschehene zu sehen, und sie kamen zu Jesus hin und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, umkleidet und gesunden Sinnes ‹und vernünftig, besonnen›, sitzend zu den Füßen Jesu. Und sie gerieten in Furcht.
36 Auch gaben ihnen die, die es gesehen hatten, Bericht [davon], wie der Dämonisierte gerettet wurde.
37 Und es ersuchte ihn die ganze Menge des Umlandes der Gadarener, von ihnen wegzugehen, weil sie von großer Furcht ergriffen worden waren. Aber er stieg in das Boot und kehrte zurück.
38 Aber der Mann, von dem die Dämonen ausgefahren waren, hatte ihn [inständig] gebeten, mit ihm sein [zu dürfen]. Aber Jesus hatte ihn entlassen und gesagt:
39 „Kehre in dein Haus zurück und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat.“ Und er ging weg und verkündete durch die ganze Stadt hin, wie viel Jesus an ihm getan hatte.
40 Es geschah nun, als Jesus zurückkehrte, [da] nahm ihn die Menge in Empfang, denn alle warteten auf ihn.
41 Und siehe!, es kam ein Mann, dessen Name Jaïrus [war], und der war ein Oberer ‹, ein Vorsteher,› der Synagoge. Und er fiel Jesus zu Füßen und rief ihm bittend zu, in sein Haus zu kommen,
42 weil er eine Tochter von etwa3 zwölf Jahren hatte, eine Einziggeborene, und sie lag im Sterben. Während er hinging, drohte ihn die Menge zu ersticken.
43 Und eine Frau, die seit zwölf Jahren mit einem Blutfluss behaftet war, welche ihren ganzen Lebens[unterhalt] für Ärzte aufgebraucht hatte; und sie vermochte von niemandem geheilt zu werden;
44 die kam von hinten herzu und rührte die Quaste seines Obergewandes an. Und auf der Stelle stand ihr Blutfluss still.
45 Und Jesus sagte: „Wer [ist es], der mich angerührt hat?“ Als es alle leugneten, sagten Petrus und die mit ihm4: „Meister, die Mengen drängen und beengen dich, und du sagst: ‘Wer [ist es], der mich angerührt hat?’“5
46 Jesus sagte: „Es rührte mich jemand an, denn ich [meinerseits] habe [er]­kannt, dass Kraft von mir ausging.“
47 Als die Frau aber sah, dass sie nicht verborgen blieb, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und gab ihm Bericht vor dem ganzen Volk, aus welchem Grunde sie ihn angerührt hatte und wie sie auf der Stelle geheilt worden war.
48 Er sagte zu ihr: „Sei guten Mutes, Tochter. Dein Glaube hat dich gerettet. Gehe hin in [den] Frieden!“
49 Während er noch redet, kommt einer vom [Haus] des Synagogenvorstehers und sagt zu ihm: „Deine Tochter ist gestorben. Bemühe den Lehrer nicht [länger].“
50 Als Jesus es hörte, antwortete er ihm: „Fürchte dich nicht [länger]. Vertraue nur [stets], und sie wird gerettet werden.“
51 Als er in das Haus kam, ließ er niemanden hineingehen außer Petrus, Johannes und Jakobus und den Vater des Mädchens und die Mutter.
52 Es weinten und wehklagten alle um sie ‹und schlugen sich an die Brust›. Aber er sagte: „Weint nicht [länger]! Sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.“
53 Und sie lachten ihn aus, da sie wussten, dass sie gestorben war.
54 Aber er trieb alle hinaus,6 ergriff ihre Hand und rief: „Mädchen, erhebe dich!“
55 Und ihr Geist kehrte zurück, und sie stand auf der Stelle auf. Und er ordnete an, dass man ihr zu essen gebe.
56 Und ihre Eltern gerieten in Staunen. Aber er wies sie an, niemandem zu sagen, was geschehen war.

Fußnoten

  1. 1 8,3 t. r. sowie Teile v. M: ihm
  2. 2 8,31 abyssos, bodenlose Tiefe (Offb 9,2; 9,11; 11,7, 20,3); in Röm 10,7 u. Ps 71,20 auf den Hades bezogen
  3. 3 8,42 „etwa zwölf“, d. h.: zwölf; vgl. Mk 5,42; auch Apg 13,18
  4. 4 8,45 NA: ohne und die mit ihm
  5. 5 8,45 NA: ohne und du sagst: Wer ist es, der mich angerührt hat?
  6. 6 8,54 NA: ohne trieb alle hinaus