Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 16
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Und er gelangte nach Derbe und Lystra. Und siehe!, dort war ein Jünger, mit Namen Timotheus, Sohn einer gläubigen jüdischen Frau, aber eines griechischen Vaters;
2der hatte ein [gutes] Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.
3Diesen wollte Paulus mit sich ziehen [lassen]. Er nahm ihn und beschnitt [ihn] wegen der Juden, die in jenen Orten waren, denn sie kannten alle seinen Vater, [wussten,] dass er ein Grieche war.
4Als sie nun die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem beschlossenen Verordnungen zur Befolgung.
5Die Gemeinden wurden also im Glauben gefestigt und nahmen täglich an Zahl reichlich zu.
6Sie durchzogen aber das phrygische und das galatische Landgebiet, da ihnen von dem Heiligen Geist gewehrt wurde, das Wort in Asia zu reden.
7Als sie nun gegen Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen. Und der Geist1 ließ es ihnen nicht zu.
8Und nachdem sie an Mysien vorbeigezogen waren, stiegen sie nach Troas hinab.
9Und während der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Da stand ein gewisser mazedonischer Mann und rief ihm bittend zu. Er sagte: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“
10 Als er das Gesicht gesehen hatte, suchten wir sogleich, nach Mazedonien auszuziehen, denn wir schlussfolgerten ‹eig.: trugen zusammen [und kamen zu dem Schluss]›, dass der Herr2 uns hingerufen habe, ihnen [die] gute Botschaft zu verkündigen.
11 Wir fuhren also von Troas aus und steuerten in gerader [Fahrt] nach Samothrake und am [Tag] darauf nach Neapolis,
12 und von dort nach Philippi, welches [die] erstrangige Stadt [jenes] Teiles von Mazedonien ist, eine Kolonie3. In dieser Stadt hielten wir uns etliche Tage auf.
13 Und am Sabbattag4 gingen wir hinaus, außerhalb des Tores, an einen Fluss, wo es Brauch war5, dass Gebet stattfand. Und als wir uns hingesetzt hatten, redeten wir zu den zusammengekommenen Frauen.
14 Und eine gewisse Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus [der] Stadt Thyatira, die Gott in Ehrfurcht hielt, hörte zu. Ihr tat der Herr das Herz ganz auf6, [auf] das von Paulus Geredete zu achten.
15 Als sie nun getauft worden war und ihr Haus, bat sie und sagte: „Wenn ihr zu dem Urteil gelangt seid, dass ich dem Herrn treu sei ‹, an den Herrn gläubig sei›, kommt herein in mein Haus, bleibt.“ Und sie drang auf uns ein.
16 Es geschah nun, als wir zu[m] Gebet gingen, dass eine gewisse Dienstmagd, die einen Pythongeist7 hatte, uns begegnete, welche ihren Herren mit Wahrsagen großen Gewinn einbrachte.
17 Diese folgte Paulus und uns nach und schrie [wiederholt]8: „Diese Menschen sind Sklavendiener des höchsten Gottes, welche uns9 einen Weg [der] Rettung verkünden.“
18 Das tat sie während vieler Tage. Aber Paulus, darüber aufgebracht, kehrte sich zu dem Geist um und sagte: „Im Namen Jesu, [des] Gesalbten, weise ich dich an, von ihr auszufahren!“ Und zur selben Stunde fuhr er aus.
19 Aber als ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn10 ausgefahren war, fassten sie Paulus und Silas [nahmen sie mit] und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Oberen
20 und führten sie zu den Stadtrichtern ‹, den Prätoren,›11 und sagten: „Diese Menschen, die Juden sind, verwirren unsere Stadt
21 und verkünden Bräuche, die anzunehmen oder auszuüben uns nicht gestattet ist, da wir Römer sind.“
22 Und zusammen trat die Menge gegen sie auf. Und die Stadtrichter ‹, die Prätoren,› rissen ihnen die Obergewänder ab und gaben Befehl, [sie mit] Ruten ‹o.: Stäben› zu schlagen.
23 Nachdem sie ihnen viele Streiche verabreicht hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und wiesen den Gefängniswärter an, sie sicher zu verwahren,
24 der sie, nachdem er solche Anweisung erhalten hatte, ins innere Gefängnis warf und ihre Füße in den Holzblock schloss.
25 Gegen Mitternacht nun beteten12 Paulus und Silas und lobsangen13 Gott, und die Gefangenen ‹eig.: Gebundenen› hörten ihnen zu.
26 Plötzlich entstand ein großes Beben, sodass die Grundfesten des Gefängnisgebäudes erschüttert ‹und ins Wanken versetzt› wurden. Auf der Stelle öffneten sich alle Türen, und die Fesseln aller lösten sich.
27 Der Gefängniswärter wurde aus dem Schlaf geweckt, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und war im Begriff, sich selbst umzubringen, weil er meinte, die Gefangenen ‹eig.: Gebundenen› wären entflohen.
28 Aber Paulus rief mit lauter ‹, großer› Stimme und sagte: „Tu dir nichts Übles an, denn wir sind alle hier!“
29 Er forderte Lichter und sprang hinein und, erzittert geworden, fiel er vor Paulus und Silas nieder.
30 Und er führte sie heraus und sagte: „Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?“
31 Sie sagten: „Glaube an den Herrn, Jesus, [den] Gesalbten14, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus!“
32 Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und all denen in seinem Haus.15
33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Hiebwunden ab. Und er und all die Seinen wurden auf der Stelle getauft.
34 Und als er sie hinauf in sein Haus geführt hatte, deckte er den Tisch. Und er war hoch erfreut mit dem ganzen Hause, gläubig geworden an Gott.
35 Als es Tag geworden war, sandten die Stadtrichter ‹, die Prätoren,› die Gerichtsdiener ‹, die Rutenträger›16: „Lass jene Menschen frei“, sagten sie.
36 Der Gefängniswärter berichtete diese Worte dem Paulus: „Die Stadtrichter haben gesandt, dass ihr freigelassen werden sollt. Geht also jetzt hinaus und zieht hin in Frieden.“
37 Aber Paulus sagte zu ihnen: „Nachdem sie uns öffentlich, ohne eine [gerichtliche] Verurteilung, geschlagen haben, [uns] Männer, die Römer sind, warfen sie uns ins Gefängnis, und jetzt tun sie uns heimlich hinaus? So nicht!, sondern sie sollen kommen und selber [uns] hinausführen.“
38 Die Gerichtsdiener ‹, die Rutenträger,› berichteten nun diese Aussprüche17 den Stadtrichtern ‹, den Prätoren›. Und als sie hörten, dass sie Römer seien, gerieten sie in Furcht.
39 Und sie kamen und redeten ihnen bittend zu. Und sie führten sie hinaus und ersuchten sie [mehrmals]18, aus der Stadt zu gehen.
40 Und nachdem sie aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie hinein zu Lydia. Und als sie die Brüder gesehen hatten, redeten sie ihnen zu ‹und ermutigten sie› und zogen fort.
2der hatte ein [gutes] Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonium.
3Diesen wollte Paulus mit sich ziehen [lassen]. Er nahm ihn und beschnitt [ihn] wegen der Juden, die in jenen Orten waren, denn sie kannten alle seinen Vater, [wussten,] dass er ein Grieche war.
4Als sie nun die Städte durchzogen, übergaben sie ihnen die von den Aposteln und den Ältesten in Jerusalem beschlossenen Verordnungen zur Befolgung.
5Die Gemeinden wurden also im Glauben gefestigt und nahmen täglich an Zahl reichlich zu.
6Sie durchzogen aber das phrygische und das galatische Landgebiet, da ihnen von dem Heiligen Geist gewehrt wurde, das Wort in Asia zu reden.
7Als sie nun gegen Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen. Und der Geist1 ließ es ihnen nicht zu.
8Und nachdem sie an Mysien vorbeigezogen waren, stiegen sie nach Troas hinab.
9Und während der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Da stand ein gewisser mazedonischer Mann und rief ihm bittend zu. Er sagte: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“
10 Als er das Gesicht gesehen hatte, suchten wir sogleich, nach Mazedonien auszuziehen, denn wir schlussfolgerten ‹eig.: trugen zusammen [und kamen zu dem Schluss]›, dass der Herr2 uns hingerufen habe, ihnen [die] gute Botschaft zu verkündigen.
11 Wir fuhren also von Troas aus und steuerten in gerader [Fahrt] nach Samothrake und am [Tag] darauf nach Neapolis,
12 und von dort nach Philippi, welches [die] erstrangige Stadt [jenes] Teiles von Mazedonien ist, eine Kolonie3. In dieser Stadt hielten wir uns etliche Tage auf.
13 Und am Sabbattag4 gingen wir hinaus, außerhalb des Tores, an einen Fluss, wo es Brauch war5, dass Gebet stattfand. Und als wir uns hingesetzt hatten, redeten wir zu den zusammengekommenen Frauen.
14 Und eine gewisse Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus [der] Stadt Thyatira, die Gott in Ehrfurcht hielt, hörte zu. Ihr tat der Herr das Herz ganz auf6, [auf] das von Paulus Geredete zu achten.
15 Als sie nun getauft worden war und ihr Haus, bat sie und sagte: „Wenn ihr zu dem Urteil gelangt seid, dass ich dem Herrn treu sei ‹, an den Herrn gläubig sei›, kommt herein in mein Haus, bleibt.“ Und sie drang auf uns ein.
16 Es geschah nun, als wir zu[m] Gebet gingen, dass eine gewisse Dienstmagd, die einen Pythongeist7 hatte, uns begegnete, welche ihren Herren mit Wahrsagen großen Gewinn einbrachte.
17 Diese folgte Paulus und uns nach und schrie [wiederholt]8: „Diese Menschen sind Sklavendiener des höchsten Gottes, welche uns9 einen Weg [der] Rettung verkünden.“
18 Das tat sie während vieler Tage. Aber Paulus, darüber aufgebracht, kehrte sich zu dem Geist um und sagte: „Im Namen Jesu, [des] Gesalbten, weise ich dich an, von ihr auszufahren!“ Und zur selben Stunde fuhr er aus.
19 Aber als ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn10 ausgefahren war, fassten sie Paulus und Silas [nahmen sie mit] und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Oberen
20 und führten sie zu den Stadtrichtern ‹, den Prätoren,›11 und sagten: „Diese Menschen, die Juden sind, verwirren unsere Stadt
21 und verkünden Bräuche, die anzunehmen oder auszuüben uns nicht gestattet ist, da wir Römer sind.“
22 Und zusammen trat die Menge gegen sie auf. Und die Stadtrichter ‹, die Prätoren,› rissen ihnen die Obergewänder ab und gaben Befehl, [sie mit] Ruten ‹o.: Stäben› zu schlagen.
23 Nachdem sie ihnen viele Streiche verabreicht hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und wiesen den Gefängniswärter an, sie sicher zu verwahren,
24 der sie, nachdem er solche Anweisung erhalten hatte, ins innere Gefängnis warf und ihre Füße in den Holzblock schloss.
25 Gegen Mitternacht nun beteten12 Paulus und Silas und lobsangen13 Gott, und die Gefangenen ‹eig.: Gebundenen› hörten ihnen zu.
26 Plötzlich entstand ein großes Beben, sodass die Grundfesten des Gefängnisgebäudes erschüttert ‹und ins Wanken versetzt› wurden. Auf der Stelle öffneten sich alle Türen, und die Fesseln aller lösten sich.
27 Der Gefängniswärter wurde aus dem Schlaf geweckt, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und war im Begriff, sich selbst umzubringen, weil er meinte, die Gefangenen ‹eig.: Gebundenen› wären entflohen.
28 Aber Paulus rief mit lauter ‹, großer› Stimme und sagte: „Tu dir nichts Übles an, denn wir sind alle hier!“
29 Er forderte Lichter und sprang hinein und, erzittert geworden, fiel er vor Paulus und Silas nieder.
30 Und er führte sie heraus und sagte: „Herren, was muss ich tun, damit ich gerettet werde?“
31 Sie sagten: „Glaube an den Herrn, Jesus, [den] Gesalbten14, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus!“
32 Und sie sagten ihm das Wort des Herrn und all denen in seinem Haus.15
33 Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Hiebwunden ab. Und er und all die Seinen wurden auf der Stelle getauft.
34 Und als er sie hinauf in sein Haus geführt hatte, deckte er den Tisch. Und er war hoch erfreut mit dem ganzen Hause, gläubig geworden an Gott.
35 Als es Tag geworden war, sandten die Stadtrichter ‹, die Prätoren,› die Gerichtsdiener ‹, die Rutenträger›16: „Lass jene Menschen frei“, sagten sie.
36 Der Gefängniswärter berichtete diese Worte dem Paulus: „Die Stadtrichter haben gesandt, dass ihr freigelassen werden sollt. Geht also jetzt hinaus und zieht hin in Frieden.“
37 Aber Paulus sagte zu ihnen: „Nachdem sie uns öffentlich, ohne eine [gerichtliche] Verurteilung, geschlagen haben, [uns] Männer, die Römer sind, warfen sie uns ins Gefängnis, und jetzt tun sie uns heimlich hinaus? So nicht!, sondern sie sollen kommen und selber [uns] hinausführen.“
38 Die Gerichtsdiener ‹, die Rutenträger,› berichteten nun diese Aussprüche17 den Stadtrichtern ‹, den Prätoren›. Und als sie hörten, dass sie Römer seien, gerieten sie in Furcht.
39 Und sie kamen und redeten ihnen bittend zu. Und sie führten sie hinaus und ersuchten sie [mehrmals]18, aus der Stadt zu gehen.
40 Und nachdem sie aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie hinein zu Lydia. Und als sie die Brüder gesehen hatten, redeten sie ihnen zu ‹und ermutigten sie› und zogen fort.
Fußnoten
- 1 16,7 NA (mit vielen Hss): der Geist Jesu
- 2 16,10 NA: Gott
- 3 16,12 d. h.: eine römische Kolonie; eine Siedlung, in der römische Militärveteranen lebten
- 4 16,13 wörtl.: am Tag der Sabbate; am Tag der Ruhen; Sabbate (Mehrzahl) oft für die Einzahl
- 5 16,13 NA: wo wir meinten
- 6 16,14 dieenoiksen von dianoigoo: ganz auftun; eröffnen
- 7 16,16 Pytho: Name der Gegend um Delphi; Pythia hieß die Apollopriesterin in Delphi.
- 8 16,17 Imperfekt durativ bzw. iterativ
- 9 16,17 NA: welche euch
- 10 16,19 wörtl.: die Hoffnung ihres Gewinns; genitivus obiectivus
- 11 16,20 d. h.: den obersten Beamten der römischen Kolonie Philippi
- 12 16,25 Partizip Präsens durativ: beteteten eine längere Zeitlang; waren am Beten
- 13 16,25 Imperfekt durativ o. iterativ: eine längere Zeitlang, wiederholt
- 14 16,31 NA: ohne „[den] Gesalbten“
- 15 16,32 NA: samt all denen in seinem Haus.
- 16 16,35 Diener höherer römischer Magistrate; lat. lictores
- 17 16,38 o.: diese Worte (hreema, das gesprochene Wort)
- 18 16,39 Imperfekt durativ o. iterativ: eine Zeitlang; mit vielen Worten; wiederholt