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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 2

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und als sich der Tag der Pfingsten1 erfüllte, waren alle einmütig2 an einem Ort beisammen.
2Und es geschah plötzlich aus dem Himmel ein Sausen ‹eig.: ein Schall› wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wehen. Und es füllte das ganze Haus, wo sie saßen.
3Und es erschienen ihnen Zungen wie [von] Feuer, [die] sich zerteilten, und es setzte sich [je eine] ‹o.: er setzte sich; o.: sie setzten sich› auf jeden einzelnen von ihnen.
4Und sie wurden alle von [dem] Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, so wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
5Es waren aber in Jerusalem wohnend Juden, gewissenhafte ‹und gottesfürchtige› Männer, aus jedem Volk der [Völker] unter dem Himmel.
6Als nun dieses Geräusch ‹eig.: diese Stimme› geschah, kam die Menge zusammen und war verwirrt, weil sie, jeder einzelne, sie in [seiner] eigenen Mundart reden hörte.
7Sie waren aber alle in Erstaunen und Verwunderung und sagten zu einander3: „Siehe!, sind nicht alle diese, die Redenden, Galiläer?
8Und wie hören wir [sie], jeder in seiner eigenen Mundart, in der wir geboren wurden?
9Parther und Meder und Elamiter und Bewohner von Mesopotamien, Judäa und auch Kappadokien, [von] Pontus und Asia,
10 [von] Phrygien und Pamphylien, [von] Ägypten und den [Land]­teilen Libyens gegen Kyrene, und die sich [hier] aufhaltenden Römer, Juden wie auch Proselyten,
11 Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen die Großtaten Gottes reden.“
12 Sie waren alle in Erstaunen und Verlegenheit ‹o.: Ratlosigkeit› und sagten einer zum anderen. „Was könnte das sein?“
13 Andere aber spotteten und sagten: „Mit [aufgekochtem] süßem Wein sind sie angefüllt.“
14 Aber Petrus stellte sich hin, zusammen mit den Elf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen [weit hörbar] aus: „Männer, Juden und [ihr] alle [in] Jerusalem Wohnenden!, dies sei euch bekannt[gemacht], und nehmt meine Aussprüche zu Ohren.
15 Diese sind nämlich nicht betrunken, wie ihr annehmt, es ist ja erst die dritte Stunde des Tages;
16 sondern dieses ist das durch den Propheten Joel Gesagte:
17 ‘Und es wird sein in den letzten Tagen, sagt Gott: Ich werde von meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden prophezeien ‹, prophetisch reden,›, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume träumen,
18 und sogar auf meine Knechte ‹, meine Sklavendiener,› und auf meine Mägde ‹, meine Sklavendienerinnen,› werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden prophezeien ‹, prophetisch reden›.
19 Und ich werde Wunder geben oben im Himmel und Zeichen unten in dem Lande4, Blut und Feuer und Rauchdampf.
20 Die Sonne wird in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, bevor der Tag [des] Herrn kommt, der große und [hell] aufscheinende.
21 Und es wird sein: Jeder, wer auch immer den Namen [des] Herrn anrufen wird, wird gerettet werden.’ (Joel 3,1–5)
22 Männer, Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazarener5, einen Mann, [der] euch von Gott vorgestellt ‹und erwiesen, beglaubigt,› [wurde] mittels Kräften und Wundern und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr auch selbst wisst,
23 diesen, [der] nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorkenntnis dahingegeben [worden ist], habt ihr genommen [und] durch [die] Hände6 von Gesetzlosen umgebracht, indem ihr [ihn] an [ein Kreuz] heftetet.
24 Den ließ ‹eig.: machte› Gott auferstehen: Er löste die Wehen des Todes – entsprechend dem, dass es für ihn nicht möglich war, von demselben festgehalten zu werden.
25 David sagt ja von ihm: ‘Ich habe7 den Herrn allezeit vor meinen [Augen] ‹o.: Ich halte mir den Herrn allezeit vor [Augen]›, da er zu meiner Rechten ist, damit ich nicht ins Wanken gebracht werde.
26 Deswegen ist mein Herz fröhlich und jubelt8 meine Zunge; mehr noch, auch mein Fleisch wird wohnen ‹und ruhen› auf Hoffnung,
27 dass du meine Seele nicht [dem] Hades9 überlassen10 wirst und deinen Reinen ‹, Gottergebenen,› nicht dahingeben wirst, Verwesung zu sehen.
28 Du hast mir Wege [des] Lebens kundgetan, du wirst mich [mit] Frohsinn füllen bei deinem Angesicht.’ (Ps 16,8–11)
29 Männer, Brüder! Es sei mir gestattet, mit Freimütigkeit zu euch zu sprechen von dem Stammvater David: Er starb und wurde begraben, und seine Grabstätte ist unter uns bis zu diesem Tag.
30 Da er nun [ein] Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, aus [der] Frucht seiner Lenden, [dem] Fleisch nach, den Gesalbten auferstehen zu lassen ‹eig.: auferstehen zu machen›, damit er auf seinem Thron sitze11,
31 redete er voraussehend von der Auferstehung des Gesalbten, dass seine Seele nicht [dem] Hades überlassen wurde noch sein Fleisch Verwesung sah.
32 Diesen Jesus ließ12 Gott auferstehen, wovon wir alle Zeugen sind.
33 Nachdem er also durch die rechte Hand Gottes erhöht wurde und die Verheißung ‹o.: das Verheißene›, den Heiligen Geist13, vom Vater empfing, goss er dieses aus, das ihr nun seht und hört.
34 Denn nicht David stieg in die Himmel auf; er sagt selbst: ‘Es sagte der Herr zu meinem Herrn14: Setze dich zu meiner Rechten,
35 bis ich deine Feinde lege [zum] Schemel deiner Füße.’ (Ps 110,1)
36 [Das] ganze Haus Israel habe also mit Gewissheit Kenntnis, dass Gott ihn sowohl [zum] Herrn als auch [zum] Gesalbten machte, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!“
37 Als sie [es] hörten, wurden sie im Herzen durchstochen. Und sie sagten, zu Petrus und den übrigen Aposteln [gewandt]: „Was sollen wir tun, Männer, Brüder?“
38 Petrus sagte zu ihnen: „Tut Buße – und jeder von euch werde getauft ‹o.: lasse sich taufen› auf den Namen Jesu, [des] Gesalbten, zu[r] Vergebung der Sünden15, – und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes bekommen ‹o.: als Gabe den Heiligen Geist bekommen; o.: die Gabe, [nämlich] den Heiligen Geist, bekommen›16.
39 Euch nämlich ist die Verheißung und euren Kindern und all denen in der Ferne, so viele [der] Herr, unser Gott, herzurufen wird.“
40 Und mit noch weiteren Worten bezeugte er eindringlich und rief er [ihnen] bittend zu und sagte: „Lasst euch retten von diesem krummen ‹, verbogenen,› Geschlecht17!“
41 Diejenigen nun, die sein Wort ‹begrüßten und› freudig18 aufnahmen, wurden getauft. Und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugefügt.
42 Sie nun beharrten bei der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und beim Brechen des Brotes und bei den Gebeten.
43 Und es kam Furcht über jede Seele. Auch geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.
44 All die Glaubenden aber pflegten an einem [Ort] beisammen zu sein und hatten alles gemeinsam.
45 Und die Besitztümer und die Güter pflegten sie zu verkaufen und verteilten sie unter alle, je nachdem einer Bedarf hatte.
46 Und einmütig beharrten sie Tag für Tag in der Tempelstätte, und sie brachen in den einzelnen Häusern19 [das] Brot, nahmen Speise mit Jubelfreude und in Einfalt [des] Herzens,
47 priesen Gott und hatten Gnade ‹und Gunst› beim ganzen Volk. Der Herr nun fügte täglich der Gemeinde20 die hinzu, die gerettet werden sollten21.

Fußnoten

  1. 1 2,1 heemera tees pentekostees, wörtl.: der Tag der Fünfzig; d. i. der fünfzigste Tag nach der Darbringung der Erstlingsgarbe; im AT das Wochenfest, chag schabuoth, 5Mo 16,10; 3Mo 23,15–21
  2. 2 2,1 NA: ohne einmütig
  3. 3 2,7 NA: ohne zu einander
  4. 4 2,19 gee (heb. äräz); „Erde, Erdboden, Land, [umliegende] Länderregion“
  5. 5 2,22 eig.: Nazoräer
  6. 6 2,23 NA: durch [die] Hand
  7. 7 2,25 Die Vergangenheitsform wird in poetischen Texten oft präsentisch übersetzt. So a. V. 26.
  8. 8 2,26 eig.: war … fröhlich und jubelte; gnomischer o. poetischer Aorist für zeitlose Aussagen
  9. 9 2,27 Hades (hadees) ist die Wiedergabe des heb. scheol; das Wort findet in dem Bereich Anwendung, der mit dem Tode einsetzt; gemeint ist der Bereich, in dem sich die Verstorbenen befinden, auch deren Grab.
  10. 10 2,27 wörtl.: für [den] Hades (eis hadou) zurücklassen; daher: dem Hades lassen (s. W. Bauer); so a. V. 31
  11. 11 2,30 NA: aus der Frucht seiner Lenden [einen] auf seinen Thron zu setzen
  12. 12 2,32 eig.: machte
  13. 13 2,33 Genitiv im Sinne der Gleichsetzung (erklärender Genitiv, genitivus explicativus bzw. epexegeticus)
  14. 14 2,34 „der Herr“ entspricht in Ps 110 Jahweh; „meinem Herrn“ entspricht in Ps 110 adoni, nicht: adonai. In der LXX des AT werden beide Wörter mit kyrios übersetzt.
  15. 15 2,38 eig.: zur Erlassung der Sünden; o.: auf Erlassung der Sünden hin – NA: zur Vergebung eurer Sünden
  16. 16 2,38 genitivus explicativus bzw. epexegeticus
  17. 17 2,40 o.: Generation
  18. 18 2,41 NA: ohne freudig
  19. 19 2,46 wörtl.: in Haus um Haus
  20. 20 2,47 NA: ohne der Gemeinde
  21. 21 2,47 eig.: die gerettet Werdenden; tous soodsomenous; Partizip Präsens mit Zukunftsbedeutung (wie Hebr 10,14); ein Bezug auf das Gericht (Lk 3,7; Apg 24,25)