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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 26

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Da sagte Agrippa zu Paulus: „Es ist dir erlaubt, für dich selbst zu sprechen.“ Darauf streckte Paulus die Hand aus und verteidigte sich:
2„Ich schätze mich glücklich, dass ich mich heute betreffs all der Dinge, derer ich von den Juden angeklagt werde, vor dir, König Agrippa, verteidigen darf,
3besonders, da du ein Kenner aller Bräuche und auch umstrittenen Fragen bei [den] Juden bist. Deshalb bitte ich dich sehr, mich geduldig anzuhören.
4Von meiner Lebensweise von Jugend an, [wie] sie von Anfang unter meiner Volksgemeinschaft1 in Jerusalem verlaufen ist, wissen alle Juden,
5die mich von früher her kennen (wenn sie es bezeugen wollen), [nämlich] dass ich nach der strengsten ‹eig.: sorgfältigsten› Sonderrichtung unserer [Gottes]­verehrung lebte, als Pharisäer.
6Und jetzt stehe ich [hier] und werde gerichtet wegen der Hoffnung auf die von Gott an unsere Väter geschehene Verheißung[serfüllung],
7zu der unser Zwölfstämme[volk], Nacht und Tag mit Inbrunst ‹und emsig› [den verehrenden] Dienst tuend, zu gelangen hofft. Wegen dieser Hoffnung, König Agrippa, werde ich von den Juden angeklagt.
8Warum wird es bei euch als unglaubhaft beurteilt, wenn Gott Tote [auf]­erweckt?
9Ich freilich meinte also bei mir selbst, gegen den Namen Jesu, des Nazareners2, viel Feindseliges tun zu müssen,
10 was ich in Jerusalem auch tat. Und viele der Heiligen sperrte ich in Gefängnisse, nachdem ich von den Hohenpriestern die Autorität ‹, die Handlungsgewalt,› erhalten hatte, und wenn sie umgebracht wurden, gab ich meine Stimme ‹eig.: meinen Stimmstein› dazu.
11 Und quer durch alle Synagogen setzte ich sie unter Druck, sie oftmals strafend, um [sie] zum Lästern [zu bringen]. Über die Maßen gegen sie rasend, verfolgte ich sie sogar bis in die auswärtigen Städte.
12 Als ich, hiermit [beschäftigt], mit Autorität und Erlaubnis seitens der Hohenpriester auch nach Damaskus zog,
13 sah ich mitten am Tag auf dem Weg, o König, vom Himmel her ein Licht, heller als der Glanz der Sonne, das mich und die mit mir Ziehenden umstrahlte.
14 Und als wir alle zur Erde gefallen waren, hörte ich eine Stimme, die zu mir redete und in hebräischer Mundart sagte: ‘Saul, Saul!, was verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen Stacheln auszuschlagen.’
15 Ich sagte: ‘Herr, wer bist du?’ Er aber sagte:3 ‘Ich bin Jesus, den du verfolgst.
16 Aber stehe auf und stelle dich auf deine Füße!, denn hierzu bin ich dir erschienen, um dich zu bestimmen zu[m] verantwortlichen Diener und Zeugen sowohl von dem, was du gesehen hast4, als auch von dem, was ich dich sehen lassen werde,
17 und um dich [für mich] herauszunehmen5 aus dem Volk und [aus] den Völkern, zu denen ich dich sende,
18 zu öffnen ihre Augen, dass sie sich abkehren6 von [der] Finsternis zu[m] Licht und von der Autorität des Widersachers ‹, des Satans,› zu Gott, dass sie Vergebung7 [der] Sünden bekommen und ein [zugewiesenes] Erblos unter den durch den Glauben an mich Geheiligten.’
19 Daher, König Agrippa, war8 ich nicht [im Unglauben] ungehorsam der himmlischen Erscheinung,
20 sondern zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem, und über das ganze Landgebiet Judäas hin, und den Völkern ‹, den Heiden,› gab ich Bericht, Buße zu tun und zu Gott umzukehren, der Buße würdige Taten ‹und Werke› tuend.
21 Dieser [Dinge] wegen versuchten die Juden, Hand an mich zu legen ‹und mich umzubringen›, als sie mich in der Tempelstätte ergriffen.
22 Da ich also bis zu diesem Tag von Gott Beistand erlangt habe, stehe ich vor klein und groß [stets] bezeugend und dabei nichts anderes sagend, als [die Dinge], die auch die Propheten sagten, dass sie bevorstehen zu geschehen ‹o.: dass sie im Begriff sind, zu geschehen›9, und [auch] Mose,
23 [nämlich] dass der Gesalbte ein Leidender [sein werde], dass er als Erster durch Totenauferstehung sich anschicken10 würde, Licht zu verkünden, sowohl dem Volk als auch den Völkern ‹o.: denen aus den Völkern›.“
24 Als er diese [Dinge] zur Verteidigung vorbrachte, sagte Festus mit lauter ‹, großer› Stimme: „Du bist von Sinnen, Paulus! Die viele Gelehrsamkeit ‹o.: das viele Studieren; eig.: das viele Geschriebene› treibt dich zu[m] Wahnsinn.“
25 Aber er sagt: „Ich bin nicht von Sinnen, hochedler Festus, sondern Aussprüche der Wahrheit und Besonnenheit ‹, Vernünftigkeit, Sittsamkeit,›11 äußere ich.
26 Auf diese [Dinge] versteht sich nämlich der König, zu dem ich auch mit Freimütigkeit rede, bin ich doch davon überzeugt, dass ihm nichts von diesen [Dingen] verborgen ist; denn dies ist nicht in einem Winkel getan worden.
27 Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, dass du glaubst.“
28 Agrippa nun sagte zu Paulus: „In Kurzem überredest du mich, ein Christ ‹, ein zu dem Gesalbten Gehörender,› zu werden.“12
29 Paulus sagte: „Ich wünschte wohl [und bete] vor Gott, ob um wenig oder viel, dass nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, auch so werden, wie ich bin, ausgenommen diese Fesseln.“
30 Und als er diese [Dinge] gesagt hatte,13 stand der König auf, auch der Statthalter und Bernike samt den bei ihnen Sitzenden,
31 und sie zogen sich zurück und besprachen sich miteinander. Sie sagten: „Dieser Mensch tut nichts, was des Todes oder der Fesseln wert ist.“
32 Und Agrippa sagte zu Festus: „Man hätte diesen Menschen freilassen können, wenn er nicht an den Kaiser appelliert ‹eig.: den Kaiser angerufen› hätte.“

Fußnoten

  1. 1 26,4 ethnos
  2. 2 26,9 eig.: Nazoräers
  3. 3 26,15 NA: Der Herr aber sagte
  4. 4 26,16 NA: von dem, als was du mich gesehen hast
  5. 5 26,17 finales Partizip Präsens
  6. 6 26,18 NA: sich bekehren; o.: umkehren
  7. 7 26,18 eig.: Erlassung
  8. 8 26,19 egenomeen (Aorist von ginomai, „werden“) hier als komplexer Aorist von eimi („sein“)
  9. 9 26,22 mellontoon ginesthai
  10. 10 26,23 mellei
  11. 11 26,25 soophroosynee, nur noch 1Tim 2,9.15
  12. 12 26,28 NA: [aus mir] einen Christen zu machen
  13. 13 26,30 NA: ohne als er diese [Dinge] gesagt hatte