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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 7

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es sagte nun der Hohepriester: „Ob denn nun dieses sich so verhält?“
2Er aber sagte: „Männer, Brüder und Väter! Hört! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte,
3und sagte zu ihm: ‘Gehe aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft, und auf!, komm in ein Land, das ich dir zeigen werde.’ (1Mo 12,1)
4Dann zog er aus [dem] Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Von dort, nach dem Tod seines Vaters, siedelte er ihn um in dieses Land, das ihr jetzt bewohnt.
5Und er gab ihm kein Erbe darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß, es ihm und seinem Samen nach ihm zu[m] Eigentum zu geben, als er noch kein Kind hatte.
6Es sprach nun Gott so: ‘Sein Same wird ein Fremdling sein in einem fremden Land – und sie werden ihn zum Sklaven machen und misshandeln – vierhundert Jahre.
7Und die Volksgemeinschaft1, welcher auch immer sie Sklavendienst tun werden, werde ich richten’, sagte Gott. ‘Und nach diesem werden sie ausziehen und mir [den aufgetragenen verehrenden] Dienst erweisen an diesem Ort.’ (1Mo 15,13.14)
8Und er gab ihm [den] Bund [der] Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob und Jakob die zwölf Stammväter.
9Und die Stammväter, eifersüchtig auf Josef, gaben ihn weg2 nach Ägypten. Und Gott war mit ihm
10 und nahm ihn [für sich] heraus aus allen seinen Bedrängnissen und gab ihm Gnade ‹, Gunst,› und Weisheit vor Pharao, dem König von Ägypten. Und er setzte ihn ein zum Leitenden über Ägypten und sein ganzes Haus.
11 Es kam aber Hunger über das ganze Land Ägypten und Kanaan und eine große Bedrängnis, und unsere Väter fanden keine Nahrungsmittel.
12 Als Jakob nun hörte, dass in Ägypten Getreide sei, sandte er unsere Väter zum ersten Mal aus.
13 Und beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen, und es wurde dem Pharao die Sippe Josefs offenbar.
14 Und Josef sandte hin und ließ seinen Vater Jakob herbeirufen und die ganze Verwandtschaft, an Seelen fünfundsiebzig3.
15 Und Jakob zog hinab nach Ägypten. Und er starb, er und unsere Väter.
16 Und sie wurden übergeführt nach Sichem und in die Grabstätte gelegt, die Abraham für einen [Kauf]­preis an Silber von den Söhnen Hemors zu Sichem gekauft hatte.
17 Aber wie die Zeit der Verheißung, die Gott Abraham geschworen4 hatte, nahte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,
18 bis ein anderer König aufstand5, der um Josef nicht wusste.
19 Dieser handelte mit List gegen unser Geschlecht und misshandelte unsere Väter und machte, dass ihre Säuglinge ausgesetzt wurden, sodass sie nicht am Leben blieben.
20 Zu diesem Zeitpunkt wurde Mose geboren – und er war Gott wohlgefällig ‹o.: fein [vor] Gott [wie die Menschen in der Stadt; wörtl.: „städtisch [vor] Gott“]›. Der wurde drei Monate im Hause [seines] Vaters ernährt.
21 Als er aber ausgesetzt worden war, nahm ihn die Tochter Pharaos auf und zog ihn auf, für sich selbst zu[m] Sohn.
22 Und Mose wurde erzogen ‹und unterwiesen› in aller Weisheit der Ägypter; er war aber mächtig in Worten und in Taten ‹und Werken›.
23 Als für ihn nun ein Zeitraum von vierzig Jahren erfüllt war, stieg [der Gedanke] in sein Herz, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels, zu schauen.
24 Und als er sah, wie einem Unrecht geschah, kam er zu Hilfe, erschlug den Ägypter und verschaffte dem Gepeinigten Recht ‹o.: Rache›.
25 Er meinte, seine Brüder würden verstehen ‹, zur Einsicht kommen›, dass Gott ihnen durch seine Hand Rettung geben [wollte]. Aber sie verstanden nicht ‹, kamen nicht zur Einsicht›.
26 Auch am [Tag] darauf zeigte er sich ihnen, während sie sich stritten, und [wollte] sie aussöhnen zu[m] Frieden. Er sagte: ‘Männer, ihr seid Brüder! Wieso tut ihr einander Unrecht?’
27 Aber der, der dem Nächsten ‹gerade› Unrecht tat, stieß ihn weg und sagte: ‘Wer setzte dich zu[m] Obersten und Richter über uns ein?
28 Willst du mich etwa umbringen, auf [dieselbe] Weise, wie du gestern den Ägypter umgebracht hast?’ (2Mo 2,14)
29 Auf dieses Wort hin floh Mose. Und er wurde ein Fremdling im Lande Midian, wo er zwei Söhne zeugte.
30 Und als vierzig Jahre erfüllt wurden, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Bote [des] Herrn6 in einer Feuerflamme eines Dornbusches.
31 Mose sah es und wunderte sich über das Gesicht. Und als er hinzutrat, es zu betrachten, geschah [die] Stimme [des] Herrn zu ihm:
32 ‘Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs7.’ (2Mo 3,6) Mose nun, erzitternd geworden, wagte nicht, hinzuschauen.
33 Aber der Herr sagte zu ihm: ‘Löse das Schuhwerk von deinen Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliges Land.
34 Ich habe gesehen, [ja], ich habe gesehen die Misshandlung meines Volkes, in Ägypten, und habe ihr Seufzen gehört, und ich bin niedergestiegen, sie [für mich] herauszunehmen. Und jetzt, auf!, komm! Ich werde dich nach Ägypten senden.’ (2Mo 3,5.7.8.10)
35 Diesen Mose, den sie verleugneten, als sie sagten: ‘Wer hat dich zu[m] Obersten und Richter eingesetzt?’ – diesen sandte Gott als Obersten ‹o.: als Erstrangigen› und Erlöser durch [die] Hand [des] Boten, der ihm im Dornbusch erschienen war.
36 Dieser führte sie heraus und tat Wunder und Zeichen im Lande Ägypten und am Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre.
37 Dieser ist der Mose, der zu den Söhnen Israels sagte: ‘Einen Propheten wird [der] Herr, unser Gott, euch aufstehen lassen aus euren Brüdern – wie mich.8(5Mo 18,15)
38 Dieser ist der, der in der Gemeinde ‹o.: Versammlung› in der Wüste [in Gemeinschaft] trat ‹o.: verkehrte›, zwischen dem am Berg Sinai zu ihm redenden Boten [einerseits] und unseren Vätern [andererseits], der lebende Aussprüche entgegennahm, um [sie] uns zu geben,
39 dem unsere Väter nicht gehorsam werden wollten, sondern sie stießen [ihn] von sich und wandten sich in ihrem Herzen um, in Richtung Ägypten,
40 [und] sagten zu Aaron: ‘Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen!, denn dieser Mose, der uns aus [dem] Land Ägypten herausführte, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist.’ (2Mo 32,1)
41 Und sie machten sich in jenen Tagen einen jungen Stier und brachten dem Götzen ein Opfer und ergötzten sich an den Werken ihrer Hände.
42 Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, [verehrenden] Dienst zu erweisen dem Heer des Himmels, wie geschrieben ist in einer Buchrolle der Propheten: ‘Brachtet ihr etwa mir Geschlachtetes und Opfer vierzig Jahre in der Wüste dar, Haus Israel?
43 Und ihr nahmt das Zelt des Moloch auf und den Stern eures Gottes Remphan9, die Bilder, die ihr machtet, ihnen zu huldigen. Und ich werde euch umsiedeln über Babylon hinaus.’ (Am 5,25–27 LXX)
44 Das Zelt des Zeugnisses hatten unsere Väter in der Wüste, so wie der, der zu Mose redete, angeordnet hatte, es zu machen nach dem [Muster]­bild, das er gesehen hatte,
45 das unsere Väter auch, nachdem sie es übernommen hatten, mit Josua hineinführten bei der Inbesitznahme der Völker, die Gott vor [dem] Angesicht unserer Väter vertrieb; [dort war es] bis zu den Tagen Davids,
46 der Gnade fand vor Gott und bat, eine Zeltwohnung für den Gott Jakobs10 zu finden.
47 Salomo nun baute ihm ein Haus.
48 Doch der Höchste wohnt nicht in von Hand gemachten Tempelheiligtümern11, so wie der Prophet sagt:
49 ‘Der Himmel ist mein Thron und das Land ‹o.: die Erde› [der] Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt12 ihr mir bauen, sagt [der] Herr; oder was [soll] die Stätte meiner Ruhe [sein]?
50 Hat nicht meine Hand dieses alles gemacht?’ (Jes 66,1.2)
51 Ihr Halsstarrigen und am Herzen und an den Ohren Unbeschnittenen!, immer widerstrebt ihr dem Heiligen Geist. Wie eure Väter, [so] auch ihr.
52 Welchen der Propheten verfolgten eure Väter nicht? Und sie töteten die, die im Voraus Kunde brachten vom Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid,
53 die [ihr] das Gesetz empfingt auf Anordnungen von Boten ‹, Engeln,› und nicht bewahrtet ‹und befolgtet›.“
54 Als sie das hörten, wurden sie in ihren Herzen entzweigesägt, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
55 Voll Heiligen Geistes seiend, in den Himmel starrend, sah er Herrlichkeit Gottes und Jesus, stehend zu[r] Rechten Gottes,
56 und sagte: „Siehe!, ich schaue die Himmel ganz aufgetan und den Sohn des Menschen, zu[r] Rechten Gottes stehend.“
57 Aber sie schrien mit lauter ‹, großer› Stimme auf, hielten ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los.
58 Und sie warfen ihn aus der Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Obergewänder ab zu den Füßen eines jungen Mannes13, genannt Saulus.
59 Und sie steinigten Stephanus, der anrief14, und sagte: „Herr, Jesus, nimm meinen Geist auf!“
60 Und er beugte die Knie und schrie mit lauter ‹, großer› Stimme: „Herr, lass ihnen diese Sünde nicht bestehen [bleiben]!“ Und als er das gesagt hatte, entschlief er.

Fußnoten

  1. 1 7,7 ethnos
  2. 2 7,9 d. h.: verkauften ihn
  3. 3 7,14 Die Aussagen zu den 75 (bzw. 70 Seelen) die nach Ägypten gingen (bzw. aus Jakobs Lenden kamen) hier in Apg 7,14 sowie in 1Mo 46,26ff., 2Mo 1,5 und 5Mo 10,22 passen zusammen mit der LXX, nicht aber mit den Angaben im atl. Mas. Text.
  4. 4 7,17 NA: zugesagt
  5. 5 7,18 NA: bis ein anderer König über Ägypten aufstand
  6. 6 7,30 NA: ohne Herrn
  7. 7 7,32 NA: der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs
  8. 8 7,37 t. r.: plus Ihn sollt ihr hören!
  9. 9 7,43 Der atl. Mas. Text hat in Am 5,25-27 „Moloch“ und „Remphan“ nicht; s. die Anm. dort
  10. 10 7,46 NA: für das Haus Jakobs
  11. 11 7,48 NA: ohne Tempelheiligtümern
  12. 12 7,49 wörtl.: werdet; hier modales Futur
  13. 13 7,58 neanias; d. i. im Griech. ein Mann bis vierzig
  14. 14 7,59 Partizip Präsens iterativ: der mehrmals anrief