Zum Inhalt springen

Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 9

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Aber Saulus, noch Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubend, ging zum Hohenpriester
2und erbat sich von ihm Briefe für Damaskus, an die Synagogen, auf dass, wenn er welche fände, die des Weges wären, Männer und auch Frauen, er sie gebunden nach Jerusalem führe.
3Während er unterwegs war, geschah es, dass er sich Damaskus näherte. Und plötzlich umstrahlte ihn ein Licht vom Himmel.
4Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sagte: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“
5Er sagte: „Wer bist du, Herr?“ Der Herr sagte: „Ich bin Jesus, den du verfolgst.1
6Doch stehe auf und gehe in die Stadt hinein, und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst!“
7Aber die mit ihm auf dem Weg ziehenden Männer standen sprachlos. Sie hörten die Stimme ‹, den Laut›,2 aber sie schauten niemanden.
8Saulus nun erhob sich von der Erde. Und als er seine Augen auftat, erblickte er niemanden. Und sie leiteten ihn an der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein.
9Und er war drei Tage nicht sehend, und er aß nicht noch trank er.
10 Es war in Damaskus ein gewisser Jünger mit Namen Ananias. Und der Herr sagte zu ihm in einem Gesicht: „Ananias!“ Er sagte: „Siehe!, [hier bin] ich, Herr!“
11 Und der Herr [sagte] zu ihm: „Stehe auf! Gehe hin in die Straße, die ‘die Gerade’ genannt wird, und suche im Haus eines Judas einen mit Namen Saulus, von Tarsus. Denn, siehe!, er betet,
12 und er sah in einem Gesicht einen Mann mit Namen Ananias hereinkommen und ihm die Hand3 auflegen, dass er wieder sehe.“
13 Ananias antwortete: „Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Übles er deinen Heiligen in Jerusalem getan hat.
14 Und hier hat er Autorität von den Hohenpriestern, alle zu binden, die deinen Namen anrufen4.“
15 Der Herr sagte zu ihm: „Gehe hin, weil dieser mir ein erwähltes Gefäß5 ist, meinen Namen vor Völker6 und [vor] Könige zu tragen und [vor] die Söhne Israels,
16 denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen ‹o.: wegen meines Namens›7 leiden muss.“
17 Und Ananias ging hin und ging in das Haus hinein. Und er legte ihm die Hände auf und sagte: „Saul, Bruder!, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg, den du kamst, erschien, auf dass du wieder sehest und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest.“
18 Und sogleich fiel es von seinen Augen ab wie Schuppen, und augenblicklich wurde er wieder sehend. Und er stand auf und wurde getauft.
19 Und er nahm Speise und kam zu Kräften. Es geschah nun, dass Saulus einige Tage bei den Jüngern in Damaskus war.
20 Und sogleich verkündete er in den Synagogen den Gesalbten: „Dieser ist der Sohn Gottes.“
21 Aber alle, die es hörten, waren in Staunen und sagten: „Ist dieser nicht der, der in Jerusalem die diesen Namen Anrufenden8 zerschlug? Und hierher kam er zu dem Zweck, dass er sie gebunden zu den Hohenpriestern führe.“
22 Aber Saulus nahm [innerlich] mehr zu an Kraft und verwirrte die in Damaskus wohnenden Juden, indem er [Belege] zusammentrug und nachwies, dass dieser der Gesalbte sei.
23 Als sich nun beträchtlich [viele] Tage erfüllt hatten, beratschlagten die Juden, ihn umzubringen.
24 Es wurde aber dem Saulus ihr Anschlag bekannt. Und sie bewachten die Tore bei Tag und bei Nacht, auf dass sie ihn umbrächten.
25 Aber die Jünger nahmen ihn nachts und ließen ihn durch die Mauer hinab, indem sie ihn in einem Korb herabließen.
26 Als Saulus9 nun, in Jerusalem angekommen, versuchte, sich den Jüngern anzuschließen, und sie alle fürchteten ihn, da sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei.
27 Aber Barnabas nahm sich seiner an: er führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen und dass der zu ihm geredet hatte, und wie er in Damaskus freimütig geredet hatte im Namen Jesu.
28 Und er war bei ihnen, ein- und ausgehend in Jerusalem und redete freimütig im Namen des Herrn, Jesu.
29 Und er redete und disputierte mit den Hellenisten10. Aber sie machten sich daran, ihn umzubringen.
30 Als die Brüder [das] erfuhren, brachten sie ihn hinab nach Cäsarea und sandten ihn weg nach Tarsus.
31 Also hatten die Gemeinden11 durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurden aufgebaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wurden durch den Zuspruch des Heiligen Geistes gemehrt.
32 Es geschah nun, dass Petrus, durch alle [Gegenden] hindurchziehend, auch zu den [in] Lydda wohnenden Heiligen hinabkam.
33 Er fand dort einen Menschen mit Namen Äneas, der seit acht Jahren auf einer Liege lag; der war gelähmt ‹wörtl.: entkräftet; geschwächt›.
34 Und Petrus sagte zu ihm: „Äneas, Jesus, der Gesalbte, heilt dich. Steh auf und bette dir selbst!“ Und sogleich stand er auf.
35 Und es sahen ihn all die [in] Lydda und Scharon Wohnenden. Die kehrten um zu dem Herrn.
36 In Joppe nun war eine Jüngerin mit Namen Tabitha, was übersetzt heißt: Dorkas ‹, Gazelle›. Diese war voll guter Taten ‹und Werke› und voll Almosen, die sie tat.
37 Es geschah nun in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb. Sie wuschen sie und legten sie im oberen Raum [nieder].
38 Da nun Lydda nahe bei Joppe war, sandten die Jünger12, als sie gehört hatten, dass Petrus dort sei, zu ihm, bittend, nicht zu zögern herüberzukommen, bis zu ihnen.13
39 Petrus nun stand auf und ging mit ihnen. Als er angekommen war, führten sie ihn hinauf in den oberen Raum. Und alle Witwen traten weinend zu ihm und zeigten ihm Unter- und Obergewänder, die Dorkas [alle] gemacht hatte, als sie [noch] bei ihnen war.
40 Als Petrus alle hinausgeschickt hatte, beugte er die Knie und betete14. Und er kehrte sich dem Körper zu und sagte: „Tabitha, stehe auf!“ Sie nun öffnete ihre Augen. Und als sie Petrus sah, setzte sie sich auf.
41 Und er gab ihr die Hand und ließ sie aufstehen. Als er nun die Heiligen und die Witwen gerufen hatte, stellte er sie lebend vor.
42 Und es wurde durch ganz Joppe hin bekannt; und viele glaubten an den Herrn.
43 Und es begab sich, dass er beträchtlich [viele] Tage in Joppe blieb, bei einem gewissen Simon, einem Gerber.

Fußnoten

  1. 1 9,5 Der t. r. (mit einigen griech. Hss) hat zusätzlich: Hart ist es für dich, gegen den Stachel auszuschlagen. 6 Zitternd und sich erschreckend sagte er: Herr was willst du, dass ich tue? Der Herr aber [sagte] zu ihm:
  2. 2 9,7 akouein („hören“) wird auch i. S. v. „verstehen“, „mitbekommen“ gebraucht; die Begleiter sahen zwar das Licht (22,9), aber die Stimme (den Ausspruch, die Äußerung) Jesu „vernahmen“ sie nicht, d. h., „verstanden sie nicht“ (22,9); sie hörten zwar die Stimme, doch nur als Geräusch (9,7); was gesagt wurde, bekamen sie nicht mit.
  3. 3 9,12 NA: die Hände
  4. 4 9,14 Partizip Präsens durativ bzw. iterativ: alle deinen Namen fortwährend bzw. immer wieder Anrufenden
  5. 5 9,15 wörtl.: ein Gefäß [der] Erwählung; genitivus qualitatis
  6. 6 9,15 d. h.: vor [Menschen] aus den Völkern; vor Heiden
  7. 7 9,16 hyper
  8. 8 9,21 Partizip Präsens durativ o. iterativ: fortwährend o. immer wieder
  9. 9 9,26 NA: er
  10. 10 9,29 d. h.: den griechisch Sprechenden
  11. 11 9,31 NA (mit vielen Hss): die Gemeinde
  12. 12 9,38 NA: sandten die Jünger zwei Männer
  13. 13 9,38 NA: bittend: „Zögere nicht, zu uns herüberzukommen!
  14. 14 9,40 Imperfekt durativ: eine gewisse Zeitlang; o. iterativ: mehrmals