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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 28

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und hindurchgerettet, erfuhr man1 dann, dass die Insel Melite2 heiße.
2Die Barbaren ‹, die Nichtgriechen,› erwiesen uns eine nicht gewöhnliche Menschenfreundlichkeit, denn sie zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle zu sich, wegen des eingetretenen Regens und wegen der Kälte.
3Als Paulus einen Haufen Reisig zusammenraffte und auf das Feuer legte, kam infolge der Hitze eine Giftschlange ‹, eine Otter,› heraus und biss sich an seiner Hand fest.
4Als nun die Barbaren das wilde Tier an seiner Hand hängen sahen, sagten sie [wiederholt]3 zu einander: „Zweifellos ist dieser Mensch ein Mörder, den die Dike ‹, die Rachegöttin›, obschon er aus dem Meer heraus hindurchgerettet worden ist, nicht leben lässt.“
5Doch er schüttelte das wilde Tier ins Feuer und erlitt kein Übel.
6Sie aber warteten darauf, dass er [in absehbarer Zeit] anschwellen ‹o.: dass er im Begriff stünde, anzuschwellen› oder plötzlich tot umfallen werde. Doch als sie lange zugewartet und beobachtet hatten, dass nichts Absonderliches an ihm geschah, schwenkten sie um und sagten, er sei ein Gott.
7In der Umgebung jenes Ortes besaß der Erste der Insel, mit Namen Publius, Landgüter. Der nahm uns bei sich auf und beherbergte ‹und bewirtete› [uns] drei Tage [lang] in [sehr] freundlicher Weise4.
8Es geschah nun, dass der Vater des Publius von Fieber und Durchfall befallen daniederlag. Zu dem ging Paulus hin; und als er gebetet und ihm die Hände aufgelegt hatte, heilte er ihn.
9Als das nun geschehen war, kamen auch die Übrigen auf der Insel, die Krankheiten hatten, herbei, und sie wurden geheilt.
10 Und sie erwiesen uns viele Ehren. Und als wir abreisten, versahen sie uns mit dem für [unseren] Bedarf [Nötigen].
11 Nach drei Monaten fuhren wir in einem Schiff ab, das auf der Insel überwintert hatte, einem alexandrinischen, mit dem Zeichen der Dioskuren5 versehen.
12 Und nachdem wir in Syrakus angelegt hatten, blieben wir drei Tage.
13 Von dort kamen wir, in einem Bogen fahrend, nach Rhegium. Und weil Südwind aufkam, gelangten wir am zweiten Tag nach Puteoli.
14 Dort fanden wir Brüder und wurden gebeten ‹und ermutigt›, sieben Tage bei ihnen zu bleiben. Und auf diese Weise gelangten wir nach Rom.
15 Und von dort kamen die Brüder, als sie von uns gehört hatten, heraus bis Forum Appii und Tres Tabernae ‹, „die drei Tavernen“›, uns zu begegnen. Als Paulus sie sah, dankte er Gott und fasste Mut.
16 Als wir nach Rom gekommen waren, übergab der Zenturio die Gefangenen dem Lagerkommandanten; aber6 Paulus wurde es erlaubt, für sich zu bleiben ‹o.: zu wohnen›, zusammen mit dem ihn [jeweils] bewachenden Soldaten.
17 Und es geschah, nach drei Tagen, dass Paulus diejenigen, die [die] Ersten der Juden waren, zusammenrief. Als sie zusammengekommen waren, sagte er zu ihnen: „Männer, Brüder! Ich, der ich nichts gegen das Volk oder gegen die väterlichen Gebräuche getan hatte, wurde von Jerusalem her als Gefangener ‹eig.: Gebundener› in die Hände der Römer überliefert,
18 die mich, nachdem sie mich verhört hatten, freilassen wollten, weil keine todeswürdige Schuld an mir war.
19 Aber weil die Juden widersprachen, war ich genötigt, an den Kaiser zu appellieren, nicht, als hätte ich etwas gegen meine Volksgemeinschaft7 zu klagen.
20 Aus diesem Grund also bat ich euch herbei, um [euch] zu sehen und zu [euch] zu reden; denn wegen der Hoffnung Israels bin ich mit dieser Kette umschlossen.“
21 Doch sie sagten zu ihm: „Wir haben aus Judäa weder ein Schreiben über dich erhalten noch ist einer von den Brüdern hergekommen und hat über dich etwas Böses gesagt.
22 Wir halten es aber für angebracht, von dir zu hören, ‹was du denkst und› wie du gesinnt bist; denn von dieser Sonderrichtung ist uns bekannt, dass ihr überall widersprochen wird.“
23 Als sie ihm nun einen Tag bestimmt hatten, kamen sie in [noch] größerer Zahl zu ihm in die Unterkunft. Denen setzte er von [der] Frühe bis zu[m] Abend auseinander und bezeugte mit Ernst die Königsherrschaft ‹, das Königreich,› Gottes und suchte8, vom Gesetz Moses und auch von den Propheten her, sie von dem zu überzeugen, was Jesus betraf.
24 Und die einen wurden [nach und nach] von dem Gesagten überzeugt ‹und glaubten›, die anderen glaubten nicht.
25 Untereinander uneins seiend, gingen sie davon, nachdem Paulus einen Ausspruch9 gesagt hatte: „Trefflich hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu unseren10 Vätern geredet,
26 als er sagte: ‘Gehe hin zu diesem Volk und sage: Hörend werdet ihr hören und nicht verstehen ‹o.: zur Einsicht kommen›, und hinsehend werdet ihr hinsehen und nicht wahrnehmen,
27 denn das Herz dieses Volkes ist empfindungslos geworden, und mit den Ohren sind sie schwerhörig geworden, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen ‹o.: zur Einsicht kommen› und umkehren und ich sie heile.’ (Jes 6,9.10)
28 So sei euch denn kund: Das Heil Gottes11 ist zu den Völkern ‹, den Heiden,› gesandt12, und die werden hören.“
29 Nachdem er diese [Dinge] gesagt hatte, gingen die Juden weg, viel Disput unter sich habend.13
30 [So] blieb Paulus zwei ganze Jahre in der eigenen Mietwohnung, und er nahm alle auf, die zu ihm hereinkamen,
31 dabei verkündete er die Königsherrschaft Gottes ‹, das Königreich Gottes,› und lehrte die [Dinge], die den Herrn, Jesus, [den] Gesalbten, betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert.

Fußnoten

  1. 1 28,1 NA: erfuhren wir
  2. 2 28,1 nicht zu verwechseln mit „Malta“
  3. 3 28,4 Imperfekt durativ
  4. 4 28,7 o.: in lieblicher Weise; zuneigungsvoll sinnend; in lieblicher Gesinnung; griech. philophronoos
  5. 5 28,11 Die „Zeusknaben“, Söhne des Dios (Zeus), waren die Zwillinge Kastor und Polydeukes.
  6. 6 28,16 NA: ohne übergab der Zenturio die Gefangenen dem Lagerkommandanten; aber
  7. 7 28,19 ethnos
  8. 8 28,23 Partizip Präsens konativ und durativ
  9. 9 28,25 hreema, das gesprochene Wort
  10. 10 28,25 NA: euren
  11. 11 28,28 NA: Dieses Heil Gottes
  12. 12 28,28 Perfekt resultativ: gesandt worden und [nun] gesandt
  13. 13 28,29 NA: ohne V. 29