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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 20

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Nachdem der Tumult aufgehört hatte, rief Paulus die Jünger zu sich, nahm Abschied von ihnen und zog fort, um nach Mazedonien zu reisen.
2Nachdem er jene [Land]­teile durchzogen und ihnen mit reichlichem Wort Zuspruch gegeben ‹und sie aufgerufen› hatte, kam er nach Hellas ‹, Griechenland›1.
3Als er [da] drei Monate tätig gewesen war, kam er zu der Meinung ‹, zu dem Urteilsentschluss›, durch Mazedonien zurückzukehren, da die Juden einen Anschlag auf ihn unternahmen, als er im Begriff stand, nach Syrien abzufahren.
4Es begleiteten ihn bis nach Asia2 Sopater3, ein Beröer, von den Thessalonichern Aristarchus und Sekundus, auch Gajus, ein Derbier, und Timotheus und die Asiaten Tychikus und Trophimus.
5Diese gingen voraus und warteten auf uns in Troas.
6Wir aber fuhren nach den Tagen der ungesäuerten [Brote] [zu Schiff] von Philippi ab und kamen in fünf Tagen hin zu ihnen nach Troas, wo wir sieben Tage verbrachten.
7Am ersten [Tag] der Woche4, als die Jünger5 zusammengekommen waren, Brot zu brechen6, unterredete sich Paulus mit ihnen, im Begriff, am folgenden [Tag] abzureisen. Und er dehnte die Rede aus bis Mitternacht.
8Es waren ziemlich viele Fackeln in dem oberen Raum, wo wir zusammengekommen waren.
9Es saß aber im Fenster ein gewisser Jugendlicher mit Namen Eutychus, [der allmählich] in einen tiefen Schlaf sank. Und während Paulus die Unterredung in die Länge zog, fiel er, vom Schlaf überwältigt, von der dritten Bauebene hinunter. Und er wurde tot aufgehoben.
10 Aber Paulus stieg hinab, warf sich über ihn und umfasste ihn. Dann sagte er: „Seid nicht in Aufregung! ‹o.: Macht keinen Tumult!› Seine Seele ist in ihm.“
11 Er ging hinauf und brach [das] Brot, und nachdem er gegessen hatte, war er noch eine geraume [Zeit] im Gespräch, bis Tagesanbruch; so7 reiste er ab.
12 Den Knaben brachten sie lebend, und sie wurden nicht wenig ‹wörtl.: nicht mittelmäßig› getröstet.
13 Wir nun waren vorausgegangen auf das Schiff und fuhren hinaus nach Assos. Von dort beabsichtigten wir, Paulus wieder aufzunehmen, denn so hatte er es angeordnet, da er die Absicht hatte, zu Fuß zu gehen.
14 Als er nun mit uns in Assos zusammentraf, nahmen wir ihn auf, und wir kamen nach Mitylene.
15 Von dort [zu Schiff] abgefahren, kamen wir am [Tag] darauf Chios gegenüber an. Am anderen [Tag] landeten wir zu Samos. Und nachdem wir in Trogyllium geblieben waren, kamen wir am nächsten [Tag] nach Milet;8
16 denn Paulus hatte entschieden, an Ephesus vorbeizufahren, damit er nicht in Asia Zeit verbringen müsste, denn er beeilte sich, um, wenn es ihm möglich wäre, am Tag der Pfingsten nach Jerusalem zu kommen.
17 Von Milet schickte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde herüberrufen.
18 Als sie zu ihm gekommen waren, sagte er zu ihnen: „Es ist euch bekannt, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich nach Asia kam, die ganze Zeit unter euch verhalten habe,
19 dem Herrn [stetig] dienend [wie ein Sklave], mit aller Demut und vielen Tränen und Prüfungen ‹o.: Versuchungen›, die mir durch die Anschläge der Juden widerfuhren,
20 wie ich nichts von dem, was nützlich ‹und förderlich› [war], zurückhielt, sodass ich es euch nicht berichtet und es euch nicht gelehrt hätte öffentlich und von Haus zu Haus,
21 wobei ich sowohl Juden als auch Griechen eindringlich bezeugte die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn, Jesus9.
22 Und jetzt, siehe!, durch [den] Geist ‹o.: kraft [des] Geistes; mittels [des] Geistes›10 gebunden, reise ich nach Jerusalem, nicht wissend, was mir dort begegnen wird,
23 außer, dass der Heilige Geist von Stadt zu Stadt eindringlich bezeugt und sagt, dass mich Fesseln und Bedrängnisse erwarten.
24 Jedoch nichts [von diesen Dingen] ziehe ich in Betracht, noch halte ich meine Seele ‹, mein Leben,› als teuer für mich selbst, um meinen Lauf mit Freude zu vollenden – und den Dienst, den ich von dem Herrn, Jesus, empfing: eindringlich zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.
25 Und jetzt, siehe!, ich weiß, dass ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, ihr alle, bei denen ich durchzog, die Königsherrschaft Gottes verkündend.
26 Deshalb bezeuge ich euch am heutigen Tag, dass ich rein [bin] vom Blut aller;
27 denn ich hielt nicht zurück, sodass ich euch nicht den ganzen Ratschluss Gottes berichtet hätte.
28 Gebt also [stets] Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der der Heilige Geist euch zu Aufsehern setzte, zu weiden ‹und zu hüten› die Gemeinde des Herrn und Gottes11, die er sich erwarb durch das eigene Blut12.
29 Denn ich weiß dieses, dass nach meinem Weggehen schlimme ‹, grausame,› Wölfe zu euch hineinkommen werden, die Herde nicht schonend.
30 Auch aus euch selbst werden Männer aufstehen, die Verdrehtes reden werden, um die Jünger wegzuziehen, hinter sich her.
31 Darum wacht [stets] und denkt daran, dass ich drei Jahre [lang] Nacht und Tag nicht abließ, einen jeden unter Tränen zu mahnen ‹eig.: den Denksinn zurechtzusetzen›.
32 Und jetzt, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das Kraft hat, [euch] aufzubauen und [das] Erbe zu geben unter allen Geheiligten.
33 Silber oder Gold oder Bekleidung begehrte ich von niemandem.
34 Euch ist selbst bekannt, dass für meine Bedürfnisse und für die mit mir Seienden diese Hände dienstbar waren.
35 Mit allem zeigte ich euch [im Beispiel], dass man sich, sich so mühend, der Schwachen annehmen muss, sowie an die Worte Jesu, des Herrn, denken soll, dass er selbst sagte: ‘Geben ist seliger als Nehmen ‹bzw.: Empfangen›.’“
36 Und als er diese [Dinge] gesagt hatte, beugte er die Knie zusammen mit ihnen allen und betete.
37 Es entstand nun beträchtlich [viel] Weinen bei allen, und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn sehr,
38 voll Schmerz, besonders über das Wort, das er gesagt hatte, dass sie [in absehbarer Zeit]13 sein Angesicht nicht [mehr] schauen sollten. Und sie geleiteten ihn zum Schiff.

Fußnoten

  1. 1 20,2 Hellas war die römische Provinz Achaia.
  2. 2 20,4 NA: ohne bis nach Asia
  3. 3 20,4 NA: plus Sopater, des Pyrrhus [Sohn]
  4. 4 20,7 wörtl.: Am ersten (vom Sabbat an gerechnet) in Bezug auf die Woche; en de tee mia toon sabbatoon; „Sabbat“ in der Mehrzahl bed. häufig „Woche“.
  5. 5 20,7 NA: als wir
  6. 6 20,7 übliche Bezeichnung für eine Mahlzeit; vgl. Lk 24,30; Apg 27,35
  7. 7 20,11 o.: auf diese Weise (d. h.: ohne geschlafen zu haben)
  8. 8 20,15 NA: ohne nachdem wir in Trogyllium geblieben waren
  9. 9 20,21 M (teilw.): Jesus Christus
  10. 10 20,22 im Griech. ein bloßer Dativ
  11. 11 20,28 die Gemeinde des Herrn und Gottes: so der Mehrheitstext. Der NA (mit wenigen Hss) und der t. r. haben: die Gemeinde Gottes; viele griech. Hss u. die koptischen Versionen haben: die Gemeinde des Herrn
  12. 12 20,28 NA: durch das Blut, das eigene; o.: durch das Blut des Eigenen; t. r.: durch das eigene Blut
  13. 13 20,38 mellein drückt üblicherweise eine nahe Zukunft aus