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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 19

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Es geschah nun, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die oberen [Land]­teile durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand etliche Jünger
2und sagte zu ihnen: „Empfingt ihr [den] Heiligen Geist, als ihr gläubig wurdet1?“ Sie sagten zu ihm: „Wir haben nicht einmal gehört, ob [der] Heilige Geist [da] sei.“
3Und er sagte zu ihnen: „Worauf wurdet ihr denn getauft?“ Sie sagten: „Auf die Taufe des Johannes.“
4Paulus nun sagte: „Johannes taufte mit einer Taufe der Buße und sagte zum Volk, dass man an den nach ihm Kommenden glauben sollte, das ist, an den Gesalbten, Jesus.“2
5Als sie das gehört hatten, wurden sie auf den Namen des Herrn, Jesu, getauft ‹o.: ließen sie sich auf den Namen des Herrn, Jesu, taufen›.
6Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und prophezeiten.
7Es waren insgesamt etwa zwölf Männer.
8Und er ging in die Synagoge und redete mit Freimütigkeit: Drei Monate [lang] unterredete er sich [mit ihnen] und überzeugte [sie]3 von den Dingen, die die Königsherrschaft Gottes betrafen.
9Als nun etliche sich verhärteten4 und [im Unglauben] nicht gehorchend waren5, vor der Menge übel redend von dem Wege, entfernte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab. Tag für Tag unterredete er sich [mit ihnen] in der Schule eines gewissen Tyrannus.6
10 Dies geschah zwei Jahre [lang], sodass all die [in] Asia Wohnenden das Wort des Herrn, Jesu,7 hörten, Juden wie auch Griechen.
11 Und Gott tat außergewöhnliche Kräfte ‹, Krafttaten,› durch8 die Hände des Paulus,
12 sodass man sogar Schweißtücher oder Schürzen, von seiner [Körper]­haut weg, [hin] zu den Kranken brachte und die Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister von ihnen ausfuhren.
13 Es unternahmen nun [auch] etliche von den umherziehenden jüdischen Beschwörern, über die, die böse Geister hatten, den Namen des Herrn, Jesu, zu nennen; sie sagten: „Wir beschwören euch bei dem Jesus, den Paulus verkündet!“
14 Es waren gewisse [Männer], sieben Söhne eines Skeva, eines Juden, eines Hohenpriesters9, die dieses taten.
15 Aber der böse Geist antwortete: „Jesus kenne ich, und Paulus ist mir bekannt, aber wer seid ihr?“
16 Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie los und überwältigte sie10. Und war mächtig gegen sie ‹, behielt die Oberhand gegen sie›, sodass sie unbekleidet und verwundet aus jenem Haus flohen.
17 Das wurde all den [in] Ephesus Wohnenden bekannt, Juden wie auch Griechen. Und es fiel Furcht auf sie alle, und der Name des Herrn, Jesu, wurde groß gemacht.
18 Und viele von denen, die glaubten,11 kamen, um ihre Taten ‹und Werke› zu bekennen und [darüber] Bericht zu geben12.
19 Und beträchtlich [viele] von denen, die fragwürdige [Zauber]­künste getrieben hatten, trugen die Bücher zusammen und verbrannten [sie] vor allen. Und man rechnete ihren Wert zusammen und kam auf fünfzigtausend Silber[drachmen].
20 Auf diese Weise, mit Macht, wuchs [stetig] das Wort des Herrn und wurde stark ‹, behielt die Oberhand›.
21 Als das nun ausgeführt ‹o.: erfüllt› war, nahm Paulus sich im Geist vor, durch Mazedonien und Achaia zu ziehen und [in der Folge] nach Jerusalem zu reisen, wobei er sagte: „Nachdem ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.“
22 Nachdem er zwei von den ihm Dienenden, Timotheus und Erastus, nach Mazedonien gesandt hatte, hielt er sich [noch] eine Zeitlang [hier und dort] in13 Asia auf.
23 Es entstand nun zu jenen Zeitpunkt eine nicht geringe Aufregung betreffs des Weges:
24 Ein Silberschmied, mit Namen Demetrius, der silberne Artemisheiligtümer machte, verschaffte den Kunstwerkern einen nicht geringen Erwerb.
25 Diese und die mit derartigen [Dingen] beschäftigten Arbeiter versammelte er und sagte: „Männer, es ist euch bekannt, dass von diesem Erwerb unser Wohlstand her ist.
26 Und ihr schaut und hört, dass nicht allein von Ephesus, sondern von fast ganz Asia, dieser Paulus eine beträchtlich [große] Menge überredet und abwendig gemacht hat, indem er sagt, dass die durch [Menschen]­hände entstehenden Götter, keine [Götter] seien.
27 Aber es besteht nicht nur die Gefahr für uns, dass dieser Geschäftszweig in Verruf kommt, sondern auch, dass die Tempelstätte der großen Göttin Artemis für nichts gerechnet wird; auch ihre Majestät ist dabei, gestürzt zu werden, [und] sie [ist doch] die, die ganz Asia und das Weltreich verehrt!“
28 Als sie [das] hörten, wurden sie voller Wut, schrien [stetig]14: „Groß [ist] die Artemis der Epheser!“
29 Und die ganze Stadt15 wurde von Verwirrung ‹und Unruhe› erfüllt, und einmütig stürmten sie in das Theater und rissen [dabei] die Mazedonier Gaius und Aristarchus, [die] Reisegefährten des Paulus, mit.
30 Als nun Paulus sich [dort] unter das versammelte Volk begeben wollte, ließen ihn die Jünger nicht [gehen].
31 Auch einige der Asiarchen16, die ihm freundlich [gesinnt] waren, schickten zu ihm hin und riefen ihn bittend auf, sich nicht in das Theater zu begeben.
32 Die einen nun schrien dies, die anderen etwas anderes, denn die Versammlung war in Verwirrung ‹und Aufregung› geraten, und die Mehrzahl wusste nicht, weswegen man zusammengekommen war.
33 Da zog man aus der Menge Alexander hervor, den die Juden vorschoben. Alexander winkte mit der Hand und wollte sich vor dem versammelten Volk verteidigen.
34 Aber als sie erkannten, dass er ein Jude war, erscholl eine Stimme aus [dem Mund] aller, die etwa zwei Stunden [lang] schrien: „Groß [ist] die Artemis [der] Epheser!“
35 Da beruhigte der [Stadt]­schreiber die Menge und sagt: „Männer, Epheser! Welcher Mensch ist denn, der nicht die Stadt [der] Epheser kennen würde als Tempelpflegerin der großen Göttin17 Artemis und ihres von Dios ‹, Zeus,› gefallenen [Bildes]18?
36 Da dies also unbestreitbar ist, ist es notwendig [für] euch, beruhigt zu sein und nichts Überstürztes zu tun,
37 denn ihr führtet diese Männer [her], die weder Tempelräuber sind noch eure19 Göttin Lästernde.
38 Wenn nun Demetrius und die Kunstwerker, die mit ihm [sind], gegen jemanden eine Sache haben, [so] werden Gerichtstage gehalten, und es gibt Prokonsuln; sie sollen gegeneinander Klage einreichen.
39 Wenn es aber andere [Dinge] sind, über die ihr Gesuche habt, wird es in der gesetzesgemäßen Versammlung geklärt werden;
40 denn wir laufen auch Gefahr, bezüglich des heutigen [Tages], des Aufruhrs angeklagt zu werden20, da kein einziger Grund vorliegt, mit dem wir diesen Zusammenlauf werden verantworten können.“ Und als er das gesagt hatte, löste er die Versammlung auf.

Fußnoten

  1. 1 19,2 ingressiver Aorist
  2. 2 19,4 NA: das ist, an Jesus.
  3. 3 19,8 Partizip Präsens konativ: suchte [sie] zu überzeugen; oder durativ: überzeugte [sie] fortwährend
  4. 4 19,9 Imperfekt durativ, andeutend, dass die Selbstverhärtung eine gewisse Zeit in Anspruch nahm
  5. 5 19,9 apeithein bed.: „im Unglauben ungehorsam sein“; der Ungehorsam besteht im Unglauben
  6. 6 19,9 Codex D (6. Jhdt. n. Chr.) u. die syrisch-harklensische Üsg. fügen hinzu: von der fünften bis zur zehnten Stunde
  7. 7 19,10 NA: ohne Jesu
  8. 8 19,11 dia: über; mittels; in Verbindung mit; im Zusammenhang mit
  9. 9 19,14 d. h.: eines Mitglieds der hohepriesterlichen Familie
  10. 10 19,16 NA: überwältigte beide
  11. 11 19,18 Perfekt resultativ: viele von den gläubig Gewordenen [und nun Gläubigen]
  12. 12 19,18 beide Male Partizip Präsens im Sinne des Infinitivs
  13. 13 19,22 o.: zu; griech. eis
  14. 14 19,28 Imperfekt durativ
  15. 15 19,29 NA: Und die Stadt
  16. 16 19,31 Asiarchen: oberste Beamte der röm. Provinz Asia
  17. 17 19,35 NA: ohne Göttin
  18. 18 19,35 Gemeint ist das aus Vorzeiten stammende Götterbild der Artemis.
  19. 19 19,37 NA: unsere
  20. 20 19,40 NA: Gefahr, angeklagt zu werden wegen des heutigen Aufruhrs