Neues Testament
Apostelgeschichte Kapitel 23
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Paulus blickte den Hohen Rat fest an und sagte: „Männer, Brüder! Ich habe mit allem guten Gewissen mein Leben im Gemeinwesen für Gott gelebt1 bis zu diesem Tag.“
2Da befahl der Hohepriester Ananias den Dabeistehenden, ihn auf den Mund zu schlagen.
3Daraufhin sagte Paulus zu ihm: „Gott steht im Begriff, dich zu schlagen, übertünchte Wand: Du sitzt [hier], um mich zu richten nach dem Gesetz2, und gegen das Gesetz handelnd, befiehlst du, dass ich geschlagen werde?“
4Da sagten die Dabeistehenden: „Schmähst du den Hohenpriester Gottes?“
5Paulus sagte: „Ich wusste nicht, Brüder, dass er [der] Hohepriester ist. Es ist ja geschrieben: ‘Von einem Oberen deines Volkes sollst du nicht übel reden.’“ (2Mo 22,27)
6Paulus, in Kenntnis [davon], dass der eine Teil von [den] Sadduzäern war, der andere von [den] Pharisäern, schrie im Hohen Rat: „Männer, Brüder! Ich bin ein Pharisäer, Sohn eines Pharisäers. Wegen [der] Hoffnung, nämlich [der] Auferstehung3 [der] Toten, werde ich gerichtet!“
7Als er das sagte, entstand ein Aufruhr der Pharisäer4, und die Menge wurde gespalten.
8Die Sadduzäer sagen nämlich, dass es keine Auferstehung gibt noch Engel noch Geist, aber die Pharisäer bekennen beides.
9So entstand ein großes Geschrei, und die Schriftgelehrten des pharisäischen Teils standen auf und führten heftig Wortstreit: „Wir finden nichts Übles an diesem Menschen“, sagten sie. „Wenn ein Geist oder ein Bote ‹, ein Engel,› zu ihm geredet hat: Lasst uns nicht gegen Gott kämpfen!“5
10 Da ein großer Aufruhr entstand, gab der Chiliarch, von Sorge ergriffen, Paulus könnte von ihnen zerrissen werden, der Truppe Befehl, herabzukommen, um ihn aus ihrer Mitte wegzureißen und ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› zu führen.
11 In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu ihm und sagte: „Sei guten Mutes, Paulus, denn wie du über die [Dinge], die mich betreffen, in Jerusalem ernstes Zeugnis abgelegt hast, so musst du auch in Rom Zeugnis ablegen.“
12 Als es Tag geworden war, rotteten sich etliche von den Juden6 zusammen und unterstellten sich dem Fluch, nichts zu essen und nichts zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten.
13 Es waren mehr als vierzig, die diese Verschwörung gemacht hatten.
14 Diese gingen hin zu den Hohenpriestern und den Ältesten und sagten: „Mit einem Fluch ‹o.: feierlich; o.: entschieden›7 haben wir uns dem Fluch unterstellt, nichts zu kosten, bis wir Paulus getötet haben.
15 Werdet ihr jetzt also zusammen mit dem Hohen Rat bei dem Chiliarchen vorstellig [mit] der [Bitte], dass er ihn morgen8 zu euch herunterführe, als beabsichtigtet ihr, seine Sache genauer zu untersuchen ‹und zu entscheiden›! Wir aber sind bereit, bevor er nahe kommt, ihn umzubringen.“
16 Als aber der Sohn der Schwester des Paulus von dem Anschlag ‹eig.: von der Hinterhaltlegung› hörte, begab er sich hin, ging ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› hinein und gab dem Paulus Bericht.
17 Paulus rief einen von den Zenturionen ‹, den Hundertschaftsführern,› zu sich und sagte: „Diesen Jugendlichen führe hin zum Chiliarchen ‹, zum Tausendschaftsführer›, denn er hat ihm etwas zu berichten.“
18 Der nahm ihn also zu sich, führte ihn zum Chiliarchen, und er sagt: „Der Gefangene ‹eig.: Gebundene› Paulus rief mich herbei und ersuchte mich, diesen Jugendlichen zu dir zu führen, da er dir etwas zu sagen habe.“
19 Der Chiliarch fasste ihn bei der Hand, zog sich [mit ihm] zurück, für sich [allein], und erkundigte sich: „Was ist [es], das du mir zu berichten hast?“
20 Der sagte: „Die Juden kamen überein, dich zu ersuchen, du möchtest Paulus morgen hinabbringen in den Hohen Rat, als beabsichtigten sie, etwas Genaueres über ihn in Erfahrung zu bringen.9
21 Du also, lass dich nicht von ihnen überreden, denn es lauern ihm mehr als vierzig Männer von ihnen auf, die sich verflucht haben, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn umgebracht hätten. Und jetzt sind sie bereit und erwarten die Zusage von dir.“
22 Der Chiliarch also entließ ‹o.: verabschiedete› den Jugendlichen [und] wies [ihn] an, niemandem gegenüber auszusagen, „dass du mir diese [Dinge] offenbar gemacht hast.“
23 Und er rief zwei der Zenturionen herbei und sagte: „Macht zweihundert Soldaten bereit, dass sie bis Cäsarea ziehen, und siebzig Reiter und zweihundert Speerschützen ‹o.: Leichtbewaffnete›, von der dritten Stunde der Nacht an.“
24 Sie sollten auch Lasttiere bereithalten, dass sie den Paulus daraufsetzten und [ihn] bewahrt zum Statthalter Felix hindurchretteten ‹i. S. v.: erfolgreich ans Ziel brächten›,
25 nachdem er einen Brief folgenden Inhalts geschrieben hatte:
26 „Klaudius Lysias – Dem vortrefflichsten Statthalter Felix: Freue dich ‹d. h.: Sei gegrüßt›!
27 Diesen Mann, der von den Juden festgenommen wurde und nahe daran, von ihnen umgebracht zu werden, habe ich befreit ‹und herausgerissen, herausgenommen›, indem ich mit der Truppe einschritt. Ich hatte nämlich erfahren, dass er Römer sei.
28 Weil ich die Ursache in Erfahrung bringen wollte, wegen der sie ihn anklagten, führte ich ihn in ihren Hohen Rat hinab ‹o.: ließ ich ihn hinabführen›
29 und fand [heraus], dass er wegen Streitfragen bezüglich ihres Gesetzes angeklagt war, [dass er] aber keine des Todes oder der Fesseln werte Anklage auf sich lasten hatte.
30 Nachdem mir aber angezeigt worden war, dass von den Juden ein Anschlag gegen den Mann beabsichtigt sei ‹eig.: in absehbarer Zeit beabsichtigt sei; im Begriff stünde zu sein›10, schickte ich [ihn] sofort zu dir und gab auch den Klägern Anweisung, das gegen ihn [Vorliegende] bei dir vorzubringen. Lebe wohl!“11
31 Die Soldaten übernahmen Paulus also gemäß den ihnen gegebenen Anordnungen und führten [ihn] bei Nacht nach Antipatris.
32 Am folgenden [Tag] ließen sie die Reiter mit ihm weiterziehen und kehrten ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› zurück.
33 Und als diese nach Cäsarea hineingekommen waren und dem Statthalter den Brief abgegeben hatten, stellten sie ihm auch Paulus vor.
34 Nachdem der Statthalter gelesen und gefragt hatte, aus welcher Provinz er sei, und erfahren hatte, dass er aus Zilizien [sei],
35 sagte er: „Ich werde dich anhören, sobald sich auch deine Ankläger eingestellt haben.“ Und er gab Befehl, ihn in dem Prätorium des Herodes in Gewahrsam zu halten.
2Da befahl der Hohepriester Ananias den Dabeistehenden, ihn auf den Mund zu schlagen.
3Daraufhin sagte Paulus zu ihm: „Gott steht im Begriff, dich zu schlagen, übertünchte Wand: Du sitzt [hier], um mich zu richten nach dem Gesetz2, und gegen das Gesetz handelnd, befiehlst du, dass ich geschlagen werde?“
4Da sagten die Dabeistehenden: „Schmähst du den Hohenpriester Gottes?“
5Paulus sagte: „Ich wusste nicht, Brüder, dass er [der] Hohepriester ist. Es ist ja geschrieben: ‘Von einem Oberen deines Volkes sollst du nicht übel reden.’“ (2Mo 22,27)
6Paulus, in Kenntnis [davon], dass der eine Teil von [den] Sadduzäern war, der andere von [den] Pharisäern, schrie im Hohen Rat: „Männer, Brüder! Ich bin ein Pharisäer, Sohn eines Pharisäers. Wegen [der] Hoffnung, nämlich [der] Auferstehung3 [der] Toten, werde ich gerichtet!“
7Als er das sagte, entstand ein Aufruhr der Pharisäer4, und die Menge wurde gespalten.
8Die Sadduzäer sagen nämlich, dass es keine Auferstehung gibt noch Engel noch Geist, aber die Pharisäer bekennen beides.
9So entstand ein großes Geschrei, und die Schriftgelehrten des pharisäischen Teils standen auf und führten heftig Wortstreit: „Wir finden nichts Übles an diesem Menschen“, sagten sie. „Wenn ein Geist oder ein Bote ‹, ein Engel,› zu ihm geredet hat: Lasst uns nicht gegen Gott kämpfen!“5
10 Da ein großer Aufruhr entstand, gab der Chiliarch, von Sorge ergriffen, Paulus könnte von ihnen zerrissen werden, der Truppe Befehl, herabzukommen, um ihn aus ihrer Mitte wegzureißen und ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› zu führen.
11 In der folgenden Nacht aber trat der Herr zu ihm und sagte: „Sei guten Mutes, Paulus, denn wie du über die [Dinge], die mich betreffen, in Jerusalem ernstes Zeugnis abgelegt hast, so musst du auch in Rom Zeugnis ablegen.“
12 Als es Tag geworden war, rotteten sich etliche von den Juden6 zusammen und unterstellten sich dem Fluch, nichts zu essen und nichts zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten.
13 Es waren mehr als vierzig, die diese Verschwörung gemacht hatten.
14 Diese gingen hin zu den Hohenpriestern und den Ältesten und sagten: „Mit einem Fluch ‹o.: feierlich; o.: entschieden›7 haben wir uns dem Fluch unterstellt, nichts zu kosten, bis wir Paulus getötet haben.
15 Werdet ihr jetzt also zusammen mit dem Hohen Rat bei dem Chiliarchen vorstellig [mit] der [Bitte], dass er ihn morgen8 zu euch herunterführe, als beabsichtigtet ihr, seine Sache genauer zu untersuchen ‹und zu entscheiden›! Wir aber sind bereit, bevor er nahe kommt, ihn umzubringen.“
16 Als aber der Sohn der Schwester des Paulus von dem Anschlag ‹eig.: von der Hinterhaltlegung› hörte, begab er sich hin, ging ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› hinein und gab dem Paulus Bericht.
17 Paulus rief einen von den Zenturionen ‹, den Hundertschaftsführern,› zu sich und sagte: „Diesen Jugendlichen führe hin zum Chiliarchen ‹, zum Tausendschaftsführer›, denn er hat ihm etwas zu berichten.“
18 Der nahm ihn also zu sich, führte ihn zum Chiliarchen, und er sagt: „Der Gefangene ‹eig.: Gebundene› Paulus rief mich herbei und ersuchte mich, diesen Jugendlichen zu dir zu führen, da er dir etwas zu sagen habe.“
19 Der Chiliarch fasste ihn bei der Hand, zog sich [mit ihm] zurück, für sich [allein], und erkundigte sich: „Was ist [es], das du mir zu berichten hast?“
20 Der sagte: „Die Juden kamen überein, dich zu ersuchen, du möchtest Paulus morgen hinabbringen in den Hohen Rat, als beabsichtigten sie, etwas Genaueres über ihn in Erfahrung zu bringen.9
21 Du also, lass dich nicht von ihnen überreden, denn es lauern ihm mehr als vierzig Männer von ihnen auf, die sich verflucht haben, weder zu essen noch zu trinken, bis sie ihn umgebracht hätten. Und jetzt sind sie bereit und erwarten die Zusage von dir.“
22 Der Chiliarch also entließ ‹o.: verabschiedete› den Jugendlichen [und] wies [ihn] an, niemandem gegenüber auszusagen, „dass du mir diese [Dinge] offenbar gemacht hast.“
23 Und er rief zwei der Zenturionen herbei und sagte: „Macht zweihundert Soldaten bereit, dass sie bis Cäsarea ziehen, und siebzig Reiter und zweihundert Speerschützen ‹o.: Leichtbewaffnete›, von der dritten Stunde der Nacht an.“
24 Sie sollten auch Lasttiere bereithalten, dass sie den Paulus daraufsetzten und [ihn] bewahrt zum Statthalter Felix hindurchretteten ‹i. S. v.: erfolgreich ans Ziel brächten›,
25 nachdem er einen Brief folgenden Inhalts geschrieben hatte:
26 „Klaudius Lysias – Dem vortrefflichsten Statthalter Felix: Freue dich ‹d. h.: Sei gegrüßt›!
27 Diesen Mann, der von den Juden festgenommen wurde und nahe daran, von ihnen umgebracht zu werden, habe ich befreit ‹und herausgerissen, herausgenommen›, indem ich mit der Truppe einschritt. Ich hatte nämlich erfahren, dass er Römer sei.
28 Weil ich die Ursache in Erfahrung bringen wollte, wegen der sie ihn anklagten, führte ich ihn in ihren Hohen Rat hinab ‹o.: ließ ich ihn hinabführen›
29 und fand [heraus], dass er wegen Streitfragen bezüglich ihres Gesetzes angeklagt war, [dass er] aber keine des Todes oder der Fesseln werte Anklage auf sich lasten hatte.
30 Nachdem mir aber angezeigt worden war, dass von den Juden ein Anschlag gegen den Mann beabsichtigt sei ‹eig.: in absehbarer Zeit beabsichtigt sei; im Begriff stünde zu sein›10, schickte ich [ihn] sofort zu dir und gab auch den Klägern Anweisung, das gegen ihn [Vorliegende] bei dir vorzubringen. Lebe wohl!“11
31 Die Soldaten übernahmen Paulus also gemäß den ihnen gegebenen Anordnungen und führten [ihn] bei Nacht nach Antipatris.
32 Am folgenden [Tag] ließen sie die Reiter mit ihm weiterziehen und kehrten ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› zurück.
33 Und als diese nach Cäsarea hineingekommen waren und dem Statthalter den Brief abgegeben hatten, stellten sie ihm auch Paulus vor.
34 Nachdem der Statthalter gelesen und gefragt hatte, aus welcher Provinz er sei, und erfahren hatte, dass er aus Zilizien [sei],
35 sagte er: „Ich werde dich anhören, sobald sich auch deine Ankläger eingestellt haben.“ Und er gab Befehl, ihn in dem Prätorium des Herodes in Gewahrsam zu halten.
Fußnoten
- 1 23,1 politeuomai, wie Phil 1,27; wörtl.: in der Polis, dem griech. Stadtstaat, leben; als Bürger leben; im Munde eines Juden: im jüdischen Gemeinweisen leben
- 2 23,3 finales Partizip Präsens
- 3 23,6 kai explicativum; erklärendes kai: nämlich; und zwar
- 4 23,7 NA: der Pharisäer und der Sadduzäer
- 5 23,9 NA: ohne „Lasst uns nicht gegen Gott kämpfen!“
- 6 23,12 NA: rotteten sich die Juden
- 7 23,14 ein Hebraismus, der Betonung ausdrückt
- 8 23,15 NA: ohne „morgen“
- 9 23,20 NA: als beabsichtigte er
- 10 23,30 mellein esesthai
- 11 23,30 NA (mit wenigen griech. Hss): ohne „Lebe wohl!“