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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 18

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Nach diesem verließ Paulus Athen und ging nach Korinth.
2Und er traf einen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus stammend, der kürzlich aus Italien gekommen war, und seine Frau Priszilla, weil Klaudius angeordnet hatte1, dass alle Juden Rom zu verlassen hätten; und er kam zu ihnen,
3und weil er vom gleichen Handwerk war, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren dem Handwerk nach nämlich Zeltmacher.
4Er unterredete sich nun jeden Sabbat in der Synagoge und überzeugte ‹o.: suchte zu überzeugen›2 sowohl Juden als auch Griechen.
5Als [dann] beide, Silas und Timotheus, von Mazedonien herabkamen, wurde Paulus [wiederholt] durch den Geist ‹o.: kraft des Geistes; o.: [im] Geist›3 gedrängt, und mit Nachdruck bezeugte er den Juden den Gesalbten, Jesus.
6Als sie sich aber dagegen auflehnten und lästerten, schüttelte er seine Gewänder aus und sagte zu ihnen: „Euer Blut auf euer Haupt! Ich [bin] rein. Von jetzt an werde ich zu den Völkern ‹o.: denen aus den Völkern› gehen.“
7Und er ging von dort fort und kam in das Haus von einem namens Justus4, der Gott in Ehrfurcht hielt, dessen Haus an die Synagoge grenzte.
8Krispus nun, der Synagogenvorsteher, glaubte5 an den Herrn, zusammen mit seinem ganzen Hause, und viele der Korinther, die [zu]­hörten, glaubten6 und wurden getauft ‹o.: ließen sich taufen›.
9Es sagte nun der Herr durch ein ‹o.: in Verbindung mit einem; über ein›7 Gesicht bei Nacht zu Paulus: „Fürchte dich nicht [länger]8, sondern rede [weiterhin]9 und schweige nicht,
10 deshalb, weil ich mit dir bin. Und niemand wird [die Hand] an dich legen, dich übel zu behandeln, deshalb, weil ich viel Volk in dieser Stadt habe.“
11 Und er ließ sich nieder, ein Jahr und sechs Monate, unter ihnen das Wort Gottes lehrend.
12 Als [dann] Gallio Prokonsul von Achaia war,10 traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und brachten ihn vor den Richterstuhl.
13 Sie sagten: „Dieser überredet die Menschen, Gott dem Gesetz zuwider zu verehren!“
14 Als Paulus sich nun anschickte, den Mund aufzutun, sagte Gallio zu den Juden: „Wenn es nun irgendeine Ungerechtigkeit oder ein böses Verbrechen wäre, o Juden, hätte ich euch vernünftigerweise ‹o.: mit Recht; o.: selbstverständlich› angenommen ‹o.: ertragen; zugelassen›.
15 Ist es aber eine Streitfrage über ein Wort und [über] Namen und Gesetz unter euch, müsst11 ihr selbst zusehen, denn ich habe nicht die Absicht, über diese [Dinge] Richter zu sein.“
16 Und er trieb sie vom Richterstuhl fort.
17 Aber all die Griechen12 fassten Sosthenes, den Synagogenvorsteher, [nahmen ihn] mit sich und schlugen ihn vor dem Richterstuhl. Und Gallio machte keine Anstalten13, [etwas] zu [tun] in irgendeiner [Sache] von diesem.14
18 Nachdem Paulus noch beträchtlich [viele] Tage dageblieben war ‹o.: ausgeharrt hatte›, nahm er Abschied ‹eig.: machte er sich los› von den Brüdern und fuhr [zu Schiff] in Richtung Syrien, und mit ihm Priszilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchreä das Haupt geschoren hatte, denn er hatte ein Gelübde gehabt.
19 Er gelangte nun nach Ephesus und ließ jene dort zurück. Er selbst ging in die Synagoge und unterredete sich mit den Juden.
20 Als sie ihn ersuchten, auf längere Zeit bei ihnen zu bleiben, sagte er aber nicht zu,
21 sondern nahm Abschied von ihnen: „Ich muss auf jeden Fall das kommende Fest in Jerusalem halten.15 Ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will“, sagte er und fuhr von Ephesus ab.
22 Und nachdem er nach Cäsarea hinabgekommen und [nach Jerusalem] hinaufgezogen war und die Gemeinde gegrüßt hatte, zog er hinab nach Antiochia.
23 Und nachdem er eine gewisse Zeit zugebracht hatte, reiste er ab und durchzog nacheinander das galatische und phrygische Landgebiet und festigte all die Jünger.
24 Es kam nun nach Ephesus ein gewisser Jude mit Namen Apollos, ein Alexandrier von Geburt ‹o.: gemäß Herkunft›, ein redegewandter ‹und gelehrter› Mann, [der] stark war in den Schriften.
25 Dieser war unterwiesen [im] Weg des Herrn. Und glühend [im] Geist16 redete und lehrte er [jeweils] genau die [Dinge] bezüglich des Herrn17; bekannt [war ihm] nur die Taufe [des] Johannes.
26 Und dieser fing an, mit Freimütigkeit zu reden in der Synagoge. Als nun Aquila und Priszilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich, und sie setzten ihm den Weg Gottes mit [noch] größerer Genauigkeit auseinander.
27 Als er nun nach Achaja hinüberfahren18 wollte, machten [ihm] die Brüder Mut ‹o.: gaben die Brüder Antrieb dazu› und schrieben den Jüngern, ihn in Empfang zu nehmen ‹o.: willkommen zu heißen›. [Dort] angekommen, war er den gläubig Gewordenen eine vielfache Hilfe ‹, ein großer Beistand,› durch die ‹o.: kraft der; mittels der; in Verbindung mit der› Gnade,
28 denn mit Nachdruck widerlegte er gänzlich die Juden, öffentlich, wobei er durch die Schriften aufzeigte, dass Jesus der Gesalbte ist.

Fußnoten

  1. 1 18,2 zwischen Jan. 49 u. Jan. 50 n. Chr.
  2. 2 18,4 konativer Aorist
  3. 3 18,5 im Griech. bloßer Dativ – NA: durch das Wort
  4. 4 18,7 NA: Titius Justus
  5. 5 18,8 ingressiver Aorist: wurde gläubig; kam zum Glauben
  6. 6 18,8 ingressiver Aorist: wurden gläubig
  7. 7 18,9 dia
  8. 8 18,9 Imperativ Präsens durativ; o.: Höre auf, dich zu fürchten.
  9. 9 18,9 Imperativ Präsens durativ o. iterativ: fortwährend; weiter; stets; wiederholt
  10. 10 18,12 Anfang Juli 51 bis Ende Juni 52
  11. 11 18,15 o.: sollt; wörtl.: werdet; hier ein modales Futur
  12. 12 18,17 NA: Aber alle
  13. 13 18,17 o.: beabsichtigte nicht
  14. 14 18,17 NA: Und den Gallio kümmerte nichts von diesem.
  15. 15 18,21 NA: ohne Ich muss auf jeden Fall das kommende Fest in Jerusalem halten.“
  16. 16 18,25 o.: glühend, was [den] Geist betrifft,
  17. 17 18,25 NA: bezüglich Jesus
  18. 18 18,27 wörtl.: hinüberziehen; hier: zu Schiff, wie Mk 4,3 u. Lk 8,22