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Neues Testament

Apostelgeschichte Kapitel 21

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Als es soweit war, dass wir abfuhren, nachdem wir uns von ihnen losgerissen hatten, hielten wir geraden Kurs und kamen nach Kos, am nächsten [Tag] nach Rhodos und von dort nach Patara.
2Und als wir ein nach Phönizien hinüberfahrendes Schiff fanden, bestiegen wir [es] und fuhren aus.
3Nachdem wir Zypern gesichtet und es links hatten liegen lassen, segelten wir Richtung Syrien. Und wir kamen nach Tyrus hinab, denn dorthin war das Schiff zum Abladen der Fracht [unterwegs].
4Und als wir Jünger1 gefunden hatten, verblieben wir dort sieben Tage. Diese sagten [wiederholt]2 dem Paulus durch den Geist ‹o.: auf Veranlassung des Geistes hin›, er solle nicht hinauf nach Jerusalem gehen.
5Als es aber so weit war, dass wir die Tage vollendet hatten3, brachen wir auf und zogen fort, wobei sie uns alle mit Frauen und Kindern bis vor die Stadt hinausgeleiteten. Und wir beugten am Strand die Knie und beteten.
6Und als wir uns voneinander verabschiedet hatten, stiegen wir in das Schiff. Und jene kehrten in das Ihrige.
7Wir nun, nachdem wir die Schiffsreise von Tyrus ‹fortgesetzt und› vollendet hatten, gelangten nach Ptolemais. Und wir begrüßten dort die Brüder und blieben einen Tag bei ihnen.
8Am folgenden [Tag] zogen die um Paulus aus4 und kamen nach Cäsarea. Und wir gingen in das Haus des Philippus, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und wir blieben bei ihm.
9Dieser hatte vier prophezeiende ‹o.: prophetisch redende› Töchter, Jungfrauen.
10 Als wir nun mehrere Tage verblieben, kam von Judäa herab ein gewisser Prophet namens Agabus,
11 und er kam zu uns ‹, trat zu uns,› und nahm den Gürtel des Paulus, band seine Füße und Hände5 und sagte: „Dies sagt der Heilige Geist: Den Mann, dem dieser Gürtel gehört, werden die Juden in Jerusalem so binden und in die Hände der Völker ‹o.: Heiden› ausliefern.“
12 Als wir nun diese [Dinge] hörten, riefen wir und auch die Einheimischen ihm [mehrmals] bittend zu, nicht nach Jerusalem hinaufzugehen.
13 Und Paulus antwortete6: „Was macht ihr, dass ihr weint und mir das Herz zermürbt? Denn ich bin bereit, nicht nur gebunden zu werden, sondern auch zu sterben in Jerusalem – für den Namen ‹o.: wegen des Namens›7 des Herrn, Jesu.“
14 Als er sich aber nicht überreden ließ, wurden wir still und sagten: „Der Wille des Herrn soll geschehen.“
15 Nach diesen Tagen machten wir uns reisefertig ‹eig.: rüsteten wir uns› und zogen hinauf nach Jerusalem.
16 Es gingen auch welche von den Jüngern von Cäsarea mit uns. Und sie führten [uns] zu einem gewissen Mnason, bei dem wir zu Gast sein sollten, einem Zyprier, einem alten Jünger.
17 Als wir nun nach Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder freudig auf.
18 Am [Tag] darauf ging Paulus mit uns zu Jakobus. Auch alle Ältesten stellten sich ein.
19 Und nachdem er sie gegrüßt hatte, erzählte er eins nach dem andern, was Gott unter den Völkern ‹, den Heiden,› durch seinen Dienst getan hatte.
20 Sie nun, als sie es hörten, verherrlichten den Herrn8. Und sie sagten zu ihm: „Du [kannst] sehen, Bruder, wie viele Myriaden ‹o.: Zehntausende› von Juden es sind, die gläubig geworden sind ‹und glauben›9; und alle sind Eiferer für das Gesetz ‹, Gesetzeseiferer›.
21 Sie wurden aber über dich unterwiesen, du würdest all den Juden, [die] unter den Völkern ‹, den Heiden,› [leben], Abfall von Mose lehren [und] sagen, sie sollten [ihre] Kinder nicht beschneiden und nicht nach den Bräuchen ‹, [überlieferten] Sitten,› wandeln.
22 Was ist also? Jedenfalls: eine Menge muss zusammenkommen!10 Sie werden nämlich hören, dass du gekommen bist.
23 Tu also dieses, was wir dir sagen: Es sind bei uns vier Männer, die ein Gelübde auf sich haben.
24 Diese nimm zu dir und reinige ‹und weihe› dich, zusammen mit ihnen, und übernimm die Ausgaben für sie, damit sie sich das Haupt kahl scheren und alle zur Kenntnis nehmen mögen, dass an dem nichts ist, wovon sie über dich unterwiesen wurden, sondern dass du auch selbst dich [nach den Grundlagen] ausrichtest11, indem du das Gesetz bewahrst ‹und befolgst›.
25 Was aber die gläubig Gewordenen [aus den] Völker[n] betrifft: Wir teilten [ihnen ja] brieflich mit und urteilten, dass sie nichts dergleichen zu halten hätten, als nur, dass sie sich hüten sollten vor der Götzenopfer[speise] ‹eig.: von dem den Götzen Geopferten› und auch vor Blut und Ersticktem und [vor] Unzucht.“
26 Daraufhin nahm Paulus die Männer zu sich, und am nächsten Tag, nachdem er sich mit ihnen gereinigt ‹und geweiht› hatte, ging er in die Tempelstätte und zeigte die vollständige Erfüllung der Tage der Reinigung ‹und Weihung› an, bis [schließlich] für einen jeden von ihnen das Opfer dargebracht würde.
27 Als die sieben Tage im Begriff waren, vollendet zu werden, brachten die Juden aus Asia, die ihn in der Tempelstätte beobachtet hatten, die ganze Menge in Verwirrung ‹und Aufregung› und legten die Hände an ihn,
28 schreiend: „Männer, Israeliten! Helft! Dieser ist der Mensch, der alle überall gegen das Volk und das Gesetz und diese Stätte lehrt. Und überdies hat er auch Griechen in die Tempelstätte geführt und diese heilige Stätte gemein gemacht ‹d. h.: allgemein zugänglich gemacht [und somit verunreinigt]›.“
29 Sie hatten nämlich vorher den Epheser Trophimus mit ihm in der Stadt gesehen, von dem sie meinten, Paulus hätte ihn in die Tempelstätte hineingeführt.
30 Und die ganze Stadt geriet in Bewegung, und es entstand ein Volksauflauf. Und sie fassten Paulus ‹, nahmen ihn mit,› und zerrten ihn zur Tempelstätte hinaus. Und sogleich wurden die Türen verschlossen.
31 Als sie ihn nun zu töten suchten, kam Nachricht zum Chiliarchen ‹, zum Tausendschaftsführer,› der Kohorte12 hinauf, dass ganz Jerusalem in Verwirrung ‹und Aufregung› sei.
32 Der nahm sofort Soldaten und Zenturionen ‹, Hundertschaftsführer,› zu sich und lief zu ihnen hinunter. Als sie den Chiliarchen und die Soldaten sahen, hörten sie auf, auf Paulus einzuschlagen.
33 Dann näherte sich der Chiliarch, fasste ihn und befahl, ihn mit zwei Ketten zu binden. Und er erkundigte sich, wer er sei und was er getan habe.
34 Die einen in der Menge riefen dieses, die anderen jenes. Da er wegen des Tumults nichts Gewisses erfahren konnte, befahl er, ihn ins [befestigte] Heerlager ‹, in die Kaserne,›13 zu führen.
35 Als er nun an den Stufenaufgang kam, ereignete es sich, dass er wegen der Gewalt der Menge von den Soldaten getragen wurde.
36 Es folgte nämlich die Menge des Volks nach, schreiend14: „Weg mit ihm!“ ‹eig.: Beseitige ihn!›
37 Als Paulus eben im Begriff stand, ins Heerlager ‹, in die Kaserne,› hineingebracht zu werden, sagt er zum Chiliarchen: „Ist es mir gestattet, dir etwas zu sagen?“ Er sagte: „Du verstehst Griechisch?
38 Dann bist du nicht der Ägypter, der vor diesen Tagen die viertausend Mann der Sikarier ‹, Dolchträger,›15 aufwiegelte und in die Wüste hinausführte?“
39 Paulus sagte: „Ich bin nämlich ein jüdischer Mensch, [aus] Tarsus in Zilizien, Bürger einer nicht unangesehenen Stadt. Ich bitte dich sehr, erlaube mir, zum Volk zu reden.“
40 Als er es erlaubte, machte Paulus, auf den Stufen stehend, mit der Hand dem Volk ein Zeichen. Und als große Stille eingetreten war, redete er [sie] in der hebräischen Mundart an; er sagte:

Fußnoten

  1. 1 21,4 NA: die Jünger
  2. 2 21,4 Imperfekt iterativ
  3. 3 21,5 eksartisai bed. auch: zurüsten, befrachten
  4. 4 21,8 NA: zogen wir aus
  5. 5 21,11 NA: band sich die Füße und die Hände
  6. 6 21,13 NA: Dann antwortete Paulus
  7. 7 21,13 hyper
  8. 8 21,20 NA: Gott
  9. 9 21,20 Perfekt resultativ, das Ergebnis der Handlung anzeigend
  10. 10 21,22 NA: Zweifellos werden sie hören, dass du gekommen bist. (ohne eine Menge muss zusammenkommen)
  11. 11 21,24 o.: nach den grundlegenden Elementen lebst; das Verb stoichein (s. a. Röm 4,12; Gal 5,25; 6,16; Phil 3,16) hängt zusammen mit stoicheia (die grundlegenden Elemente; Gal 4,3.9; Kol 2,8; 2,20; Hebr 5,12; 2Petr 3,10.12)
  12. 12 21,31 Eine Kohorte (lat. cohors; griech. speira) ist der zehnte Teil einer Legion, 300–600 Mann; es kann auch eine Truppe anderer Größe gemeint sein.
  13. 13 21,34 Die Kaserne war im Gebäudebereich der Burg Antonia.
  14. 14 21,36 Partizip Präsens durativ o. iterativ: fortwährend o. wiederholt schreiend
  15. 15 21,38 eine jüdische anti-römische Aufstandsgruppe