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Neues Testament

Matthäus Kapitel 11

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und es geschah, als Jesus geendet hatte, seinen zwölf Jüngern Anordnung zu geben, ging er von dort fort, zu lehren und zu verkünden in ihren Städten.
2Als Johannes im Gefängnisgebäude von den Taten ‹und Werken› des Gesalbten hörte, schickte er zwei seiner Jünger1
3und sagte zu ihm: „Bist du der Kommende ‹o.: der kommen soll›2, oder sollen wir auf einen anderen warten?“
4Und Jesus antwortete ihnen: „Geht hin und gebt Johannes Bericht von dem, was ihr hört und seht:
5Blinde sehen wieder und Gelähmte wandeln einher. Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören. Tote werden [auf]­erweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt.
6Und selig ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt [und so zu Fall kommt]!“
7Als die hingingen, fing Jesus an, zu den Mengen über Johannes zu sprechen: „Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste, [euch] anzusehen? Ein Schilfrohr, vom Wind ins Wanken versetzt?
8Was sonst seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Menschen, in weiche Obergewänder gekleidet? Siehe: Die, die die weichen [Obergewänder] tragen, sind in den Häusern der Könige.
9Was sonst seid ihr hinausgegangen, zu sehen? Einen Propheten? Ja, sage ich euch, und reichlich mehr als einen Propheten;
10 denn dieser ist es, über den geschrieben ist: ‘Siehe!, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird!’ (Mal 3,1)
11 Wahrlich!, ich sage euch: Es ist unter von Frauen Geborenen nicht ein Größerer erweckt worden als Johannes der Täufer. Aber der Kleinste3 in der Königsherrschaft ‹, im Königreich,› der Himmel ist größer als er.
12 Von den Tagen Johannes des Täufers bis jetzt bricht sich die Königsherrschaft der Himmel mit Gewalt Bahn, und die, die Gewalt anlegen, reißen ‹und rauben, raffen,› es [an sich];
13 denn alle Propheten und das Gesetz prophezeiten bis hin zu Johannes.
14 Und, wenn ihr es annehmen wollt, er ist Elia, der sich anschickt zu kommen.
15 Wer Ohren zu[m] Hören hat, höre [immerfort]!
16 Womit werde ich dieses Geschlecht ‹o.: diese Generation›4 vergleichen? Es ist kleinen Kindern gleich, die auf den Marktplätzen sitzen und ihren Gefährten zurufen
17 und sagen: ‘Wir flöteten euch, und ihr tanztet nicht. Wir sangen euch Klagelieder, und ihr wehklagtet nicht ‹und schlugt euch nicht an die Brust›.’
18 Denn es kam Johannes, aß nicht und trank nicht, und sie sagen: ‘Er hat einen Dämon.’
19 Es kam der Sohn des Menschen, essend und trinkend, und sie sagen: ‘Siehe!, ein Mensch, [der] ein Fresser [ist] und ein Weinsäufer, ein Freund von Zolleinnehmern und Sündern.’ Und es wurde die Weisheit gerechtfertigt von Seiten ihrer Kinder.“5
20 Dann fing er an, den Städten, in denen seine meisten Krafttaten geschehen waren, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße taten:
21 „Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida!, denn, wenn in Tyrus und Sidon die Krafttaten geschehen wären, die bei ‹und unter› euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Buße getan.
22 Doch ich sage euch: Für Tyrus und Sidon wird es erträglicher sein am Tag [des] Gerichts als [für] euch.
23 Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht wurdest: Bis zu[m] Hades ‹, zum Bereich der Toten,› wirst du hinabgestoßen werden!, denn wenn in Sodom die Krafttaten geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis zum heutigen Tag.
24 Doch ich sage euch: Für [das] Land [der] Sodomer wird es erträglicher sein am Tag [des] Gerichts als für dich.“
25 Zu jenem Zeitpunkt antwortete Jesus und sagte: „Ich bekenne dir [das Lob], Vater, Herr des Himmels und des Landes, weil du diese [Dinge] vor Weisen und Verständigen verbargst und sie Unmündigen enthülltest.
26 Ja, Vater! – weil es so Wohlgefallen vor dir wurde.“
27 „Alles wurde mir übergeben von meinem Vater, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und wem immer [ihn] der Sohn enthüllen will.
28 Auf, kommt her zu mir, alle, die ihr euch abmüht ‹o.: schwer arbeitet› und beladen seid!, und ich werde euch Ruhe verschaffen ‹, zur Ruhe bringen, erquicken, erfrischen›.
29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt [beständig]6 von mir!, denn ich bin sanftmütig – und von Herzen demütig, und ‘ihr werdet Ruhe ‹o.: Rast, Erquickung, Erfrischung› finden für eure Seelen’, (Jer 6,16)
30 denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Fußnoten

  1. 1 11,2 NA: schickte er durch seine Jünger
  2. 2 11,3 d. h.: der, von dem vorausgesagt war, dass er kommen werde; Partizip Präsens mit Zukunftsbedeutung; wie Mt 23,39; Joh 6,14; 11,27
  3. 3 11,11 wörtl.: der Kleinere; Komparativ häufig i. S. v. Superlativ
  4. 4 11,16 genea; gemeint ist das Geschlecht der jüdischen Zeitgenossen Jesu
  5. 5 11,19 NA: Und es wurde die Weisheit gerechtfertigt aus ihren Taten.
  6. 6 11,29 Imperativ Präsens durativ: lernt stets [wie Jünger lernen]; mathete