Neues Testament
Matthäus Kapitel 26
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Und es geschah, als Jesus alle diese Worte beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern:
2„Ihr wisst, dass nach zwei Tagen das Passa stattfindet. Und der Sohn des Menschen wird ausgeliefert, um gekreuzigt zu werden.“
3Dann kamen zusammen die Hohenpriester und die Schriftgelehrten1 und die Ältesten des Volkes in den Hof ‹, in den Palast, das Gerichtshaus,› des Hohenpriesters, der Kajaphas hieß,
4und sie beratschlagten miteinander ‹und fassten den Beschluss, dahingehend›, dass sie Jesus mit List griffen und töteten.
5Sie sagten aber: „Nicht am Fest, damit nicht ein Tumult entstehe unter dem Volk.“
6Als Jesus in Bethanien angelangt war, im Haus Simons, des Aussätzigen,
7trat eine Frau zu ihm hinzu, die ein Alabaster[fläschchen] mit sehr kostbarem Salböl hatte, und sie goss es über sein Haupt, als er [zu Tisch] lag.
8Als seine Jünger es aber sahen, wurden sie unwillig und sagten: „Wozu diese Vergeudung ‹, dieses Umkommen›?
9Dieses Salböl hätte ja um viel [Geld] verkauft und [den] Armen gegeben werden können.“
10 Aber Jesus war [davon] in Kenntnis und sagte zu ihnen: „Was bereitet ihr der Frau Mühe? Denn sie hat eine edle Tat an mir getan.
11 Die Armen habt ihr ja allezeit bei euch, mich habt ihr aber nicht allezeit.
12 Dass sie dieses Salböl über meinen Leib goss, [das] tat sie nämlich, um mich [zur Bestattung] einzubalsamieren.
13 Wahrlich!, ich sage euch: Wo auch immer dieses Evangelium ‹, diese gute Botschaft,› verkündet wird, in der ganzen Welt, wird auch von dem geredet werden, was diese tat, zu ihrem Gedächtnis.“
14 Daraufhin ging einer der Zwölf, genannt Judas Iskariot, zu den Hohenpriestern
15 und sagte: „Was wollt ihr mir geben?, und ich werde ihn euch ausliefern.“ Sie nun setzten ihm dreißig Silber[stücke] fest.
16 Und von da an suchte er einen gelegenen Zeitpunkt, damit er ihn ausliefern [könnte].
17 Am ersten [Tag] der ungesäuerten [Brote] traten die Jünger zu Jesus; sie sagten zu ihm: „Wo willst du, dass wir dir das Passah zu essen bereiten?“
18 Er sagte: „Geht in die Stadt, hin zu dem und dem, und sagt zu ihm: ‘Der Lehrer sagt: Mein [bestimmter] Zeitpunkt ist nahe. Bei dir halte ich das Passa mit meinen Jüngern.’“
19 Und die Jünger taten, wie Jesus ihnen angeordnet hatte, und bereiteten das Passa.
20 Als [es] nun Abend geworden [war], lag er mit den Zwölf [zu Tisch].
21 Und als sie aßen, sagte er: „Wahrlich!, ich sage euch: Einer von euch wird mich ‹verraten und› ausliefern.“
22 Und sie wurden sehr traurig und begannen, ein jeder von ihnen, zu ihm zu sagen: „Bin’s doch nicht etwa ich, Herr?“
23 Er antwortete: „Der, der mit mir die Hand in der Schüssel eingetaucht hatte, der wird mich ausliefern.
24 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben ist, Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen ausgeliefert wird! Es wäre besser ‹eig.: edel; schön› für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren worden wäre.“
25 Judas nun, der ihn Ausliefernde ‹o.: der ihn [schließlich] ausliefern würde›2, antwortete: „Bin’s doch nicht etwa ich, Rabbi?“ Er sagt zu ihm: „Du sagtest [es].“
26 Während sie nun aßen, nahm Jesus das Brot3, lobte ‹, sagte den Segensspruch›, brach und gab den Jüngern und sagte: „Nehmt, esst. Dieses ist4 mein Leib!“
27 Und er nahm den Becher und dankte und gab ihnen und sagte: „Trinkt alle davon,
28 denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes5, das für ‹o.: im Blick auf›6 viele vergossen wird zu[r] Vergebung7 [der] Sünden.
29 Ich sage euch aber, dass ich keinesfalls, von jetzt an, vom diesem Erzeugnis des Weinstocks trinken werde, bis zu jenem Tag, da ich es neu mit euch trinke in der Königsherrschaft ‹, im Königreich,› meines Vaters.“
30 Und als sie Lob gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
31 Dann sagt Jesus zu ihnen: „Ihr alle werdet in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen ‹und zu Fall kommen›, denn es ist geschrieben: ‘Ich werde den Hirten schlagen, und es werden zerstreut werden die Schafe der Herde.’ (Sach 13,7)
32 Aber nachdem ich [auf]erweckt sein werde, werde ich euch voran nach Galiläa gehen.“
33 Petrus antwortete ihm: „Wenn alle an dir Anstoß nehmen ‹und zu Fall kommen› werden, werde ich aber keinesfalls Anstoß nehmen!“
34 Jesus sagte zu ihm: „Wahrlich!, ich sage dir: In dieser Nacht wirst du, ehe ein Hahn kräht, mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›.“
35 Petrus sagt zu ihm: „Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich keinesfalls verleugnen.“ Ebenso sagten auch alle Jünger.
36 Dann kommt Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, genannt Gethsemane8, und er sagt zu den Jüngern: „Setzt euch hier, während ich weggehe und [bis ich] dort gebetet habe.“
37 Und er nahm Petrus und die zwei Söhne [des] Zebedäus mit sich und fing an, traurig zu werden und in [ängstlicher] Unruhe zu sein.
38 Dann sagt Jesus9 zu ihnen: „Meine Seele ist tieftraurig, bis an den Tod. Bleibt hier und wacht [anhaltend] mit mir!“
39 Und er ging ein wenig vor, fiel nieder auf sein Angesicht, betend: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Becher an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du [willst]!“
40 Und er kommt zu den Jüngern hin und findet sie schlafend. Und er sagt zu Petrus: „So! Wart ihr nicht imstande, eine Stunde mit mir zu wachen?
41 Wacht [stets] und betet [beharrlich]!, damit ihr nicht in ‹Prüfung und› Versuchung hineinkommt. Der Geist ist willig, ja, das Fleisch aber schwach.“
42 Und wieder, zum zweiten Mal, ging er hin und betete. Er sagte: „Mein Vater, wenn dieser Becher nicht an mir vorübergehen kann, außer, dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.“
43 Und er kommt, findet10 sie wieder schlafend, es waren ihnen die Augen nämlich schwer geworden.
44 Und er ließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Mal; er sagte11 dasselbe Wort.
45 Dann kommt er hin zu seinen Jüngern und sagt zu ihnen: „Ihr schlaft vollends und ruht euch aus!“ „Siehe!, die Stunde ist nahe gekommen, und der Sohn des Menschen wird in die Hände von Sündern ausgeliefert.
46 Erhebt euch! Lasst uns gehen! Siehe!, der mich Ausliefernde ‹o.: Der, der mich ausliefern wird,›12 ist nahe gekommen.“
47 Und während er noch redete, siehe!, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine zahlreiche Menge, mit Schwertern und Holz[stöcken], von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her.
48 Der ihn Ausliefernde aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: „Der, den ich küsse, der ist’s. Den greift!“
49 Und sogleich ging er hin zu Jesus und sagte: „Freue dich ‹, sei gegrüßt›, Rabbi!“ und küsste ihn sehr.
50 Aber Jesus sagte zu ihm: „Gefährte, für was bist du hergekommen?13“ Dann traten sie heran, legten die Hände an Jesus und griffen ihn.
51 Und siehe!, einer von denen, [die] mit Jesus [waren], streckte die Hand aus, riss sein Schwert heraus und schlug nach dem Sklaven des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
52 Da sagt Jesus zu ihm: „Stecke dein Schwert an seinen Platz!, denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen.
53 Oder meinst du, ich kann nicht meinen Vater jetzt14 bittend aufrufen, und er wird mir15 mehr als zwölf Legionen Boten ‹, Engel,› bereitstellen?
54 Wie würden denn die Schriften erfüllt, dass es so geschehen muss?“
55 In jener Stunde sagte Jesus zu den Mengen: „Wie gegen einen Räuber zogt ihr aus, mit Schwertern und Holz[stöcken], um mich festzunehmen. Täglich saß ich bei euch, lehrend, in der Tempelstätte, und ihr ergrifft mich nicht.
56 Aber dieses Ganze geschah, damit die Schriften der Propheten erfüllt werden.“ Dann verließen ihn die Jünger alle und flohen.
57 Die Jesus ergriffen hatten, führten ihn ab, hin zu Kajaphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten zusammengekommen waren.
58 Petrus nun folgte ihm von ferne bis zum Hof ‹, zum Palast,› des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den verantwortlichen Dienern, um das Ende zu sehen.
59 Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, auf dass sie ihn zu Tode brächten.
60 Und sie fanden keines. Auch nachdem viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie keines.
61 Zuletzt traten zwei falsche Zeugen herbei und sagten: „Dieser hat gesagt: ‘Ich kann das Tempelheiligtum Gottes abreißen und binnen drei Tagen wieder [auf]bauen.’“
62 Und der Hohepriester stand auf und sagte zu ihm: „Du antwortest nichts? Was zeugen diese gegen dich?“
63 Aber Jesus [blieb] schweigend. Und der Hohepriester antwortete ihm: „Ich beschwöre dich bei dem lebenden Gott, dass du uns sagst, ob du der Gesalbte bist, der Sohn Gottes!“
64 Jesus sagt zu ihm: „Du sagtest [es]. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sehen, sitzend zu[r] Rechten der Kraft und kommend auf den Wolken des Himmels ‹o.: sehen als den zu[r] Rechten der Kraft Sitzenden und auf den Wolken des Himmels Kommenden›.“
65 Da riss der Hohepriester seine Obergewänder entzwei, während er sagte: „Er hat gelästert! Was brauchen wir noch Zeugen? Sieh!, ihr habt jetzt seine Lästerung gehört.
66 Was meint ihr?“ Sie antworteten: „Er ist des Todes schuldig!“
67 Dann spuckten sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Andere ohrfeigten ihn
68 und sagten: „Prophezeie uns16, Gesalbter! Wer ist’s, der dich schlug?“
69 Petrus aber saß draußen im Hof. Und es trat eine gewisse Dienstmagd zu ihm hin und sagte: „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer.“
70 Aber er leugnete vor allen: „Ich weiß nicht, was du sagst.“
71 Als er in den Torausgang hinausgegangen war, sah ihn eine andere und sagt ihnen dort: „Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener17.“
72 Und wieder leugnete er, mit einem Eid: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“
73 Nach kurzem traten die Umstehenden herbei und sagten zu Petrus: „Wahrlich, auch du bist von ihnen, denn auch dein Reden macht dich offenbar.“
74 Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“ Und sogleich krähte [der] Hahn.
75 Und Petrus erinnerte sich an das von Jesus [gesprochene] Wort, das er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›.“ Und er ging nach draußen und weinte bitterlich.
2„Ihr wisst, dass nach zwei Tagen das Passa stattfindet. Und der Sohn des Menschen wird ausgeliefert, um gekreuzigt zu werden.“
3Dann kamen zusammen die Hohenpriester und die Schriftgelehrten1 und die Ältesten des Volkes in den Hof ‹, in den Palast, das Gerichtshaus,› des Hohenpriesters, der Kajaphas hieß,
4und sie beratschlagten miteinander ‹und fassten den Beschluss, dahingehend›, dass sie Jesus mit List griffen und töteten.
5Sie sagten aber: „Nicht am Fest, damit nicht ein Tumult entstehe unter dem Volk.“
6Als Jesus in Bethanien angelangt war, im Haus Simons, des Aussätzigen,
7trat eine Frau zu ihm hinzu, die ein Alabaster[fläschchen] mit sehr kostbarem Salböl hatte, und sie goss es über sein Haupt, als er [zu Tisch] lag.
8Als seine Jünger es aber sahen, wurden sie unwillig und sagten: „Wozu diese Vergeudung ‹, dieses Umkommen›?
9Dieses Salböl hätte ja um viel [Geld] verkauft und [den] Armen gegeben werden können.“
10 Aber Jesus war [davon] in Kenntnis und sagte zu ihnen: „Was bereitet ihr der Frau Mühe? Denn sie hat eine edle Tat an mir getan.
11 Die Armen habt ihr ja allezeit bei euch, mich habt ihr aber nicht allezeit.
12 Dass sie dieses Salböl über meinen Leib goss, [das] tat sie nämlich, um mich [zur Bestattung] einzubalsamieren.
13 Wahrlich!, ich sage euch: Wo auch immer dieses Evangelium ‹, diese gute Botschaft,› verkündet wird, in der ganzen Welt, wird auch von dem geredet werden, was diese tat, zu ihrem Gedächtnis.“
14 Daraufhin ging einer der Zwölf, genannt Judas Iskariot, zu den Hohenpriestern
15 und sagte: „Was wollt ihr mir geben?, und ich werde ihn euch ausliefern.“ Sie nun setzten ihm dreißig Silber[stücke] fest.
16 Und von da an suchte er einen gelegenen Zeitpunkt, damit er ihn ausliefern [könnte].
17 Am ersten [Tag] der ungesäuerten [Brote] traten die Jünger zu Jesus; sie sagten zu ihm: „Wo willst du, dass wir dir das Passah zu essen bereiten?“
18 Er sagte: „Geht in die Stadt, hin zu dem und dem, und sagt zu ihm: ‘Der Lehrer sagt: Mein [bestimmter] Zeitpunkt ist nahe. Bei dir halte ich das Passa mit meinen Jüngern.’“
19 Und die Jünger taten, wie Jesus ihnen angeordnet hatte, und bereiteten das Passa.
20 Als [es] nun Abend geworden [war], lag er mit den Zwölf [zu Tisch].
21 Und als sie aßen, sagte er: „Wahrlich!, ich sage euch: Einer von euch wird mich ‹verraten und› ausliefern.“
22 Und sie wurden sehr traurig und begannen, ein jeder von ihnen, zu ihm zu sagen: „Bin’s doch nicht etwa ich, Herr?“
23 Er antwortete: „Der, der mit mir die Hand in der Schüssel eingetaucht hatte, der wird mich ausliefern.
24 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben ist, Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen ausgeliefert wird! Es wäre besser ‹eig.: edel; schön› für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren worden wäre.“
25 Judas nun, der ihn Ausliefernde ‹o.: der ihn [schließlich] ausliefern würde›2, antwortete: „Bin’s doch nicht etwa ich, Rabbi?“ Er sagt zu ihm: „Du sagtest [es].“
26 Während sie nun aßen, nahm Jesus das Brot3, lobte ‹, sagte den Segensspruch›, brach und gab den Jüngern und sagte: „Nehmt, esst. Dieses ist4 mein Leib!“
27 Und er nahm den Becher und dankte und gab ihnen und sagte: „Trinkt alle davon,
28 denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes5, das für ‹o.: im Blick auf›6 viele vergossen wird zu[r] Vergebung7 [der] Sünden.
29 Ich sage euch aber, dass ich keinesfalls, von jetzt an, vom diesem Erzeugnis des Weinstocks trinken werde, bis zu jenem Tag, da ich es neu mit euch trinke in der Königsherrschaft ‹, im Königreich,› meines Vaters.“
30 Und als sie Lob gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
31 Dann sagt Jesus zu ihnen: „Ihr alle werdet in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen ‹und zu Fall kommen›, denn es ist geschrieben: ‘Ich werde den Hirten schlagen, und es werden zerstreut werden die Schafe der Herde.’ (Sach 13,7)
32 Aber nachdem ich [auf]erweckt sein werde, werde ich euch voran nach Galiläa gehen.“
33 Petrus antwortete ihm: „Wenn alle an dir Anstoß nehmen ‹und zu Fall kommen› werden, werde ich aber keinesfalls Anstoß nehmen!“
34 Jesus sagte zu ihm: „Wahrlich!, ich sage dir: In dieser Nacht wirst du, ehe ein Hahn kräht, mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›.“
35 Petrus sagt zu ihm: „Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich keinesfalls verleugnen.“ Ebenso sagten auch alle Jünger.
36 Dann kommt Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, genannt Gethsemane8, und er sagt zu den Jüngern: „Setzt euch hier, während ich weggehe und [bis ich] dort gebetet habe.“
37 Und er nahm Petrus und die zwei Söhne [des] Zebedäus mit sich und fing an, traurig zu werden und in [ängstlicher] Unruhe zu sein.
38 Dann sagt Jesus9 zu ihnen: „Meine Seele ist tieftraurig, bis an den Tod. Bleibt hier und wacht [anhaltend] mit mir!“
39 Und er ging ein wenig vor, fiel nieder auf sein Angesicht, betend: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Becher an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du [willst]!“
40 Und er kommt zu den Jüngern hin und findet sie schlafend. Und er sagt zu Petrus: „So! Wart ihr nicht imstande, eine Stunde mit mir zu wachen?
41 Wacht [stets] und betet [beharrlich]!, damit ihr nicht in ‹Prüfung und› Versuchung hineinkommt. Der Geist ist willig, ja, das Fleisch aber schwach.“
42 Und wieder, zum zweiten Mal, ging er hin und betete. Er sagte: „Mein Vater, wenn dieser Becher nicht an mir vorübergehen kann, außer, dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.“
43 Und er kommt, findet10 sie wieder schlafend, es waren ihnen die Augen nämlich schwer geworden.
44 Und er ließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Mal; er sagte11 dasselbe Wort.
45 Dann kommt er hin zu seinen Jüngern und sagt zu ihnen: „Ihr schlaft vollends und ruht euch aus!“ „Siehe!, die Stunde ist nahe gekommen, und der Sohn des Menschen wird in die Hände von Sündern ausgeliefert.
46 Erhebt euch! Lasst uns gehen! Siehe!, der mich Ausliefernde ‹o.: Der, der mich ausliefern wird,›12 ist nahe gekommen.“
47 Und während er noch redete, siehe!, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine zahlreiche Menge, mit Schwertern und Holz[stöcken], von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her.
48 Der ihn Ausliefernde aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: „Der, den ich küsse, der ist’s. Den greift!“
49 Und sogleich ging er hin zu Jesus und sagte: „Freue dich ‹, sei gegrüßt›, Rabbi!“ und küsste ihn sehr.
50 Aber Jesus sagte zu ihm: „Gefährte, für was bist du hergekommen?13“ Dann traten sie heran, legten die Hände an Jesus und griffen ihn.
51 Und siehe!, einer von denen, [die] mit Jesus [waren], streckte die Hand aus, riss sein Schwert heraus und schlug nach dem Sklaven des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
52 Da sagt Jesus zu ihm: „Stecke dein Schwert an seinen Platz!, denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen.
53 Oder meinst du, ich kann nicht meinen Vater jetzt14 bittend aufrufen, und er wird mir15 mehr als zwölf Legionen Boten ‹, Engel,› bereitstellen?
54 Wie würden denn die Schriften erfüllt, dass es so geschehen muss?“
55 In jener Stunde sagte Jesus zu den Mengen: „Wie gegen einen Räuber zogt ihr aus, mit Schwertern und Holz[stöcken], um mich festzunehmen. Täglich saß ich bei euch, lehrend, in der Tempelstätte, und ihr ergrifft mich nicht.
56 Aber dieses Ganze geschah, damit die Schriften der Propheten erfüllt werden.“ Dann verließen ihn die Jünger alle und flohen.
57 Die Jesus ergriffen hatten, führten ihn ab, hin zu Kajaphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten zusammengekommen waren.
58 Petrus nun folgte ihm von ferne bis zum Hof ‹, zum Palast,› des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den verantwortlichen Dienern, um das Ende zu sehen.
59 Aber die Hohenpriester und die Ältesten und der ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, auf dass sie ihn zu Tode brächten.
60 Und sie fanden keines. Auch nachdem viele falsche Zeugen herzutraten, fanden sie keines.
61 Zuletzt traten zwei falsche Zeugen herbei und sagten: „Dieser hat gesagt: ‘Ich kann das Tempelheiligtum Gottes abreißen und binnen drei Tagen wieder [auf]bauen.’“
62 Und der Hohepriester stand auf und sagte zu ihm: „Du antwortest nichts? Was zeugen diese gegen dich?“
63 Aber Jesus [blieb] schweigend. Und der Hohepriester antwortete ihm: „Ich beschwöre dich bei dem lebenden Gott, dass du uns sagst, ob du der Gesalbte bist, der Sohn Gottes!“
64 Jesus sagt zu ihm: „Du sagtest [es]. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sehen, sitzend zu[r] Rechten der Kraft und kommend auf den Wolken des Himmels ‹o.: sehen als den zu[r] Rechten der Kraft Sitzenden und auf den Wolken des Himmels Kommenden›.“
65 Da riss der Hohepriester seine Obergewänder entzwei, während er sagte: „Er hat gelästert! Was brauchen wir noch Zeugen? Sieh!, ihr habt jetzt seine Lästerung gehört.
66 Was meint ihr?“ Sie antworteten: „Er ist des Todes schuldig!“
67 Dann spuckten sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Andere ohrfeigten ihn
68 und sagten: „Prophezeie uns16, Gesalbter! Wer ist’s, der dich schlug?“
69 Petrus aber saß draußen im Hof. Und es trat eine gewisse Dienstmagd zu ihm hin und sagte: „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer.“
70 Aber er leugnete vor allen: „Ich weiß nicht, was du sagst.“
71 Als er in den Torausgang hinausgegangen war, sah ihn eine andere und sagt ihnen dort: „Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener17.“
72 Und wieder leugnete er, mit einem Eid: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“
73 Nach kurzem traten die Umstehenden herbei und sagten zu Petrus: „Wahrlich, auch du bist von ihnen, denn auch dein Reden macht dich offenbar.“
74 Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“ Und sogleich krähte [der] Hahn.
75 Und Petrus erinnerte sich an das von Jesus [gesprochene] Wort, das er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen ‹o.: verleugnet haben›.“ Und er ging nach draußen und weinte bitterlich.
Fußnoten
- 1 26,3 NA: ohne „und die Schriftgelehrten“
- 2 26,25 Partizip Präsens mit Zukunftsbedeutung; wie V. 28
- 3 26,26 NA: nahm Jesus Brot (ohne Artikel)
- 4 26,26 „ist“ =„bedeutet“, s. Lk 8,9; 22,20; Joh 10,6; 16,17; Apg 10,17; 17,20; 1Kor 10,16; Gal 4,25
- 5 26,28 NA: des Bundes
- 6 26,28 peri
- 7 26,28 eig.: Erlassung
- 8 26,36 bed.: „Ölkelter“
- 9 26,38 NA: er
- 10 26,43 NA: er kam , fand
- 11 26,44 NA: sagte wieder
- 12 26,46 Partizip Präsens mit Zukunftsbedeutung
- 13 26,50 o.: für was bist du da?; o.: für das bist du hergekommen?
- 14 26,53 NA: ohne „jetzt“
- 15 26,53 NA: mir sogleich
- 16 26,68 o.: Gib uns einen Prophetenspruch; Handle als Prophet!; propheeteuson
- 17 26,71 eig.: Nazoräer