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Neues Testament

Matthäus Kapitel 27

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Als es Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat ‹und fassten den Beschluss› gegen Jesus, ihn zu Tode zu bringen.
2Und sie banden ihn, führten ihn ab und lieferten ihn Pontius Pilatus, dem Statthalter, aus.
3Als Judas, der ihn Ausliefernde1, dann sah, dass er verurteilt worden war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silber[stücke] den Hohenpriestern und den Ältesten zurück
4und sagte: „Ich habe gesündigt – damit, dass ich schuldloses Blut auslieferte.“ Aber sie sagten: „Was [kommst du] zu uns? Sieh du zu!“
5Und er warf die Silber[stücke] im Tempelheiligtum hin, entwich ‹o.: zog sich zurück› und ging weg und erhängte sich.
6Die Hohenpriester aber nahmen die Silber[stücke] und sagten: „Es ist nicht gestattet, sie in den Korban ‹, den Tempelschatz,› zu werfen, weil es Blutpreis ist.“
7Sie hielten Rat ‹und fassten einen Beschluss› und kauften für [das Geld] das Feld des Töpfers als Begräbnisstätte für die Fremden.
8Darum wurde jenes Feld ‘Blutfeld’ genannt, bis heute.
9Da wurde erfüllt das durch Jeremia, den Propheten,2 Gesagte: „Und sie nahmen die dreißig Silber[stücke], den Preis des Geschätzten, den man geschätzt hat seitens der Söhne Israels,
10 und gaben sie für das Feld des Töpfers, wie mir der Herr angeordnet hat.“ (Sach 11,12.13)
11 Aber Jesus stand vor dem Statthalter, und der Statthalter befragte ihn: „Bist du der König der Juden?“ Jesus sagte zu ihm: „Du sagst es.“
12 Und als er von den Hohenpriestern und den Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.
13 Dann sagt Pilatus zu ihm: „Hörst du nicht, wieviel sie gegen dich zeugen?“
14 Und er antwortete ihm nicht, auch nicht auf eine einzige Aussage, sodass der Statthalter sich sehr wunderte.
15 An jedem Fest war der Statthalter gewohnt, der Menge einen [von den] Gefangenen ‹eig.: Gebundenen› freizulassen, den sie wollten.
16 Sie hatten damals einen berüchtigten Gefangenen ‹eig.: Gebundenen›, genannt Barabbas.3
17 Als sie nun zusammengekommen waren, sagte Pilatus zu ihnen: „Wen wollt ihr, dass ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, der ‘der Gesalbte’ genannt wird?“
18 Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid ausgeliefert hatten.
19 Während er auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und sagte: „Nichts [sei zwischen] dir und jenem Gerechten ‹o.: Habe nichts zu schaffen mit jenem Gerechten›! Ich habe nämlich heute im Traum viel gelitten seinetwegen.“
20 Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten die Mengen, dass sie um den Barabbas bitten sollten, Jesus aber umbrächten.
21 Der Statthalter antwortete ihnen: „Welchen von den Zweien wollt ihr, dass ich euch freilasse?“ Sie sagten: „Barabbas!“
22 Pilatus sagt zu ihnen: „Was soll ich also mit Jesus tun, der ‘Gesalbter’, genannt wird?“ Sie sagen alle zu ihm: „Er soll gekreuzigt werden!“
23 Der Statthalter sagte: „Was hat er denn Übles getan?“ Sie schrien aber über die Maßen: „Gekreuzigt soll er werden!“
24 Als Pilatus nun sah, dass es nichts nützte, sondern dass vielmehr ein Tumult entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor der Volksmenge die Hände; er sagte: „Ich bin schuldlos am Blut dieses Gerechten. Seht ihr zu!“4
25 Und das ganze Volk antwortete: „Sein Blut [komme] über uns und über unsere Kinder!“
26 Da ließ er ihnen Barabbas frei. Jesus aber geißelte und übergab er, dass er gekreuzigt werde.
27 Dann nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus zu sich in das Prätorium und sammelten um ihn die ganze Kohorte5.
28 Und sie zogen ihn aus und legten ihm einen scharlachroten Soldatenmantel6 um.
29 Sie flochten von Dornen einen Kranz ‹, eine Krone›, setzten ihn auf sein Haupt und [gaben ihm] einen Rohrstab in seine Rechte. Und vor ihm auf die Knie gefallen, verspotteten sie ihn, wobei sie sagten: „Freue dich ‹, sei gegrüßt›, König der Juden!“
30 Und sie spuckten auf ihn, nahmen den Rohrstab und schlugen [wiederholt] auf sein Haupt.
31 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Soldatenmantel aus und zogen ihm seine eigenen Obergewänder an. Und sie führten ihn ab, um [ihn] zu kreuzigen.
32 Und während sie hinausgingen, fanden sie einen Mann, einen Kyrenier, mit Namen Simon. Den zwangen sie, dass er ihm das Kreuz ‹eig.: den Pfahl› aufhebe ‹und trage›.
33 Und sie kamen an eine Stätte, genannt Golgotha – die wird ‘Schädelstätte’ genannt –,
34 und gaben ihm mit Galle vermischten sauren Wein zu trinken. Und als er [davon] gekostet hatte, wollte er nicht trinken.
35 Als sie ihn gekreuzigt hatten, warfen sie das Los und teilten seine Obergewänder unter sich.7
36 Und sie saßen und bewachten ihn dort.
37 Und sie befestigten, oben über seinem Haupt geschrieben, seine Anklage: „Dieser ist Jesus, der König der Juden.“
38 Dann werden zwei Räuber zusammen mit ihm gekreuzigt, einer zu[r] Rechten und einer zu[r] Linken.
39 Die Vorübergehenden lästerten ihn, ihre Köpfe schüttelnd;
40 sie sagten: „Der den Tempel Abreißende und in drei Tagen Aufbauende, rette dich selbst. Wenn du [der] Sohn Gottes bist, steig herab vom Kreuz8!“
41 Ebenso spotteten auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten:
42 „Andere rettete er. Sich selbst kann er nicht retten! Wenn er Israels König ist, soll er jetzt herabsteigen9 vom Kreuz, und wir werden ihm glauben.
43 Er hat auf Gott vertraut. Der soll ihn jetzt befreien ‹und herausreißen›, wenn er ihn will10, denn er sagte: ‘Ich bin [der] Sohn Gottes.’“
44 Auf dieselbe Weise schmähten ihn auch die mit ihm gekreuzigten Räuber.
45 Von der sechsten Stunde an kam ‹o.: wurde; entstand; geschah› eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.
46 Um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter ‹, großer› Stimme: „Eli, Eli, lemá sabachthani?“ – Das heißt: „Mein Gott! Mein Gott! Weshalb ‹o.: Wozu› hast du mich verlassen?“ –
47 Als einige von den dort Stehenden es hörten, sagten sie: „Dieser ruft Elia.“
48 Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit saurem Wein, tat ihn um einen Rohrstab und gab ihm zu trinken.
49 Die anderen sagten: „Lass [ab]! Wir wollen sehen, ob Elia kommt, ihn zu retten!“
50 Jesus aber, wieder mit großer Stimme geschrien habend, übergab den Geist ‹o.: ließ den Geist los›.
51 Und siehe!, der Vorhang des Tempelheiligtums wurde entzwei gerissen, in zwei [Stücke], von oben bis unten. Und das Land wurde erschüttert und die Felsen wurden gespalten;
52 und die Gräber wurden aufgetan; und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden [auf]­erweckt,
53 und, herausgehend ‹o.: herausgegangen seiend›11 aus den Gräbern, nach seiner Auferweckung kamen sie hinein in die heilige Stadt und machten sich vielen offenbar.
54 Als der Zenturio ‹, der Anführer der Hundertschaft,› und die, die mit ihm Jesus bewachten, das Beben und das Geschehene sahen, gerieten sie sehr in Furcht und sagten: „Wahrlich, dieser war Gottes Sohn!“
55 Es waren nun dort, von ferne zuschauend, viele Frauen, welche Jesus von Galiläa her gefolgt waren und ihm gedient hatten.
56 Unter denen Maria, die Magdalenerin, war und Maria, des Jakobus und Joses Mutter, und die Mutter der Söhne [des] Zebedäus.
57 Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mensch von Arimathäa, mit Namen Josef, der auch selbst ein Jünger Jesu geworden war.
58 Dieser ging zu Pilatus hin und bat um den Leib Jesu. Daraufhin befahl Pilatus, dass der Leib hergegeben werde.
59 Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in reines Leinen
60 und legte ihn in sein ganz neues Grab, das er im Felsen ausgehauen hatte. Und er wälzte einen großen Stein an die Tür des Grabes und ging weg.
61 Es waren nun dort Maria, die Magdalenerin, und die andere Maria; und sie saßen der Grabstätte gegenüber.
62 Am folgenden [Tag], welcher nach dem Rüsttag ist, kamen zusammen die Hohenpriester und die Pharisäer, hin zu Pilatus,
63 und sagten: „Herr, wir wurden erinnert, dass jener Irreführer, als er noch lebte, sagte: ‘Nach drei Tagen werde ich [auf]­erweckt.’
64 Gib also Befehl, dass die Grabstätte gesichert werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger nachts kommen, ihn stehlen und dem Volk sagen: ‘Er wurde von den Toten [auf]­erweckt’, und es wird die letzte Irreführung schlimmer als die erste.“
65 Pilatus sagte zu ihnen: „Ihr [sollt die] Wachen haben. Geht hin. Sichert [es], so gut ihr [es] wisst.“
66 Sie nun gingen hin, sicherten die Grabstätte, nachdem sie den Stein versiegelt hatten, mit der Wache.

Fußnoten

  1. 1 27,3 d. h.: der ihn auslieferte; Partizip Präsens mit Vergangenheitsbedeutung; wie in 2Joh 7
  2. 2 27,9 Der Bibelteil Nebiim („Die Propheten“), aus dem zit. wird, wurde u. a. nach dem längsten Buch im Bibelteil benannt, in diesem Fall „Jeremia“.
  3. 3 27,16 NA mit wenigen Hss: Jesus Barabbas; so a. V. 17
  4. 4 27,24 NA: am Blut von diesem.
  5. 5 27,27 lat. cohors; griech. speira, der zehnte Teil einer Legion, ca. 300–600 Mann; es kann auch eine Truppe anderer Größe gemeint sein
  6. 6 27,28 d. i.: einen Umwurf, den Legionäre trugen
  7. 7 27,35 So fast alle Hss. Der t. r. hat zusätzlich: damit erfüllt werde das von dem Propheten Gesagte: Sie teilten meine Obergewänder unter sich; und über mein Gewand warfen sie das Los.“
  8. 8 27,40 eig.: vom Pfahl; so a. i. Folg.
  9. 9 27,42 NA: Er ist Israels König: Er steige jetzt herab
  10. 10 27,43 Vgl. Ps 22,9 LXX
  11. 11 27,53 Partizip Aorist