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Neues Testament

Matthäus Kapitel 19

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Und es geschah, als Jesus diese Reden beendet hatte, begab er sich von Galiläa hinweg und kam in die Grenzgebiete Judäas jenseits des Jordans.
2Und es folgten ihm zahlreiche Mengen. Und er heilte sie dort.
3Und es kamen die Pharisäer zu ihm, und [ihn] versuchend ‹, ihn auf die Probe stellend,› sagten sie zu ihm: „Ist es einem Menschen gestattet, seine Frau aus jeder Ursache zu entlassen?“
4Er antwortete ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, dass der, der sie machte, sie von Anfang als einen Männlichen und eine Weibliche machte
5und sagte: ‘Deswegen wird ein Mensch den Vater und die Mutter verlassen, und er wird an seine Frau gefügt werden ‹o.: angeschlossen werden; wörtl.: geklebt werden›. Und es werden die zwei zu einem Fleisch’? (1Mo 2,24)
6So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was also Gott zusammenfügte ‹eig.: zusammenjochte›, soll ein Mensch nicht trennen.“
7Sie sagen zu ihm: „Warum gebot dann Mose, einen Scheidebrief zu geben und sie zu entlassen?“
8Er sagt zu ihnen: „Im Blick auf eure Herzenshärte erlaubte Mose es euch, eure Frauen zu entlassen. Vom Anfang her war es aber nicht so geschehen.
9Ich sage euch: Wer immer seine Frau entlässt, außer auf Unzucht1 hin, und eine andere heiratet, begeht Ehebruch, und der, der eine2 Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.“3
10 Seine Jünger sagen zu ihm: „Wenn die Sache des Menschen mit der Frau so ist, ist es nicht von Nutzen ‹, nicht förderlich,› zu heiraten.“
11 Er nun sagte zu ihnen: „Nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist:
12 Es gibt nämlich Eunuchen, welche von [Mutter]­schoß so geboren wurden, und es gibt Eunuchen, welche von den Menschen zu Eunuchen gemacht wurden, und es gibt Eunuchen, welche sich wegen der Königsherrschaft der Himmel selbst zu Eunuchen machten4. Wer es fassen kann, fasse es.“
13 Dann wurden Kindlein zu ihm hingebracht, damit er ihnen die Hände auflege und bete. Aber die Jünger geboten ihnen nachdrücklich.
14 Aber Jesus sagte: „Lasst die Kindlein, und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen, denn solcher ‹d. h.: denen, die von solcher Art sind,› ist die Königsherrschaft der Himmel.“
15 Und er legte ihnen die Hände auf und zog von dort [weg].
16 Und siehe!, einer kam herbei und sagte zu ihm: „Guter Lehrer, was sollte ich Gutes tun, damit ich ewiges ‹wörtl.: äonisches› Leben habe?“
17 Er aber sagte zu ihm: „Was nennst du mich gut? Niemand [ist] gut als nur einer: Gott.5 Willst du aber ins Leben eingehen, halte ‹und wahre› die Gebote.“
18 Er sagt zu ihm: „Welche?“ Jesus sagte: „Das: Du sollst nicht Mord begehen. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsches Zeugnis geben.
19 Ehre [stets] den Vater und die Mutter. (2Mo 20,12 ff) Und: Lieben sollst du deinen Nächsten ‹eig.: Nahen› wie dich selbst.“ (3Mo 19,18)
20 Der junge Mann sagt zu ihm: „Alles dieses habe ich bewahrt ‹und befolgt› von meiner Jugend an. Was mangelt mir noch?“
21 Jesus sagte zu ihm: „Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe deine Habe und gib [den] Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben. Und auf, komm!, folge mir [beständig]!“
22 Als der junge Mann das Wort hörte, ging er traurig weg, er hatte nämlich viele Besitztümer.
23 Jesus nun sagte zu seinen Jüngern: „Wahrlich!, ich sage euch: Schwerlich wird ein Reicher in die Königsherrschaft ‹, ins Königreich,› der Himmel eingehen.
24 Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgehe, als dass ein Reicher in die Königsherrschaft Gottes eingehe.“
25 Als seine Jünger [das] hörten, waren sie sehr bestürzt ‹und außer sich›; sie sagten: „Wer kann dann gerettet werden?“
26 Aber Jesus blickte sie an und sagte zu ihnen: „Bei Menschen ist das unmöglich, aber bei Gott [ist] alles möglich.“
27 Daraufhin antwortete ihm Petrus: „Siehe!, wir verließen alles und folgten dir. Was wird uns dann sein?“
28 Jesus sagte zu ihnen: „Wahrlich!, ich sage euch, die ihr mir gefolgt seid: In der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzt, [dann] werdet auch ihr auf zwölf Thronen sitzen, richtend die zwölf Stämme Israels.
29 Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau6 oder Kinder oder Höfe ‹und Felder› meines Namens wegen verließ, wird hundertfach empfangen und wird ewiges7 Leben erben.
30 Aber viele Erste werden Letzte sein und Letzte Erste [sein].

Fußnoten

  1. 1 19,9 d. h.: außereheliche Geschlechtsverbindung; kann auch den Ehebruch einschließen (4Mo 25,1; 2Kön 9,22; 2Ch 21,11; Jer 3,9; Hes 16,15–43; Hos 1,2; 2,7; 1Kor 10,8; 1Thes 4,3; Offb 14,8)
  2. 2 19,9 Im Griech. kann der bestimmte Artikel auch fehlen; es ist daher unklar, ob das Wort bestimmt oder unbestimmt ist.
  3. 3 19,9 NA: ohne und der, der eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.“
  4. 4 19,12 näml. durch Verzicht auf die Ehe und daher auf jeglichen geschlechtlichen Umgang
  5. 5 19,17 NA: Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute.
  6. 6 19,29 NA: ohne oder Frau
  7. 7 19,29 aioonios; äonisches