Zum Inhalt springen

Neues Testament

Matthäus Kapitel 20

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Denn die Königsherrschaft der Himmel ist gleich ‹o.: ähnlich› einem Menschen, einem Hausherrn, welcher gleich am frühen Morgen ausging, Arbeiter in seinen Weinberg einzustellen.
2Und nachdem er sich mit den Arbeitern auf einen Denar [für] den Tag geeinigt hatte, sandte er sie in seinen Weinberg.
3Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er auf dem Markt weitere untätig [da]­stehen.
4Und zu denen sagte er: ‘Geht auch ihr hin in den Weinberg, und was auch immer recht ist, werde ich euch geben.’
5Und sie gingen hin. Wieder ging er aus, um die sechste und um die neunte Stunde, und tat ebenso.
6Als er aber um die elfte Stunde ausging, fand er andere untätig stehen. Und er sagt zu ihnen: ‘Was seid ihr hier den ganzen Tag untätig [da]­gestanden?’
7Sie sagen zu ihm: ‘Weil niemand uns eingestellt hat.’ Er sagt zu ihnen: ‘Geht auch ihr hin in den Weinberg, und was auch immer recht ist, werdet ihr bekommen.’1
8Als es Abend geworden war, sagt der Herr des Weinberges zu seinem Verwalter: ‘Rufe die Arbeiter und erstatte ihnen den Lohn, angefangen von den Letzten bis hin zu den Ersten.’
9Und als die um die elfte Stunde [Eingestellten] kamen, bekamen sie je einen Denar.
10 Aber als die Ersten kamen, meinten sie, dass sie mehr bekommen würden. Und auch sie bekamen je einen Denar.
11 Als sie den bekamen, murrten sie gegen den Hausherrn,
12 sie sagten: ‘Diese Letzten machten eine Stunde, und du hast sie uns gleichgemacht, die wir die Last des Tages und die Hitze ertrugen.’
13 Er antwortete einem von ihnen: ‘Gefährte, ich tue dir nicht Unrecht. Hast du dich nicht mit mir auf einen Denar geeinigt?
14 Nimm das Deine und gehe. Ich will aber diesem Letzten geben wie auch dir.
15 Oder ist es mir nicht gestattet, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Ist etwa dein Auge böse2, weil ich gut bin?’
16 Auf diese Weise werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte [sein], denn viele sind gerufen, aber wenige erwählt3.“
17 Und als Jesus nach Jerusalem hinaufging, nahm er auf dem Weg die zwölf Jünger für sich [allein] und sagte zu ihnen:
18 „Siehe!, wir gehen hinauf nach Jerusalem. Und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden. Und sie werden ihn zu[m] Tod verurteilen.
19 Und sie werden ihn den Völkern ‹o.: denen aus den Völkern› ausliefern zum Verspotten und Geißeln und Kreuzigen. Und am dritten Tag wird er auferstehen.“
20 Dann kam die Mutter der Söhne [des] Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, huldigend und etwas von ihm erbittend.
21 Er sagte zu ihr: „Was wünschst du?“ Sie sagt zu ihm: „Sage, dass diese meine zwei Söhne, einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken, sitzen mögen in deiner Königsherrschaft.“
22 Aber Jesus antwortete: „Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr trinken den Becher, den ich im Begriff bin zu trinken, oder getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde?4“ Sie sagen ihm: „Wir können.“
23 Und er sagt zu ihnen: „In der Tat werdet ihr meinen Becher trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden5. Aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken, [das] zu vergeben, ist nicht meine [Sache], sondern [es ist] für die, denen es von meinem Vater bereitet ist.“
24 Und als die Zehn es hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder.
25 Aber Jesus rief sie heran und sagte: „Ihr wisst, dass die Oberen ‹, die Vorsteher,› der Völker6 sie beherrschen und die Großen Autorität über sie ausüben.
26 Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer irgend unter euch groß zu werden wünscht, sei euer Diener,
27 und wer irgend unter euch ein Erster zu sein wünscht, sei euer Sklave,
28 gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, bedient zu werden, sondern zu dienen und seine Seele ‹, sein Leben,› zu geben als Lösegeld für viele ‹o.: zugunsten vieler›7.“
29 Und als sie von Jericho auszogen, folgte ihm eine zahlreiche Menge.
30 Und siehe!, zwei Blinde, die am Weg saßen und hörten, dass Jesus vorüberziehe, schrien sie: „Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!“
31 Aber die Menge gebot ihnen nachdrücklich, dass sie schweigen sollten. Aber sie schrien8 [noch] mehr: „Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!“
32 Und Jesus blieb stehen, rief sie und sagte: „Was wünscht ihr, dass ich [für] euch tue?“
33 Sie sagen zu ihm: „Herr, dass unsere Augen aufgetan werden!“
34 Jesus, innerlich tief bewegt, rührte ihre Augen an. Und sogleich wurden ihre Augen wieder sehend. Und sie folgten ihm.

Fußnoten

  1. 1 20,7 NA: ohne und was auch immer recht ist, werdet ihr bekommen
  2. 2 20,15 s. Mk 7,22
  3. 3 20,16 NA (mit wenigen Hss): ohne denn viele sind gerufen, aber wenige erwählt
  4. 4 20,22 NA: ohne oder getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde
  5. 5 20,23 NA: ohne und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden
  6. 6 20,25 „Völker“ (ethnee, wie das heb. goj) oft allg. für „Menschen“
  7. 7 20,28 anti polloon
  8. 8 20,31 Imperfekt durativ o. iterativ