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Neues Testament

Matthäus Kapitel 15

Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026

1Dann kommen die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem zu Jesus, sagend:
2„Weshalb übertreten deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.“
3Er antwortete ihnen: „Weshalb übertretet auch ihr das Gebot Gottes wegen eurer Überlieferung?
4Gott gebot ja: ‘Ehre [stets] den Vater und die Mutter!’ und: ‘Wer von Vater oder Mutter übel redet, soll des Todes sterben ‹, soll gewisslich sterben›1.’ (2Mo 20,12; 21,17)
5Aber ihr sagt, wer irgend zum Vater oder zur Mutter sagen sollte: ‘Eine [Opfer]­gabe [ist], was irgend von mir dir zunutze wäre.’ Und [so] wird er seinen Vater oder seine Mutter2 gar nicht mehr ehren.
6Und eurer Überlieferung wegen habt ihr das Gebot3 Gottes außer Gültigkeit gesetzt.
7Schauspieler! ‹Heuchler!› Trefflich hat Jesaja über euch prophezeit, als er sagte:
8‘Dieses Volk naht sich mir mit seinem ‹wörtl.: mit ihrem› Munde und ehrt mich mit den Lippen4, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.
9Vergeblich5 verehren sie mich, da sie als Lehren Menschengebote lehren.’“ (Jes 29,13 LXX)
10 Und er rief die Menge herbei. Und sagte zu ihnen: „Hört und versteht!
11 Nicht das in den Mund Hineingehende macht den Menschen unrein, sondern das aus dem Mund Herausgehende, das macht den Menschen unrein.“
12 Dann traten seine Jünger hinzu und sagten zu ihm: „Weißt du, dass die Pharisäer, als sie das Wort hörten, [daran] Anstoß nahmen?“
13 Er antwortete: „Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht pflanzte, wird ausgerissen ‹und entwurzelt› werden.
14 Lasst sie! Blinde Leiter von Blinden sind sie. Wenn ein Blinder einen Blinden leitet, werden beide in die Grube fallen.“
15 Petrus antwortete ihm: „Deute uns dieses Gleichnis.“
16 Jesus sagte: „Seid auch ihr noch immer unverständig?
17 Begreift ihr noch6 nicht, dass alles in den Mund Hineingehende in den Bauch gelangt und in den Abort ausgeworfen wird?
18 Aber die aus dem Mund herausgehenden [Dinge] kommen aus dem Herzen hervor, und die machen den Menschen unrein;
19 denn aus dem Herzen kommen hervor böse Überlegungen, Morde, Ehebrüche, Unzuchtstaten, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen.
20 Diese [Dinge] sind es, die den Menschen unrein machen. Aber mit ungewaschenen Händen zu essen, macht den Menschen nicht unrein.“
21 Und Jesus ging aus von dort und entwich ‹, zog sich zurück,› in die [Land]­teile von Tyrus und Sidon.
22 Und siehe!, eine kanaanitische Frau, die aus jenen Grenzgebieten herkam, schrie zu ihm und sagte: „Erbarme dich meiner, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter wird übel dämonisiert ‹, dämonisch geplagt›!“
23 Aber er antwortete ihr kein Wort. Und seine Jünger traten hinzu und ersuchten ihn, sagten: „Entlasse sie, denn sie schreit hinter uns her!“
24 Er antwortete: „Ich wurde nicht gesandt, außer zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“
25 Aber sie kam und huldigte ihm und sagte: „Herr, hilf mir!“
26 Er antwortete: „Es ist nicht edel ‹und schön›, das Brot der Kinder wegzunehmen und den Hündchen hinzuwerfen.“
27 Sie sagte: „Ja, Herr, schließlich essen ja auch die Hündchen von den Krümeln, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“
28 Dann antwortete ihr Jesus: „O Frau, dein Glaube [ist] groß! Dir geschehe, wie du willst.“ Und ihre Tochter war von jener Stunde an geheilt.
29 Und Jesus ging von dort fort; und er ging am Meer ‹i. S. v.: am See› von Galiläa entlang; und als er den Berg hinaufgestiegen war, setzte er sich dort.
30 Und es kamen zu ihm zahlreiche Mengen, die Gelähmte, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sie ab zu den Füßen Jesu. Und er heilte sie,
31 sodass die Mengen sich wunderten, als sie sahen: Stumme redend, Krüppel gesund, Gelähmte umhergehend und Blinde sehend. Und sie verherrlichten den Gott Israels.
32 Jesus rief seine Jünger heran und sagte: „Ich bin innerlich tief bewegt über die Menge, weil sie schon drei Tage bei mir verharren, und sie haben nichts, was sie essen könnten. Und sie nüchtern entlassen will ich nicht, damit sie nicht etwa auf dem Weg verschmachten.“
33 Und seine Jünger sagen zu ihm: „Woher [wären] uns in der Einöde so viele Brote, um eine so große Menge zu sättigen?“
34 Und Jesus sagt zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie sagen: „Sieben – und wenige Fischlein.“
35 Und er befahl den Mengen7, sich auf die Erde zu lagern.
36 Und er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach und gab seinen8 Jüngern, die Jünger aber der Menge9.
37 Und sie aßen alle und wurden gesättigt. Und sie hoben das Übriggebliebene der Stücke auf: sieben Flechtkörbe voll.
38 Die, die aßen, waren viertausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
39 Und er entließ die Mengen, stieg in das Boot und kam in die Grenzgebiete [von] Magdala.10

Fußnoten

  1. 1 15,4 wörtl.: soll mit Tod sterben; ein Hebraismus (infinitivus absolutus) zur Betonung
  2. 2 15,5 NA: ohne oder seine Mutter
  3. 3 15,6 NA: Wort
  4. 4 15,8 NA: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen
  5. 5 15,9 der Mas. T. in Jes 29,13 hat „vergeblich“ nicht
  6. 6 15,17 NA: ohne noch
  7. 7 15,35 NA: der Menge
  8. 8 15,36 NA: den
  9. 9 15,36 NA: den Mengen
  10. 10 15,39 NA: von Magadan.