Neues Testament
Matthäus Kapitel 22
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Und Jesus begann und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen. Er sagte:
2„Die Königsherrschaft der Himmel ist gleich1 einem Menschen, einem König, der seinem Sohn ein Hochzeitsfest machte.
3Und er sandte seine Sklaven, die Gerufenen zum Hochzeitsfest zu rufen. Und sie wollten nicht kommen.
4Wieder sandte er Sklaven, andere, und er sagte: ‘Sagt den Gerufenen: Seht!, ich habe mein Mahl bereitet: meine Ochsen und das geschlachtete Mastvieh. Und alles ist bereit. Auf, kommt zum Hochzeitsfest!’
5Aber sie kümmerten sich nicht darum und gingen weg, der eine auf das eigene Feld, der andere zu seinem Handel.
6Die Übrigen aber griffen seine Sklaven, misshandelten ‹und verhöhnten› sie und töteten [sie].
7Und als jener König [es] hörte, wurde er zornig und schickte seine Truppen und brachte jene Mörder um und setzte ihre Stadt in Brand.
8Dann sagt er zu seinen Sklaven: ‘In der Tat, das Hochzeitsfest ist bereit, aber die Gerufenen waren nicht würdig.
9Geht also zu den durchziehenden Straßen2 und ruft zum Hochzeitsfest, so viele ihr findet!’
10 Jene Sklaven gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, sowohl Böse als auch Gute. Und der Hochzeit[ssaal] wurde voll von [zu Tisch] Liegenden.
11 Als der König hereinkam, die [zu Tisch] Liegenden zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war.
12 Und er sagt zu ihm: ‘Gefährte, wie kamst du hier herein, da du kein Hochzeitskleid hast?’ Aber er verstummte.
13 Dann sagte der König zu den Dienern: ‘Bindet ihm Füße und Hände. Nehmt ihn und werft [ihn] hinaus in die äußere ‹o.: äußerste› Finsternis.’ Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
14 Denn viele sind gerufen, aber wenige erwählt.“
15 Dann gingen die Pharisäer hin und fassten einen Beschluss, auf dass sie ihn in [einem] Wort ‹o.: in einem Ausspruch› fingen.
16 Und sie senden ihre Jünger mit den Herodianern zu ihm und sagen: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und es kümmert dich nicht, [was andere denken,] denn du siehst nicht ‹, du nimmst nicht Rücksicht,› auf [das] Angesicht von Menschen.
17 Sage uns also, was du meinst: Ist es gestattet, einem Kaiser Kopfsteuer zu geben, oder nicht?“
18 Jesus nun, ihre Bosheit [er]kannt habend, sagte: „Was versucht ihr mich ‹und stellt mich auf die Probe›? Schauspieler! ‹Heuchler!›
19 Zeigt mir die Kopfsteuermünze.“ Sie reichten ihm einen Denar.
20 Und er sagt zu ihnen: „Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?“
21 Sie sagen zu ihm: „[Des] Kaisers.“ Dann sagt er zu ihnen: „Gebt also [dem] Kaiser ab, was [des] Kaisers [ist], und Gott, was Gottes [ist] ‹eig.: erstattet [dem] Kaiser die [Dinge] des Kaisers und Gott die [Dinge] Gottes›.“
22 Und als sie es hörten, wunderten sie sich. Und sie ließen ihn und gingen weg.
23 An jenem Tag kamen Sadduzäer hin zu ihm, die sagen, es gäbe keine Auferstehung. Und sie fragten ihn:
24 „Lehrer,“ sagten sie, „Mose sagte: Wenn jemand stirbt [und] keine Kinder hat, soll sein Bruder mit dessen Frau die Schwagerehe eingehen und seinem Bruder Samen aufstehen lassen.
25 Es waren nun bei uns sieben Brüder. Und der erste heiratete und starb, und da er keinen Samen ‹, keinen Nachkommen,› hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
26 Ebenso auch der zweite und der dritte, bis hin zu dem siebten.
27 Zuletzt aber von allen starb auch die Frau.
28 In der Auferstehung also, von welchem von den sieben wird sie die Frau sein? Alle hatten sie ja.“
29 Jesus antwortete ihnen: „Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht [wirklich] kennt, noch die Kraft Gottes.
30 In der Auferstehung nämlich heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Boten Gottes im Himmel.
31 Was aber die Auferstehung der Toten betrifft: Habt ihr nicht gelesen das euch von Gott Gesagte:
32 ‘Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs’? (2Mo 3,6.15) Gott ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden.“
33 Und als die Mengen es hörten, waren sie über seine Lehre bestürzt ‹und außer sich›.
34 Als die Pharisäer nun hörten, dass er die Sadduzäer zum Verstummen gebracht hatte, kamen sie an einem gemeinsamen Ort zusammen.
35 Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, fragte [ihn]. Er wollte ihn versuchen ‹, auf die Probe stellen,› und sagte:
36 „Lehrer, welches Gebot [ist] groß ‹i. S. v.: das größte›3 im Gesetz?“
37 Jesus sagte zu ihm: „‘Lieben sollst du [den] Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.’ (5Mo 6,5)
38 Dieses ist [das] erste und große Gebot.
39 Ein zweites ist ihm aber gleich ‹o.: ähnlich›: ‘Lieben sollst du deinen Nächsten ‹eig.: Nahen› wie dich selbst.’ (3Mo 19,18)
40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“
41 Als nun die Pharisäer zusammengekommen waren, fragte Jesus sie:
42 „Was meint ihr bezüglich des Gesalbten? Wessen Sohn ist er?“ Sie sagen zu ihm: „Davids.“
43 Er sagt zu ihnen: „Wieso also nennt David ihn im Geist einen Herrn, wenn er sagt:
44 ‘Es sagte der Herr zu meinem Herrn4: ‘Setze dich5 zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege ‹o.: gelegt habe› [zum] Schemel deiner Füße’? (Ps 110,1)
45 Wenn David ihn also einen Herrn nennt, wie ist er sein Sohn?“
46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand, von jenem Tag an, ihn zu befragen.
2„Die Königsherrschaft der Himmel ist gleich1 einem Menschen, einem König, der seinem Sohn ein Hochzeitsfest machte.
3Und er sandte seine Sklaven, die Gerufenen zum Hochzeitsfest zu rufen. Und sie wollten nicht kommen.
4Wieder sandte er Sklaven, andere, und er sagte: ‘Sagt den Gerufenen: Seht!, ich habe mein Mahl bereitet: meine Ochsen und das geschlachtete Mastvieh. Und alles ist bereit. Auf, kommt zum Hochzeitsfest!’
5Aber sie kümmerten sich nicht darum und gingen weg, der eine auf das eigene Feld, der andere zu seinem Handel.
6Die Übrigen aber griffen seine Sklaven, misshandelten ‹und verhöhnten› sie und töteten [sie].
7Und als jener König [es] hörte, wurde er zornig und schickte seine Truppen und brachte jene Mörder um und setzte ihre Stadt in Brand.
8Dann sagt er zu seinen Sklaven: ‘In der Tat, das Hochzeitsfest ist bereit, aber die Gerufenen waren nicht würdig.
9Geht also zu den durchziehenden Straßen2 und ruft zum Hochzeitsfest, so viele ihr findet!’
10 Jene Sklaven gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, sowohl Böse als auch Gute. Und der Hochzeit[ssaal] wurde voll von [zu Tisch] Liegenden.
11 Als der König hereinkam, die [zu Tisch] Liegenden zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war.
12 Und er sagt zu ihm: ‘Gefährte, wie kamst du hier herein, da du kein Hochzeitskleid hast?’ Aber er verstummte.
13 Dann sagte der König zu den Dienern: ‘Bindet ihm Füße und Hände. Nehmt ihn und werft [ihn] hinaus in die äußere ‹o.: äußerste› Finsternis.’ Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
14 Denn viele sind gerufen, aber wenige erwählt.“
15 Dann gingen die Pharisäer hin und fassten einen Beschluss, auf dass sie ihn in [einem] Wort ‹o.: in einem Ausspruch› fingen.
16 Und sie senden ihre Jünger mit den Herodianern zu ihm und sagen: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und es kümmert dich nicht, [was andere denken,] denn du siehst nicht ‹, du nimmst nicht Rücksicht,› auf [das] Angesicht von Menschen.
17 Sage uns also, was du meinst: Ist es gestattet, einem Kaiser Kopfsteuer zu geben, oder nicht?“
18 Jesus nun, ihre Bosheit [er]kannt habend, sagte: „Was versucht ihr mich ‹und stellt mich auf die Probe›? Schauspieler! ‹Heuchler!›
19 Zeigt mir die Kopfsteuermünze.“ Sie reichten ihm einen Denar.
20 Und er sagt zu ihnen: „Wessen ist dieses Bild und die Aufschrift?“
21 Sie sagen zu ihm: „[Des] Kaisers.“ Dann sagt er zu ihnen: „Gebt also [dem] Kaiser ab, was [des] Kaisers [ist], und Gott, was Gottes [ist] ‹eig.: erstattet [dem] Kaiser die [Dinge] des Kaisers und Gott die [Dinge] Gottes›.“
22 Und als sie es hörten, wunderten sie sich. Und sie ließen ihn und gingen weg.
23 An jenem Tag kamen Sadduzäer hin zu ihm, die sagen, es gäbe keine Auferstehung. Und sie fragten ihn:
24 „Lehrer,“ sagten sie, „Mose sagte: Wenn jemand stirbt [und] keine Kinder hat, soll sein Bruder mit dessen Frau die Schwagerehe eingehen und seinem Bruder Samen aufstehen lassen.
25 Es waren nun bei uns sieben Brüder. Und der erste heiratete und starb, und da er keinen Samen ‹, keinen Nachkommen,› hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
26 Ebenso auch der zweite und der dritte, bis hin zu dem siebten.
27 Zuletzt aber von allen starb auch die Frau.
28 In der Auferstehung also, von welchem von den sieben wird sie die Frau sein? Alle hatten sie ja.“
29 Jesus antwortete ihnen: „Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht [wirklich] kennt, noch die Kraft Gottes.
30 In der Auferstehung nämlich heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Boten Gottes im Himmel.
31 Was aber die Auferstehung der Toten betrifft: Habt ihr nicht gelesen das euch von Gott Gesagte:
32 ‘Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs’? (2Mo 3,6.15) Gott ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden.“
33 Und als die Mengen es hörten, waren sie über seine Lehre bestürzt ‹und außer sich›.
34 Als die Pharisäer nun hörten, dass er die Sadduzäer zum Verstummen gebracht hatte, kamen sie an einem gemeinsamen Ort zusammen.
35 Und einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, fragte [ihn]. Er wollte ihn versuchen ‹, auf die Probe stellen,› und sagte:
36 „Lehrer, welches Gebot [ist] groß ‹i. S. v.: das größte›3 im Gesetz?“
37 Jesus sagte zu ihm: „‘Lieben sollst du [den] Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.’ (5Mo 6,5)
38 Dieses ist [das] erste und große Gebot.
39 Ein zweites ist ihm aber gleich ‹o.: ähnlich›: ‘Lieben sollst du deinen Nächsten ‹eig.: Nahen› wie dich selbst.’ (3Mo 19,18)
40 An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“
41 Als nun die Pharisäer zusammengekommen waren, fragte Jesus sie:
42 „Was meint ihr bezüglich des Gesalbten? Wessen Sohn ist er?“ Sie sagen zu ihm: „Davids.“
43 Er sagt zu ihnen: „Wieso also nennt David ihn im Geist einen Herrn, wenn er sagt:
44 ‘Es sagte der Herr zu meinem Herrn4: ‘Setze dich5 zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege ‹o.: gelegt habe› [zum] Schemel deiner Füße’? (Ps 110,1)
45 Wenn David ihn also einen Herrn nennt, wie ist er sein Sohn?“
46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte jemand, von jenem Tag an, ihn zu befragen.
Fußnoten
- 1 22,2 wörtl.: wurde gleichgemacht; gnomischer Aorist
- 2 22,9 o.: zu den Kreuzungen der Wege an den Stadtausgängen; diexodous, d. h.: die Stellen, wo die Straße, die Ortsgrenze durchschneidend, in die offene Landschaft ausmündet
- 3 22,36 s. Mt 5,19; 20,38
- 4 22,44 „der Herr“ entspricht in Ps 110 Jahweh; „meinem Herrn“ entspricht in Ps 110 adoni, nicht: adonai. In der LXX des AT werden beide Wörter mit kyrios übersetzt.
- 5 22,44 „Setze dich“; kathēmai bed. meist „sitzen“; in der Koine (im NT) und in frühchristlichen Schriften auch „sich setzen“, vgl. Ps 110,1; jaschab; „sitzen“ o. „sich setzen“; mit der Präposition le: „hin“ o. „zu“