Neues Testament
Matthäus Kapitel 23
Das Neue Testament (Jettel) · Mai 2026
1Dann redete Jesus zu den Mengen und zu seinen Jüngern und sagte:
2„Auf den Stuhl des Mose setzten sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer.
3Alles nun, was immer sie euch sagen, dass ihr es halten sollt, haltet und tut [stets]. Aber tut nicht nach ihren Werken, denn sie sagen [es] und tun [es] nicht.
4Sie binden nämlich schwere und schwer zu tragende Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen. Mit ihrem Finger aber wollen sie sie nicht bewegen.
5Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Menschen beschaut zu werden. Sie machen ihre Gebetsriemen1 breit und die Quasten ihrer Obergewänder groß,
6und sie lieben ‹mit Zuneigung› bei den Gastmählern [den] ersten Platz und in den Synagogen die ersten Sitze ‹, die Ehrenplätze,›
7und die Begrüßungen auf den Märkten, und [lieben es], von den Menschen ‘Rabbi, Rabbi’ genannt zu werden.
8Ihr aber sollt nicht ‘Rabbi’ ‹, Meister, Lehrer,› genannt werden. Einer ist nämlich euer Führer ‹, euer Wegweisender, euer Gelehrter›: der Gesalbte. Ihr alle aber seid Brüder.
9Und nennt nicht [jemanden] im Land ‹o.: auf der Erde› euren Vater! Einer ist nämlich euer Vater, der in den Himmeln.
10 Auch sollt ihr nicht Führer genannt werden. Einer ist nämlich euer Führer: der Gesalbte.
11 Der Größte2 von euch soll3 euer Diener sein.
12 Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.
13 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer!, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Häuser der Witwen verzehrt und zum Vorwand ‹o.: zum Schein› lange betet. Deswegen werdet ihr ein schwereres ‹eig.: reichlicheres› Gericht empfangen.4
14 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Königsherrschaft der Himmel vor den Menschen verschließt, denn ihr geht nicht hinein, und die, die hineingehen wollen5, lasst ihr nicht hineingehen.
15 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr das Meer und das Trockene durchzieht, um einen zu[m] Proselyten zu machen, und wenn er es [dann] geworden ist, macht ihr ihn zu einem Sohn der Gehenna, doppelt so [schlimm] wie ihr.
16 Wehe euch, blinde Leiter!, die ihr sagt: ‘Wer beim Tempelheiligtum schwört, das ist nichts; wer aber beim Gold des Tempelheiligtums schwört, ist verpflichtet6.’
17 Törichte und Blinde!, was ist denn größer, das Gold oder das Tempelheiligtum, das das Gold heiligt?
18 Und: ‘Wer beim Altar schwört, das ist nichts. Aber wer bei der Gabe schwören wird, die auf ihm [ist], ist verpflichtet.’
19 Törichte und7 Blinde!, was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt?
20 Wer also beim Altar geschworen hat, schwört bei ihm und bei allem, was auf ihm [ist].
21 Und wer beim Tempelheiligtum geschworen hat, schwört bei ihm und bei dem, der in ihm wohnt.
22 Und wer beim Himmel schwört, schwört beim Thron Gottes und bei dem darauf Sitzenden.
23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Minze und den Anis ‹o.: Dill› und den Kümmel verzehntet, und das Schwerwiegendere des Gesetzes habt ihr weggelassen: das Gericht und die Barmherzigkeit und die Treue ‹o.: den Glauben›. Diese [Dinge] hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.
24 Blinde Leiter!, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt.
25 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer!, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel8 reinigt. Inwendig sind sie aber voller Raub und Ungerechtigkeit9.
26 Blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch deren Äußeres rein werde.
27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr übertünchten Grabstätten gleicht, welche außen schön anzusehen sind, ja, innen aber sind sie voll von Totengebeinen und aller Unreinigkeit.
28 Auf diese Weise scheint auch ihr den Menschen von außen zwar gerecht, aber von innen seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
29 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Grabstätten der Propheten baut und die Gräber der Gerechten schmückt
30 und sagt: ‘Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, wären wir nicht mit ihnen Teilhaber gewesen am Blut der Propheten.’
31 Somit gebt ihr euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, die die Propheten ermordeten.
32 Und ihr, ihr macht das Maß eurer Väter voll.
33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?
34 Deshalb, siehe!, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und von ihnen werdet ihr [einige] töten und kreuzigen, und [einige] von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln, und ihr werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt,
35 auf dass über euch komme alles gerechte, auf der Erde ‹o.: in der [umliegenden] Länderregion›10 vergossene Blut, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachjas ‹o.: des Sohnes Bar-Ahias›11, den ihr zwischen dem Tempelheiligtum und dem Altar ermordetet.
36 Wahrlich!, ich sage euch: Dieses alles wird über dieses Geschlecht ‹, über diese Generation,›12 kommen.
37 Jerusalem, Jerusalem, die die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder zusammenführen in der Weise, [wie] eine Henne ihre eigenen Küken unter die Flügel zusammenführt! Und ihr wolltet nicht.
38 Siehe!, euer Haus wird euch öde gelassen.
39 Ich sage euch nämlich: Von nun an werdet ihr mich keinesfalls sehen, bis ihr sagt: ‘Gelobt13 [sei] der im Namen [des] Herrn Kommende14!’“
2„Auf den Stuhl des Mose setzten sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer.
3Alles nun, was immer sie euch sagen, dass ihr es halten sollt, haltet und tut [stets]. Aber tut nicht nach ihren Werken, denn sie sagen [es] und tun [es] nicht.
4Sie binden nämlich schwere und schwer zu tragende Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen. Mit ihrem Finger aber wollen sie sie nicht bewegen.
5Alle ihre Werke tun sie aber, um von den Menschen beschaut zu werden. Sie machen ihre Gebetsriemen1 breit und die Quasten ihrer Obergewänder groß,
6und sie lieben ‹mit Zuneigung› bei den Gastmählern [den] ersten Platz und in den Synagogen die ersten Sitze ‹, die Ehrenplätze,›
7und die Begrüßungen auf den Märkten, und [lieben es], von den Menschen ‘Rabbi, Rabbi’ genannt zu werden.
8Ihr aber sollt nicht ‘Rabbi’ ‹, Meister, Lehrer,› genannt werden. Einer ist nämlich euer Führer ‹, euer Wegweisender, euer Gelehrter›: der Gesalbte. Ihr alle aber seid Brüder.
9Und nennt nicht [jemanden] im Land ‹o.: auf der Erde› euren Vater! Einer ist nämlich euer Vater, der in den Himmeln.
10 Auch sollt ihr nicht Führer genannt werden. Einer ist nämlich euer Führer: der Gesalbte.
11 Der Größte2 von euch soll3 euer Diener sein.
12 Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.
13 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer!, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Häuser der Witwen verzehrt und zum Vorwand ‹o.: zum Schein› lange betet. Deswegen werdet ihr ein schwereres ‹eig.: reichlicheres› Gericht empfangen.4
14 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Königsherrschaft der Himmel vor den Menschen verschließt, denn ihr geht nicht hinein, und die, die hineingehen wollen5, lasst ihr nicht hineingehen.
15 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr das Meer und das Trockene durchzieht, um einen zu[m] Proselyten zu machen, und wenn er es [dann] geworden ist, macht ihr ihn zu einem Sohn der Gehenna, doppelt so [schlimm] wie ihr.
16 Wehe euch, blinde Leiter!, die ihr sagt: ‘Wer beim Tempelheiligtum schwört, das ist nichts; wer aber beim Gold des Tempelheiligtums schwört, ist verpflichtet6.’
17 Törichte und Blinde!, was ist denn größer, das Gold oder das Tempelheiligtum, das das Gold heiligt?
18 Und: ‘Wer beim Altar schwört, das ist nichts. Aber wer bei der Gabe schwören wird, die auf ihm [ist], ist verpflichtet.’
19 Törichte und7 Blinde!, was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt?
20 Wer also beim Altar geschworen hat, schwört bei ihm und bei allem, was auf ihm [ist].
21 Und wer beim Tempelheiligtum geschworen hat, schwört bei ihm und bei dem, der in ihm wohnt.
22 Und wer beim Himmel schwört, schwört beim Thron Gottes und bei dem darauf Sitzenden.
23 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Minze und den Anis ‹o.: Dill› und den Kümmel verzehntet, und das Schwerwiegendere des Gesetzes habt ihr weggelassen: das Gericht und die Barmherzigkeit und die Treue ‹o.: den Glauben›. Diese [Dinge] hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen.
24 Blinde Leiter!, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt.
25 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer!, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel8 reinigt. Inwendig sind sie aber voller Raub und Ungerechtigkeit9.
26 Blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch deren Äußeres rein werde.
27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr übertünchten Grabstätten gleicht, welche außen schön anzusehen sind, ja, innen aber sind sie voll von Totengebeinen und aller Unreinigkeit.
28 Auf diese Weise scheint auch ihr den Menschen von außen zwar gerecht, aber von innen seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
29 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Schauspieler ‹, Heuchler›!, weil ihr die Grabstätten der Propheten baut und die Gräber der Gerechten schmückt
30 und sagt: ‘Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, wären wir nicht mit ihnen Teilhaber gewesen am Blut der Propheten.’
31 Somit gebt ihr euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, die die Propheten ermordeten.
32 Und ihr, ihr macht das Maß eurer Väter voll.
33 Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?
34 Deshalb, siehe!, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und von ihnen werdet ihr [einige] töten und kreuzigen, und [einige] von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln, und ihr werdet sie verfolgen von Stadt zu Stadt,
35 auf dass über euch komme alles gerechte, auf der Erde ‹o.: in der [umliegenden] Länderregion›10 vergossene Blut, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachjas ‹o.: des Sohnes Bar-Ahias›11, den ihr zwischen dem Tempelheiligtum und dem Altar ermordetet.
36 Wahrlich!, ich sage euch: Dieses alles wird über dieses Geschlecht ‹, über diese Generation,›12 kommen.
37 Jerusalem, Jerusalem, die die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder zusammenführen in der Weise, [wie] eine Henne ihre eigenen Küken unter die Flügel zusammenführt! Und ihr wolltet nicht.
38 Siehe!, euer Haus wird euch öde gelassen.
39 Ich sage euch nämlich: Von nun an werdet ihr mich keinesfalls sehen, bis ihr sagt: ‘Gelobt13 [sei] der im Namen [des] Herrn Kommende14!’“
Fußnoten
- 1 23,5 phylakteerion; ein Kästchen an der Stirn oder Hand, in dem Worte aus der Thora verwahrt wurden; 5Mo 6,8
- 2 23,11 wörtl.: Der Größere; der Komparativ kann für den Superlativ stehen.
- 3 23,11 modales Futur
- 4 23,13 V. 13 (Byz) fehlt bei NA; V. 14 (Byz) zählt bei NA als V. 13; NA hat keinen V. 14
- 5 23,14 Partizip Präsens durativ oder konativ: die versuchen hineinzugehen; wörtl.: die Hineingehenden
- 6 23,16 wörtl.: ist schuldig (nämlich, den Schwur einzuhalten)
- 7 23,19 NA: ohne „Törichte und“
- 8 23,25 NA: ohne „und der Schüssel“
- 9 23,25 NA: Raub und Unenthaltsamkeit (o. Unmäßigkeit)
- 10 23,35 gee (heb. äräz); „Erde, Erdboden, Land, [umliegende] Länderregion“
- 11 23,35 bar (aram.) bed. „Sohn“; des Sohnes Bar-Ahias: bed.: des Sohnes des Sohnes des Ahia
- 12 23,36 genea; gemeint ist das Geschlecht der jüdischen Zeitgenossen Jesu
- 13 23,39 im Griech. dasselbe Wort wie „gesegnet“ (engl.: blessed)
- 14 23,39 d. h.: von dem verheißen war, dass er … kommen sollte; Partizip Präsens mit Zukunftsbedeutung; wie Mt 11,3; Joh 6,14; 11,27