Altes Testament
Habakuk Kapitel 1
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Die Last1, die Habakuk, der Prophet, schaute:
2Wie lange, Jahweh, rufe ich [schon] <um Hilfe und du hörst nicht! [Wie lange] rufe ich zu dir: "Gewalttat!" und du rettest nicht!
3Warum lässt du mich Unheil sehen und siehst Mühsal [mit] an? Verwüstung und Gewalttat sind vor mir. Streit geschieht und Hader erhebt sich.
4Deshalb wird die Weisung kraftlos und geht das Rechtsurteil nie mehr hervor, denn der Ehrfurchtslose umringt den Gerechten, deshalb geht ein Rechtsurteil2 hervor, das verkrümmt ist.
5"Seht, Verächter, und verwundert euch und verschwindet3, denn ich wirke ein Werk in euren Tagen, dem ihr nicht glaubtet, würde es euch erzählt;
6denn - seht! - ich erwecke die Chaldäer, das grimmige und ungestüme Volk*, das die Breite des Landes4 durchzieht, um Wohnungen in Besitz zu nehmen, die ihm nicht gehören.
7Schrecklich und furchtbar ist es! Von ihm <selbst> geht sein Recht und seine Hoheit aus5.
8Schneller als Leoparden sind seine Pferde, schärfer als Wölfe6 zur Abendzeit. Seine Reiter stampfen daher, seine Reiter kommen von ferne, fliegen herbei wie der Geier, der hineilt zum Fraß."
9Sie alle kommen, Gewalttat [zu üben], ihre Angesichter vorwärts gerichtet7. Gefangene rafft es zusammen wie Sand.
10Es seinerseits macht sich über Könige lustig, Würdenträger sind ihm ein Gelächter. Über jede Festung lacht es. Es schüttet Staub8 auf und nimmt sie ein.
11Dann fährt es daher [wie] der Sturmwind und zieht weiter und macht sich schuldig9: Diese seine Kraft wird ihm zum Gott10.
12Bist du nicht von der Vorzeit her, Jahweh, mein Gott [und] mein Heiliger? Wir werden nicht sterben. Jahweh, zum Gericht11 hast du es12 eingesetzt, o Fels, und zur Züchtigung hast du es bestellt.
13Der du zu rein bist von Augen, Böses mit anzusehen, und auf Mühsal13 nicht hinzublicken vermagst: Warum schaust du den Treulosen zu, schweigst du, wenn der Ehrfurchtslose den verschlingt, der gerechter ist als er?
14[Warum solltest du] die Menschen den Fischen des Meeres gleich werden lassen, dem Gewürm, das niemanden hat, der es regiert?
15Sie alle holt er mit der Angel herauf, schleppt sie herbei mit dem Netz, sammelt sie ein in dem Fanggarn; darüber freut er sich und frohlockt er.
16Darum bringt er Schlachtopfer für sein Netz und lässt räuchern für sein Fangnetz, denn durch sie wird sein Teil fett und sein Gemästetes14 feist.
17Soll er <fernerhin> sein Netz ausleeren dürfen und ständig darauf aus sein dürfen, Völker schonungslos hinzumorden?
2Wie lange, Jahweh, rufe ich [schon] <um Hilfe und du hörst nicht! [Wie lange] rufe ich zu dir: "Gewalttat!" und du rettest nicht!
3Warum lässt du mich Unheil sehen und siehst Mühsal [mit] an? Verwüstung und Gewalttat sind vor mir. Streit geschieht und Hader erhebt sich.
4Deshalb wird die Weisung kraftlos und geht das Rechtsurteil nie mehr hervor, denn der Ehrfurchtslose umringt den Gerechten, deshalb geht ein Rechtsurteil2 hervor, das verkrümmt ist.
5"Seht, Verächter, und verwundert euch und verschwindet3, denn ich wirke ein Werk in euren Tagen, dem ihr nicht glaubtet, würde es euch erzählt;
6denn - seht! - ich erwecke die Chaldäer, das grimmige und ungestüme Volk*, das die Breite des Landes4 durchzieht, um Wohnungen in Besitz zu nehmen, die ihm nicht gehören.
7Schrecklich und furchtbar ist es! Von ihm <selbst> geht sein Recht und seine Hoheit aus5.
8Schneller als Leoparden sind seine Pferde, schärfer als Wölfe6 zur Abendzeit. Seine Reiter stampfen daher, seine Reiter kommen von ferne, fliegen herbei wie der Geier, der hineilt zum Fraß."
9Sie alle kommen, Gewalttat [zu üben], ihre Angesichter vorwärts gerichtet7. Gefangene rafft es zusammen wie Sand.
10Es seinerseits macht sich über Könige lustig, Würdenträger sind ihm ein Gelächter. Über jede Festung lacht es. Es schüttet Staub8 auf und nimmt sie ein.
11Dann fährt es daher [wie] der Sturmwind und zieht weiter und macht sich schuldig9: Diese seine Kraft wird ihm zum Gott10.
12Bist du nicht von der Vorzeit her, Jahweh, mein Gott [und] mein Heiliger? Wir werden nicht sterben. Jahweh, zum Gericht11 hast du es12 eingesetzt, o Fels, und zur Züchtigung hast du es bestellt.
13Der du zu rein bist von Augen, Böses mit anzusehen, und auf Mühsal13 nicht hinzublicken vermagst: Warum schaust du den Treulosen zu, schweigst du, wenn der Ehrfurchtslose den verschlingt, der gerechter ist als er?
14[Warum solltest du] die Menschen den Fischen des Meeres gleich werden lassen, dem Gewürm, das niemanden hat, der es regiert?
15Sie alle holt er mit der Angel herauf, schleppt sie herbei mit dem Netz, sammelt sie ein in dem Fanggarn; darüber freut er sich und frohlockt er.
16Darum bringt er Schlachtopfer für sein Netz und lässt räuchern für sein Fangnetz, denn durch sie wird sein Teil fett und sein Gemästetes14 feist.
17Soll er <fernerhin> sein Netz ausleeren dürfen und ständig darauf aus sein dürfen, Völker schonungslos hinzumorden?
Fußnoten
- 1 i. S. v.: Das Gerichtswort; das Drohwort
- 2 o.: das Rechtsurteil
- 3 so n. der gr. Üsg. u. Apg 13,41; n. d. Mas. T.: Seht auf die Völker und blickt hin und verwundert euch, seid verwundert.
- 4 d. h.: das Land nach seiner gesamten Breite
- 5 d. h.: es bestimmt nach eigenem Ermessen sein Recht sowie seine Erhabenheit (über die anderen Völker).
- 6 näml.: hungrige
- 7 o.: ostwärts gerichtet
- 8 d. h.: einen Erdwall (zum Angriff)
- 9 vmtl. durch die Vergötterung seiner Macht.
- 10 o.: zur Gottheit; heb. eloah (bed.: Gott, der Ehrfurcht Erweckende).
- 11 i. S. v.: zum Gericht nur
- 12 d. i.: das Chaldäervolk
- 13 und Unterdrückung
- 14 o.: sein Fettes