Altes Testament
Rut Kapitel 1
Die Bibel in deutscher Fassung (Jantzen-Jettel) · Oktober 2022
1Und es geschah in den Tagen, als die Richter richteten, da war Hunger im Land. Und ein Mann von Bethlehem-Juda1 zog hin, um sich in den Gefilden Moabs als Fremder aufzuhalten, er und seine Frau und seine beiden Söhne.
2Und der Name des Mannes war Elimelech2 und der Name seiner Frau Noomi3 und die Namen seiner beiden Söhne Machlon4 und Kiljon5, Ephratiter aus Bethlehem-Juda. Und sie kamen in die Gefilde Moabs und blieben dort.
3Und Elimelech, der Mann Noomis, starb. Und sie blieb übrig, sie und ihre beiden Söhne.
4Und sie nahmen sich Frauen, Moabiterinnen: Der Name der einen war Orpa6 und der Name der anderen Ruth7. (Sie hatten dort etwa zehn Jahre verweilt.)
5Und es starben auch die beiden, Machlon und Kiljon. Und die Frau blieb übrig ohne die beiden [von ihr] Geborenen und ohne ihren Mann.
6Und sie machte sich auf, sie und ihre Schwiegertöchter, und kehrte aus den Gefilden Moabs zurück, denn sie hatte in den Gefilden Moabs gehört, dass Jahweh sein Volk heimgesucht habe, ihnen Brot zu geben.
7Und sie zog von dem Ort aus, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und sie zogen des Weges, um ins Land Juda zurückzukehren.
8Und Noomi sagte zu ihren beiden Schwiegertöchtern: "Geht, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter. Jahweh erweise Güte <und Treue> an euch, wie ihr sie an den Verstorbenen und an mir erwiesen habt.
9Jahweh gebe euch, dass ihr eine Ruhe[statt] findet, jede im Haus ihres Mannes!" Und sie küsste sie. Und sie erhoben ihre Stimme und weinten.
10Und sie sagten zu ihr: "[Nein,] sondern wir wollen mit dir zu deinem Volk zurückkehren."
11Und Noomi sagte: "Kehrt zurück, meine Töchter! Wozu wollt ihr mit mir gehen? Habe ich noch Söhne in meinem Innern8, dass sie euch zu Männern werden könnten?
12Kehrt zurück, meine Töchter! Geht, denn ich bin zu alt, um einem Mann anzugehören. Wenn ich sagen würde: 'Ich habe Hoffnung', wenn ich gar diese Nacht einem Mann zu eigen werden und sogar Söhne gebären sollte,
13wolltet ihr darum warten, bis sie groß sind? Wollt ihr euch deshalb verschließen, um nicht einem Mann zu eigen zu werden? Nicht doch, meine Töchter! Fürwahr, mir ist es überaus bitter9 um euch, dass die Hand Jahwehs gegen mich ausgegangen ist."
14Da erhoben sie ihre Stimme und weinten nochmals. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter. Ruth aber hängte sich an sie.
15Da sagte sie: "Siehe! - deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und zu ihrem Gott10 zurückgekehrt. Kehre zurück, deiner Schwägerin nach!"
16Aber Ruth sagte: "Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, zurückzukehren, von dir fort, denn wohin du gehst, will ich gehen, und wo du weilst11, will ich weilen. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
17Wo du stirbst, will ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir Jahweh tun und so hinzufügen, denn [nur] der Tod soll mich und dich scheiden12!"
18Und als sie sah, dass sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden.
19Und so gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem kamen. Und es geschah, als sie in Bethlehem angekommen waren, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und [die Frauen]13 sagten: "Ist das Noomi?"
20Und sie sagte zu ihnen: "Nennt mich nicht Noomi14, nennt mich Mara15; denn der Allmächtige16 hat es mir sehr bitter17 gemacht.
21Voll bin ich gegangen, und leer hat mich Jahweh zurückgebracht18. Warum nennt ihr mich Noomi, da doch Jahweh gegen mich gezeugt19 und der Allmächtige mir übelgetan hat?"
22Und so kehrte Noomi zurück - und mit ihr Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die aus den Gefilden Moabs zurückgekehrt war. Und sie kamen nach Bethlehem beim Beginn der Gerstenernte.
2Und der Name des Mannes war Elimelech2 und der Name seiner Frau Noomi3 und die Namen seiner beiden Söhne Machlon4 und Kiljon5, Ephratiter aus Bethlehem-Juda. Und sie kamen in die Gefilde Moabs und blieben dort.
3Und Elimelech, der Mann Noomis, starb. Und sie blieb übrig, sie und ihre beiden Söhne.
4Und sie nahmen sich Frauen, Moabiterinnen: Der Name der einen war Orpa6 und der Name der anderen Ruth7. (Sie hatten dort etwa zehn Jahre verweilt.)
5Und es starben auch die beiden, Machlon und Kiljon. Und die Frau blieb übrig ohne die beiden [von ihr] Geborenen und ohne ihren Mann.
6Und sie machte sich auf, sie und ihre Schwiegertöchter, und kehrte aus den Gefilden Moabs zurück, denn sie hatte in den Gefilden Moabs gehört, dass Jahweh sein Volk heimgesucht habe, ihnen Brot zu geben.
7Und sie zog von dem Ort aus, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und sie zogen des Weges, um ins Land Juda zurückzukehren.
8Und Noomi sagte zu ihren beiden Schwiegertöchtern: "Geht, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter. Jahweh erweise Güte <und Treue> an euch, wie ihr sie an den Verstorbenen und an mir erwiesen habt.
9Jahweh gebe euch, dass ihr eine Ruhe[statt] findet, jede im Haus ihres Mannes!" Und sie küsste sie. Und sie erhoben ihre Stimme und weinten.
10Und sie sagten zu ihr: "[Nein,] sondern wir wollen mit dir zu deinem Volk zurückkehren."
11Und Noomi sagte: "Kehrt zurück, meine Töchter! Wozu wollt ihr mit mir gehen? Habe ich noch Söhne in meinem Innern8, dass sie euch zu Männern werden könnten?
12Kehrt zurück, meine Töchter! Geht, denn ich bin zu alt, um einem Mann anzugehören. Wenn ich sagen würde: 'Ich habe Hoffnung', wenn ich gar diese Nacht einem Mann zu eigen werden und sogar Söhne gebären sollte,
13wolltet ihr darum warten, bis sie groß sind? Wollt ihr euch deshalb verschließen, um nicht einem Mann zu eigen zu werden? Nicht doch, meine Töchter! Fürwahr, mir ist es überaus bitter9 um euch, dass die Hand Jahwehs gegen mich ausgegangen ist."
14Da erhoben sie ihre Stimme und weinten nochmals. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter. Ruth aber hängte sich an sie.
15Da sagte sie: "Siehe! - deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und zu ihrem Gott10 zurückgekehrt. Kehre zurück, deiner Schwägerin nach!"
16Aber Ruth sagte: "Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, zurückzukehren, von dir fort, denn wohin du gehst, will ich gehen, und wo du weilst11, will ich weilen. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
17Wo du stirbst, will ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir Jahweh tun und so hinzufügen, denn [nur] der Tod soll mich und dich scheiden12!"
18Und als sie sah, dass sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden.
19Und so gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem kamen. Und es geschah, als sie in Bethlehem angekommen waren, da geriet die ganze Stadt in Bewegung ihretwegen, und [die Frauen]13 sagten: "Ist das Noomi?"
20Und sie sagte zu ihnen: "Nennt mich nicht Noomi14, nennt mich Mara15; denn der Allmächtige16 hat es mir sehr bitter17 gemacht.
21Voll bin ich gegangen, und leer hat mich Jahweh zurückgebracht18. Warum nennt ihr mich Noomi, da doch Jahweh gegen mich gezeugt19 und der Allmächtige mir übelgetan hat?"
22Und so kehrte Noomi zurück - und mit ihr Ruth, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, die aus den Gefilden Moabs zurückgekehrt war. Und sie kamen nach Bethlehem beim Beginn der Gerstenernte.
Fußnoten
- 1 "Bethlehem" bed. "Haus des Brotes".
- 2 bed.: Mein Gott ist König.
- 3 bed.: Wonne; Lieblichkeit (Aussprache: No-omi; kurzes o, wie in "offen".)
- 4 bed.: Schwachheit
- 5 bed.: Hinfälligkeit
- 6 bed.: Hartnäckige; o.: Vollmähnige; o.: Gazelle
- 7 bed.: Freundin; Gefährtin
- 8 o.: Bauch
- 9 o.: ich bin tief betrübt
- 10 o.: zu ihren Göttern
- 11 o.: dich niederlässt; Grundbed.: übernachten; so a. i. Folg.
- 12 w.: soll zwischen mir und dir eine Trennung machen.
- 13 w.: sie; die heb. Form ist weiblich.
- 14 bed.: Wonne; Lieblichkeit
- 15 bed.: Bitterkeit
- 16 heb. El-schaddai; El bed. "der Mächtige", schaddai ist abgeleitet entweder von schadad ("gewaltig sein") oder von sche-dai ("der, welcher der Ausreichende bzw. Genügende ist").
- 17 o.: hat mich sehr betrübt
- 18 eigtl.: zurückkehren gemacht
- 19 o.: ausgesagt